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1000 Nigerianer stehen vor der Abschiebung

04.05.2010 | 17:23 |  Von CLARA AKINYOSOYE (Die Presse)

Außenminister Michael Spindelegger hat per Schreiben an seinen nigerianischen Amtskollegen Ojo Maduekwe interveniert: Nun ist der Weg frei für weitere Abschiebungen aus Österreich.

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WIEN. Österreich greift bei der Abschiebung von Nigerianern nun hart durch. Rund 1000 sollen abgeschoben werden. Das belegt ein der „Presse“ vorliegender Brief von Außenminister Michael Spindelegger an den damaligen nigerianische Außenministers Ojo Maduekwe. In dem mit 23. Juni 2009 datierten Schreiben klagt er, dass der nigerianische Botschafter in Wien, Jerry Sonny Ugokwe, Abschiebungen von Nigerianern verhindere bzw. verzögere.

Dies, so Spindelegger, könnte „zu einer Belastung“ der bilateralen Beziehungen werden und „dem Ruf der Nigerianer in Österreich“ schaden. Weil Nigeria durch die Weigerung des Botschafters, Heimreisezertifikate zu unterzeichnen, „seiner völkerrechtlichen Verpflichtung nicht nachgekommen“ sei, wurde dieser Brief verfasst, bestätigt ein Sprecher des Außenministeriums. Tätig geworden sei man aber auf Bitte des Innenministeriums.

21 Abschiebungen vollzogen

Erst am Dienstag wurden 21 Nigerianern per Flugzeug abgeschoben. Darunter befanden sich auch zwei Spieler des „FC Sans Papiers“, eines Fußballverein, bei dem vor allem Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Österreich spielen. Eze Vincent A. (21) und Ugonna Boniface C. (24) lebten seit 2004 bzw. 2002 in Österreich – und haben seit rund einem Jahr ein Heimreisezertifikat. Weil sie der Aufforderung zur Ausreise nicht folgten – und an keiner Wohnadresse aufzufinden waren, griff die Polizei auf dem Fußballfeld zu. Gegen ihre Abschiebung kam es am Dienstag zu einer Demonstration, bei der rund 200 Aktivisten gegen die Abschiebung protestierten. Am Flughafen Wien-Schwechat selbst demonstrierten rund 60 Personen, der Protest verlief friedlich.

Anti-Schubhaft-Demo: Hupkonzert in Wien

Alle 16 Bilder der Galerie »


Mit einem Heimreisezertifikat bestätigt das Heimatland, dass es den abgelehnten Asylwerber oder illegal in Österreich Aufhältigen auch wieder aufnimmt – und für ihn die Verantwortung übernimmt. Ohne ein solches Zertifikat ist eine Abschiebung nicht möglich. Und mittlerweile scheint die Ausstellung dieser Zertifikate von nigerianischer Seite wieder zu laufen. So klagt Oluyemi Olawale Ogundele, Präsident der National Association of Nigerian Community Austria (Nanca), dass es seit dem Brief aus dem Außenministerium vermehrt zu Abschiebungen von Nigerianern gekommen sei.

Dabei, so der Nanca Präsident, habe sich der – mittlerweile abberufene – Botschafter nur geweigert, Heimreisezertifikate für vermeintlich kriminelle Nigerianer zu unterschreiben, wenn das Innenministerium keinen Beweise für deren kriminellen Aktivitäten erbringe. In der nigerianischen Botschaft in Wien war niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Bei vielen Nigerianern - knapp 6000 leben legal in Österreich -, meint Ogundele, mache sich Angst breit. Wer ein abgelaufenes Visum habe oder Asylwerber sei, meide die Öffentlichkeit. Wie das Beispiel der am Fußballfeld Festgenommenen zeigt, mit gutem Grund.

("Die Presse" Printausgabe vom 5. Mai 2010)

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328 Kommentare
 
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Gast: LAW AND ORDER
08.05.2010 15:45
1 1

Überlassen wir das Regieren den Demonstranten.

Damit Sie, wenn auch auf unsere Kosten, erleben, was es heißt, sich über Gesetze und Regeln hinwegzusetzen.
Nicht einmal Naturvölker konnten und können tun, was sie wollen.

