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Datenschutz: ÖVP einverstanden mit Löschungsfrist

06.11.2009 | 14:51 |   (DiePresse.com)

Ein großer Brocken zwischen SPÖ und ÖVP bei der Speicherung der Daten von Telefon- und Internetverbindungen wurde ausgeräumt. Das Innenministerium sieht aber noch Gesprächsbedarf im Detail.

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Der Gesetzesentwurf von Infrastrukturministerin Doris Bures (S) zur Vorratsdatenspeicherung, der eine Löschung der Daten nach sechs Monaten vorsieht, ist mit der ÖVP akkordiert. Das Innenministerium hatte sich in der Vergangenheit stets für längere Fristen stark gemacht, hat nun in diesem Punkt aber eingelenkt, wie ein Sprecher von Innenministerin Maria Fekter bestätigte. Bei einigen Punkten gebe es aber noch Gesprächsbedarf.

Das Innenministerium sei zu dem Schluss gekommen, dass eine Frist von sechs Monaten für die Speicherung der Daten von Telefon- und Internetverbindungen ausreiche, erklärte Fekters Sprecher. Damit wurde ein großer Brocken zwischen SPÖ und ÖVP ausgeräumt, der dazu beigetragen hatte, dass Österreich die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung aus dem Jahr 2006 bisher nicht umgesetzt hat und dafür auch von der EU-Kommission verklagt worden war.

Allerdings enthalte der Gesetzesentwurf der Infrastrukturministerin auch Punkte, "wo es noch Gesprächsbedarf gibt", so der Sprecher. Offen sei etwa noch, welche Delikte unter "schwere Straftaten" fallen - der Zugriff der Behörden auf die Daten soll nämlich nur bei Verdacht einer schweren Straftat und bis auf wenige Ausnahmen auch dann nur mit richterlichem Befehl möglich sein.

Unklar sei aber beispielsweise, ob auch Betrugsfälle im Internet unter diese Definition fallen. Das Innenministerium trete jedenfalls dafür ein, dass die Möglichkeiten der Ermittlungsbehörden hier nicht eingeschränkt werden, so der Sprecher. Man sei aber zuversichtlich, eine entsprechende Einigung mit dem Regierungspartner erzielen zu können.

Grüne und FPÖ gegen Entwurf 

Für den freiheitlichen Technologie- und Konsumentensprecher Gerhard Deimek ist die Überwachung des Systems Vorratsdatenspeicherung nicht gewährleistet, weiters sei die "totale Kontrolle der Menschen durch staatliche Organisationen nicht wünschenswert". Die entstehenden Kosten müssten außerdem letztendlich von den Kunden der Telefon- und Internetprovider bezahlt werden, kritisierte der Abgeordnete.

Die systematische Speicherung von Anrufdaten und IP-Adressen der Bevölkerung sei mit der Privatsphäre und dem Schutz vor unberechtigter Verfolgung nicht zu vereinbaren, meinte der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz. Die Regierung müsse sich um die Wahrung der Menschenrechte "zumindest bemühen", die SPÖ dürfe sich dabei von der ÖVP nicht "über den Tisch ziehen" lassen. Er begrüßte, dass Bures Fachleute zur Erarbeitung des Gesetzesentwurfs hinzugezogen hat.

(Ag.)

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10 Kommentare
Gast: Ostbahn
07.11.2009 11:27
1 0

Seit dem Mauerfall ist der Westen jedenfalls nicht freier geworden


Gast: Aufruf
07.11.2009 03:34
1 1

Bewegung

wärs bei solchen Umständen nicht langsam Zeit, dass sich nicht nur die Studenten auf die Straße bewegen?

Oder wie lange wollen wir uns diese Art von Regierungen noch gefallen lassen?

Antworten Gast: schauhin
07.11.2009 11:43
1 0

Re: Bewegung

diese frage müssten sie an die eu in brüssel richten, sie war es nämlich die die totale überwachung den nationalstaaten vorschreibt. interessant wäre ob bulgarien, rumänien, italien und die baltischen staaten etc. auch so schnell den befehl aus brüssel nachkommen werden. wieder ein grund mehr diese eu in dieser form abzulehnen.

Antworten Antworten Gast: Auslandsösterreicher;
08.11.2009 13:13
0 0

Re: Re: Bewegung

Was hat "Brüssel" damit zu tun? Das DRD 2006EU wurde von allen Mitgliedstaaten beschlossen.
Die "EU" hat keine Entscheidungsbefugnis. Das sind die Mitglieder und Nationalstaaten. Die EU wird von Nationalen Politikern gerne als die Sünder hingestellt sehr wohl bewusst, dass der Beschluss von den selben Politikern getragen wurde!

Antworten Gast: DDR
07.11.2009 11:30
0 1

Nicht nur den Studenten, allen geht es jetzt an den Kragen


Gast: Stefan Waltl
06.11.2009 17:40
0 0

Sehr geehrte Frau Fekter und Freunde ...

Ich nehme mal an ihnen ist klar, dass sie mit dieser Umsetzung keine Terroristen und auch keine "echten Verbrecher" erwischen? Die Organisierte Kriminalität und auch Terroristen können die Vorratsdatenspeicherung leicht umgehen und am Ende des Tages nerven sie damit nur normale Bürger wie mich und verursachen absolut unnötige Kosten. Wenn sie wirklich was für unsere Sicherheit tun wollen, dann stellen sie mehr Polizisten ein und entlasten diese gleichzeitig vom "Papierkram". Fragen sie mal einen Polizisten wie lange er wirklich auf Streife ist und wie lange er im Gegensatz dazu irgendwelche Formulare ausfüllen muss. Sie würden sich wundern!

-> absolute Mindestumsetzung!

Antworten Gast: Bösewicht
07.11.2009 19:29
0 0

Re: Sehr geehrte Frau Fekter und Freunde ...

Die Auswertung der Verbindungsdaten sind eine hochwirksames Mittel zur Aushebung von Terrorzellen!

Das Furchtbare an dieser Art der Überwachung besteht aber darin, dass von jedem Bürger das komplette Sozialverhalten durchsichtig wird. Die Behörde kann damit z.B. ganz einfach klären, wieviele Freude man hat, wer diese Freunde sind und wie intensiv der Kontakt zu diesen Freunden ist; in welchen Vereinen man aktiv ist; ob man im Privatleben erpressbar ist, welche Interessen man hat, usw.usw.

Antworten Antworten Gast: Auslandsösterreicher;
09.11.2009 17:52
0 0

Re: Re: Sehr geehrte Frau Fekter und Freunde ...

Also bitte.
Wissen Sie überhaupt WELCHE Daten erhoben werden?
Logfiles und MAC Address.
Und jetzt erklären mir SIE wie daraus abgelesen werden kann welchen "Verein" Sie angehören (als Bsp.)?

Antworten Gast: Auslandsösterreicher;
07.11.2009 01:53
0 0

Re: Sehr geehrte Frau Fekter und Freunde ...

Da täuschen Sie sich aber sehr. Ich arbeite in diesem Bereich und es gibt viel mehr "Dumme" Verbrecher als Sie glauben würden.
Wenn wir es darauf anlegen würden finden wir jeden... ;)

Gast: hase
06.11.2009 16:34
0 0

'bis auf wenige ausnahmen'

heisst: eigentlich immer, wenn jemandem fad ist, oder er einen anruf von oben bekommt.

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