Donau steigt: Überflutungen durch Rekordregen

15.01.2011 | 10:08 |   (DiePresse.com)

Die Donau ist nach starken Regenfällen und Tauwetter über die Ufer getreten. In Kritzendorf bei Wien wurde eine Siedlung überschwemmt.

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[WIEN/RED./apa] Die starken Regenfälle der letzten Tage haben in Österreich für neue Rekorde gesorgt: 160 Millimeter gingen zwischen Mittwochabend und Freitagfrüh im Tiroler Ort Kössen nieder, auch im Salzkammergut fielen stellenweise über 100 Millimeter. Zur Erklärung: Die 160 Millimeter geben an, wie hoch das Wasser in der Niederschlagszeit stünde, würde es nicht abrinnen.

„Für Jänner ein extremes Ereignis, wie es in den Nordalpen nur etwa alle 25, punktuell sogar nur 50 Jahre einmal vorkommt“, sagt die Klimatologin an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien, Johanna Nikitsch.  Die Niederschläge von Kössen sind mengenmäßig auch das Vierfache von dem, was durchschnittlich in Innsbruck fällt – aber im ganzen Jänner. Und es ist fast die Hälfte des Niederschlags, der in Wien durchschnittlich im ganzen Jahr fällt.

Wasser sickert in gefrorenen Böden nicht ein

Auch in anderen Teilen Österreichs wurden rekordverdächtige Regenmengen gemessen. So hat es in den vergangenen 70 Jahren im oberösterreichischen Mondsee innerhalb eines Jännertages noch nie so viel geregnet wie am Donnerstag. Auch in Bad Ischl fielen an einem Tag knapp über 100 Millimeter, was im Jänner im Schnitt alle 25 bis 30 Jahre einmal auftritt.

Die starken Regenfälle sowie die durch die warmen Temperaturen verursachte Schneeschmelze haben auch zu Hochwasser in vielen Teilen Österreichs geführt. Da das Wasser nicht in die harten, teils noch gefrorenen Böden einsickern kann, gelangt es rasch in die Flüsse. Die Donau und andere Gewässer in Nieder- und Oberösterreich sind teilweise über die Ufer getreten.

Siedlung vor Wien überschwemmt

In Steyr (OÖ) wurden wegen Überflutungen der Enns- und der Ortskai gesperrt, Freitagnachmittag entspannte sich dann die Situation. Die Donau ist in Teilen Niederösterreichs über die Ufer getreten, die Feuerwehren wurden zu zahlreichen Einsätzen gerufen, so etwa im Bezirk Amstetten, aber auch in Klosterneuburg bei Wien.

In Kritzendorf wurden Teile der Strombadsiedlung überschwemmt. Die Einsatzkräfte mussten mehrere Fahrzeuge bergen. Die Situation entspannte sich nach Angaben der Meteorologen langsam, weil die Pegelstände der westlichen Zubringerflüsse zur Donau nicht weiter stiegen. In Wien wurde für Samstag der Höhepunkt der Flut vorausgesagt.

Hochwasser: Donau tritt über die Ufer

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20,6 Grad plus im Jahr 2002

Das milde, fast frühlingshafte Wetter wird über das Wochenende anhalten und Höchstwerte bis 15 Grad bringen. Dass es im Jänner warm werden kann, ist aber nicht so selten: Den Österreichrekord gab es am 29. Jänner 2002 in Wiener Neustadt mit 20,6 Grad.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15. 1. 2011)

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24 Kommentare

Helfen, wo andere nicht mehr können.

Na, da werd ma wieder das Bundesheer brauchen. Bin schon auf's nächste Hochwasser nach der Heeresreform gespannt...

Re: Helfen, wo andere nicht mehr können.

Da hilft dann Team Austria von Ö3. (c;
Und die jungen Burschen müssen nicht mehr die restlichen 360 Tage im Jahr verscheißn, um einen Verwaltungsapparat am Leben zu erhalten, der sowieso jetzt schon im Ernstfall handlungsunfähig ist.

Gast: DummerMensch
15.01.2011 00:16
0 0

Besser freuen..

omg... Wasser ist ja sooo böse! Am besten es regnet gar nicht mehr! Trinken kann ich ja Multivitaminsaft aus dem Supermarkt!
Prost!!

Gast: Nussbaum556
14.01.2011 22:57
0 1

Wer am Wasser baut....

Nun - wer neben dem Fluß baut, wird wasser ernten.
Ich kann ja auch nicht in der Wüste bauen und dann mich über den Sand beschweren.
Also, wer vernünftig ist und ein Haus baut, informiert sich ob er im Sumpfgebiet baut, oder er kriegt billigen Grund neben dem Bach, und wird eben gelegentlich überflutet.
Ich sehe nicht ein, warum den Leuten die sich billig Bauplätze verschaffen, dann von unseren Steuergeldern immer die Häuser saniert werden sollen....

Antworten Gast: Gast
15.01.2011 08:35
0 0

Re: Wer am Wasser baut....

Gebe Ihnen völlig recht. Dasselbe Problem besteht dort, wo sich Leute neben Bahngeleisen, Autobahnen und Flughäfen einen billigen Baugrund erwerben und sich dann beschweren, dass es laut ist.
Die eigentliche Schweinerei ist aber, das die jeweiligen Baubehörden nach jedem Hochwasser sehr rasch vergessen, wo eigentlich nicht gebaut werden dürfte und wieder munter Baubewilligungen für Hochwasser gefährdete Bereiche erteilen.

