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Tierschützer: Soko nach "Kleider Bauer"-Intervention

05.01.2011 | 15:46 |   (DiePresse.com)

Nach Intervention der Firma im Innenministerium habe man eine Soko ins Leben gerufen, sagt der ehemalige Sonderermittler Erich Zwettler. Der Einsatz einer verdeckten Ermittlerin dürfte nicht gänzlich gedeckt sein.

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Das Protokoll einer Zeugenaussage im Wiener Neustädter Tierschützer-Prozess macht deutlich, dass die "Soko Bekleidung" unmittelbar nach einer Intervention im Innenministerium ins Leben gerufen wurde. Bis zu drei Dutzend Beamte des Bundeskriminalamts hatten seit April 2007 gegen Tierrechtsaktivisten ermittelt. Außerdem war der Einsatz der verdeckten Ermittlerin "Danielle Durand" womöglich nicht zur Gänze gedeckt.

Der ehemalige Soko-Chef und nunmehrige Leiter des Wiener Landesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), Erich Zwettler, hat bei seinem Zeugenauftritt im Landesgericht Wiener Neustadt deponiert, dass es zur Gründung der Soko kam, nachdem einer der Chefs der Firma Kleider Bauer beim damaligen Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Erik Buxbaum, vorgesprochen und sich "mokiert" hatte. Er habe "verlangt, dass die Polizei tätig wird", ist dem der APA vorliegenden Einvernahmeprotokoll Zwettlers zu entnehmen.

Im April 2007 sei er, Zwettler, zu einer Besprechung beim Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit eingeladen worden. An dieser habe unter anderem Werner Graf, der sich als einer der Chefs der Firma Kleider Bauer vorstellte, teilgenommen. Dieser habe berichtet, dass sowohl sein Fahrzeug als auch das Auto eines oder einer Verwandten beschädigt worden sei.

Die gröbsten Fehlentwicklungen
Der Prozess gegen die 13 Tierschützer, denen unter anderem die Bildung einer kriminellen Organisation nach dem "Mafia-Paragrafen" 278a StGb vorgeworfen wird, wird am 24. Jänner fortgesetzt.

Das "Mafia-Verfahren" gilt mittlerweile als Polizei- und Justizaffäre.

Mehr: "Die Presse" analysiert die rechtsstaatlichen Todsünden.

Erhebungen mit von Kleider Bauer zusammengestellten Akten begonnen

Kleider Bauer stand schon seit längerem im Zentrum von Aktionen einiger Tierrechtsaktivisten. Werner Graf habe sich darüber "sehr mokiert", zugleich betont, dass er "dem nicht mehr zuschauen" wolle, und das Einschreiten der Polizei gefordert, berichtete Zwettler weiter.

Der Auftritt Grafs hatte durchschlagenden Erfolg, wie Zwettlers Aussage zeigt: "Der Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit hat dann den Auftrag erteilt, dass man eine Ermittlungsgruppe einrichten soll, die sich eben mit diesen Straftaten auseinandersetzt." Die Soko bekam zum Einstand auch ein von Kleider Bauer angelegtes Dossier über die Aktionen und die weltanschauliche Ausrichtung der Tierschützer ausgehändigt. Auf Basis dieses Aktenordners, der laut Zwettler "einen oder zwei Tage später" übergeben wurde, starteten die Erhebungen.

Durand-Einsatz nicht gänzlich gedeckt?

Zwettler war bei seiner Einvernahme auch zur verdeckten Ermittlerin "Danielle Durand" befragt worden, die sich - als Französisch-Studentin getarnt - in die Szene eingeschleust und von April 2007 bis Juli 2008 mehr oder weniger gewichtige Informationen zusammengetragen hatte. Dabei behauptete Zwettler unter Wahrheitspflicht, deren Aktivitäten wären mit 1. Jänner 2008 beendet worden, da sich mit diesem Datum die Strafprozessordnung geändert hatte. Auf Nachfragen eines Verteidigers ("Ab dann sind keine mehr gemacht worden, ab 1. Jänner 2008?"), bekräftigt Zwettler seine Angaben mit einem entschiedenen "Nein".

