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Österreichischer Drogenbericht: Konsum stabil bis sinkend

05.11.2009 | 09:06 |   (DiePresse.com)

Laut dem österreichischen Drogenbericht geht der Konsum leicht zurück. Allerdings liefern Umfragen laut Experten "unmögliche" Ergebnisse. Auch die genaue Zahl der Drogentoten sei nicht bekannt.

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Auch wenn immer wieder Horrorszenarien gezeichnet werden: Der Konsum an illegalen Drogen ist in Österreich stabil bis rückläufig. Im Jahr 2008 gab es 169 direkt mit Suchtgift in Verbindung stehende Todesopfer, im Jahr zuvor waren es 175. Durch die sinkende Zahl der Obduktionen ist aber eine genaue Bestimmung kaum mehr möglich.

Illegaler Drogenkonsum in Österreich betrifft zumeist Menschen, die damit in bestimmten Lebensphasen experimentieren. Das sind Hauptaussagen aus dem österreichischen Drogenbericht, der heute, Donnerstag, gleichzeitig mit dem europäischen Drogenreport veröffentlicht wurde.

Bericht zur Drogensituation
Die Datensammlung hat ein Autorenteam um Marion Weigl von "Gesundheit Österreich" (ÖBIG) im Auftrag der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) und des Gesundheitsministeriums erstellt. Der "Bericht zur Drogensituation 2009" betrifft den Berichtszeitraum 2008.

Wesentliche Daten zum Suchtgiftkonsum kommen aus einer 2008 durchgeführten Umfrage unter 4196 Personen über 14 zum Prozentsatz jener Menschen, die je in ihrem Leben illegale Drogen genommen haben. 2008 gaben das für Cannabis zwölf Prozent an (die vorausgehende war 2004: 20 Prozent, Anm.), für Ecstasy, Amphetamine und Kokain je zwei Prozent, für Opiate ein Prozent, für biogene Drogen (Pilze etc.), LSD und Schnüffelstoffe je zwei Prozent an.

Erstaunliche Veränderungen

Die Veränderungen im Vergleich zu einer ähnlichen Untersuchung im Jahr 2004 sind erstaunlich. Die Autoren: "Ein solcher Rückgang im Intervall von nur vier Jahren ist unmöglich. Anderer Faktoren, wie z.B. eine sich verstärkende Tendenz, den Konsum illegaler Drogen zu verschweigen, oder erhebungstechnische Probleme müssen bei diesem 'Rückgang' eine wesentliche Rolle spielen." Jedenfalls, überbordend sind der illegale Drogenkonsum oder dessen Entwicklung in Österreich nicht.

Wichtiger für die Bestimmung des aktuellen Status ist eher die sogenannten Zwölf-Monats-Prävalenz, also wer innerhalb des vergangenen Jahres illegale Drogen genommen hat. Hier gab es 2008 eine Rate von 2,8 Prozent für Cannabis - auch hier waren es im Jahr 2007 mit 7,5 Prozent deutlich mehr. Alle anderen potenziellen illegalen Suchtmittel wurden innerhalb eines Jahres nur von weniger als einem Prozent der über 14-Jährigen benutzt.

"Der Konsum illegaler Drogen ist meist auf eine begrenzte Lebensphase bzw. auf das Experimentieren beschränkt."
Fazit für die Autoren

Aktuelle Umfrage

Aktuelle Daten gibt es aber auch aus einer IFES-Umfrage mit 600 Testpersonen aus dem Jahr 2009. Sie wurde in ähnlicher Form 1993, 1997, 2001, 2005 und 2007 durchgeführt. Erfragt wurde jeweils wieder die Konsumerfahrung ab 15 Jahren - insgesamt (Lebensprävalenz):

  • 1993 gaben Cannabis-Konsum fünf Prozent der Befragten an, 2007 wurden 19 Prozent erreicht, im Jahr 2009 dann 16 Prozent.
  • Ecstasy wurde mit 1997 erstmals erhoben (damals zwei Prozent Konsumerfahrung). 2007 waren es vier, 2009 dann drei Prozent. Faktisch genauso waren die Werte für Amphetamine.
  • Bei Opiaten gab es 1993 in der Bevölkerung bei einem Prozent "Konsumerfahrung". Das stieg bis 2009 auf drei Prozent an. Hier sind aber die Prozentsätze gering, was Veränderungen stärker ausfallen lässt.
  • Ähnlich ist es bei Kokain: 2007 und in diesem Jahr gaben vier Prozent der Befragten Konsumerfahrung an, 2001 waren es zwei Prozent gewesen. Davor jeweils ein Prozent.