2 0

Kann NÖ seine Bürger nicht schützen?

Alle Jahre wieder ...

0 1

Re: Kann NÖ seine Bürger nicht schützen?

das frag ich mich auch, wenn in wien, wiedermal die kriminalität steigt und steigt.
kann wien seine bürger nicht schützen?

Ueber dieses hochwaesserchen lesen wir jetzt die ganze naechste..

woche - oder die naechsten zwei wochen - in australien genau gleich - seit tagen, wie arm die leute dort doch sind - fuer den einzellnen mag es schon zutreffen - aber - wo wurde gebaut - wer vergab die bewilligung - wo sind die schutzbauten - in pakistan stehen teile des landes im sueden immer noch unter wasser - seit ueber 5 monaten - das ist ein hochwasser - in oe ist es nicht einmal der rede wert.............

2 3

Der Monarch sah das kommen und befahl das Innutationsgebiet für Wien.

Wien war geschützt und ist es noch heute.

Nur daß er nicht kommen möge und das Gerinne als sein Eigentum verkenne - wir sind dankbar aber nicht blöde.

Gemeindewohneung sollten den Wienern gehören nicht der Padddei.

Wer tummelt sich in den schönsten und preiswertesten Gemeindewohungen? Minister, Gewerschafter, Parlamentarier und Paddeihawerer.


0 0

Re: Der Monarch sah das kommen und befahl das Innutationsgebiet für Wien.

Was heisst Innutationsgebiet, ist in Wikipedia nicht zu finden.
Gibt es ein eigenes Porlet-Wörterbuch?

Re: Re: Der Monarch sah das kommen und befahl das Innutationsgebiet für Wien.

Bis zum Bau des Entlastungsgerinnes + Donauinsel hat es wirklich immer so geheißen. Aber da waren Sie warscheinlich noch in Abrahams - Wurstkessel. Bitte nicht gscheit daherreden!

Re: Re: Der Monarch sah das kommen und befahl das Innutationsgebiet für Wien.

LAUT HERRN KARL HEISST ES INNUNTIONSGEBIET !;)

Antworten Antworten Gast: Wastl
14.01.2011 16:33
0 0

Re: Re: Der Monarch sah das kommen und befahl das Innutationsgebiet für Wien.

Versuchen Sie es mit Inundationsgebiet.

1 0

Re: Der Monarch sah das kommen und befahl das Innutationsgebiet für Wien.

? PROLETEN wohnen in den Gemeindewohnungen. Na wie ist es da Hr. Prolet.
Hochwasser - Gemeindewohnungen, wo ist der Zusammenhang.
Hochwasser in Ihrem Hirn?

Gast: Herr Obergscheid
14.01.2011 11:34
5 0

Jedes Jahr das gleiche Theater!

Wer unbedingt im natürlichen Überschwemmungsgebiet der Au wohnen will, ist selber schuld!
Natürlich hätten dort auch nie Baubewilligungen erteilt werden dürfen.
Aber die Zersiedelung ist die Ursache vieler Probleme in Österreich.

Na so was?


Kritzendorf und Hochwasser? Wie gibts denn sowas?? Is ja ganz neu!

Gast: Biersauer
14.01.2011 10:03
6 1

Sind wiederum die höchsten Feiertage bei den GrünInnen,...

wenns wieder zuschaun können, beim Hochwasser, das bis zur Dachkante steht, weil da haben die Bisamratten und die Lurche wieder Hochzeit!

11 0

So wie's aussieht

steigen bald wieder die Beliebtheitswerte des Heeres und des Grundwehrdienstes (vermutlich 1 zu 1 mit dem Pegelstand diverser Flüsse).

Re: So wie's aussieht

Doch wahrscheinlich vergessen die Menschen die Helfer schneller, als das Wasser wieder zurückgeht.

Antworten Gast: zoroaster
14.01.2011 10:07
3 16

Re: So wie's aussieht

Gschichtl.
Die freiwilligen Feuerwehren agieren um Hausecken besser als die olivbraunen Pfosten.

Re: Re: So wie's aussieht

Mag unter Umstaenden so sein, aber nach 48 Stunden ist die "Luft draussen" weil sie keine Personalreserven im Hintergrund haben!

1 4

Re: Re: So wie's aussieht

Passt.
Dann könnens ja alle in den Kasernen bleiben und weiter rumlehnen.

Könnens wenigstens der Feuerwehr das Bier nicht wegnehmen.

Antworten Antworten Antworten Gast: zoroaster
14.01.2011 10:51
1 6

Re: Re: Re: So wie's aussieht

Genau so ist es.
Selbst erlebt beim Hochwasser: Prädikat unbrauchbar.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
15.01.2011 14:13
0 0

Re: Re: Re: Re: So wie's aussieht

bei welchem Hochwasser? Bei dir in der Badewanne?
Ich war beim Donauhochwasser 2002 (jawohl - das Jahrtausendhochwasser) selbst Betroffener und ohne die "Olivgrünen" wär nichts mehr gegangen.
Hut ab vor unseren Bundesheerlern im Katastropheneinsatz!

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