Empfehle den Film „The beach“ mit Leonardo DiCaprio.
Wirklich sehenswert. Sogar Hippies werden kapieren, was es heißt, sich nicht an Regeln und Gesetze zu halten.

Es müssten eigentlich alle auf die Straße gehen, die für die gerechtfertigten Abschiebungen sind. Ganz Österreich wäre dann unterwegs. Und diese paar Demonstranten würden wie ein jämmerlicher, armer und kauziger Haufen wirken.

Gast: etcetera
06.05.2010 08:38
6 0

zur nigerianischen Botschaft wäre zu sagen...

...dass diese und die Nanca Ende 2008 bestens miteinander kooperiert haben, als es darum ging, nigerianische Asylwerber mit falschen Papieren zu legalisieren. Komisch, dass das dem Herrn Präsidenten der Nanca nicht mehr bekannt ist, war ja sogar lange auf der homepage des Vereins zu finden.

Und dass nebenbei einige nigerianische Diplomaten beim Geschäft mit falschen Dokumenten sich etwas dazuverdient haben, ist vermutlich nur ein böses Gerücht aus der Migranten und Asylwerberszene.

Ebenso falsch ist sicher auch, dass in anderen EU-Ländern bereits offiziell für jedes Heimreisezertifikat erhebliche Beträge gezahlt werden müssen, nur damit die Botschaften dort auch kooperieren..

Genauso falsch dürfte es sein, dass ein nigerianischer Konsul vor nicht allzu langer Zeit seinen Bruder mit einem falschen Namen als Haushaltskraft engagiert hat...

Man braucht sich in der Szene nur umzuhören...


1 1

Re: zur nigerianischen Botschaft wäre zu sagen...

kann mir jemand erklären, warum bei einwandfreier feststellung der nationalität österreich die herrschaften um zertifikate ersuchen muss, um abschieben zu können? über welche länder reisen die nigerianer denn ein? aus einem unserer benachbarten bürgerkriegsländer??

Antworten Antworten Ophicus
06.05.2010 10:46
2 1

Re: Re: zur nigerianischen Botschaft wäre zu sagen...

Weil ohne die Zertifikate die Nationalität eben nicht als einwandfrei festgestellt gilt, und es auch keinen Sinn macht die in ein Flugzeug nach Nigeria zu setzen, wenn Nigeria die nicht nimmt sondern sofort wieder zurück schickt.

Mit unseren Nachbarländern hat das aber nichts zu tun. Um denen als erstem sicheren Land die Asylweber anzuhängen (was man ja nicht erst nach dem Asylverfahren tun sollte) muss ja nicht die Nationalität eindeutig festgestellt werden, sondern die Reiseroute.

Es ist halt leider so, dass an den erfolglosen Asylwerbern weder deren Heimatland noch unsere Nachbarländer besonders interessiert sind. Jeder ist froh, dass Österreich den Schwarzen Peter hat - sogar der Peter selbst.

Antworten Antworten Antworten Gast: schlÄchter
06.05.2010 11:34
2 1

Re: Re: Re: zur nigerianischen Botschaft wäre zu sagen...

sg ophicus!
sehr gut dargestellt-wie praktisch immer.
danke
mfg
s.

Gast: Ösi
06.05.2010 07:18
5 8

Was werden die Poster heute wieder aus der braunen Wühlkiste hervorzaubern?

Nach ein paar Tagen Dauerhetze gegen andersfarbige wehrlose Asylwerber, die keinem was tun und unserem Staat nichts kosten, darf man gespannt sein, was der braunen Schmuddelecke, selbsternannter "anständiger Österreicher"noch alles antimenschliches einfallen wird.
Grundkonsens der 2.Republik ist, dass alles Unmenschliche, Menschenverachtende keinen Platz mehr in der österreichischen Gesellschaft finden darf. Mit den Erfahrungen bis 1945 waren sich alle demokratischen Kräfte einig, dass nie wieder Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Unmenschlichkeit in österreichs Politik und Gesellschaft Platz haben dürfen.
Die meisten Poster hier beschmutzen diesen Grundkonsens und damit unser Heimatland. Nestbeschmutzer gehören rausgeschmissen und nicht die, die gemäß unserem Grundkonsens unsere Hilfe zu bekommen haben. Diese antiösterreichischen Poster sollten sich überlegen, ob Österreich wirklich das Land ist, wo sie hingehören. Aber wahrscheinlich sind sie ja aus rein wirtschaftlichen Gründen hier und werden bleiben, weil es in Österreich so schön bequem ist! Randschichten der Gesellschaft werden sie aber bleiben, die antiösterreichischen Ausländerhetzer.