Abgesehen von dem - sollte Zwettlers Aussage den Tatsachen entsprechen - damit womöglich rechtlich nicht zur Gänze gedeckten Einsatz dürfte für den Soko-Chef die Tätigkeit von "Danielle Durand" wenig ergiebig verlaufen sein. "Die Informationen, die ich wollte, nämlich wann wird ein Anschlag wo begangen und möglichst auch noch von wem, sind nicht gekommen." Die Ermittlerin habe "im Bereich dieses Ziels, das ich vorgegeben habe" keine "brauchbaren Ergebnisse" geliefert.

Einsatz schon länger bekannt

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat am Mittwoch darauf hingewiesen, dass der Einsatz der verdeckten Ermittlerin seit längerem bekannt war und nicht erst im Zuge der Hauptverhandlung ans Tageslicht kam. "Die verdeckte Ermittlerin findet erstmals Erwähnung in einem Zwischenbericht der Polizei vom 13. September 2007", bemerkte der Erste Staatsanwalt Johann Fuchs.

Dieser Bericht habe unter der Ordnungsnummer 97 Eingang in den Gerichtsakt gefunden und sei damit seit geraumer Zeit auch den Verteidigern bekannt, betonte Fuchs: "Sie haben im Frühjahr 2009 in einem Schriftsatz darauf Bezug genommen."

(APA)

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80 Kommentare
 
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Conclusio des bisherigen Verfahrens gegen die Tierschützer: Es stehen schlichtweg die Falschen vor Gericht!

All die geschmacklosen, inakzeptablen, demokratiefeindlichen, nach "Freunderlwirtschaft" klingenden Fakten bestätigen einfach nur, dass nicht die Tierschützer wegen "Bildung einer mafiaähnlichen Organisation" vor Gericht stehen dürften, sondern man genau dieses Vergehen den Politikern, Staatsanwälten, Exekutivbeamten, Jägern und den privaten "Ezzesgebern" vorwerfen müsste!

Dieser Prozess ist inzwischen eh schon zu einem "Justizskandal" erster Klasse geworden. Bleibt für uns (vorerst noch?) Unbeteiligte nur zu hoffen, dass er zu einem Bumerang für jene wird, die ihn "angezettelt" haben...

Gast: Gast
07.01.2011 12:39
2 2

nach Ansicht der Linken

soll sich die Firma Kleiderbauer also von Verbrechern alles gefallen lassen?

Antworten Gast: kein_gast
07.01.2011 18:34
0 0

Re: nach Ansicht der Linken

nach ansicht der linken und jedes aufrichtigen menschen: genausoviel wie jeder andere auch, nicht mehr und nicht weniger.


Gast: Franz Kaulitz
06.01.2011 19:40
2 0

Unschuldsvermutung

Diesmal gilt NICHT die Unschuldsvermutung.

So scheint es mir der Fall zu sein.

Gast: Schin Beth
06.01.2011 19:23
0 0

Ein guter Anwalt würde bei den Fakten dieses Falles

ohne weiteres einen kompletten Kostenersatz zahlbar durch das Unternehmen Kleider Bauer erwirken.
Vorsätzliche falsche Fakten die zur Ermittlungen durch die Polizei führen, sind zudem noch strafrechtlich relevant.
Ob der Staat Österreich dessen mächtig ist wird sich sicher noch weisen.

Antworten Gast: kein_gast
07.01.2011 18:35
0 0

ein guter anwalt allein kann gar nichts

er würde an der - wie man sieht - letztklassigen österreichischen justiz scheitern.

0 0

Diese Geschichte ist nichts Neues,

es bereits öffentlich bekannt, dass sowohl die Untersuchungshaft wie auch die Ermittlungen von der Firma Kleider-Bauer angeordnet wurden.

