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Tirol: Tausende Patienten-Daten weitergegeben

07.11.2009 | 09:35 |   (DiePresse.com)

Die Innsbrucker Uniklinik soll über Jahre 40.000 Datensätze an ein privates Biotechnik-Unternehmen weitergegeben, berichtet "profil". Zuerst habe es keine, dann nur eine schwammige Zustimmungserklärung gegeben.

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Tausende Patientendaten samt Proben ihres Blutes, Harnes oder anderer Körpersubstanzen soll die Tiroler Landeskrankenanstalten GmbH (Tilak) in den vergangenen Jahren an ein Biotechnik-Unternehmen weitergegeben haben. Laut einer Vorabmeldung des Nachrichtenmagazins "profil" sollen dabei insgesamt rund 40.000 Datensätze und Proben an die Biocrates Life Sciences AG gegangen sein.

Tilak-Chef Stefan Deflorian beteuerte laut "profil", dass alles "rechtskonform" geschehen sei. Zunächst, im Jahr 2004, habe es keine gesetzliche Regelung gegeben, darum habe man die anonymisierten Daten und Proben "ohne ausdrückliche Zustimmung der Patienten weitergegeben". Seit 2005 werde per Erklärung auf dem Datenblatt das Einverständnis eingeholt.

Die schwammig formulierte Zustimmungserklärung entspreche aber nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien, kritisierte der Datenschutzexperte Hans Zeger gegenüber "profil". Die Patienten wüssten nicht, wer ihre Daten erhalte und was damit geschehe. Zudem würden laut EU-Datenschutzrichtlinie nicht nur Namen als personenbezogene Angaben, sondern sämtliche Daten, mit denen ein Mensch eindeutig identifiziert werden könne, gelten. Schließlich sei ein Mensch mittels DNA-Analyse eindeutig zu identifizieren.

(APA)

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15 Kommentare
Gast: Xury1941
08.11.2009 17:46
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Ohne weitere Bezüg entlassen!!!

Ich frage mich nur, warum diese Herren nicht sofort entlassen werden?
Das entspricht einer kriminellen Handlung und müßte auf das Strengste geahndet werden.
Wenn Mitarbeiter schon wegen € 1,50 unbewiesen (wie in Deutschland geschehen)entlassen werden können, dann fragt man sich schon, wer solche Gauner schützt?
Und wenn es sich um unsere Politiker handelt, dann sollte man sich überlegen, wie man diese aus dem Verkehr zieht!

Gast: verflechtung
08.11.2009 12:31
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Biocrates Life Sciences

Die Firma war bei der langen Nacht der Forschung gestern, so wird sie im Programmheft beschrieben:

"Aufgrund genetischer Veranlagung reagieren Menschen unterschiedlich auf Medikamente. Ziel ist es, PatientInnen durch innovative Tests maßgeschneiderte Therapien zu verordnen. BIOCRATES unterstützt Pharamafirmen bei der zielgerichteten Entwicklung von solchen Medikamenten."

Im Lichte der Probenweitergabe dreht sich einem bei "zielgerichteter Entwicklung" der Magen um. "Zielgerichtet" könnte man nun nämlich auch so verstehen, dass Medikamente in der Klinik ohne Wissen der Patienten getestet werden und dann Befunde und Proben über Biocrates an die Pharmafirma weitergegeben werden.

Gast: WilderWesten
07.11.2009 19:49
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der schnöde Mammon

im Aufsichtsrat und unter den Gesellschaftern/Aktionären der restelverwertenden Firma BIOCRATES finden sich im Firmenbuch - oh Wunder - hochkarätige TILAK-Namen; die sind sicher alle aus Idealismus mitt dabei

Gast: hennes stresser
07.11.2009 18:21
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verantwortungsloses PROFIL

nachdem sich in tirol schon der erste fpö-politiker zu diesem angeblichen skandal "geoutet" hat (königshofer in einem posting in der onlineausgabe der tiroler tageszeitung), ist davon auszugehen, dass ein gewisser django wieder einmal seinen gaul gesattelt und bestiegen hat.

es sind - unglaublich die verantwortungslose "vorabmeldung" des profil - keine patientendaten weitergegeben worden. sondern vollständig anonymisierte biologische probenreste (reste zB von blut, die für diagnosen gewonnen worden sind und sonst weggeworfen worden wäre) samt vollständig anonymisierten daten aus den dazugehörigen krankengeschichten zum aufbau einer für forschungszwecke eingerichteten biodatenbank - weltweit üblich und unentbehrlich für die medizinische forschung.

und zeger soll uns einmal erklären, wie er mit einer dna-analyse zB einer vollständig anonymisierten urinrestprobe - kein mensch im biotechnik-unternehmen oder sonst wo hat einen schlüssel zur person des spenders, der ist schon bei der aufnahme der probe im krankenhaus vernichtet worden, lange bevor die probe weitergegeben worden ist - auf den spender des urins kommt.

