Nach dem Schussattentat auf einen 26-jährigen Iraner in der Tiroler Bezirkshauptstadt Kufstein am Mittwochabend haben sich die zwei tatverdächtigen Italiener, Vater und Sohn, am Donnerstag der Polizei gestellt. Die 39 und 19 Jahre alten Männer waren beim Bruder des Vaters untergetaucht. Dieser habe um 10.15 Uhr telefonisch die Polizei informiert, dass sie sich stellen wollten, teilte Walter Pupp, Leiter des Tiroler Landeskriminalamtes, bei einer Pressekonferenz mit.
"Der Mann brachte die Beschuldigten auf den Polizeiposten", schilderte Rupp. Dort nahm man sie "in Empfang". Im Moment würden die Italiener einvernommen werden. Auch das 26-jährige Opfer werde heute, Donnerstag, und morgen erneut befragt. Erkenntnisse zum Motiv sowie nähere Details zum Tathergang gebe es demnach noch keine. Auch eine Tatwaffe fehle bisher.
"Die drei Männer dürften sich seit längerer Zeit gekannt haben", sagte Pupp. Die Tatverdächtigen hatten ein Lokal betrieben, ihre momentane Tätigkeit sei unklar. Beide wohnten aber seit geraumer Zeit in Kufstein, erklärte der Kriminalist.
Schuss- und Schnittverletzung
Der Zwischenfall hatte sich gegen 17 Uhr in einer von den Italienern gemieteten Wohnung im dritten Stock in der Innenstadt ereignet. Der 26-jährige iranische Staatsangehörige hatte sie dort besucht. Bei der Auseinandersetzung erlitt der Iraner einen Oberschenkeldurchschuss und eine Schnittverletzung am linken Oberschenkel. Im Anschluss rettete er sich schwer verletzt auf die Straße. Nach Angaben des Kriminalisten bestehe bei dem Mann keine Lebensgefahr.
Obwohl die Einsatzkräfte sowie die Sondereinsatzgruppe Cobra aus Salzburg rasch vor Ort gewesen waren, war die Wohnung erst gegen 20.40 Uhr gestürmt worden. In der Zwischenzeit habe man Ermittlungen geführt und eine Lageeinschätzung sowie die Sicherung des Gesamtgebäudes vorgenommen, erklärte Pupp die Vorgangsweise. Aus der Wohnung habe man Stimmen gehört, weshalb man die Täter darin vermutet hatte. Bei der Öffnung sei "das Nest leer gewesen", ein Fernseher war gelaufen. Der beschuldigte Vater und dessen Sohn hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Flucht befunden.
(APA)

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