Gast: Life of Schrammel
06.01.2011 18:43
0 0

Dieser habe berichtet, dass sowohl sein Fahrzeug als auch das Auto eines oder einer Verwandten beschädigt worden sei.

Bis zu drei Dutzend Beamte des Bundeskriminalamts hatten seit April 2007 ermittelt.

Unbelievable

Gast: nina blum
06.01.2011 16:54
0 1

wieviel hat kleiderbauer dafür gezahlt?

ich meinte natürlich gespendet

JohnGalt
06.01.2011 09:09
8 4

Bildung einer kriminellen Organisation nach dem "Mafia-Paragrafen"

Fakt ist: Der VGT sympathisiert und konspiriert seit Jahren mit Organisationen wie der britischen ALF, dem deutschen Tierbefreier EV, und anderen. Diese sind für eine ganze Reihe von Straftaten wie Anschläge, Nötigung und Sachbeschädigung verantwortlich und bekennen sich auch öffentlich dazu. Die Straftaten werden von den Aktivisten selbst minutiös aufgelistet, siehe zB. eine Liste der "Aktionen" in Österreich:

http://www.animalliberationfront.com/ALFront/Actions-Austria/BitebackReports2008.htm
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Damit ist ein wichtiger Punkt der Anklage erfüllt: die Bildung einer kriminellen, internationalen Organisation, die für eine Vielzahl von Straftaten verantwortlich ist.

Es wäre ein Justizskandal, würde das nicht mit aller Härte verfolgt werden...

0 0

Re: Bildung einer kriminellen Organisation nach dem

na und, HLI oder "Human Life International" sympathisiert auch mit amerikansichen christlichen Fundamentalisten, die bereits mehrer Morde begangen haben. Trotzdem saß von denen noch keiner in Untersuchungshaft.

Antworten Gast: gast
06.01.2011 14:15
0 0

Re: Bildung einer kriminellen Organisation nach dem

da lebt das braune herz auf leitende position im justizministerum oder bei kleiderbauer?

Antworten Gast: Christoph Kaminsky
06.01.2011 13:22
1 1

Re: Sympathisieren ist nicht strafbar

Und der Polizeispitzel hat den Nachweis geführt, dass die Aktivisten vom VgT keinen einzigen strafbaren Tatbestand erfüllt haben.

Soweit kann es mit der Sympathie für ALF also auch nicht her sein, wenn man sich dergleichen Taten strikt enthält.

Antworten cancrolino
06.01.2011 13:18
0 0

Re: Bildung einer kriminellen Organisation nach dem

Dem Brandsatz auf dem Foto fehlt ein Draht, und der beschriebene Kontakt am Ziffernblatt müsste auch irgendwie realisiert sein. Ich glaub das ist ein reiner Fake, oder hat's diesen Brandanschlag wirklich gegeben?.

Antworten Antworten gegenstrom
06.01.2011 18:05
0 0

Re: Re: Bildung einer kriminellen Organisation nach dem

Meiner Info nach war der Brand der Jagdhütte wahrscheinlich auf Fahrlässigkeit der Jäger zurück zu führen. Die Sachverständigen konnten jedenfalls keine Hinweise auf Brandlegung finden. Als Brandzeitpunkt wurde ursprünglich der 11.11.2007 laut Aussage von Polizeibeamten angenommen, im Polizeibericht jedoch der Zeitraum auf den 13.11.2007 ausgedehnt, da sich Balluch an diesem Tag auf der Suche nach illegalen Fasanerien in der Gegend aufgehalten hatte.

