Wien/St. Pölten/Eisenstadt. Die Nacht wurde zum Tag: Mehr als 10.000 Blitze wurden Freitagnacht bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) registriert. Vor allem der Anteil an Erdblitzen war auffallend hoch (Blitz schlägt in die Erde ein und bleibt nicht innerhalb den Wolken – Wolkenblitz). So kam es in Niederösterreich auch zu Bränden, verursacht durch Blitzschläge.
Im Westturm der Burg Hardegg stand der Dachstuhl zum Teil in Flammen – das Feuer konnte rasch gelöscht werden. Betroffen war auch ein Heurigenlokal in Höflein (NÖ). Der Blitz schlug neben dem Rauchfang ein, die Löscharbeiten dauerten rund eine Stunde. Obwohl das Lokal derzeit nicht in Betrieb ist, entstand großer Sachschaden.
Insgesamt haben schwere Unwetter in Ostösterreich in der Nacht auf Samstag zu massiven Behinderungen im Verkehr geführt – zahlreiche Straßen standen binnen weniger Minuten unter Wasser. Die Unterführung auf der S1 zwischen Mannswörth und Schwechat-Ost (Bezirk Wien-Umgebung) war vorübergehend unpassierbar. Kurz nach Mitternacht musste auch der Knoten Vösendorf gesperrt und der Verkehr auf die A23 umgeleitet werden. Auch einige Landstraßen wurden gesperrt.
Indessen hatte die Wiener Feuerwehr 400 zusätzliche Einsätze durchzuführen – alle Einheiten waren nur mehr mit Blaulicht unterwegs. Vor allem musste die Feuerwehr überflutete Keller und Unterführungen abpumpen. Immerhin gab es keine Verletzten.
Auch auf den Flughäfen sorgten die Unwetter für Chaos: Der Flughafen Schwechat wurde für eine Stunde gesperrt. Der Flugverkehr (17 Flüge, die meisten von Austrian Airlines) wurde daher nach Linz und Graz umgeleitet. Die Wiener Linien stellten ab 22.30 Uhr ebenfalls den Betrieb ein. Überflutete Straßen, Unterführungen sowie abgebrochene Äste auf Gleisanlagen hätten den Betrieb unmöglich gemacht, heißt es in einer Aussendung. Nach einer halben Stunde konnten einige Linien den Betrieb wieder aufnehmen. Bis Betriebsschluss kam es nur noch vereinzelt zu Verzögerungen.
Neue Gewitterwelle droht. Auch am heutigen Sonntag sind im Osten Österreichs weitere Gewitter zu erwarten. Laut ZAMG ist in Wien, Niederösterreich, im Burgenland und in Teilen der Steiermark mit Gewittern zu rechnen.
Die Landjugend in Großrußbach (Bezirk Korneuburg) wird sich indessen wohl nach einem neuen Festzelt umsehen müssen: Eine Sturmböe hob ihr 25 mal 60 Meter großes Zelt um bis zu einen dreiviertel Meter an und riss die Bodenanker aus, so die Sicherheitsdirektion. Auch das Open-Air-Konzert der 80er-Jahre-Ikone Nena im Eisenstädter Schlosspark musste nach nur zwei Songs abgebrochen werden.