11.000 in Substitutionsbehandlung

Weiter stark ansteigend ist in Österreich die Substitutionsbehandlung von Opiatabhängigen. 1999 erhielten etwas weniger als 4000 Personen Methadon un ähnliche Ersatzstoffe auf Rezept in Apotheken. Ende 2008 waren es schließlich mehr als 11.000 Patienten. Die Substitutionsbehandlung bringt die Betroffenen in eine regelmäßige medizinische Betreuung und weg vom illegalen Suchtgiftkonsum. Sie kann den Betroffenen die Wiederaufnahme von Ausbildung oder geregelter Arbeit ermöglichen.

Derzeit wird eine Novellierung der entsprechenden Verordnungen vorbereitet. Über die Jahre hinweg - trotz immer wieder erfolgender Änderungen der Rahmenbedingungen - ist die Drogensubstitution in Österreich aber ein besonders wichtiges Standbein der Behandlung von Abhängigen.

''Problematischer Drogenkonsum''
Man nimmt an, dass in Österreich zwischen 22.200 und 33.500 Personen in Österreich problematischen Drogenkonsum betreiben. Darunter versteht man vor allem das Injizieren von Heroin oder den Mischkonsum von Opiaten mit anderen Suchtgiften und Medikamenten (auch mit Alkohol). 97 Prozent aller Todesfälle, die direkt mit Drogenkonsum zu tun haben, wurden im Jahr 2008 auf solchen Mischkonsum zurückzuführen. Doch die Statistik ist laut den Autoren des österreichischen Drogenberichts nur noch wenig aussagekräftig.

Die Erhältlichkeit von potenziell süchtig machenden Substanzen ist in Österreich gegeben - speziell von legal erhältlichen. Der österreichische Drogenbericht: "Während es 80 Prozent der Jugendlichen als ziemlich bis sehr einfach finden, an Alkohol heranzukommen, liegt der diesbezügliche Prozentsatz für illegale Drogen nur bei Cannabis bei etwas über einem Drittel der Befragten (35 Prozent). "Ecstasy und Amphetamine werden von jeweils etwa 20 Prozent als ziemlich bis sehr einfach erhältlich eingeschätzt. "Unerwartete Gratisangebote von illegalen Drogen von fremden Personen" haben im Jahr 2008 2,7 Prozent der Österreicher erhalten.

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13 Kommentare
Gast: pferdekopf
05.11.2009 23:50
2 0

die droge Nr.1 in Österreich

ist Alkohol!! Der ist legal, und da kommen jedes Jahr tausende Östereicher ums Leben. Ob Leberziro,Verkehrsunfall, Familiendrahmen oder Suizid. Alkohol ist da immer im Spiel.
Bleib nur die Frage; warum flüchten sich so viele Österreicher in die legale Droge Alkohol??
Und warum ist Alkohol weiterhin legal zu bekommen???
Ach ja, vor kurzem hab ich gehört,daß Wodka mit Zitronensaft gegen die Schweinegrippe helfen soll - aber das verschweigt uns die Pharmaindurstrie!!

toranaga
05.11.2009 17:56
1 0

grotesk...

"Man nimmt an, dass in Österreich zwischen 22.200 und 33.500 Personen in Österreich problematischen Drogenkonsum betreiben."

angesichts der tatsache, dass es in ö ein paar hundert tausend menschen gibt, die entweder von alkohol oder/und pharmazieprodukten abhängig sind ist so eine meldung fast schon wieder witzig.

Gast: gast
05.11.2009 15:41
0 0

solange unter anderem die uno, dafür sorgt, das

die opium plantagen gut ausfallen und dann jeweils die ernte auf die länder in ruhe aufteilen wirds auch immer wieder menschen geben die diese substanz unterschätzen und dann ewigst abhängig sind oder bald sterben es ist leider so!

Natürlich werden solche fakten nicht in den massenmedien preis gegeben!

Gast: Passant
05.11.2009 13:09
1 0

Der Gruß am Karlsplatz


"Brauchst a Substi ?"

Ein Standardsatz, im Vorbeigehen zu hören, wenn man die Opernpassage frequentiert.

So kann man auch behaupten, der Drogenkonsum in Ö geht zurück.
Aber: Die Ersatzdroge ist auch eine Droge.



Gast: pronstar
05.11.2009 11:09
1 0

...

