Riesenrundgemälde: Chronologie der Übersiedlung

11.03.2011 | 12:16 |   (DiePresse.com)

Aus Sorge um die Kosten und den Denkmalschutz gab es heftige Kritik an der Übersiedlung des Bergisel-Panoramas. Es zeigt die Kämpfe der 3. Bergiselschlacht vom 13. August 1809.

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Nur drei Monate brauchte der Münchner Maler Zeno Diemer 1896, um das rund 1000 Quadratmeter große Riesenrundgemälde in Innsbruck fertigzustellen. Wesentlich länger hielt die zum Teil heftig geführte Debatte rund um seine Übersiedlung aus der Rotunde im Stadtteil Saggen in seine neue Heimat auf den Bergisel an. Kritik gab es unter anderem wegen denkmalschützerischer Aspekte und aus Kostengründen. Das Panorama, das ab morgen, Samstag, an seinem neuen Standort im Museum "Das Tirol Panorama" zu bewundern sein wird, zeigt die Kämpfe der 3. Bergiselschlacht vom 13. August 1809.

Oktober 2006: Das Siegerprojekt des vom Land Tirol EU-weit ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs für ein "Museum der Traditionskultur" wird präsentiert. Ziel war es, das bestehende Kaiserjägermuseum und das Riesenrundgemälde in dem neuen Museum zu integrieren. Das Gemälde soll den Plänen zufolge in einem zehn Meter hohen Zylinder untergebracht werden. Die Projektkosten werden mit acht Millionen Euro angegeben.

September 2008: Das Bundesdenkmalamt stellt einen negativen Bescheid in Aussicht. Zwei in Auftrag gegebene Studien sprechen sich gegen einen Transfer aus. Laut dem Münchner Gutachter Erwin Emmerling gehört das Panorama in das eigens dafür errichtete Gebäude. Das Rundgemälde sei in einem sehr guten Zustand und der Bau mit geringen finanziellen Mitteln problemlos zu sanieren. Tirol beharrt weiterhin auf eine Umsiedlung des Innsbrucker Riesenrundgemäldes und kritisiert den "Schwenk des Bundesdenkmalamtes". Zwei vom Land beauftragte Gutachter stellen fest, dass eine Transferierung machbar ist - die Rotunde müsste im Zuge einer Sanierung so und so entfernt werden.

15. September 2008: Die 17. Internationale Panoramakonferenz in Dresden fordert bei einer Tagung die integrale Erhaltung des Innsbrucker Riesenrundgemäldes und warnt vor einem Qualitätsverlust durch eine Übersiedelung. Das Panorama ist laut Experten weltweit das letzte, das nahezu vollständig und unverändert in seiner Originalform erhalten ist.

30. Oktober 2008: Das Land präsentiert das Konzept für ein neues Museum am Bergisel. Der Bescheid des Bundesdenkmalamtes zur Umsiedlung des Kunstwerks aus der geschichtsträchtigen Rotunde in Innsbruck ist weiterhin ausständig.

8. November 2008: Das Bundesdenkmalamt erteilt einen negativen Bescheid, demnach bilden das Rundgemälde und die Rotunde eine untrennbare Einheit. Das Land Tirol kündigt an, dagegen Berufung einzulegen. In zweiter Instanz muss nun das Kulturministerium entscheiden.

12. Jänner 2009: Kulturministerin Claudia Schmied (S) stimmt der Übersiedelung des Rundgemäldes zu und setzt sich mit dieser Entscheidung in zweiter Instanz über den Entscheid des Bundesdenkmalamtes hinweg. Schmied handelt sich damit Kritik von der Opposition und verschiedenen Experten ein. Der International Panorama Council (IPC) kritisiert erneut die "Zerreißung des Ensembles".

8. August 2009: Kulturlandesrätin Beate Palfrader (V) teilt mit, dass das Bundesdenkmalamt grünes Licht für die Übersiedelung erteilt hat. Die notwendigen Vorarbeiten können beginnen.

11. September 2010: Die Übersiedelung des Innsbrucker Rundgemäldes ist abgeschlossen. Das eine Gesamtfläche von rund 1.000 Quadratmeter umfassende Gemälde wurde auf zwei Rollen aufgewickelt, in einem speziell konzipierten Transportrahmen fixiert und nach einer Fahrt mit einem Tieflader durch die Tiroler Landeshauptstadt mittels Kran über eine Öffnung im Dach des Bergiselmuseums an seinen neuen Standort gehievt. Die Restaurierungsarbeiten beginnen.

13. Oktober 2010: Kulturlandesrätin Beate Palfrader (V) präsentiert den neuen Namen des Museums der Öffentlichkeit: Aus dem "Museum der Traditionskultur" ist "Das Tirol Panorama" geworden. Die Kosten werden mittlerweile mit 21,18 Millionen Euro beziffert. Die Kulturlandesrätin weist Spekulationen rund um eine neuerliche Kostensteigerung zurück.

12. März 2011: "Das Tirol Panorama" wird feierlich eröffnet. Die Errichtungskosten belaufen sich auf 23,3 Mio. Euro.

(APA)

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