Krems (APA). Am 5. August jährt sich der Supermarkt-Einbruch in Krems, bei dem ein 14-Jähriger von einer Polizeikugel getötet und ein 16-Jähriger schwer verletzt wurde. Der Fall, der Österreich spaltete, ist mittlerweile gerichtlich abgeschlossen. Die beiden involvierten Beamten sind seit dem Vorfall in Niederösterreich im Innendienst tätig.
Ein Disziplinarverfahren wird es für sie aber nicht geben: Das Landespolizeikommando (LPK) als Dienst- und Disziplinarbehörde habe den vom Gericht festgestellten Sachverhalt geprüft und dabei „keinen disziplinären Überhang“ festgestellt, sagt Sprecher Andreas Thenner.
In der Nacht auf den 5. August 2009 brachen die beiden Jugendlichen im Merkur-Markt in Krems-Lerchenfeld ein. Dabei wurde stiller Alarm ausgelöst, zwei Polizisten rückten an, wobei Schüsse fielen. Ein von der Beamtin abgefeuertes Projektil durchschlug beide Oberschenkel des 16-Jährigen, der 14-Jährige wurde von einer Kugel des Beamten tödlich in den Rücken getroffen. Vor Gericht sagte dieser aus, er habe den Burschen im unteren Bereich treffen wollen, um eine Festnahme zu erzwingen. Weil er aber seitlich abgelenkt worden sei, habe er kurz weggeschaut und beträchtlich danebengeschossen.
Während das Strafverfahren gegen die Beamtin eingestellt wurde, wurde ihr 43-jähriger Kollege wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen angeklagt. Und rechtskräftig zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt.
Die Jugendlichen in Krems-Lerchenfeld werden den Jahrestag kommende Woche, unterstützt von der mobilen Jugendarbeit, mit einer Gedenkfeier begehen. Ort und Zeit bleiben geheim, man wolle unter sich bleiben, hieß es.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31. Juli 2010)

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