Wien(awe). Die Modalitäten für die H1N1-Immunisierung Schwangerer sorgten am Dienstag für Verwirrung. So wurde einer Leserin der „Presse“ in der Impfstraße am Wiener Schlesingerplatz nach zweieinhalbstündiger Wartezeit die Immunisierung verweigert. Begründung: Diese werde nur Frauen jenseits der 20.Schwangerschaftswoche gewährt. Die Betroffene ist in der 17.Woche schwanger.
Beim Betreiber der Impfstraße, der Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien, war am späten Nachmittag kein zuständiger Arzt für eine Stellungnahme erreichbar. Im Gesundheitsministerium zeigte man sich, darauf angesprochen, jedoch „verwundert“, hat man ebendort doch die Empfehlung ausgesprochen, Schwangern jenseits der 15.Woche in jedem Fall die Impfung zu gewähren. Auch darunter ist eine Impfung möglich, sie sollte allerdings nur nach Abklärung mit dem behandelnden Gynäkologen erfolgen. Grundsätzlich führen die Gesundheitsbehörden Schwangere ausdrücklich als „Risikogruppe“ bei H1N1-Infektionen, weshalb diesen auch zur Impfung geraten wird.
7000 Impfungen täglich
Generell scheint das Interesse in der Bevölkerung an der Impfung größer zu sein als bei der Ärzteschaft selbst. Während sich die Mitglieder der Gesundheitsberufe bisher eher zurückhielten, notiert man im Ministerium täglich etwa 7000 Impfungen von „Normalbürgern“. Allerdings sei die Nachfrage am Dienstag gegenüber dem Montag bereits ein wenig zurückgegangen, heißt es im Ministerium.
Für Ärger bei vielen Impfwilligen sorgen zum Teil lange Wartezeiten bei zentralen Impfstraßen in den Städten, die bis zu zweieinhalb Stunden betragen sollen. Verbesserungswürdig scheint vor allem der organisatorische Ablauf. So mancher Patient erfährt nämlich erst nach der langen Wartezeit, dass ausgerechnet für ihn keine Impfung möglich ist, weil er etwa ein spezielles Medikament nimmt oder schwanger ist. Eine kurze Vorabinformation könnte dieses Problem lösen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2009)
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