Verkehrssicherheit: Radhelmpflicht ab Mai

23.02.2011 | 18:21 |   (Die Presse)

Die Radhelmpflicht gilt für Kinder unter zehn Jahren. Sanktionen sind allerdings nicht vorgesehen. Das Gesetz wurde bereits in Begutachtung geschickt. Die geplante Helmpflicht sorgt für heftige Diskussionen.

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Wien/G.b./Apa. Verkehrsministerin Doris Bures (SP) hat ambitionierte Ziele: Nach dem deutlichen Rückgang der Todesopfer im Verkehr in den vergangenen Jahren soll diese Zahl in den nächsten zehn Jahren erneut halbiert werden. Dies erklärte die Ministerin gestern, Dienstag, bei der Präsentation des „Verkehrssicherheitsprogramms 2011 bis 2020“. Wichtig sei ihr, dass in Hinkunft schwächere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger verstärkt geschützt werden. Von den 250 Maßnahmen, die das Programm enthält, ist die erste konkrete die Einführung der Radhelmpflicht für Kinder unter zehn Jahren – und das voraussichtlich ab Mai. Sanktionen bei Nichtbeachtung werde es aber vorerst nicht geben. Das Gesetz wurde bereits in Begutachtung geschickt.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) unterstützt das Vorhaben. Laut Daten des KfV hätten 43 Prozent der Kinder unter zehn Jahren, die bei einem Unfall Kopfverletzungen erlitten haben, keinen Helm getragen. Mit der Helmpflicht könnten jährlich 900 Fälle von Kindern mit Kopfverletzungen verhindert werden, sagt KfV-Chef Othmar Thann.

Die geplante Helmpflicht sorgt für heftige Diskussionen. Die ÖVP will eine Helmpflicht für alle bis zum 15. Lebensjahr. Die Grünen, das BZÖ und andere Verkehrsorganisationen sehen vor allem die Pflicht zum Tragen des Helms als kontraproduktiv an. Diese halte viele Kinder vom Radfahren ab. Aufklärung sei besser als Zwang.

 

Einführung von Fahrradstraßen

Im neuen Verkehrsprogramm sind neben der Helmpflicht auch andere Maßnahmen vorgesehen. So soll die Benützungspflicht von Radwegen im Ortsgebiet flexibler werden. Das heißt, dass Radfahrer – auch wenn ein Radweg vorhanden ist – die Fahrbahn benützen dürfen. „Dadurch ist ein schnelleres Fortbewegen möglich“, sagt Thann. Weiters kündigte Bures an, dass künftig Länder und Gemeinden Fahrradstraßen einführen können, wo dem Autoverkehr lediglich das Zu- und Abfahren gestattet wird. Ein Projekt, das derzeit in Wien von den Grünen offensiv betrieben wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.02.2011)

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47 Kommentare
 
12

die kinder machen uns...

eh alles nach!
wenn wir erwachsenen keinen helm aufsetzen, werden die es auch nicht machen!wir müll aus dem fahrenden auto werfen, werden sie es auch machen!
das ist ein grundsatz der pädagogik!
lassen sie sich das von einem erfahrenen lehrer und vater sagen!

Gast: hmm
24.02.2011 13:05
1

na, nicht nur stänkern!

Diese "Helmpflicht" soll in erster Linie wohl der juristischen Absicherung von Schadenersatzentscheidungen dienen. Eine Strafsanktionierung wäre sicher überaus problematisch, aber die mit dieser "Pflicht" verbundene stärkere Rechtssicherheit ist gewiss ebenso ein guter Denkansatz wie die propagandistische Wirkung einer solchen Regelung. Grundsätzlich sollte man Kindern bei allen stark sturzgefährdeten Aktivitäten einen Schutzhelm verpassen. Die Schädelnähte sind am kindlichen Schädel noch zu weich um die gleiche Schutzwirkung der Schädelknochen für das Gehirn wie bei Erwachsenen zu ermöglichen. Verantwortungsbewusste Eltern machen das übrigens bereits seit Jahrzehnten!

aktionismus

Kein Mensch hätte vor 20 Jahren einen Helm getragen - trotzdem tun es heute viele freiwillig. Bei Fußgängern würde die Zahl der Toten reduziert werden können, wenn man die Anhaltepflicht für Autos am Schutzweg wieder zurücknimmt, die Fußgänger in falscher Sicherheit wiegt.

Gast: Denkmaschine
24.02.2011 10:52
0

Wann kommt die Winterreifenpflicht für Fahrräder?

Seitenairbags und Abgasuntersuchung sind auch dringend angeraten.

