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Fall Israilow: Früherer Polizei-Informant involviert

06.09.2010 | 15:46 |   (DiePresse.com)

Ein 38 Jahre alter Tschetschene, der bisher im Zusammenhang mit der Ermordung des Flüchtling Umar Israilow in Wien Floridsdorf als Zeuge geführt wurde, soll nun doch in den Fall involviert sein.

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Der Mord an dem tschetschenischen Flüchtling Umar Israilow 2009 in Wien bringt nun den Verfassungsschutz in Bedrängnis. Noch am Wochenende hat das Innenministerium einen Bericht des „Spiegel“ dementiert, dass ein V-Mann des Wiener Landesamtes für Verfassungsschutz (LVT) in den Mordfall involviert gewesen sei. Bestätigen wollte man lediglich, dass der Verfassungsschutz Kontakte ins Umfeld des mutmaßlichen Israilow-Mörders gehabt habe.

Jetzt wurden aber Details der Anklage bekannt (der Prozess gegen drei Verdächtige soll Ende des Jahres stattfinden) und darin wird Kosum Y. (38), ein Bruder eines der Angeklagten, der bisher nur als Zeuge geführt wird, wörtlich als Polizeispitzel bezeichnet.  „Zuvor (vor dem Mord, Anm.) war Konsum Y. als Informant für das LVT Wien tätig gewesen.“ Und weiter heißt es zur Rolle des 38-Jährigen: „Wenngleich eine Beteiligung zumindest im Stadium der Tatvorbereitung wahrscheinlich ist, konnte die Verdachtslage bislang nicht ausreichend erhärtet werden, um auch gegen  ihn Anklage zu erheben.“

Mittlerweile soll sich die Beweislage derart verdichtet haben, dass gegen ihn auch ein Verfahren als Beschuldigter geführt werden soll. Eine offizielle Bestätigung dafür lag am Montag noch nicht vor.

Treffpunkt Kfz-Werkstätte

Den ursprünglichen Plänen zufolge hätte Umar Israilow entführt und in seine Heimat Tschetschenien zurückgebracht werden sollen. Er versuchte jedoch davonzulaufen und wurde erschossen. Die Pläne für die Entführung seien laut Staatsanwaltschaft auf dem Autoabstellplatz von Kosum Y. besprochen worden. Dieser Platz habe „der Tätergruppe mehrfach als Treffpunkt gedient“, heißt es in der Anklageschrift. Kosum Y. hatte 2007 Asyl in Österreich erhalten und betrieb in der Nähe von Wr. Neustadt eine Kfz-Werkstätte.

Mordfall Israilow
Der 27-jährige tschetschenische Flüchtling Israilow war am 13. Jänner 2009 nach einer Verfolgungsjagd von zwei Männern in Wien-Floridsdorf auf offener Straße erschossen worden.

Vor wenigen Tagen hat die Wiener Staatsanwaltschaft die Anklage gegen drei Personen fertig gestellt. Angeklagt sind drei Personen, von denen einer Kontakte zum tschetschenischen Präsidenten gehabt haben soll.

Der unmittelbare Täter, der die Schüsse abfeuert, ist auf der Flucht.

(APA/red.)

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