Antworten luda2010
10.05.2010 16:30
0 1

Re: Was werden die Poster heute wieder aus der braunen Wühlkiste hervorzaubern?

habe langsam einen Verdacht, wieso manche so leidenschaftlich mit erhobenem Zeigefinger auf die " Unmenschlichkeit/Ausländerfeindlichkeit" der Österreicher hinweisen.
Wenn man selber Zweifel hat, in sich latente Ausländerfeindlichkeit aufkommen spürt, dann bekämpft man diese (unbewußt) besser in dem man auf andere zeigt. a la: ich beweise mir mein Gut-Menschensein, indem ich andere entlarve. Dann muß ich ja anständig sein! ....Ich dachte früher , daß machen nur Konservative,....dabei machen das alle die wenig Selbstbewußtsein haben (=Sündenbocksuche)

Antworten Gast: Moralist
06.05.2010 10:49
4 1

Re: Sie bedienen sich einer hetzenden Schreibe!

Gerade Strache will die echten Asylanten schützen und unterstützen.

Das wird durch den sich darunter versteckenden, kriminellen Abschaum unterlaufen.

Wollen Sie Rauschgifthändler im Land?

Asyl ist eine Überlebensgarantie bei ungrechter Verfolgung.

Keine ungerechte Verfolgung - kein Asyl.


Antworten Antworten Gast: Ösi
06.05.2010 12:19
3 3

Re: HC Strache - der Schutzpatron der Verfogten

Anträge auf Selig- und Heiligsprechung bitte richten an:
Vatikanstaat, Sachbearbeiter Hr. Papst Benedikt XVI. vulgo Hr. Ratzinger
Und bitte ergänzen, dass der selig- bzw. heiligzusprechende nicht gerade ein geduldiger Mensch ist, und den Heiligenschein noch bis vor der Wienwahl braucht.

Antworten Gast: Martin Klein
06.05.2010 09:32
2 5

Re: Was werden die Poster heute wieder aus der braunen Wühlkiste hervorzaubern?

Mein lieber Ösi,
Mit dieser Meinung sind wir offenbar ein Minderheitenprogramm.
Was für unsere Eltern "dar Jud", ist für unsere Nachbarn "dar Neger".
Und die veröffentlichte Meinung unterstützt derlei Vorurteile noch. Es ist und bleibt Zum Genieren.

Antworten Antworten Ophicus
06.05.2010 10:58
3 1

Re: Re: Was werden die Poster heute wieder aus der braunen Wühlkiste hervorzaubern?

Dass es in diesem Forum einen Haufen Leute gibt, die offen rassistisch argumentieren ist richtig und traurig.
Die Mehrheit ist das aber nicht.

Man erklärt die immer nur zur Mehrheit, indem man jeden der nicht pauschal jede Abschiebung als Rassismus verurteilt diesem Lager zurechnet.

Es ist eben ein Unterschied ob man alle Neger rauswerfen will, oder sachlich gerechtfertigte und vernünftige Spielregeln fordert, die dann tatsächlich die Schwarzen überdurchschnittlich treffen.

Tatsächlich ist die Diskussion leider extrem radikalisiert worden. Auch dank Leuten, die dauernd von der "braunen Wühlkiste" sprechen.
Wer dauernd Abschiebungen an und für sich als Nazimethode verschreit wird halt auch nicht mehr ernst genommen, wenn er tatsächliche Mißstände anprangert.
Wofür sich die braune Wühlkiste eigentlich noch bedanken müßte.