Gast: Drahtesel
24.02.2011 10:42
0

ÖVP fährt scheinbar nie Rad

DAnn braucht sie für sich auch einen Helm. Ansonsten stelle man sich mal die Frage, wie oft man in seinem Leben vom Fahrrad gefallen ist? Wenn es zu gefährlich für Kinder ist, so wie in Wien, dann nützt auch kein Helm. Wenn die Situation sicher wäre, wie in vielen deutschen Städten, dann fällt man auch so gut wie nie auf den Kopf. Allerdings kann man Kindern den Helm ohne Probleme aufsetzen, die protestieren nicht.

Re: ÖVP fährt scheinbar nie Rad

die övp -sympathisanten brauchen anscheinend keinen helm, denn der schützt ja nur gehirne!;-)

Gast: hannking
24.02.2011 10:15
0

endlich!!!!

Ich habe im Bekannten und Freundeskreis schon immer für Gelächter gesorgt, als ich behauptet habe, dass eines Tages die Helmpflicht im Haushalt noch kommen wird!!

So weit sind wir nicht mehr davon entfernt....

Denn eines ist klar, es passieren mehr Unfälle im Haushalt, als im Strassenverkehr.......

Ebenso sollte man Suizid verbieten, schließlich scheiden in Ö mehr Menschen durch die eigene Hand aus dem Leben, als im Strassenverkehr....
Makaber und schlimm, es ist aber so. Nur wird in den Medien über Selbsttöting nicht berichtet, sonst würden die Leute ja mitkriegen wie verzweifel die Mitmenschen zum Teil sind.

Aber lange wird es diese Republik nicht mehr geben (Staatspleite) und dann werden die Radhelme durch die Fenster des Parlaments fliegen.


Gast: grasser prasser
24.02.2011 09:49
0

" Laut Daten des KfV hätten 43 Prozent der Kinder unter zehn Jahren, die bei einem Unfall Kopfverletzungen erlitten haben, keinen Helm getragen"

oder anders gesagt:
Von hundert Kindern die beim Fahradfahren eine Kopfverletzung erlitten, hatten 57 einen Helm auf.

Nach diesen Daten steigert ein Helm also das Verletzungsrisiko - warum dann eine Helmpflicht?

Antworten Gast: Strudel
24.02.2011 10:59
0

Re:

Nein
Die Info (43 % ...) ist aber wertlos ohne die zusätzliche Information wieviele Kinder mit bzw. ohne Helm fgestü+rzt sind und unverletzt geblieben sind.

Grandios

Das soviel Geld vorhanden ist, um ein eigenes Ministerium zu beschaeftigen mit der Sicherheit im Verkehr.

Es waere natuerlich zuviel verlangt, wenn Eltern ihren Kindern selbst erklaeren muessten, dass Radfahren verbunden mit einem Helm die Ueberlebenschancen im Verkehr steigert.

Ich warte schon auf ein Tueroeffnungsministerium, dass dem Volk vorschreibt, die Tuere zu oeffnen befor man versucht durch eben selbige hindurch zu schreiten.


Gast: gast
24.02.2011 01:06
0

helm

ich fordere helmpflicht beim fensterputzen im haushalt, bergsteigerabsicherung für das besteigen einer leiter im haushalt, schutzhandschuhe und schutzbrille beim reinigen der kochtöpfe.
verpflichtend für alle haushalte.
da passieren ja die meisten unfälle.

Commander Bures, übernehmen Sie!

p.s.:
verpflichtende Zahnhygiene wäre auch noch eine verpflichtung.
das fordert Commander Teethassistent Bures hinter vorgehaltener Hand.

So macht man halt Politik


Ist Ihnen der Begriff 'Gesslerhut' bekannt?

;)

Antworten Gast: offset
24.02.2011 00:08
1

Re: So macht man halt Politik

+1
Danke für den Hinweis.

Gast: gast
23.02.2011 23:30
0

aufoktroierung

aufoktroierung, fremdbestimmungen, vorschreibung, eintmündigung, enteignung von selbstverantwortung.

alles in komplizierte rechtliche verordnungen verpacken, damit man als bürger immer schuldig ist.

ist man nicht selber interessiert, dass man seine kinder schützt?
muss alles gesetzlich verpflichtet werden?

unsere geistesgrößen der politik und der EU...

da steckt schon systematik dahinter...

die idiotie ist rot und hat grüne federn


Antworten Gast: ollid
23.02.2011 23:17
0

Re: die idiotie ist rot und hat grüne federn

und du bist ein ollid

Gast: pferdekopf
23.02.2011 19:56
3

wann hat das angefangen?

