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Stöger will "Pille danach" per Verordnung freigeben

04.12.2009 | 12:37 |   (DiePresse.com)

Gesundheitsminister Alois Stöger will die "Pille danach" rezeptfrei abgeben - notfalls auch im Alleingang. Die Opposition übt Kritik, allerdings aus unterschiedlichen Gründen.

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SP-Gesundheitsminister Alois Stöger will die "Pille danach" rezeptfrei abgeben, doch die Pharmaindustrie stellt keinen Antrag. Nun will Stöger den Wirkstoff möglichst rasch per Verordnung freigeben. Das könnte aber noch mehrere Monate dauern.

Wie der "Standard" (Freitagausgabe) berichtet, wollen sich die Pharmaunternehmen Kwizda und Sanova für ihre beiden auf dem österreichischen Markt verfügbaren Produkte nicht um eine Rezeptpflicht-Befreiung bemühen. Kraft seines Amtes braucht Stöger die Anträge der Firmen aber gar nicht. "Ich finde einen Weg, der schnell geht. Wenn ich den Verordnungsentwurf schon hätte, hätte ich ihn schon unterschrieben. Das ist eine reine Abwicklungssache", so Stöger.

De facto hat der Minister die Möglichkeit, den Wirkstoff Levonorgestrel per Verordnung als Notfallverhütungsmittel freizugeben. Dabei fällt jedoch eine weitere Begutachtung durch Obersten Sanitätsrat und Rezeptpflichtkommission an, wie Stöger-Sprecherin Sigrid Rosenberger gegenüber DiePresse.com erklärt. Letztlich liegt die Entscheidung aber beim Minister. "Bis die Verordnung gültig ist, dauert es aber bestimmt noch mehrere Monate", so Rosenberger. 

Kritik vonseiten der Opposition

Die Opposition reagierte mit Kritik: Die Grünen, weil Stögers Vorgehen ihrer Meinung nach zu zögerlich ist. Die FPÖ, weil Stöger "jedes Gespür für ungeborenes Leben vermissen" lasse. Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen, warf Stöger vor, dass nun bald ein halbes Jahr verstrichen sei und es noch nicht einmal den Entwurf für eine entsprechende Verordnung gebe.

FPÖ-Ärztesprecher Andreas Karlsböck sah ihn wegen des Festhaltens an dem Vorhaben "außer Rand und Band". Stöger lasse jegliches Gespür für ungeborenes Leben vermissen. Die geplante Freigabe des Pillen-Wirkstoffes Levonorgestrel sei ein Anschlag auf die Gesundheit der betroffenen Mädchen und Frauen.

Vonseiten des Koalitionspartners gab es zu Stögers Vorstoß keine Stellungnahme. Stögers VP-Vorgänger haben sich nicht für eine Rezeptfreistellung eingesetzt.

(APA/beba)

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8 Kommentare
Monica
05.12.2009 09:13
0 0

Verquer

Wieso sind es immer die Frauen, die chemische Eingriffe in ihren Körper zulassen sollen (müssen)? Die Herren der Schöpfung sind da fein heraußen. Ungerecht!
gez. Monica

Antworten Gast: gast
05.12.2009 13:54
0 0

Re: Verquer

Würden manche auch gerne, es gibt aber leider kein Präparat welches ohne massive Nebenwirkungen auch zuverlässig ist, bzw nicht per Injektion verabreicht werden muss.

Politischer Sturkopf

Um seine politischen Standpunkte durchzusetzen ist ihm jedes Mittel recht, selbst wenn nicht einmal der Hersteller dies will (vermutlich, weil dieser dann bei Problemen durch die unkontrollierte Abgabe rechtlich belangt werden könnte).

Würde es ihm wirklich um die Menschen gehen, die am Wochenende das Medikament nicht kriegen, so gäbe es andere Lösungen!

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Stöger ist und bleibt eine der vielen Schwachstellen dieser Regierung


Solidarisch bis verhabert mit den Kassenbonzen, Arztekammrn und der Pharmalobby, aber stramm links.

http://unterlinken.de/

Antworten fireone
04.12.2009 18:12
0 0

Re: Stöger ist und bleibt eine der vielen Schwachstellen dieser Regierung

Aber ein guter Roter, immer der Parteilinie treu.

Ratio
04.12.2009 13:15
2 0

Tja, so ist das. Unsere Zukunft scheitert an der Einfältigkeit der Politiker in den "zivilisierten" Ländern.

Die Pille, Abtreibungen, die Pille danach, alles wird getan, dass unser Nachwuchs entfernt wird.
Die Population im Westen geht daher zurück.
Dann schreien wir nach Zuwanderern. Die kommen, halten die Hand auf und "bereichern" uns.
Normal müßte man die Pillen und Abtreibungen verbieten und Minister wie Stöger dort einsetzen, wie wir sonst Zuwanderer dafür bräuchten!

Gast: Peter
04.12.2009 13:12
0 0

notfallverhütungsmittel

"De facto hat der Minister die Möglichkeit, den Wirkstoff Levonorgestrel per Verordnung als Notfallverhütungsmittel freizugeben. "

na dann könnte mann das seiner freundin täglich einflösen, wenn das ein notfall ist, na dann gute nacht

1 1

Gemeingefährlich

Sogar die Pille davor ist, wie alle Hormonpräperate, rezeptpflichtig. Vermutlich aus gutem Grund.

Un jetzt kommt da ein Stöger daher und will völlig systemwidrig ein wesentlich stärkeres und damit problematischeres Präperat einfach so, mir nichts dir nichts, beratungs- und rezeptfrei verkaufen wie eine Faltencreme?

Dann schaffen wir die Rezeptpflicht doch gleich ganz ab, das würde die Bürokratie schön entlasten.