Antworten Antworten Antworten Gast: Ösi
06.05.2010 12:14
1 4

Re: Wie haben bitte unsere gerechtigkeitsfanatischen Vorfahren gewisse Massnahmen gegen gewisse Volksgruppen gerechtfertigt?

DAS ist eben das berühmte gewisse Problem einer gewissen schmuddelecke. Eine Stereotype wird in eine Volksgruppe oder Bevölkerungsgruppe projiziert und mit Zahlen und Fakten "belegt".
- Roma und Sinti sind überdurchschnittlich arbeitslos
- Juden haben internationale Kontakte
- Asylanten sind arbeitslos
- Migranten aus traditionell kinderreichen Herkunftsländern bekommen viel Kinderbeihilfe
- Migranten sind viel öfter und länger arbeitslos
blablabla
Alles kann man "beweisen". Nur hat uns die Kultur eine Schranke in den gesunden Kopf gesetzt, um Unterscheiden zu können, wer dafür überhaupt eine Verantwortung trägt. Diese Schranken konnten bestimmte Gesinnungsgruppierung schon vor Schengen in Europa abbauen. Und mit ihnen die Menschlichkeit. Vom gesunden Menschenverstand redet eh keiner mehr.

Antworten Antworten Antworten Antworten Ophicus
06.05.2010 13:10
2 0

Re: Re: Wie haben bitte unsere gerechtigkeitsfanatischen Vorfahren gewisse Massnahmen gegen gewisse Volksgruppen gerechtfertigt?

Wieso Sie "beweisen" unter Anführungszeichen setzen ist mir nicht ganz klar. Denn die Zahlen sind in vielen Fällen unstrittig.
Die Menschenrechtsorganisationen behaupten ja genauso wie ausländerfeindliche Gruppen, daß etwa Roma und Sinti in den meisten Ländern überdurchschnittlich oft arbeitslos sind.

Schranken im Kopf sehe ich nicht wirklich als was positives. Wer dafür die Verantwortung trägt (die man sowieso abseits populistischen oder pseudomoralischer Klischees nicht allein an einem Faktor aufhängen kann) ist zu prüfen. Ohne Vorurteile, aber auch ohne Schranken im Kopf.

Es ist richtig: Vom gesunden Menschenverstand redet eh keiner mehr. Und eben das ist das Problem.

Raphae1
05.05.2010 23:17
0 4

Abschub nach Nigeria

Damit die Flüchtlinge auch sicher nett empfangen werden, informiert die österreichische Polizei die nigerianische Botschaft sogar über die Fluchtgründe bevor sie nach Nigeria geflogen werden, wo Schläge, Amputation, Steinigung und Auspeitschen noch legale Bestrafungsarten sind.
http://fm4.orf.at/stories/1628871/

Antworten Ophicus
06.05.2010 08:21
3 0

Re: Abschub nach Nigeria

Schon interessant.

Auf der einen Seite wird das Ministerium kritisiert, weils der Botschaft aus reiner Bosheit ("finaler Arschtritt" wie es der verlinkte Artikel so schön nennt) Informationen an Botschaften weitergibt, die diese überhaupt nichts angehen.

Auf der anderen Seite steht hier im Artikel sogar, dass der Botschafter noch viel mehr Informationen verlangt hat, ohne die er keine Heimreisezertifikate ausstellen wollte. Kann es also unter umständen sein, dass das Ministerium diese zusätzlichen Informationen nicht aus bloßer Bosheit hergegeben hat, sondern weil die Botschaft so stur war?
Das Beste ist ja, dass das Ministerium umgekehrt auch von vielen Sympathisanten der Flüchtlinge (auch die NANCA-Stellungnahme scheint in die Richtung zu gehen) dafür kritisiert wird, dass es dem Botschafter nicht noch viel mehr Informationen gegeben hat. Nämlich sogar die Nachweise für begangene Verbrechen.

Dass über die Fluchtgründe informiert wird ist aber selbst nach dem verlinkten Artikel bisher nur ein unbestätigtes Gerücht. Und wenn es vorkommt ist es jedenfalls nicht die Regel sondern ein Regelverstoß - siehe den ebenfalls erwähnten Erlaß des BMI.