jede nachfolgende generation scheint aufgrund der von der wirtschaft gesteuerten propaganda immer ängstlicher zu werden.
als ich kind war,
durfte ich noch alleine zur volksschule gehn,
mit freunden unbeaufsichtigt im wald spielen,
musste bei skifahren keinen helm tragen,
wenn ich krank war,wurde ich nicht gleich zum arzt oder ins krankenhaus gebracht,
bekam keine antibiotika sondern schwitzte die krankheit einfach aus,
wenn ich mal auf einem ferienlager oder im urlaub war,bekamen meine eltern von mir eine postkarte,auf der stand,daß es mir gut geht.
die 24h überwachung der kinder durch handy,internet & co find ich erschreckend,daß die werbeindustrie mit hilfe der medien durch schreckenszenarien mit der politik im einklang, immer neue gesetze erlässt,die unser aller verhalten beeinflussen, führt letzten endes zu einer gesellschaft,die aufgrund der vielen regeln und gesetzen, jeglichen fortschritt und freies handeln erstickt .
radfahrn für kinder mit helmpflicht klingt vernünftig,aber die gesellschaftlichen folgen...
wo wird das aufhören?

Antworten Gast: Veigel
24.02.2011 10:46
0

Re: wann hat das angefangen?

Dafür haben heute die Kinder aufgrund zerrütteter Familienverhältnisse AHDS. Dafür gibt es dann ganz tolle Psychopharmaka, mit der ganz viele ganz viel Geld verdienen. Dieses Kind wird im ganzen Leben dann nie mehr gesund werden und muß dann später durch allerlei Gesetze geschützt werden.

Antworten Gast: gast
24.02.2011 00:15
1

Re: wann hat das angefangen?

vollste zustimmung!

Re: wann hat das angefangen?

dem kann nur beigepflichtet werden. nur das wort "ängstlicher" ist etwas zu eng gefasst. die europ. gesellschaften gehen einen internat. einmaligen absurden regulierungs-, sicherheits- und dabei gleichzeitig pseudo-lösungs-weg, der uns global nicht nur wirtschaftlich völlig ins out treiben wird. zb ist der teure zertifizierungs- und begutachtungszauber ja anscheinend auch unsere letzte möglichkeit an pseudo-wirtschaftswachtum, sonst geht ja durchwegs kaum mehr was in diesem abzock- und teuro-spiral-system:
sinnfreie -falsche/ungenaue energieausweise statt (billige) offenlegung der letzten jahres-energieverbräuche bei bereits genutzten bauten, ständige abgasuntersuchungen (zumindest in noe) und kaminkehrungen bei gasheizungen, wo man aus dem blanken abgasrohr sprichwörtlich höchstens staubwischen könnte, detto bei den kfz-pickerl von 3-jährigen autos, wo gleichzeitig jeder insider weiß, wo und wie er mit einer uralten "fahrenden leiche" auch noch problemlos eines bekommt, etc etc
nach jedem längeren asienaufenthalt kann man kaum mehr begreifen, wohin sich die dinge hier ständig weiterentwickeln und wie man dieses regulierungs-absurdistan noch länger aushalten soll

Re: Re: wann hat das angefangen?

gegen das, was heutzutage hier aufgeführt wird, war der frühere ostblock das reine paradies.
und - merkt ihr was?: - die blödesten ideen kommen von profilierungswütigen politikerINNEN ...

"43 Prozent der Kinder unter zehn Jahren, die bei einem Unfall Kopfverletzungen erlitten haben, haben keinen Helm getragen."

was soll das für ein argument sein? das würde doch eher für ein helmverbot sprechen.

Gast: Euri
23.02.2011 18:01
0

Na endlich...

...geht in Sachen Radverkehr was weiter. Was anderswo ganz selbstverständlich ist (Radwege ohne Pflicht, Fahrradstraßen, usw.) kommt jetzt endlich auch bei uns. Damit wird Radeln attraktiver, noch mehr Leute radeln. Klass.

..

was kommt als nächstes? die airbag-pflicht für fussgänger? leinenpflicht für kinder?

..also das ist wirklich extrem unnötig. wer seinen kopf bzw. den seiner kinder schützen will, setzt eh einen helm auf! und da braucht man kein vorschriften! herrschaftszeiten.. da fragt man sich wirklich was die da den ganzen tag tun im parlament ....

btw: ich habe als kind unzählige stürze mit dem rad überlebt – nur damals gabs noch keine radhelme!

viel besser wäre es

die vielen besoffenen autofahrer in den knast zu stecken...

Antworten Gast: pferdekopf
24.02.2011 08:25
0

Re: viel besser wäre es

93% der unfalllenker sind aber nicht besoffen - alkohol am steuer ist ja auch so eine irres argument der politiker/innen,um im strassenverkehr immer mehr übewachung und straferhöhungen zu rechtfertigen.
denn wenn man argumentiert,die strafen für alkoholisiertes fahren werden erhöht,dann werden auch gleichzeitig die strafen für nicht anschnallen,falsch parken,licht am tag? (kommt sicher wieder) usw... hinaufgesetzt.

 
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