10.659 österreichische Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben nicht bei ihren Eltern, sondern sind bei Pflegeeltern (4371) oder in Kinder- und Jugendheimen, in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften, Kinderdörfern oder sonstigen Einrichtungen untergebracht.
27.261 Minderjährige erhielten laut Statistik des Familienministeriums im Vorjahr "Unterstützung der Erziehung". Das bedeutet, dass das betroffene Kind in seiner Familie bleibt und die Familienmitglieder mit einem Sozialarbeiter zusammenarbeiten, um die "Erziehung durch die Eltern und die Entwicklung des Kindes zu fördern beziehungsweise zu sichern".
Die Zahl der auf diese Weise betreuten Kinder und Jugendlichen ist im Vergleich zu 2008 um 3,8 Prozent gestiegen, die Zahl der Unterstützungen um fünf Prozent. Einen leichten Zuwachs um 0,9 Prozent gab es auch bei jenen, die fremduntergebracht werden mussten.
Fremdunterbringung als "letztes Mittel"
40 Prozent der Pflegekinder bleiben länger als fünf Jahre in ihrer neuen Familie. Anders verhält es sich bei der Unterbringung in sozialpädagogischen Einrichtungen: Dort bleiben nur 12,3 Prozent länger als fünf Jahre. Institutionelle Betreuung wurde bei der Hälfte der Betroffenen nach weniger als zwölf Monaten wieder beendet.
Fremdunterbringung sei immer das "letzte Mittel der Wahl", sagte die Wiener Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits. Laut Jugendwohlfahrtsgesetz müssen zuerst alle Ressourcen ausgeschöpft werden, bevor man ein Kind aus der Familie nimmt.
Gewalt in 70 Prozent aller Familien
Gewalt in Familien kommt öfter vor, als man vermuten mag, nämlich in 70 Prozent aller Familien, meinte Pinterits. Dazu zählten hin und wieder eine "Watsch'n", psychische und physische Gewalt genauso wie andere lächerlich zu machen. Lediglich 30 Prozent der Kinder erfahren demnach eine völlig gewaltfreie Erziehung.
(APA)
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