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Welterbe Wachau in Gefahr?

23.11.2010 | 19:02 |   (Die Presse)

Vollbetrieb der Donauuferbahn soll mit 12. Dezember eingestellt werden. Kritiker meinen, das stehe nicht im Einklang mit dem Welterbe-Status. Zusätzliche Busse sollen indess als „Schienenersatzverkehr“ agieren.

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Wien. „Der geplante Untergang der Wachau.“ Mit diesen drastischen Worten lädt heute, Mittwoch, ein Komitee, das für den Erhalt der Wachaubahn kämpft, zu einer Informationsveranstaltung in Wien. Ab 12. Dezember soll dieser Teil der Donauuferbahn als Vollbahn eingestellt werden. Auf dem knapp 34 Kilometer langen Stück durch das Weltkulturerbe Wachau zwischen Krems und Emmersdorf/Donau werden künftig – so die Kritiker – nur noch Nostalgiezüge für Touristen verkehren. Zusätzliche Busse sollen als „Schienenersatzverkehr“ agieren.

„Es ist unfassbar, was da passiert“, ärgert sich Verkehrsplaner Hermann Knoflacher. „Die Hälfte der Fahrgäste geht dadurch verloren.“ Das Bundesland Niederösterreich hat diese Bahn – wie auch zahlreiche weitere Nebenbahnen – von den ÖBB übernommen. Befürworter der Umstrukturierung meinen, die Strecke sei unrentabel und werde nur noch von Schülern genutzt – und auch das nur in geringem Maß. Daher müsse es einen besseren Mix von Schiene und Bus geben, heißt es in der ÖVP. Niederösterreichs Verkehrslandesrat Johann Heuras hat die SPÖ, die sich für den Erhalt einsetzt und mit dem Status der Wachau als Weltkulturerbe argumentiert, eingeladen, die Bahn zu übernehmen: „Die Steuerzahler sollen blechen, was die SP Niederösterreich selbst nicht tut“, meinte der VP-Politiker im September.

 

Strecke vor Hochwasser sicher

Die Problematik um das Weltkulturerbe sieht auch Wilfried Posch, Wachauberichterstatter des Unesco-Beraterkomitees „Icomos“. Die Wachaubahn sei in der Weltkulturerbe-Konvention erwähnt. Der Zustand müsse daher in Bestand und Wertigkeit erhalten bleiben. „Eine Nostalgiebahn ist damit aber sicher nicht gemeint“, argumentiert Posch. Er kritisiert in diesem Zusammenhang auch die ÖVP-Bürgermeister der Anrainergemeinden, die sich mit der Einstellung des Regelbetriebs einverstanden zeigten.

Schon allein aus verkehrstechnischen Gründen habe diese Bahnstrecke enorme Bedeutung, meint Posch: „Sie ist hochwassergeschützt.“ Im Katastrophensommer 2002 seien mit den Zügen der Wachaubahn tonnenweise Hilfsgüter in die vom Hochwasser betroffenen Ortschaften transportiert worden. Das Thema um die Einstellung des Linienverkehrs in diesem Abschnitt wird mittlerweile in zahlreichen Internetforen von Bahninteressierten, Pendlern und Anrainern heftig diskutiert. Auf Facebook gibt es mittlerweile eine eigene Gruppe für den Erhalt der Wachaubahn.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.11.2010)

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40 Kommentare
 
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Gast: cyril84
27.11.2010 15:49
0 0

club of vienna

club of vienna
Was haben Hermann Knoflacher, Rudolf Edlinger und Martin Balluch gemeinsam?

Allesamt sind sie Mitglieder des Club of Vienna.

http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/613776/Der-Hass-auf-die-Loecher?from=suche.intern.portal

Gast: SBG
26.11.2010 18:33
0 0

Auf geht's!

Was wir Salzburger können, werden doch auch die Niederösterreicher können.

http://www.pinzgauerlokalbahn.at/


Pilatus
24.11.2010 14:21
0 0

Warum...