Antworten Gast: Insider
14.11.2009 00:09
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Re: verantwortungsloses PROFIL

Die Daten die Biocrates bekommt sind nicht VOLLSTÄNDIG anonymisiert.
Geburtsdatum (inkl. Tag und Monat), letzte und vorige Krankenhausaufenthaltsdaten (inkl. Tag und Monat), letzte und vorige Diagnosen und Laborbefunde sind beibehalten.
Genug um Patienten zu identifizieren.

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Re: verantwortungsloses PROFIL

So schwer ist das auch wieder nicht zu verstehen. Der "Schlüssel" ist der DNA-Code der Vergleichsperson. Hat man den, hat man auch die Krankengeschichte (halt alles was zu dem Datensatz gespeichert wurde). Was glauben Sie, wie die Polizei aus der vollkommen anonymisierten DNA-Datenbank zu Erfolgen kommt? Man kann nur hoffen, dass diese hochsensiblen Daten wenigstens ordentlich gesichert sind...

Demokrat70
07.11.2009 14:13
2 0

abwarten

bis die ersten Unternehmen aufgrund Kenntnis medizinischer Details des Bewerbers auf eine Einstellung verzichten

"... mir egal, ich hab doch nichts zu verbergen ..."

schon klar

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Re: abwarten

Wenn sie Daten haben, werden die sie jetzt auch schon verwenden, aber sie werden das kaum jemanden erzählen. Das werden sie auch später nicht machen und jeder der einen Verdacht in diese Richtung äußert wird einfach als Verschwörungstheoretiker ins Verrückteneck gestellt und gut ist... ;)

Gast: Prof. Birnstingl
07.11.2009 13:35
4 0

Biocrates <-> UMIT

Ein paar Gedanken eines in einer Meduni tätigen:
- Die schlampige Praxis des Umgangs mit Patientendaten - vor allem in diesem Umfang - ist unerträglich. Da ändern auch knieweiche Ausflüchte und der Hinweis, es habe keine bindenden gesetzlichen Rahmenbedingungen gegeben, nichts.

- Ist der(zumindest zeitweilige) Geschäftsführer von Biocrates ident mit dem Rektor der UMIT? Die Biocrates Homepage gibt da wenig her. Wenn ja, dann fühle ich mich an die Geschichte mit der CellMed in Krems erinnert. Der Schaden, der mit solchen "Verflechtungen" für den Wissenschaftsstandort entsteht, ist in meinen Augen fundamental. Sehr viele solche Gschichterln kann man sich in einem kleinen Land nicht leisten.

lg
wb

derpradler
07.11.2009 11:06
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Was soll die Aufregung?

Was ist denn die Privatsphäre in dieser EU wert? Nichts! Telephone...Mails.....alles legitim abgehört, ach Entschuldigung, nur gespeichert heißt das ja. Glaubt wirklich noch jemand , daß diese Republik noch besteht? Österreich ist tiefste EU-Provinz, daher sollten wir sofort das Parlament aufheben und uns die Gagen dieser Schmarotzer ersparen, oder der EU den Rücken kehren!

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Re: Was soll die Aufregung?

Nicht nur abgehört - der Inhalt MUSS auch gefiltert und überwacht werden. Das Telekompaket ist ja glatt durchgegangen...

votec
07.11.2009 15:13
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Re: Was soll die Aufregung?

interessant: die EU ist schuld. wie übrigens an allem. auch an deinem unvermögen klar zu sehen?

aufheben, schmarotzer, rücken kehren, ... bla-bla-bla ...

mann bin ich froh, dass es die EU gibt!! damit sind wir nämlich nicht den ideenlosen und mit unvermögen gestraften politikern im eigenen land schutzlos ausgeliefert.

biedermann
07.11.2009 11:37
0 1

Re: Was soll die Aufregung?

gut auf den punkt gebracht.

Kompromiss

Generelle Klauseln, wie etwa die Weitergabe von Daten und Gewebe- und Blutproben an Dritte sind nicht ausreichend.

Es gehören die Daten anonymisiert und deren weitere Verwendung (insbesondere in Hinsicht auf kommerzielle Verwertung) beschränkt.
Weiters sollte jeder einsehen können, wohin seine Daten (auch anonymisiert) gegangen sind, für welchen Zweck und was daraus entstanden ist.

Allerdings bin ich auch gegen eine komplette Sperre von Daten- und Probenweitergaben, da diese eine enorme Erschwernis für Studien und klinische Untersuchungsreihen bedeuten würden.

Gast: peter
07.11.2009 10:05
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weitergabe persönlicher daten

ein bekannter von mir war im sommer wegen einer thrombose 2 wochen in tirol im krankenhaus, ca. 2 monate nach der entlassung aus dem krankenhaus flatterte ein broschüre von einem deutschen dr. aus achen der irgendwelche pillen zur blutverdünnung verkaufen will, bei ihm ein, das an ihn persönlich adressiert war

da stellt sich die frage woher die daten stammen, denn eines ist klar, in der firma müssen sie von seiner krankheitsgeschichte gewusst haben, also wüssen sie seine daten bezüglich seiner erkrankung bekommen haben, mir scheint jetzt klar zu sein, von wem

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