Muslime werben Mitglieder – mit allen Mitteln

07.11.2010 | 18:00 |  von ERICH KOCINA (Die Presse)

Die Vertretung der österreichischen Muslime braucht registrierte Gläubige zur Legitimation. Dafür spannte man auch Lehrer ein, die in den Schulen für die Registrierung von Schülern und Eltern sorgen sollten.

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Wien. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) braucht Mitglieder. Offiziell werden alle rund 500.000 Muslime Österreichs in Glaubensfragen von ihr vertreten. Doch geht es um tatsächliche Mitgliederzahlen, wird IGGiÖ-Präsident Anas Schakfeh immer wieder erstaunlich zurückhaltend. Vorwürfe von Kritikern, dass die Glaubensgemeinschaft gerade einmal 300 Mitglieder zählen würde, konnte Schakfeh nie durch Zahlen oder Mitgliederlisten nachhaltig entkräften. Und damit war eine Flanke offen, mit der die Legitimität der IGGiÖ als Vertretung aller Muslime trefflich angegriffen werden konnte.

Religionslehrer als Keiler

Mit der im Vorjahr vom Kultusamt abgesegneten neuen Verfassung und den nun anstehenden Neuwahlen kämpft die IGGiÖ nun darum, endlich so etwas wie eine verbindliche Mitgliederliste vorlegen zu können – um damit zu beweisen, dass sich zumindest eine größere Zahl an Muslimen von ihr vertreten fühlt. Bei diesem Unterfangen zeigt Schakfeh durchaus Härte. So forderte er etwa im September die islamischen Religionslehrer in einer Rede unmissverständlich dazu auf, in den Schulen Mitgliedsanträge für die Schüler, aber auch für deren Eltern und Geschwister, selbst auszufüllen und sie den Schülern zum Unterschreiben nach Hause mitzugeben.

Schakfehs Rechnung: 55.000 Schüler seien im islamischen Religionsunterricht angemeldet. Dazu kämen Eltern und Geschwister – insgesamt laut Schakfeh also ein Potenzial von 250.000 bis 300.000 Muslimen. All diese Menschen würden sich – bewusst oder unbewusst – zur Glaubensgemeinschaft bekennen. Nur müsse man das eben auch mit einer Mitgliedschaft dokumentieren.

Mit dieser Aufforderung an die Lehrer reagierte der IGGiÖ-Präsident darauf, dass sich bis dahin nur sehr wenige Menschen registriert hatten. Eine „Mentalität der Nachlässigkeit“ sei das, die die Muslime aus dem Orient mitgenommen hätten. Eine Aussage, zu der Schakfeh im Gespräch mit der „Presse“ nach wie vor steht. „Dafür schäme ich mich nicht, das ist eine innere Kritik.“

Und diese neue Härte will der Präsident der Glaubensgemeinschaft auch tatsächlich leben. Ohne Registrierung, so droht er an, würde keinem Moslem mehr eine Bestätigung ausgestellt, etwa für Militärdienst, Ehe, Scheidung – sogar für das Begräbnis auf einem islamischen Friedhof.

Keine Leistung ohne Registrierung

„Alle diese Bestätigungen werden nur mehr auf Grundlage der Registrierung ausgestellt“, so Schakfeh. Auch den islamischen Religionslehrern stellte der Präsident in seiner Rede die Rute ins Fenster: So würden Islamlehrer, deren Familie nicht registriert ist, ihren Posten verlieren. „Wer nicht Mitglied der Islamischen Glaubensgemeinschaft ist, kann nicht Religionslehrer sein.“ Eine Drohung, die innerhalb der Lehrerschaft für einigen Unmut sorgte, sogar von Erpressung war die Rede. Schakfeh spricht dagegen von drei Lehrern, die sich vorher bei Postenvergaben benachteiligt gefühlt hätten. Und lediglich die hätten in der Öffentlichkeit schlechte Stimmung gemacht.

Immerhin, die Mitgliedschaft bei der Glaubensgemeinschaft ist kostenlos. Es geht lediglich um die Erfassung der Namen – und da man keine Taufe wie in der katholischen Kirche habe, müsse man es eben auf diesem Wege machen.

Neben der Registrierung als Mitglied geht es aber auch um eine zweite Form der Mitwirkung – nämlich die Berechtigung, bei den kommenden Neuwahlen der Glaubensgemeinschaft mitstimmen zu dürfen. Wer aktiv und passiv wahlberechtigt sein will, muss eine Kultusumlage von 40 Euro im Jahr entrichten, Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren 20 Euro.