... geht man nicht wie in anderen Ländern - z.B. Schweiz oder Frankreich - vor und attraktiviert diese Strecke. Was kann man dort, was man in NÖ nicht kann? Dort denkt man an die Zukunft, man weiß, dass die Bahn als Massenverkehrsmittel mehr bringt als einige Busse und man weiß, dass das private Autofahren demnächst verdammt teuer wird. Und in NÖ? Da gibt es einen Verkerhrsplaner mit Namen Zibuschka, der von einer großen Straßenbaufirma kommt und der mit Bahnen nichts am Hut hat. Es gibt einen Verkehrslandesrat namens Heuras, den man "Zusperr-Hansl" nennt, weil auch er von Bahnen nichts wissen will, ausgenommen die Mariazellerbahn. Und es gibt nicht zuletzt einen Landesfürsten, der seine Vasallen schalten und walten lässt, auch wenn es nicht (!) nach dem Willen der Bevölkerung passiert. Da hält er sich raus, denn er hat eine panische Angst vor den nächsten Wahlen und will auf gar keinen Fall Ärger mit den Straßenlobbyisten haben. Und zum Schluss gibt es auch noch eine Partei, die - schwarz gekleidet - samt ihren Dorfhäuptlingen darauf dringt, Bahnen und Postämter (!) so bald wie möglich zu schließen, da sie Geld kosten. Das Ganze nennt sich dann in NÖ "Politik für's Volk" - bitte für welches.....?

Antworten parapente
26.11.2010 10:53
0 0

Re: Warum...


Vielleicht liegt es daran, dass die Fremdenverkehrssaison in der Wachau nach drei Monaten beendet ist?

0 0

Na, vielleicht wird die Strecke ja von einem Museumsverein dann kostendeckend betrieben?


pepperl
24.11.2010 10:58
2 0

donauurferbahn

Es ist schade, dass diese Strecke so zu Grunde gespart wurde. Wundert es wen, dass diese Bahn an Kunden verliert, bei solch unattraktivem Angebot? 50% der Strecke zw. Krems und Spitz muss auf Grund des maroden Zustands bereits mit nahezu nur Schritttempo durchfahren werden! Man sollte viel mehr in Modernisierung investieren, damit die Donauuferbahn wieder an Attraktivität gewinnt, dann wird sie auch wieder entsprechend genutzt. Stattdessen stellt man sie ein und der Verkehr auf der sowieso schon an ihre Grenzen stoßenden B3 wird noch schlimmer.

Antworten pepperl
24.11.2010 11:01
2 0

Re: donauurferbahn

Ausserdem frage ich mich, wie man bspw. die Schüler morgens in Bussen abfertigen will? Derzeit fahren vier Waggons zw. Spitz und Krems, voll mit Schülern.. die werden dann in überfüllte Busse gestopft, was ein enormes Sicherheitsrisiko darstellt! Aber das ist den Herren völlig egal, wenn Kinder bei hohem Verkehrsaufkommen 20km stehen müssen!

Antworten Antworten Helga Amh.
24.11.2010 16:55
0 0

Re: Re: donauurferbahn

Das mit den Schülern frage ich mich ebenfalls und vormittags benutzen auch viele Studenten der Donauuni die Wachaubahn. Allerdings muß ich zugeben, dass der Großteil der Leute aus Richtung Krems, die den gleichen Zug wie ich benutz(t)en am Campus ausgestiegen ist - doch bis dahin war es wirklich *voll*. Punkto Modernisierung und Anhebung der Attraktivität als Alternative gebe ich Dir aber in jedem Fall recht! Im Moment aber scheint mir, dass für Autobahnen - und hier vor allem Lärmschutzwände immens viel Geld reingepumpt wird, man sollte doch schon aus Umweltschutzgedanken an Alternativen denken !

Gast: Alt 68er
24.11.2010 10:14
4 3

Fadenscheinig

Warum ist es denn so schlimm, die Bahn abzuschaffen? Die Eisenbahn ist in der Fläche nicht mehr zeitgemäß. Dies wird hoffentlich auch die (im internationalen Rating ach so gute) TU Wien und damit Hr. Prof. Knoflacher einmal verstehen. (Wer hat einmal in der internationalen Fachwelt von einem Knoflacher gehört????)

Es werden in diesem Lande einfach Fetischen nachgeweint. ALLE Nebenbahnen gehören abgeschafft. Um das Geld kann Sinnvolleres für die Umwelt getan werden.

PS:
Auch Busse und Taxis sind Öffentlicher Verkehr.

Antworten Pilatus
24.11.2010 14:00
0 2

Re: Fadenscheinig

Typisch für einen "Alt 68er", der wahrscheinlich grün wählt und selbst mit seinem Auto die Luft verpestet. Kinder hat er sowieso keine und auch jene Leute, die kein Auto haben und auf die Bahn angewiesen sind, sind ihm wurscht. Diese ewigen Besserwisser können nur nerven. Auch mit der Kultur haben es diese Leute nicht so sehr. Diese Flower-power-Generation hielt sich schon damals für etwas Besonderes, war es aber nie.

