Verkehrssicherheit: Radhelmpflicht ab Mai

Die Radhelmpflicht gilt für Kinder unter zehn Jahren. Sanktionen sind allerdings nicht vorgesehen. Das Gesetz wurde bereits in Begutachtung geschickt. Die geplante Helmpflicht sorgt für heftige Diskussionen.

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Wien/G.b./Apa. Verkehrsministerin Doris Bures (SP) hat ambitionierte Ziele: Nach dem deutlichen Rückgang der Todesopfer im Verkehr in den vergangenen Jahren soll diese Zahl in den nächsten zehn Jahren erneut halbiert werden. Dies erklärte die Ministerin gestern, Dienstag, bei der Präsentation des „Verkehrssicherheitsprogramms 2011 bis 2020“. Wichtig sei ihr, dass in Hinkunft schwächere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger verstärkt geschützt werden. Von den 250 Maßnahmen, die das Programm enthält, ist die erste konkrete die Einführung der Radhelmpflicht für Kinder unter zehn Jahren – und das voraussichtlich ab Mai. Sanktionen bei Nichtbeachtung werde es aber vorerst nicht geben. Das Gesetz wurde bereits in Begutachtung geschickt.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) unterstützt das Vorhaben. Laut Daten des KfV hätten 43 Prozent der Kinder unter zehn Jahren, die bei einem Unfall Kopfverletzungen erlitten haben, keinen Helm getragen. Mit der Helmpflicht könnten jährlich 900 Fälle von Kindern mit Kopfverletzungen verhindert werden, sagt KfV-Chef Othmar Thann.

Die geplante Helmpflicht sorgt für heftige Diskussionen. Die ÖVP will eine Helmpflicht für alle bis zum 15. Lebensjahr. Die Grünen, das BZÖ und andere Verkehrsorganisationen sehen vor allem die Pflicht zum Tragen des Helms als kontraproduktiv an. Diese halte viele Kinder vom Radfahren ab. Aufklärung sei besser als Zwang.

 

Einführung von Fahrradstraßen

Im neuen Verkehrsprogramm sind neben der Helmpflicht auch andere Maßnahmen vorgesehen. So soll die Benützungspflicht von Radwegen im Ortsgebiet flexibler werden. Das heißt, dass Radfahrer – auch wenn ein Radweg vorhanden ist – die Fahrbahn benützen dürfen. „Dadurch ist ein schnelleres Fortbewegen möglich“, sagt Thann. Weiters kündigte Bures an, dass künftig Länder und Gemeinden Fahrradstraßen einführen können, wo dem Autoverkehr lediglich das Zu- und Abfahren gestattet wird. Ein Projekt, das derzeit in Wien von den Grünen offensiv betrieben wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.02.2011)

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