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Alkohol am Steuer: Hohe Dunkelziffer

06.11.2009 | 13:22 |   (DiePresse.com)

Die Zahl der Verkehrsunfälle durch Alkohol ist seit Jahren auf hohem Niveau. Der Anteil am gesamten Unfallgeschehen dürfte etwa 20 Prozent ausmachen. Eine neue Bewusstseins-Kampagne wird gestartet.

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Während in anderen Bereichen bei der Unfallstatistik Rückgänge zu verzeichnen sind, stagnieren Alkounfälle seit Jahren auf hohem Niveau. Mit 2646 Unfällen und 53 Toten erreichte man im Vorjahr mit 6,8 Prozent den höchsten Anteil an Alkounfällen am Gesamtunfallgeschehen mit Personenschaden seit zehn Jahren (1999 lag dieser Wert bei 5,8 Prozent). Am Freitag wurde eine neue Kampagne gegen Alkohol am Steuer präsentiert.

"Alle zweieinhalb Stunden wird in Österreich ein Unfall durch Alkohol ausgelöst, wo Menschen zu Schaden kommen", sagte Verkehrsministerin Doris Bures. Berücksichtigt man bei Alkounfällen die hohe Dunkelziffer (etwa jene Opfer, die nach einem tödlichen Alleinunfall keinem Bluttest mehr unterzogen werden), geht man von einem Anteil von 20 Prozent am gesamten Unfallgeschehen aus, ergänzte Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit. "Alkohol am Steuer ist eine Geißel, Alkohol tötet", betonte er.

Neue Kampagne

Mit der Kampagne unter dem Slogan "Alkohol am Steuer. Könnten Sie damit leben?" sollen Autofahrer auf mögliche Langzeit-Folgen von Alkohol am Steuer hingewiesen werden. Ein 40 Sekunden langer TV- und Kinospot sowie Hörfunkbeiträge und Anzeigen in Printmedien soll rechtzeitig zum Start der Punschsaison in der Vorweihnachtszeit die gefährdete Zielgruppe erreichen (88 Prozent der Alkolenker sind männlich, jeder vierte zwischen 18 und 24 Jahre alt). Eine zweite Periode der Kampagne startet in der Ball- und Faschingszeit. Man wolle Bewusstsein bilden, nicht "verurteilen und anklagen", sondern darstellen, was passieren kann, meinte Ministerin Bures.

Begrüßt wurde die Kampagne von den Autofahrerclubs ARBÖ und ÖAMTC. "Zweifelsohne fördern derartige Kampagnen die Akzeptanz für oftmals begleitende Sicherheitsmaßnahmen, wie zum Beispiel verstärkte Kontrollen", meinte etwa Verkehrspsychologin Marion Seidenberger vom ÖAMTC. "Dass Alkohol und Autofahren nicht zusammenpassen, muss in unsere Köpfe hinein", betonte Leo Musil, Geschäftsführer des ARBÖ.

(APA)

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3 Kommentare
ramos
06.11.2009 19:10
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Besser strafen statt Kampagne

Eine Bewusstseins-Kampagne wird nicht viel helfen (die wievielte ist das eigentlich schon?), solange die Konsequenzen einer (unfallfreien) Alkfahrt so harmlos sind wie jetzt und keinem wirklich weh tun. Ein möglicherweise wirkungsvolles Rezept wäre die Enteignung des Fahrzeuges (ab 1,5 Promille in Italien praktiziert). Vielleicht könnte die Aussicht, eventuell den Audi opfern zu müssen, zumindest ein paar Hitzköpfe abhalten, sich besoffen hinters Steuer zu setzen.

ramos
06.11.2009 19:08
0 0

Strafen wirkungsvoller als Kampagne

Eine Bewusstseins-Kampagne wird nicht viel helfen (die wievielte ist das eigentlich schon?), solange die Konsequenzen einer (unfallfreien) Alkfahrt so harmlos sind wie jetzt und keinem wirklich weh tun. Ein möglicherweise wirkungsvolles Rezept wäre die Enteignung des Fahrzeuges (ab 1,5 Promille in Italien praktiziert). Vielleicht könnte die Aussicht, eventuell den Audi opfern zu müssen, zumindest ein paar Hitzköpfe abhalten, sich besoffen hinters Steuer zu setzen.

Gast: Gast
06.11.2009 18:21
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Gast

Diesen Verein gibt es nun seit 20 Jahren und schafft es mit wahrscheinlich mittlerweile Milliardenbeträgen nicht die Alkolenker aus dem Verkehr zu bannen. Warum auch, die sägen doch nicht am eigenen Ast und wollen ihre Pfründe und Millionengehälter verlieren. Die Alkolenker schön am köcheln halten, etwas unterstützen wenn es zu wenig werden und nur nicht ausrotten. Zahlen tut es eh die Allgemeinheit und die Versicherten (und das dabei verursachte Leid trifft hoffentlich auch die anderen). Wenn man dieses Geld in die technisch mögliche Sicherheit zum Personenschutz im Straßenverkehr verwendet hätte gäbe es um mindestens 50% weniger Verletzte und Tote. Aber um das geht es nicht grundsätzlich. Und sie werden uns in 20, 30, 50 Jahren weiter nerven. Eine Lösung zu dem Problem kommt sicher nicht vom KfV, weil für diesen Verein tötlich.

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