21.11.2009 14:31 | Meine Presse Merkliste0

Weihnachten: Die Legende vom frühen Beginn

06.11.2009 | 18:12 |  MIRJAM MARITS UND TERESA SCHAUR-WÜNSCH (Die Presse)

Das Geschäft geht immer früher los. Oder? Tatsächlich starten Geschäfte und Punschstände seit Jahren zur gleichen Zeit. Trotz Krise ist der Handel optimistisch.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Alle Jahre wieder – kommt irgendwann, Wochen vor Weihnachten, die gleiche Diskussion: Startet heuer nicht alles früher? Eine weihnachtliche Beleuchtung hier, ein Punschstand dort? Heuer sind es nicht nur die Konsumenten, die den Verdacht hegen, dass das Weihnachtsgeschäft still und leise versucht, sich immer früher im Herbst breit zu machen. Das glaubt auch Walter Bachofner vom Verein der Kaufleute der Mariahilfer Straße. „Leider ja“, seufzt er, „es fängt immer früher an.“

Bereits Mitte Oktober habe er in den Auslagen erste Weihnachtsdekoration ausgemacht. „Herbst soll Herbst und Weihnachten noch etwas Besonderes bleiben.“ Sein Verdacht: „Viele fangen jetzt schon an, damit sie vor Weihnachten noch den Ausverkauf unterbringen.“

 

„Alles wie gehabt“

Auch Rainer Trefelik, Obmann der Kaufleute der Kärntner Straße, kann sich eines ähnlichen Eindrucks nicht erwehren. „Wenn ich mir manche Dekorationen anschaue, dann ist es schon sehr weihnachtlich.“ Wenngleich er einräumt, dass ihn vielleicht die Erinnerung ans Vorjahr trügt. „Schließlich schreibt ja keiner mit.“ Offiziell beginne die Sache in der Kärntner Straße jedenfalls erst vier Samstage vor Weihnachten.

Blickt man hingegen auf die offiziellen Parameter für das Weihnachtsgeschäft, dann, versichern alle, habe sich auch heuer nichts verändert. Alles wie immer, meint Nicole Berkmann, Sprecherin von Spar. „Der Eindruck, dass alles früher beginnt, besteht seit vielen Jahren – ein eigenartiges Phänomen. Geht es nach der Wahrnehmung, müssten wir schon im Jänner angekommen sein.“

Auch bei Rewe (Billa, Merkur) pflichtet man bei. Schoko-Nikoläuse seit Mitte/Ende Oktober, Weihnachtsware seit Anfang November – ganz normal. Auch die Weihnachtsmärkte von Kika und Leiner haben „wie in den vergangenen Jahren“ seit Mitte Oktober geöffnet, „um den Kunden Zeit zu bieten“.

Also täuscht der Eindruck, das Weihnachtsgeschäft starte immer früher. Ja, sagt auch Fritz Aichinger, Obmann der Händler in der Wiener Wirtschaftskammer: „Wie immer starten wir sechs Wochen vorher.“ Aber sogar die Weihnachtsbeleuchtung hängt doch schon? Stimmt, heißt es bei der Wirtschaftskammer. Aber eingeschaltet werde sie, wie gehabt, erst in der letzten Novemberwoche. Auch die Punschstände sind weder mehr geworden – wie immer etwa 150 – noch sperren sie früher auf als sonst, vielmehr wie gewohnt Mitte November, heißt es beim Marktamt.

Mit Umsatzeinbußen rechnen die Weihnachtsmärkte allesamt nicht. Schon im Vorjahr, als viele ob der Wirtschaftskrise ein fettes Minus prognostizierten, hätten sich die Besucher beim Adventzauber auf dem Rathausplatz „geschoben wie nie zuvor“, sagt Sprecher Andreas Zenker. Die große Nachfrage nach den 140 Ständen zeige, dass das Geschäft nach wie vor gut laufe. „Für ein Event wie Weihnachten“, sagt Cornelia Klement, Sprecherin der Wiener Weihnachtsdörfer (Altes AKH, Maria-Theresien-Platz, Belvedere), „geben die Menschen trotz Krise gern Geld aus.“

 

Handel „vorsichtig optimistisch“

Darauf hofft man auch in den Geschäften. Bei den Händlern herrscht stimmungsmäßig „vorsichtiger Optimismus“, wie es der Standortberater Regioplan formuliert. Die Konsumstimmung sei gut, man dürfe aber nicht vergessen, dass die Krise noch nicht vorbei sei. Auch Handelsobmann Aichinger ist positiv gestimmt. „Bis September lagen die Umsätze auf Vorjahresniveau. Ich gehe davon aus, dass das Geschäft ähnlich wie 2008 läuft – und sich die Leute zu Hause ein schönes Fest machen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2009)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

2 Kommentare
0 0

chaotisch

So ein chaotischer Kommentar: alles beginnt zur gleichen Zeit, 6 Wochen vorher. Aber auch in der Mariahilferstraße sieht man schon die Weihnachtsdeko seit Mitte Oktober und dann wären wir ja jetzt schon im Jänner, obwohl die Geschäfte wahrscheinlich versuchen ihre Ware im Ausverkauf noch vor Weihnachten rauszubringen??
Der Artikel will uns wahrscheinlich einreden, dass wir nicht bereits seit Ende September Lebkuchen sehen und seit Anfang Oktober Weihnachtszeug. Natürlich sehen wir es noch. Aber wenn die Zeitungen weiterhin so brav berichten, dass wir es eigentlich gar nicht sehen, obwohl wir es sehen, dann werden wir es vielleicht bald nicht mehr sehen und wir hängen dann die Weihnachtseier auf den Christbaumstrauch und sagen, dass wir gar nix bemerken, aber schon überhaupt nicht.
Die gehören alle ins Irrenhaus - samt dem Artikelschreiber!

Antworten Gast: Jasmin
09.11.2009 09:44
0 0

Re: chaotisch

Hallo "Lady Manhattan",

so weiß ich es auch. Die Weihnachtsmärkte werden in der Regel 6 Wochen vorher eröffnet. Laut einer neuen Studie, wird an Weihnachtsgeschenken nicht gespart. Mal schauen.

Viele Grüße
Jasmin
http://weihnachtsgeschenke.de/

Schlagzeilen Panorama