Antworten Gast: UKW
06.01.2011 12:08
3 0

Hoffentlich zieht die Justiz diesen Typen bald das Fell über die Ohren


1 1

Tu Felix Austria

Österreich, die abgründige »Insel der Seligen«, das Land der gemütlichen Menschen, das sich als Riese schlafen legte und in einem Kellervelies als neurotischen Zwerg wieder aufwachte, eingeschlossen in das Innere einer Mozartkugel, Wiener Schnitzel, Politkomödie, Schwedenbombe, Lippizaner, "Freunderlwirtschaft", Marillenmarmelade, Pfuscher, Knödel, "Sozialpartnerschaft", Kammern, Despoten und Diktatoren inkludiert. Dramatische CO2 belastete Bergkulissen und pompöse verschmutzte Architekturen, Zwölftonmusik und Alpenjodler, Korruption und Vertuschung, Burgtheater und Kasperltheater, selbsternannte Promis und "Experten" aller Sorten – Österreich hat eben viele Seiten. Die k.u.k. Seele und die dazugehörende kakanische Mentalität mit verborgenen Riten und Mythen einer unschuldigen Gesellschaft. Viele Unterwelten, Schneewelten und Scheinwelten. Eine Republik süß wie die Mehlspeise und dunkel wie die Geheim­nisse des österreichischen Fußballs!...

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Re: Tu Felix Austria

Geht's noch?

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Kleider Bauer wurde ja auch über Jahre von den Tierschützern terr orisiert!


Das schreibt z. B. der unverdächtige Florian Klenk von linken "Falter" über die Tierrechts-Verbrecher:

http://www.falter.at/web/print/detail.php?id=767

Soll man solche Verbrechen ungestraft lassen nur weil sie unter dem Deckmäntelchen des Tierschutzes verübt wurden?

Gut dass die Polizei und die Justiz ihre Arbeit machen!

Antworten Gast: Über zwei Jahre alter Käse
08.01.2011 23:13
0 0

Das schreibt z. B. der unverdächtige Florian Klenk von linken "Falter"

Und den obigen Artikel schrieb die/der unverdächtige ... von der rechten "Presse", so what?

Antworten Gast: Canis Lumpus 2.0 alias Dr. Josef Obermayer (Richter am LG Wels) bin ich nicht
08.01.2011 23:11
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Was schreibt der "unverdächtige" Klenk heute?:

http://www.florianklenk.com/2010/11/24/ :
Tierschutzprozess: Die Justiz verliert jedes Augenmaß

http://www.florianklenk.com/2010/12/19/ :
Justizministerium über Tierschutz-Prozess: “Das läuft völlig aus dem Ruder”

Ansonsten:
http://tierschutzprozess.at/

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Re: Kleider Bauer wurde ja auch über Jahre von den Tierschützern terr orisiert!

können sie der öffentlichkeit vielleicht einmal erklären warum florian klenk "unverdächtig" ist?

Antworten Antworten Gast: kein_gast
07.01.2011 18:39
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tatsächlich eine interessante wortwahl

von "unverdächtigen" personen spricht man nicht selten wenn man ebendiese benötigt um sie eine tat ausführen oder aussage tätigen zu lassen, deren urheber zu verdächtig wären.

Antworten Gast: Die Krähe
06.01.2011 13:30
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Re: Kleider Bauer wurde ja auch über Jahre von den Tierschützern terr orisiert!

Herr G. verantwortet unsägliches Tierleid. Wer also selbst über Tierleichen geht, sollte nicht so weinerlich sein, wenn er selbst etwas grober angefasst wird. Wenn sich Herr G. standhaft zu zeigen wünscht, dann sollte er nicht den Rechtsstaat für seine Zwecke instrumentalisieren. Obgleich sich dieser scheinbar willfährig gibt. Ein letztlich politischer Konflikt sollte in keinem Fall vor dem Strafrichter ausgefochten werden.

Das schreibe ich übrigens auch den Grünen ins Stammbuch, die besonders klagsfreudig sind, wenn es um unbotmäßige politische Gegner geht.

Antworten Gast: Ade Bar
06.01.2011 09:59
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Re: Kleider Bauer wurde ja auch über Jahre von den Tierschützern terr orisiert!

Herr Josef Obermaier!

Müssen Sie diese Fadesse permanent hier und im Standard wortident posten?


Antworten Antworten Gast: UKW
06.01.2011 12:04
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Warum sollte er zweimal was anderes schreiben?

Und woher wissen Sie, dass Josef Obermaier sein richtiger Name ist?

 
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