Gerade diese Registrierungen zur Wahl mussten rechtzeitig erfolgen – in allen Bundesländern außer Wien war spätestens am 24. Oktober Schluss. Wie viele Wahlberechtigte es exakt gibt, will Schakfeh am Montag bei einer Pressekonferenz verkünden – zumindest für Kärnten und Salzburg, wo am 21. bzw. am 28. November gewählt wird. In den anderen Bundesländern seien die Zählungen noch im Gang.

Ziel: 50.000 Wahlberechtigte

„Wir sind mit dem Rücklauf auf jeden Fall zufrieden“, so Schakfeh. Jeder Verein und jede Moschee sei besetzt, insgesamt hätten sich bisher rund 25.000 Muslime für die Wahl registriert. Damit hat man auf jeden Fall die für die Anerkennung einer Religionsgemeinschaft erforderliche Zahl von 16.000 Mitglieder überschritten. In Wien, wo die Wählerlisten erst im Frühjahr erstellt werden, rechne man mit weiteren 25.000 registrierten Wählern. Am Ende soll ein Wählerverzeichnis mit 50.000 Namen stehen – etwa einem Zehntel aller österreichischen Muslime.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.11.2010)

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128 Kommentare
 
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Gast: Gast
09.11.2010 15:09
0

Mitglieder

Die IGGiÖ hätte laut Gesetz rund 800.000 Mitglieder. So viele Moslems leben derzeit in Österreich, die meisten legal, viele schon Staatsbürger.

Doch die IGGiÖ lässt als Mitglieder nur jene registrieren, die auch der politischen Linie von Schakfeh, Al-Rawi & Genossen folgen wollen. Das allerdings ist nur eine sehr kleine Minderheit.

Die 16.000 Mitglieder als Minimum sind eine reine Erfindung. Erstens ist die Religionsgesellschaft schon seit 1912 zugelassen, zweitens fehlt ihr bisher das wichtigste, nämlich Religionsgemeinden.

Gast: das ist doch
08.11.2010 21:34
4

Das ist doch der Gipfel.

Oben rechts, bei den Google-Anzeigen, gibt es zufääääälig eine Einschaltung: Was ist Islam? Über Islam lernen und konvertieren mit Direkthilfe [!] per Chat!

Das schlägt dem Fass den Boden aus.

Antworten Gast: das ist doch
08.11.2010 22:49
0

Re: Das ist doch der Gipfel.

Und weg ist die Werbung.

Eine unglaublich menschenverachtende, hetzerische Aussage

"Eine „Mentalität der Nachlässigkeit“ sei das, die die Muslime aus dem Orient mitgenommen hätten."


Re: Eine unglaublich menschenverachtende, hetzerische Aussage

Wenn d a s HC gesagt hätte, vor der Wahl!!!

Gast: gast
08.11.2010 20:51
3

video

Auf SOS-ÖSTERREICH wurde das Video zur besagten Schakfeh`s Rede veröffentlicht!

Interessante Rede +ber den Idioten aus Deutschland - Sarrazin :-)

Gast: Ösi
08.11.2010 18:54
6

Wo bleibt die Rot/Grüne Unterstützung?

Oder ist die nicht mehr notwendig, da das Ding schon zum Selbstläufer würde?

Gast: W. Enger
08.11.2010 18:11
8

Es muss wohl so kommen

Kronen Zeitung 16 Uhr 16:

"Islamisten nutzen Österreich als Rückzugsgebiet"
Unverblümt wird unter anderem zum bewaffneten Kampf für den Glauben aufgerufen.

Hat Rot Grün zu lange weggeschaut???

Antworten Gast: W. Enger
08.11.2010 19:56
3

Re: Es muss wohl so kommen

Schon interessant, dass der ORIENTROTFUNK in der heutigen ZIB 1 nur von der Gefahr von Rechts berichtet. KEIN Wort von der Islamistengefahr "Al-Kaida Wien".

Antworten Gast: Holgerpop
08.11.2010 18:55
0

Re: Es muss wohl so kommen

Und wenn Sie den Artikel in der "Krone" genau lesen, werden Sie merken, dass da absolut nichts dahinter steckt. Es wird ein namenloser "Islam-Experte" zitiert... Sehr durchschaubares Manöver...

Re: Re: Es muss wohl so kommen

Inschallah Österreich

im Verlag UNIVERSITAS

Ernst Hofbauer,
der Autor hat recherchiert und ist zu anderen Schlüssen gekommen als Sie und die KRONE!

Vielleicht will man nicht sehen! NUR immer Geschrei wegen "der Rechten"!

Antworten Antworten Antworten Gast: holgerpop
08.11.2010 20:34
0

Re: Re: Re: Es muss wohl so kommen

Und über Hofbauer muss man wohl nicht allzu viel sagen... der ist ja vor allem als Schaumschläger bekannt, der Mann.