"Illegaler Drogenkonsum in Österreich betrifft zumeist Menschen, die damit in bestimmten Lebensphasen experimentieren."

Und Raserei betrifft hauptsächlich Menschen die in gewissen Lebensphasen zu schnell fahren. Wenn obiges die Hauptaussage des Drogenberichtes ist dann war das Geld dafür umsonst investiert.


1 1

einfach grotesk!

Wer wird schon zugeben, dass er illegale Drogen zu sich nimmt?

Firemage
05.11.2009 14:55
0 0

Re: einfach grotesk!

jeder, der anonym dazu befragt wird.

Gast: Arnot
05.11.2009 10:04
4 1

Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

dann ist halt ständig für Nachschub gesorgt. Wie wäre es, die Quelle auszutrocknen. Aber da gibt es dann einen Aufschrei der Gutmenschen. Die armen Asylanten darf man doch nicht abschieben. Lieber nimmt man den Tod der einheimischen Jugend in Kauf.

qed_
05.11.2009 20:42
0 0

Re: Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

Ich muss Benutzer "Beobachter" recht geben. Das Problem ist nicht das Angebot, sondern die Nachfrage. Solange die da ist, wird es immer jemanden geben, der damit sein Geld macht.
Realistischerweise wird die Nachfrage aber sicher vorhanden bleiben. Darum kann der Drogenkriminalität nur durch teilweise Legalisierung bzw. kontrollierte Abgabe ein Riegel vorgeschoben werden.
Dem naiven "Traum" einer drogenfreien Welt, wird sich im Land des übermäßigen Alkohol- und Tabak-Konsums wohl niemand hingeben.

Antworten Gast: Beobachter
05.11.2009 12:03
0 4

Re: Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

Wohin wollen Sie einen dealenden Oesterreicher abschieben? Oder gibt es diese Ihrer Meinung nach nicht?

Etwas nachdenken, bevor man solchen Unsinn postet, waere angebracht! Fuer manche scheint es nur die Hauptsache zu sein, einen Grund zu finden um wieder einmal mehr gegen "Asylanten" und "Gutmenschen" hetzen zu koennen. Ob es nun passt, oder auch nicht.


Antworten Antworten Gast: Arnot
05.11.2009 17:33
0 0

Re: Re: Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

Solche Märchen können Sie Ihren grünen Parteikollegen erzählen. Jeder, der die Brennpunkte passiert weiß, wer dieses Spiel betreibt.

Antworten Antworten Gast: gralchemist
05.11.2009 14:17
0 0

Re: Re: Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

Schön gesagt - da stimme ich Ihnen voll und ganz zu.
Abgesehen davon sollte man endlich einmal Statistiken über unsere 'legalen' Drogendealer und -konsumenten erstellen. Die Anzahl an Valium-Abhängigen, oder besser gesagt, von der Pharmaindustrie und Ärzten abhängig gemachten, ist höchstwahrscheinlich höher als die Anzahl aller von illegalen Drogen Abhängigen gemeinsam.
Und dann würde ich auch gerne einmal sehen, wer z.B. an großangelegten Grippeimpfaktionen verdient. Vielleicht ganz zufällig Pharmafirmen, die Politikern gehören, wie z.B. Hr. Bartenstein's.


Antworten Antworten Antworten Gast: gast
06.11.2009 19:01
0 0

Re: Re: Re: Wenn man die Drogendealer verhätschelt, anstatt abzuschieben

aepfel und birnen. Medikamentenmissbrauch ist ein ernstes Problem, aber soll deswegen die Vermeidung von Drogenmissbrauch vernachlaessigt werden? Ausserdem sollten Sie vielleicht mal kurz ueber den fundamentalen Unterschied zwischen Drogen und Medikamenten nachdenken. Schliesslich ist es nicth egal ob man Nebenwirkungen und Suchtgefahr im Rahmen einer Therapie oder nur fuer ein High in Kauf nimmt. Wenn Sie das Thema wirklich interessiert verwenden Sie 5 Minuten Ihrer kostbaren Zeit und befragen das Orakel von Google. Da koennen Sie dann auch nachlesen das Bartenstein's Firma mit Impfungen nichts zu tun hat (mit Schmerzmitteln sehr wohl). Und wenn dann noch ein bisschen Muse uebrig ist, ueberlegen Sie mal was los waere wenn die Regierung verkuendet Sie unternimmt nichts gegen die Grippe, und jeder soll selbst schaun wo er bleibt.

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