Antworten Antworten Raphae1
06.05.2010 14:00
0 2

Re: Re: Abschub nach Nigeria

Alleine die Tatsache, dass Außenminister Spindelegger bei Ojo Maduekwe interveniert hat, ist schon ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Immerhin verteidigt dieser Mann die systematischen Folterhandlungen seines Landes.

Kein Menschenfreund kann sich wünschen, dass Flüchtlinge, die in ihr Herkunftsland deportiert werden, bei der dortigen Diktatur auch noch angeschwärzt werden. Wer eine Straftat in Österreich begeht, der soll auch hier seine Strafe verbüßen. Niemand hat die archaischen Bestrafungsformen Nigerias verdient. Und wenn Österreich diesbezüglich mit Nigeria kooperiert, sind wir für Folter mitverantwortlich.

Antworten Antworten Antworten luda2010
06.05.2010 23:45
2 0

Re: Re: Re: Abschub nach Nigeria

kenne einige Afrikaner, die wenig begeistert sind wenn man ihren Kontinent so kritisiert, als wäre nur der Westen entwickelt. stichwort "Eurozentrismus"
Es gibt auch viele Migranten die die Demokratie schlechter als eine Diktatur finden.
an Europa gefällt oft nur, daß man hier besser leben kann...

Und von einem spirituellen Standpunkt: hat die Regierung eines Landes wirklich nichts mir den Menschen zu tun, die darin wohnen? und wie soll sich etwas ändern, wenn alle nur fliehen, statt etwas zu ändern?

Antworten Antworten Antworten Antworten Raphae1
07.05.2010 00:24
0 2

Re: Re: Re: Re: Abschub nach Nigeria

Dein Text hinterlässt eher den Eindruck, dass Du selbst unter Eurozentrismus leidest oder jedenfalls keine Ahnung von Nigeria hast.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten luda2010
07.05.2010 10:41
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Abschub nach Nigeria

erstens ist das auch eine Meinung der Leute aus dieser Region.
Zweitens, kann man die Probleme dieser Welt nie lösen, in dem alle den Ort verlassen an dem sie Probleme haben. das geht logistisch sowieso nicht.
außerdem kenne ich die Situation vieler Asylwerber recht gut+ kenne auch einige die noch kommen wollen, und weiß vor allem wieso sie kommen wollen.

Weitblick + ein ganzheitliches Denken fehlt bisher. Asyl ist aber immer eine kurzsichtige Notfallmaßnahme.
ich weiß sie werden sagen: es geht aber um Leben + Tod. diese Fälle sind auch was anderes, kenne ich aber wenige.


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Raphae1
07.05.2010 15:52
0 1

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Abschub nach Nigeria

Kann es sein, dass Du ein einseitiges Bild von Nigeria hast, weil Du nur Freunde der dortigen Despoten kennst?

Übrigens ist Flucht immer öfter auch eine langfristige Notwendigkeit. Es gibt heute bereits 25 Millionen Klimaflüchtlinge und Experten schätzen, dass es bis 2050 150 Millionen werden könnten. Wenn sich die Sahara in den Süden ausdehnt oder der steigende Meeresspiegel die Küste in Bangladesh unbewohnbar macht, dann können diese Flüchtlinge nicht wieder zurück.

http://www.fmreview.org/FMRpdfs/FMR31/FMR31.pdf

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten luda2010
08.05.2010 01:26
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Abschub nach Nigeria

dieser ist noch seltsamer:

"Im letzen Mai habe in Jos ein Krieg zwischen Christen und Moslems begonnen.
Die Kirche sei abgebrannt, woraufhin der Beschwerdeführer beschlossen habe, davon zu laufen. Mit einem anderen Mann sei der dann in einem Auto nach Nige gefahren.

Er könne nicht in anderen Landesteilen unterkommen, da er nur Jos und Benin City kenne. Er habe nicht gewusst, wohin er gehe sollte. Die wiederholt gestellte Frage nach einer innerstaatlichen Fluchtalternative verneinte der Beschwerdeführer konsequent.

Dies seien alle seine Fluchtgründe gewesen. Im Falle einer Rückkehr würde er von den Moslems getötet werden."