Re: Re: Re: Re: Es muss wohl so kommen

Trauen Sie Al-Rawi, T. Baghajati, Shakfeh, Korun, C. A. Baghajati? Dann können Sie auch E. Hofbauer vertrauen!

Die Studie der verstorbenen Innenministerin L. Prokop ergab erschreckende Aussagen für die österreichische Gesellschaft.

Die Studie von Mouhanad Khorchide, jetzt in D an der Uni Münster als Prof. tätig, zu den in Ö angestellten islamischen Religionslehrern ergab ebenso wie die o. g. eine ziemliche DISTANZ zum Staat, zu seinen Gesetzen und zur Gesellschaft.

Die jeweiligen Diskussionen darüber wurden bald wieder beendet.

Die Probleme sind es noch lange nicht!
Siehe auch D, F, DK, SWE, I, CH u. a.!

Gast: trainingsraum
08.11.2010 18:08
8

500 000 muslime in österreich

denkt da niemand?

Antworten Gast: R2D2
08.11.2010 19:00
2

Re: 500 000 muslime in österreich

Wenn die meisten so wie der Herr Dönmetz wären, hätte ich kein Problem.
Leider haben wir aber ganz schöne Radikalinskis bei uns.
Die haben wir noch gebraucht.
Sauber.

Re: Re: 500 000 muslime in österreich

Herr Dönmez ist die eine Schwalbe, die noch k e i n e n Sommer macht!

Re: Re: Re: 500 000 muslime in österreich

Immerhin ist er aber der Beweis dafür, dass man sich auch als Moslem eines kritischen Verstandes bedienen kann.

Alles steht im Koran -

Das Haus des "Friedens" ist erst erreicht, wenn ALLE Ungläubigen zu Moslems geworden sind - oder tributpflichtige Dimis. Nun wird gekeilt und - das sollte schon gesagt werden - auch genötigt, denn die geschilderte Vorgehensweise ist strafrechtsrelevant!

Gast: Ösi
08.11.2010 17:20
0

Warum bestehen eigentlich die Katholen auf die Registrierung der Katholiken?

Im Meldezettel muss die Katholische Religionszugehörigkeit ausgewiesen sein, wenn man "noch nicht" die Austritts=geistige Befreiungserklärung abgegeben hat.
Und das wird der Katholenkirche natürlich mitgeteilt. Wegen der Kohle!!!
Und wer nicht austritt und sich vorm Zahlen drückt, der bekommt sein Fett zivilrechtlich ab! Ein Meldevergehen ist es natürlich auch!
Die Muslime haben noch keine gesetzliche Kirchensteuer, aber die Religionen sind ja hier grundsätzlich gleich: Gott erfreut ein fetter Poppenwamst!
Daher fest zahlen! Wir, meine lieben Genossen, geben das Geld für was sinnvolles aus! Nicht für Weihrauch oder solchen Hokuspokus!

lg
Ösenpower

Antworten Gast: ROTER OKTOBER
08.11.2010 19:59
1

War bestimmt keine einfache Zeit für Sie.........

.........damals als Ministrant.
Naja, die Zeit heilt alle Wunden auch die rektalen!

Antworten Gast: genossin
08.11.2010 19:25
3

Re: Warum bestehen eigentlich die Katholen auf die Registrierung der Katholiken?

Genosse Ösenpower,
übertreib nicht mit Deiner Katholenhetze. Schließlich wollen wir doch nicht Ramadan anstatt Glühwein am Christkindlmarkt am Rathausplatz.
Freundschaft

Antworten Gast: commihater
08.11.2010 17:31
5

Re: Warum bestehen eigentlich die Katholen auf die Registrierung der Katholiken?

Für was gebt ihr Kommunisten denn schon Geld aus?
Wie viel kostet eigentlich eine 10 Meterhohe Stalin Statue?

nana

Der Schafkeh schein ja ein ganz Autoritärer zu sein, der vor nix zurückschreckt um seine Macht zu halten/zu erweitern.
Nette Leutchen, die da bei uns unterwegs sind.

Zitat B. Berghammer: Gelobt sei Jesus Christus! ;)


Re: Zitat B. Berghammer: Gelobt sei Jesus Christus! ;)

In Ewigkeit Amen! ;)

Antworten Antworten Gast: gast
09.11.2010 12:58
0

Re: Re: Zitat B. Berghammer: Gelobt sei Jesus Christus! ;)

ich lobe ihn auch brauche dazu aber keine kirche oder ähnlich geartete oragnisationen dazu.

die einen verwenden ihre lehrer als keiler und die lehrer der anderen missbrauchen ihre schüler und vertuschen dies jahrzehnte lang ohne konsequenzen!

 
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