22.11.2009 16:23 | Meine Presse Merkliste0

Tote Jugendforschung löst "Schockwelle" aus

05.11.2009 | 16:35 |   (DiePresse.com)

Das Institut für Jugendforschung schließt mit Jahresende. Dieses Aus löst in Forscher-Kreisen scharfe Kritik aus: "Die Verlierer sind die Jugendlichen". 100.000 Euro hätten für Weiterbetrieb gereicht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Das Österreichische Institut für Jugendforschung (ÖIJ) wird sein fünfzigstes Gründungsjubiläum nicht erleben. Mit Jahresende sperrt die Forschungseinrichtung zu, weil für das Jahr 2010 eine Finanzierungszusage des Bundes über 100.000 Euro fehlt, klagte ÖIJ-Vorsitzender Patrick Rosner. Im Institut sieht man damit das Ende der grundlegenden Jugendforschung in Österreich gekommen.

Politischer Wille fehle

"Wir haben mit Erschrecken festgestellt, dass es derzeit keinen politischen Willen zur Stärkung der Jugendforschung gibt", sagte der ÖIJ-Vorsitzende. Bis zum Jahr 2003 sei das Institut vom Jugendressort gefördert worden, in den vergangenen fünf Jahren gab es Geld aus dem Programm "dynamische Qualitätssicherung" des Wissenschaftsministeriums. Dieses ist ausgelaufen, ein Nachfolgeprogramm werde es erst 2011 geben.

"Nicht unversucht gelassen"

Geld aus anderen Quellen sei nicht aufzutreiben gewesen. "Glauben Sie mir, wir haben nichts unversucht gelassen, um zu diesen Förderzusagen zu kommen", beteuerte Rosner. Dabei sei man zuletzt ohnehin nur noch zu 25 Prozent von der öffentlichen Hand finanziert gewesen.

Unterstützung erhielt er von Professor Gudrun Biffl von der Donau Universität Krems. Die Nachricht von der Schließung sei als "Schockwelle" durch die Forschungslandschaft gegangen: "Die Verlierer sind die Jugendlichen selbst." Interdisziplinäre und aufbauende Grundlagenforschung sei notwendig, so Biffl, was auch die Wiener Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits unterstützte. Ein "klares Armutszeichen der Politik" ortete Philipp Nagel, Vorsitzender der Bundesjugendvertretung.

Ministerium versteht Kritik nicht

Im Wissenschaftsministerium zeigte man sich von der Kritik befremdet. Dass das Förderprogramm auslaufe, sei lange bekannt gewesen. Dem ÖIJ sei mehrfach signalisiert worden, dass es sich um eine Basisförderung bewerben könne. Bis dato sei dies aber nicht geschehen.

Im auch für Jugend und Familie zuständigen Wirtschaftsministerium erklärte ein Sprecher, dass seit 2003 Forschungsprojekte nur mehr auf Ausschreibung vergeben worden seien. Eine Basisförderung aus dem Jugendressort gebe es nur für jene Bundesjugendorganisationen, die im Gesetz festgelegt seien. Im Übrigen entstehe auch ohne das ÖIJ "kein Mangel an Expertise". Das Institut sein "kein Monopolist" in der Jugendforschung, das gelte auch für die Grundlagenforschung.

(APA)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

10 Kommentare
Gast: Snoopy
06.11.2009 11:35
0 0

Pinterits votiert ebenfalls dafür ...

... d. h. es dürfte sich bestenfalls um eine Steuergeldvernichtungsvereinigung aus der in den letzten Jahren entstandenen Sozialindustrie handeln, im schlimmsten Fall um eine Art "Der Führer schenkt den Juden eine Stadt" (augenscheinlich Luca, Melvin usw.) die Maxime des österreichischen Kinderschutzes.

Hat man dort für Steuermillionen erfroscht, wie gut es ist, dass die Anzeigepflicht bei schwer mißhandelten Kleinkindern in Österreich für Ärzte de facto gefallen ist?
Erforschte man dort, dass wir noch mehr SozialarbeiterInnen, PsychotherapeutInnen und andere "ExpertInnen" brauchen, um das Sozialbudget zum Schaden der Kinder und Jugend zu belasten?

Dürfte fast so Schade sein, wie um die Kinder- und Jugendanwaltschaft selbst, aber so schnell geben diese "Sozialvisionärinnen" ihre Pfründe nicht auf.

Gast: Anonymia
06.11.2009 10:45
0 0

Der Wert den Zukunft für die Politiker hat

Kinder und Jugendliche sind - wie man hier sehr deutlich sieht - für die machthabende ältere Generation nicht wichtig.

Zählt doch nur das nächste Wahlergebnis.... oder?

Gast: kritiker
06.11.2009 08:34
0 0

arg...

... wie mit unserer jugend umgegangen wird... dann wundern sich die roten und schwarzen dass die jungen den strache wählen

Antworten Gast: Zweifler
06.11.2009 10:22
0 0

Re: arg...

... ? Wieviele Jugendlich werden wohl überhaupt von der Existenz dieses Instituts gewußt haben?

Welche Studie dieses Instituts hatte in den letzten Jahren einen wesentlichen Einfluß auf die österreichische Jugendpolitik?

Wie sehen die Publikationslisten der durch die Institutstätigkeit finanzierten Personen aus?

draken
06.11.2009 08:01
1 0

Sollten diese Herren...

...Angst um ihren Versorgungsposten haben?
Wenn man einen Teil unserer Jugendlichen betrachtet, hat dieser Verein nichts geleistet!
Außer sich selbst verwaltet und bestimmt horrende Gagen kassiert!

0 0

Was leistet dieses seltsame Institut

für die Bürger ?Interdisziplinäre und aufbauende Grundlagenforschung ? Hört sich ja toll an. Aber welche Nutzen haben Jugendliche und die Allgemeinheit von diesem intellektuellen Elfenbeintürmchen ?

Gast: Gastname
06.11.2009 04:14
0 0

Überschrift

Nachricht vom Hof

Aha: Ein Presseartikel, dann werden wir wohl signalisiert haben...

Saskatoon
05.11.2009 20:19
0 0

klares ziel des finanzministers

banken ja, sofort
jugend nein danke

Gast: Peter Schober
05.11.2009 17:27
0 0

Noch nie von diesem Institut gehört,

vor diesem Versuch, weiterhin öffentliche Gelder zu bekommen.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
05.11.2009 21:17
1 0

Re: Noch nie von diesem Institut gehört,

Joo, es lebt sich gut als "Forscher". Was nicht alles unter "Wissenschaft" läuft. Sogar die Abzocke.--- Fragen Sie einmal eine Alleinerzieherin an der Armutsgrenze, was sie von solchen staatlichen Subventionen für die Kinder hält.

Schlagzeilen Panorama