Wien. Die New Yorker Polizei kämpft mit ähnlichen Problemen wie die Polizei in Ostösterreich: Mit dieser überraschenden Einschätzung kam vor wenigen Tagen Franz Lang, Leiter des Bundeskriminalamtes (BK), von einem Besuch aus den USA zurück. Zwar gebe es dort die Dämmerungseinbrüche nicht in dieser geballten Form, bei Einbrüchen in Wohnungen und Einfamilienhäuser habe es die New Yorker Polizei aber mit ähnlichen Banden wie in Österreich zu tun. Auch an der Ostküste sind zumeist Täter aus Osteuropa und dem Kaukasus am Werk, sagte Lang am Dienstag der „Presse“.
Bei Gesprächen mit FBI-Experten nahm der BK-Chef wichtige Erkenntnisse aus den USA mit:
Einbindung der gesamten Polizei in die Kriminalitätsbekämpfung. In New York funktioniert es schon seit Langem, dass Cops der verschiedensten Aufgabengebiete an einem Strang ziehen.
Länderübergreifende Polizeistrategien. Im Großraum New York sei, so Lang, ähnlich wie in Österreich, eine Art „Soko Ost“ tätig. Diese Fahnder ermitteln auch im benachbarten Bundesstaat New Jersey.
Stärkere Zusammenarbeit mit den Kommunen. In den USA ziehen Bürgermeister und Polizei gemeinsam an einem Strang. Gemeinden gewähren Sicherheitsprojekten von engagierten Bürgern finanzielle Unterstützungen.
Warnung vor neuem Trend
Das FBI berichtete aber auch über eine Form der Kriminalität, die in Österreich (vorerst) nur vereinzelt auftritt: Im Großraum New York sind vermehrt Einbrecher am Werk, denen egal ist, ob sie in einem Haus oder einer Wohnung auf Menschen treffen. Die Bewohner werden bedroht und gefesselt, meist verlassen die Täter dann auch mit dem Fahrzeug der Opfer das Objekt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2009)

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