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten luda2010
08.05.2010 01:10
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Abschub nach Nigeria

ich denke Sie schauen zu viel TV :-)

meine Info stammt von Menschen + man kann etliche Fälle im web nachlesen. Der Asylgerichtshof dokumentiert hier die Verfahren, kaum einer behauptet hier politisch verfolgt zu werden oder Klima-flüchtling zu sein. Da werden ganz andere Gründe angegeben, die eher mit (angeblichen?)Traditionen zu tun haben, (und diese sind immer veränderbar... )
Fluchtgründe sind recht seltsam: zb. "...seine Mutter wäre als "Hexe" bezichtigt und...Beschwerdeführer und ein Freund hätten deshalb eine Polizeistation angezündet ....nun würde der Beschwerdeführer deshalb gesucht..."

nachlesbar, wenn man das jeweilige Land eingibt

http://www.ris.bka.gv.at/Ergebnis.wxe?Abfrage=AsylGH&Entscheidungsart=Undefined&SucheNachRechtssatz=True&SucheNachText=True&GZ=&VonDatum=01.07.2008&BisDatum=08.05.2010&Norm=&ImRisSeit=Undefined&ResultPageSize=50&Suchworte=%27nigeria%27&WxeFunctionToken=f869f195-f72d-4f2a-a96f-93e205f4f3df

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Raphae1
08.05.2010 14:26
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Abschub nach Nigeria

Ich besitze nicht einmal ein TV-Gerät.

Die Fluchtgründe sind sehr unterschiedlich und müssen daher individuell geprüft werden. Es gibt viele berechtigte Gründe aus Nigeria zu fliehen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten luda2010
09.05.2010 17:46
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Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Abschub nach Nigeria

stimmt.
aber inoffiziell sagen die meisten das sie sich ein besseres Leben erhoffen in Europa. niemand sagt sein Leben sei in Gefahr. Man sei gekommen,"um hier zu arbeiten" ist der meistgebrauchte Satz. ist auch legitim, der Wunsch nach einem besseren Leben. mich stört nur die Scheinheiligkeit vieler Menschenrechtsverteidiger, die diesen Teil lieber auslassen + nur von Verfolgung reden. Erst wenn wir ehrlich sind, erst dann wird die Verhärtung der Fronten sich etwas lösen.
Statt dessen verteidigen NGOs verkrampft "arme" Flüchtlinge="Opfer", die gar keine seine möchten... Es geht einigen Linken mehr darum ihr Weltbild nicht zerbröseln zu sehen. deswegen wohl diese Panik und ewigen Rassismus-Vorwürfe....Migranten haben dieses Problem seltener

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Raphae1
10.05.2010 01:07
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Abschub nach Nigeria

Natürlich erhofft sich jeder ein besseres Leben in Europa. Du etwa nicht? Du lebst in einer Scheinwelt, wenn Du nicht wahrnimmst, dass in dieser Welt viele Grausamkeiten stattfinden und Menschen tatsächlich viel zu oft zu "armen Opfer" werden. Verglichen zu dem erlebten, ist der heimische Rassismus meist noch "harmlos", obwohl mich der ZARA Rassismus-Report jedes Jahr wieder schockiert.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten luda2010
11.05.2010 23:51
0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Abschub nach Nigeria

ich lesen viele negative Glaubenssätze heraus ... Jeder lebt in der Welt, an die er glaubt. Seit ich beschlossen, mich nicht mehr als Opfer zu sehen, geht es mir immer besser. Während jene, die lieber "jammern" und anderen die Schuld geben nicht weiter kommen.
Die meisten Migranten die ich kenne, sehen das ähnlich. Ich hab vielleicht nicht jene getroffen, denen es besonders schlimm geht.

(es sollte uns zu denken geben, wenn auf 40% der Menschen, 80% der Unfälle ausfallen.)

Außerdem wo wäre Europa heute, wenn alle geflohen wären in den Zeiten, in denen es bei uns auch nicht so rosig war. Ich finde es auch nicht fair, daß man gar nicht an die Herkunftsländer denkt. Die verlieren ihre mobile Bevölkerung (die die etwas ändern könnten), manche leiden sehr darunter

 
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