Antworten Cuchulainn
24.11.2010 12:07
1 1

Re: Fadenscheinig

na, Sie als 68er haben ja kein Gefühl für Schönheit!

periskop
24.11.2010 09:51
4 4

Die Züge sind fast immer leer!

Ich sehe aus 200 m Entfernung fast nie Passagiere in den Schienenbussen der Wachaubahn (bei Dunkelheit ist das beleuchtete Innere besonders gut zu sehen). Man hat den Eindruck, die Bahn fährt nur als Beschäftigungstherapie für Eisenbahner!

Die Transportmöglichkeit bei Hochwasser wird es ja immer noch geben, auch sind die meisten Gemeinden vom Landesinneren her erreichbar.

Der neue Hochwasserschutz für die Wachau ist schon fast fertig, nur in Spitz gibt es noch eine Baustelle. Diese niedrigen, gedrungenen Betonmauern entlang der Straße, auf die bei Bedarf noch Lamellenwände aufgestellt werden (in Stein gibt es das schon lange), beeinträchtigen nach meiner Meinung das Weltkulturerbe massiv, jedenfalls viel mehr als es die Einstellung des regelmäßigen Bahnbetriebs tut!

parapente
24.11.2010 09:34
2 3

Und schon wieder der


Wichtigmacher Knoflacher! Er hat keine Ahnung, diese Bahn fährt ganztägig leer herum!

Antworten Gast: 987654321
24.11.2010 13:59
1 1

Re: Und schon wieder der

Und trotzdem zeigt die jährliche ÖBB-Fahrgastzählung 991 Einsteiger pro Werktag.

Gast: gast
24.11.2010 09:30
0 0

verkehrspolitik

super verkehrspolitik in österreich

Gast: Vogel Strauss
24.11.2010 08:18
3 1

Land NÖ

Das war doch klar, dass das Land die Nebenbahnen nur deshalb von den ÖBB übernommen hat, um sie einzustellen. Für den Strassenbau gibts mehr Kohle von Brüssel! Und das schwer verschuldete Land benötigt das dringend! Also wird mit aller Gewalt unser schönes Land ruiniert - siehe S34 und Traisentalbahn!
Weg mit dieser Landesregierung!

geronimo
24.11.2010 07:50
3 1

Geballte Wirtschaftskompetenz!

der ÖVP-NÖ zeigt sich in vielen Facetten.

Hier schafft man es nicht eine Bahn in einer Gegend - unter Einbeziehung der Umwegrentabilität - profitabel zu führen, die von Wein-Touristen überflutet wird.

Gast: Jugosloven
24.11.2010 07:27
3 1

Das Letzte

Verkehrspolitik in NÖ: Straßenausbau um jeden Preis, Vernichten der Eisenbahninfrastruktur, Umstellen auf Busse. In der Wachau stehen halt die ach so tollen Busse im Stau, besonders in der warmen Jahreszeit (Rad-Touristensaison). Fahrradmitnahme im Bus ist schon jetzt nicht möglich. Hunderte Millionen werden für den Straßenbau verpulvert, da wären die Mittel für die Bahn locker drin. Aber auch anderswo ist man so gescheit: Ein Nationalpark (!), in dem es eine elektrifizierte Eisenbahn gibt, ist nur mehr an Wochenenden mit dem Zug erreichbar (ein Zug pro Tag und Richtung), dafür gibt es ein "Buskonzept". Wer Wien-Venedig tagsüber mit dem Zug fahren will, muss in Klagenfurt oder Villach in den Bus umsteigen, obwohl Italien die "Pontebbana" ausgebaut hat. Graz-Linz nicht mehr direkt, Graz-Salzburg von Ausdünnung bedroht, usw.
Lauter "Haupttreffer", die sich Österreich - auch - dank des tadellosen Föderalismus leistet. Vielleicht wachen einige nach Aberkennung des Weltkulturerbestatus auf.
Merke:
Erst wenn die letzte Eisenbahn eingestellt und auf Autobusbetrieb umgestellt ist, werdet Ihr merken, dass die Leute lieber gleich mit dem Auto fahren.

cerberus
24.11.2010 06:18
2 0

Die Aufgabe der Bahn ist nicht primär die Profitmaximierung

sondern noch immer die Personenbeförderung. Diese kann generell nicht rentabel sein. Hier den Rotstift anzusetzen mag wirtschaftlich berechtigt sein, der politische Auftrag wird jedoch so nicht erfüllt. Wenn die Manager Millionen verzocken, der unsinnige Koralmtunnel um Milliardenbeträge gebaut wird, scheint das niemand zu stören. Hier werden Haselsteiner & Co bedient, auf der anderen Seite wird die Personenbeförderung eingestellt. Die Profitmaximierung der Baufirmen wird sichergestellt, während die Kernaufgabe der Fahrgastbeförderung Schritt für Schritt eingestellt wird. Den Ball schieben sich dabei die ÖBB und das Land gegenseitig zu. Auf der Strecke bleibt der Fahrgast und der Steuerzahler bei den unsinnigen Investments und Casinodeals der ÖBB Manager.

