11.02.2012 22:21 | Meine Presse Merkliste0

Wochenende der Unwetter: Teils schwere Schäden

15.08.2010 | 15:40 |   (DiePresse.com)

In der Nacht auf Samstag gingen im Osten schwere Unwetter nieder, dann traf es die Steiermark und Tirol. Teile von Wulkaprodersdorf stehen unter Wasser. Bis zur Wochenmitte soll es weiter gewittern.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Schwere Unwetter haben an diesem Wochenende in Österreich teils schwere Schäden verursacht. In der Nacht auf Samstag wurden die drei östlichen Bundesländer Niederösterreich, das Burgenland und Wien schwer getroffen. In der Nacht auf Sonntag erwischte es die Steiermark, Tirol und erneut das Burgenland, wo vor allem in Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) Feuerwehr und Bevölkerung den ganzen Tag gegen Überschwemmungen zu kämpfen hatten.

Burgenland: Überschwemmungen in Wulkaprodersdorf

Die Unwetter im Nordburgenland trafen vor allem den Bezirk Mattersburg und die Gemeinde Loipersbach, hieß es aus dem Landesfeuerwehrkommando (LFK) Burgenland. In Wulkaprodersdorf trat die Wulka nach den heftigen Regengüssen in der Nacht über die Ufer.

"Teile der Ortschaft stehen unter Wasser", sagte Robert Csukovits, Kommandant der Feuerwehr Wulkaprodersdorf. "Normalerweise liegt der Pegel bei etwa 20 Zentimeter bis maximal einem halben Meter, der Höchststand betrug heute 4,20 Meter. Aktuell ist er Gott sei Dank auf 4,15 Meter gesunken." Um die Gefahr zu bannen, habe man nun zu den 3.000 vorrätigen Sandsäcken 4.000 weitere geholt.

Das Burgenland hatte bereits mit den schweren Unwettern in der Nacht auf Samstag zu kämpfen. Rund 200 bis 250 Einsätze beschäftigten knapp 800 Feuerwehrleute. Die Schwerpunkte lagen in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung und Mattersburg. Stark betroffen war besonders die Landeshauptstadt.

Steiermark: Brände und Muren

In der Oststeiermark gab es in der Nacht auf Sonntag nach heftigen Regenfällen mit Blitzschlägen zahlreiche Schäden an Gebäuden und landwirtschaftlichen Kulturen. Betroffen waren vor allem die Bezirke Weiz und Hartberg. Im Bezirk Leibnitz und im Bezirk Hartberg schlugen Blitze in die Kamine von Einfamilienhäusern ein und setzten die Dachstühle in Brand.

Die Gewitter gingen vor allem im Raum Preding, Thannhausen und Unterfladnitz nieder, dadurch trat der Farchabach im Bereich zwischen Farcha Nord und Farcha Süd aus den Ufern. Im Bezirk Hartberg in Mönichwald musste die L416 wegen Murenabgängen und umgestürzten Bäumen über der Straße gesperrt werden.

Straßensperre in Tirol

In Tirol war nach heftigen Regenfällen die Ötztal-Bundesstraße (B 186) seit den frühen Sonntag Morgenstunden für den Verkehr gesperrt. Bei Tumpen war die Hochwasser führende Ötztal Ache über die Ufer getreten und hatte die Fahrbahn überflutet.

10.000 Blitze in Wien und Niederösterreich

In der Nacht auf Samstag bzw. am späten Freitagabend trafen schwere Gewitter auch Wien und Niederösterreich. Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik wurden rund 10.000 Blitze registriert, vor allem der hohe Anteil an Erdblitzen war auffallend. Der Flughafen Wien wurde vorübergehend gesperrt, auch die Wiener Linien standen etwa eine halbe Stunde still.

In Wien hatte die Feuerwehr rund 400 Einsätze zusätzlich zum normalen Geschäft zu absolvieren, auch die Kanalarbeiter mussten Schwerstarbeit verrichten. Die Wiener Linien stellten um 22.30 Uhr für rund 30 Minuten den Betrieb komplett ein. Hauptbetroffen waren die südlichen Bezirke Simmering, Favoriten und Meidling. Verletzte gab es nicht.

Wien unter Wasser: Gewitter legt die Stadt lahm

Alle 8 Bilder der Galerie »

Vor allem überflutete Keller und Unterführungen mussten die Einsatzkräfte auspumpen. So war der Altmannsdorfer Ast überflutet und vorübergehend gesperrt. Auch am Schöpfwerk gab es viel zu tun. In der Simmeringer Schmidgunstgasse wurde ein Haus abgedeckt. Das Dach beschädigte drei Pkw.

