Fall Anita K.: Leiche gefunden, Verdächtiger erhängt

Die 23-Jährige aus dem Waldviertel ist seit Ende Oktober vermisst. Nun wurde in der Slowakei eine Leiche entdeckt. Der 54-jährige Hauptverdächtige hat sich in seiner U-Haftzelle erhängt.

Waldviertel Anita K
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Die Vermisste Anita K. – (c) APA/POLIZEI (Polizei)

Wende im Fall der verschwundenen Anita K. aus Eggern im Waldviertel: Der Hauptverdächtige hat sich in der Nacht in seiner U-Haftzelle erhängt. Zugleich wurde in der Slowakei eine weibliche Leiche gefunden, bei der es sich  um die vermisste 23-Jährige handeln könnte, berichten mehrere Medien. Bestätigt ist dies aber bisher nicht.

Anita K. war zuletzt am 28. Oktober gesehen worden. Die 23-Jährige soll in einer Dreiecksbeziehung mit dem Erwin K., dem 54-jährigen Hauptverdächtigen, und ihrer Schwester gelebt haben. Nach dem Ende dieser Beziehung sei sie zu einer Aussprache ins Haus von Erwin K., der auch ihr Ziehvater war, gefahren, um finanzielle Angelegenheiten zu regeln. Nachdem sie sich nach einiger Zeit nicht wie vereinbart bei ihrem neuen Freund gemeldet hatte, habe dieser die Polizei eingeschaltet, berichtet Oberst Franz Polzer vom Landeskriminalamt NÖ.

Leiche in Südslowakei verbrannt?

Die Polizei vermutet, dass Erwin K. die Leiche der 23-Jährigen in der Südslowakei verbrannt hat. Laut Exekutive sei der Verdächtige noch 28. Oktober ins benachbarte Ausland gereist und habe sich dort einige Tage aufgehalten. Am Tag darauf sei der Verdächtige "bei einem Brandgeschehen" beobachtet worden.

Bei einer Kontrolle durch die örtliche Polizei wurden in seinem Wagen zwei leere Benzinkanister, Werkzeug sowie ein Teppich entdeckt. An der Brandstelle fanden die Ermittler eine ausgebrannte, mit Löchern präparierte Mülltonne. Eine Reihe von Spuren müsse noch untersucht werden, hieß es. Auch die in den vergangenen Tagen bereits sehr gezielte, aber bisher erfolglose Suche nach der Leiche werde noch fortgesetzt.

Trennung als mögliches Motiv

Der 54-Jährige habe zu all diesen Vorwürfen in den Einvernahmen nichts gesagt. "Er hat sich schlicht und einfach in Schweigen gehüllt", sagte Polzer. Vermutet wird jedenfalls, dass der Mann, der die 23-Jährige und ihre Schwester bereits als Kinder bei sich aufnahm und beide missbraucht haben dürfte, mit dem Ende der "zur Gewohnheit gewordenen" Dreiecksbeziehung nicht zurecht kam. Anita K. war erst wenige Tage vor ihrem Verschwinden gegen den Willen des 54-Jährigen zu einem neuen Partner gezogen.

Der Verdächtige und die Schwester der Vermissten machten unterschiedliche Angaben zu dem Fall und wurden am 19. November wegen des Verdachts des Mordes bzw. der Freiheitsentziehung in der Justizanstalt Krems in U-Haft genommen. Diese wurde erst gestern, Montag, verlängert. Bei der folgenden Einvernahme habe die Schwester ihre Angaben aber glaubhaft korrigiert. Sie hatte - laut Polizei vermutlich aus Abhängigkeit von dem 54-Jährigen - ursprünglich behauptet, sie habe Anita K. das Haus verlassen sehen, was aber nicht der Wahrheit entsprach. Der Tatverdacht gegen sie wurde daher fallen gelassen und sie aus der U-Haft entlassen.

Die vermisste 23-Jährige ist 1,63 Meter groß, schlank und wiegt laut Polizei etwa 50 Kilo. Die junge Frau hat braune Augen und braunes, schulterlanges Haar. Anita K. war am Tag ihres Verschwindens u.a. mit blauen Jeans, einem weißen T-Shirt und einer schwarzen Strickweste bekleidet. Außerdem trug sie beige Lederhalbschuhe. Bei sich hatte die 23-Jährige lediglich ihr Mobiltelefon.

(APA/Red.)

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