Gast: Bahnfahrer
24.11.2010 06:09
3 1

Wieso soll die SPÖ die Kosten für die Bahnerhalting tragen?

Das Land Niederösterreich hat den Kostenbeitrag bereit zustellen - und keine Partei. Wahnsinnsprojekte wie der Koralmtunnel und der neuen Hauptbahnhof - ohne sinnvolle U-Bahnavbindung - werden mit Milliardenaufwand an Steuergeldern gebaut - das regt von den hier gegen den Bahnbetrieb postenden Gescheiterln keinen auf. Die Basisaufgabe des Personenverkehrs wird dafür eingestellt. Hauptsache, die Baumafia profitiert.
Die Alten, die über keinen PKW vewrfügen, haben dann halt Pech gehabt oder können dann alle 6 Stunden mit dem Bus fahren...

Gast: nix fir unguad
24.11.2010 05:36
0 3

Die Bahn bleibt ja erhalten

sonst könnten ja die Nostalgiezüge nicht fahren.
Ergo kann man auch bei zuköftigen Hochwasser die Ortschaften versorgen. Der Hr. Posch kann wohl nicht analytisch denken.

Antworten WM
24.11.2010 10:26
2 0

Re: Die Bahn bleibt ja erhalten

1. Es müßten dann entsprechende Fahrpläne vorbereitete sein
2. Es müßte das entsprechende Zugsmaterial (Loks, Züge) vorhanden und einsatzbereit sein - dieser Park müßte dann auch in den langen Stehzeiten gewartet werden!
3, Es bräuchte auch das entsprechende Personal
4. Die Wartung eienr Strecke, auf der ein paar Nostalgiezüge fahren ist eine andere, als jene für einen Vollverkehr
5. Die Bahnhöfe müßten entsrpechend gewartet werden.
6. ....
Also, wer kann da nicht analytisch denken ....

Antworten Antworten Gast: nix fir unguad
25.11.2010 01:37
0 0

Re: Re: Die Bahn bleibt ja erhalten

Man wird doch innerhalb von ein paar Stunden ein-zwei Loks und ein paar Güterwaggons nach Krems schaffen können?
Bei einem Katastropheneinsatz braucht man Güterwaggons und keine Schienenbusse. Was anderes ist auf der Strecke eh nicht vorhanden.
Und bei diesen Distanzen ist es wohl egal ob der Zug mit 15km/h oder mit 60km/h zur Einsatzstelle rollt.

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Weg mit diesem Verkehrshinderniss!

Wer braucht so eine Bremse auf Schienen, die nur den Autoverkehr behindert? Sperren, abtragen und den wiener Grünen schenken, die basteln dann die 13-er-BIM daraus, damit sie in den Bobo-Bezirken damit herumfahren können. In einem moderenen Bundesland haben solche Anachronismen nichts verloren!

Resi

Antworten WM
24.11.2010 10:29
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Re: Weg mit diesem Verkehrshinderniss!

Web mit dem Autoverkehr, der nur das Leben behindert, Lärm macht, Tote und Verletzte produziert, Schadstoffe in die Luft entsorgt, Müllhalden produziert, die Landschaft verschandelt, Boden zerstört etc.

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Die Bahn baut vielleicht keine Unfälle?

Immer wieder schiebt sie Autiofahrer, die ja wesentlich schwächer sind als die Lokomotive auf Bahnübergängen von den Gleisen. Gewährt den Autofahrern gegenüber der Bahn den gleichen Schutz, wie den Fussgängern gegenüber dem Kfz.

Und der Lärm? Haben sie schon mal einen Güterzug in einer Kurve bremsen gehört? Die Lärmhölle auf Schienen ist das! Weg damit!

Und Schienen sind sowieso Landschaftsverschandler. Wo geht einen Radweg daraus machen, ist ja gleich viel schöner dann. Und die lästigen Strampler sind weg von der Strasse.

Resi

 
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