Flughafen Wien eine Stunde gesperrt

Der Flughafen Wien war etwa eine Stunde wegen des Unwetters gesperrt. Das traf vor allem die Austrian Airlines, die 17 Flüge vorwiegend nach Linz, aber auch nach Graz umleiten mussten, sagte ein Sprecher. Die Kurse landeten in der Folge mit eineinhalb bis zwei Stunden Verspätung - und den Passagieren - in Schwechat.

In Niederösterreich kam es während der Gewitter zu Bränden durch Blitzschläge. Betroffen waren unter anderem die Burg Hardegg (Bezirk Hollabrunn), ein Bauernhof im Bezirk Wiener Neustadt und ein Heurigenlokal in Höflein (Bezirk Bruck a.d. Leitha). Starkregen hatte außerdem Überflutungen zur Folge. Die Feuerwehren verzeichneten 280 Einsätze. Verletzte gab es nicht.

Festzelt aus Verankerung gerissen

In Weinsteig in der Gemeinde Großrußbach (Bezirk Korneuburg) hob eine Sturmböe ein 25 mal 60 Meter großes Festzelt der Landjugend um bis zu einen dreiviertel Meter an und riss die Bodenanker aus.

Wegen Überflutung war die Unterführung auf der S1 zwischen Mannswörth und Schwechat-Ost (Bezirk Wien-Umgebung) vorübergehend unpassierbar, teilte die Sicherheitsdirektion mit. Kurz nach Mitternacht musste auch der Knoten Vösendorf gesperrt und der Verkehr auf die A23 umgeleitet werden. Auch einige Landstraßen wurden gesperrt.

Regen und Gewitter bis Mittwoch

Und es geht weiter: Laut Prognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) soll man sich zumindest bis zur Wochenmitte auf weiteren Regen und Gewitter einstellen. Insgesamt wird das Wetter aber in der zweiten Wochenhälfte stabiler und auch sommerlicher.

 

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

5 Kommentare
Denker
15.08.2010 18:42
0 0

Und da gibt "hochgelahrte" ProfessorInnen und Politiker die nochmals 1 Million Menschen nach Österreich hineinpressen wollen !

Habe vor etwa 2 Jahren hier darauf hingewiesen, dass nach der Green-Footprintmethode Österreich nachhaltig 4 Mill. Einwohner erhalten kann, nimmt man den weltweiten Bevölkerungsschnitt etwa 6 Mill. und vergleicht man mit der Bevölkerungsdichte des Indischen Subkontinentes so müssten 12 Millionen Menschen in Österreich unterkommen. Meine Schussfolgerung: Mit (damals) knapp über 8 Mill. Bewohnern sind wir auf dem Weg zu indischen Verhältnissen !

Die Flutkatastrophe am Indus aber auch die Unwetter in Österreich bestätigen diese These. Ohne Dramatisieren zu wollen beginnt der Platz für sichere Siedlungen in unseren Alpentälern, aber auch an den Flüssen in Ostösterreich ganz einfach zu fehlen und wenn wir unsere Ackergebiete verbauen besteht die Gefahr im Falle einer Transport(= Energie)krise die Bevölkerung ganz einfach nicht mehr versorgen zu können.

Als einer in diesem Bereich nicht ganz Ungebildeter (ohne Wissenschafler zu sein) würde ich schätzen, dass Österreich etwa 8 Mill. Einwohner einigermaßen beherbergen und erhalten kann. Was Not tut ist eine Studie welche Berufszahlen die eine derartige Gesellschaft benötigt (etwa für das jahr 2020 oder 2025) abschätzt, ggf. Defizite feststellt und Vorschläge für Abhilfe ausarbeitet (Ausbildung, u.U. auch einige 1000 Immigranten).

Wäre doch ein Thema für eine ausserordentliche Nationalratssitzung ? Wie wärs liebe Opposition ? Wäre doch mal etwas Konstruktives !

Gast: nix für ungut
15.08.2010 17:03
0 0

Regen in Wien schadet überhaupt nix...

...wird wenigsten etwas Dreck weggespült.

Antworten hw
15.08.2010 17:53
0 0

Re: Regen in Wien schadet überhaupt nix...

aha, das die häufigkeit der unwetter zunimmt, ist aber jetzt akzepiert, oder?

und dies der allegemeinheit (abgesehen vom persönlichen leid) a menge geld kostet ist (noch) wurscht, oder?

Antworten Antworten Gast: astrologe
15.08.2010 18:09
0 0

Re: Re: Regen in Wien schadet überhaupt nix...

streng genommen nimmt höchstens die subjektive wahrnehmung von der häufigkeit der berichterstattung zu ...

ui .. es hat geregnet in wien.
und das im Sommer.

echt arg!

Antworten Antworten Antworten hw
15.08.2010 21:54
0 0

Re: Re: Re: Regen in Wien schadet überhaupt nix...

versicherungen sind andere meinung.