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Blick zurück: Das neue Leben der Mona S.

18.06.2011 | 18:07 |  von MANFRED SEEH (Die Presse)

Mitte der Woche rückten vier in Wien lebende Terrorverdächtige ins Visier des Verfassungsschutzes. Seither stellt sich die Frage: War da was? Da war Mona S., die vor Gericht mit ihrer Burka für einen Skandal sorgte.

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Vier junge Muslime, drei Männer und eine Frau, stehen nun also im Fadenkreuz der Verfassungsschützer. Drei wurden von der Polizei auf dem Flughafen Wien-Schwechat abgefangen, als sie nach Pakistan fliegen wollten – mutmaßlich in ein al-Qaida-Ausbildungslager. Der vierte wurde als Kopf der Gruppe in Wien festgenommen und sitzt nun in U-Haft (siehe Artikel unten). Ob es zu Verurteilungen kommt, ist fraglich. Die ersten und letzten Schuldsprüche nach neuerer Anti-Terror-Gesetzgebung erhielten der Islamist Mohammed Mahmoud und dessen damalige Frau Mona S.

Während der 26-jährige Mahmoud voraussichtlich noch bis September in der Haftanstalt Wien Simmering einsitzen muss (seine Chancen auf eine vorzeitige bedingte Entlassung aus seiner vierjährigen Haftstrafe stehen schlecht), führt Mona S. ein neues Leben. Die 24-Jährige hat sich von Mahmoud getrennt. Die beiden waren nach islamischem Recht ein Ehepaar. Nun sind sie, wie Mona sagt, „geschieden“.

Viel mehr noch: Die junge Frau, die in Wien Landstraße lebt, hat die Burka abgelegt. Die Burka – nicht ihren tiefen islamischen Glauben. Eine Vollverschleierung, erklärt Mona im Gespräch mit der „Presse am Sonntag“, „stellt keine islamische Pflicht dar“. Und sei auch „nicht korrekt für diese Gesellschaft“. Für diese – österreichische – Gesellschaft. Mona S. hat augenscheinlich einen liberalen Zugang zu ihrer, wie sie sagt, „Umgebung“ gefunden. Dennoch: „Ich nehme nach wie vor meinen Glauben sehr ernst.“

Verschleiert im Gerichtssaal

Während des Prozesses im Jahr 2008 sah man Mona nur voll verschleiert. Man sah dunkelbraune, ausdrucksstarke Augen. Solche, die Ängstlichkeit vermittelten – nicht Rebellion. Heutzutage könnte man die junge Frau, Tochter einer zum Islam konvertierten Österreicherin und eines gebürtigen Ägypters, zum Beispiel beim Einkaufen im nächsten Supermarkt sehen. Man könnte ihr ins Gesicht schauen. Mona S. würde vielleicht nur eine Baseballkappe tragen – anstatt eines Kopftuches.

Keine Spur mehr von vollständiger Verschleierung – so wie einst bei ihrer Gerichtsverhandlung. Das „Verdecken der Haare“ halte sie nun flexibel, „der Situation angepasst“. Nunmehr hat die zierliche, junge Frau, die übrigens fünf Geschwister hat, einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Eben weil sie der (Prozess-)Öffentlichkeit nie ihr Gesicht zeigte, kann sie sich völlig unerkannt bewegen. Ideal für einen Neustart.

Überall fremde Männer

Rückblende zur Verhandlung gegen Mahmoud und Mona S.: Der Staatsanwalt wirft dem Paar gar die Zugehörigkeit zur al-Qaida „bzw. zu anderen international tätigen radikalislamischen Terrornetzwerken“ vor. Mona S. trägt ihre Burka, als sie vor den Richter tritt. Beharrt dabei auf „Religionsfreiheit“. „Österreich ist kein Gottesstaat. Aber vielleicht wünschen Sie sich das...“, kontert der Richter. Und: „Wir lassen uns nicht vorschreiben, wie wir unsere Prozesse führen sollen.“ „Ich will niemanden beleidigen“, haucht die Angeklagte. Weiter: „Der Prophet hat den Koran erklärt, ich darf mein Gesicht fremden Männern nicht zeigen.“

Das war ganz am Anfang des Prozesses. Mona S. beharrte auf ihrer Verschleierung. „Hier sind so viele fremde Männer. Ich kann mein Gesicht nicht herzeigen. Ich bin Moslem.“ Ebenso beharrlich der Richter: Der Schleier müsse weg. Die Eskalation war unausweichlich. Mona S. wurde wegen „ungeziemenden Benehmens“ des Saales verwiesen. Ihr Urteil, ein Jahr und zehn Monate Gefängnis wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, wurde ihr damals in einem Nebenraum zur Kenntnis gebracht. Die Strafe erging, weil Mona islamistische Internetbotschaften über die US-Besatzung im Irak vom Englischen ins Deutsche übersetzte – und somit den „Propagandatäter“ Mahmoud unterstützte. Zwei Drittel der Strafe musste Mona absitzen. Dabei wurden ihr 14Monate U-Haft angerechnet. Den Rest verbrachte sie im niederösterreichischen Frauengefängnis Schwarzau. Im August 2010 wurde sie entlassen. Zwar hat Mona das Gymnasium abgebrochen, dennoch absolviere sie derzeit ein „Fernstudium“: Arabistik – „bei einem islamischen Gelehrten in Österreich und einem in Deutschland“.

Rassistische Beamte

Der Blick zurück: Die U-Haft in der Justizanstalt Wien Josefstadt sei „katastrophal“ gewesen. „Manche Beamten waren rassistisch. Ich wurde beschimpft und beleidigt.“ Anders die Schwarzau: „Dort durfte ich arbeiten. Essen verteilen und so.“ Terror? Nie will Mona Terroristin gewesen sein. „Das hohe Strafausmaß ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Lieber blickt die Wienerin nach vorn: „Ich möchte als Dolmetscherin arbeiten.“ Für Arabisch und Deutsch.

("Die Presse am Sonntag", Print-Ausgabe, 19. Juni 2011)

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59 Kommentare
 
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Bin für eine Gesetzesänderung, mit der man Nazis abschieben kann.

Die 4-5 in diesem Forum, mit diversen Nicks lassen einen in unsinnigen Glauben dass die blauen in der überzahl sind.
Meinungsäusseung ist okay, solange es nicht Menschenverachtend ist.

Re: Bin für eine Gesetzesänderung, mit der man Nazis abschieben kann.

schließe mich unter der bedingung an, dass wir die ganzen linksaußen mit in den topf werfen.

Re: Re: Bin für eine Gesetzesänderung, mit der man Nazis abschieben kann.

Einverstanden!

Re: Re: Bin für eine Gesetzesänderung, mit der man Nazis abschieben kann.

Einverstanden. Die Autonomen braucht hier auch Niemand. Wir wollen ja nicht dass den Rechten im Exil langweilig wird.

Gast: salzburka
19.06.2011 20:46
2 1

und bunt !!!

müssen burkas eigentlich immer schwarz sein oder erlaubt der koran auch buntes?

Gast: marie-claire
19.06.2011 19:15
5 6

Burka

Für 80% der ÖsterreicherInnen wäre eine Burkapflicht vorteilhaft und das ganze für Österreich geschäftsfördernd

Antworten Gast: burkasdorf
20.06.2011 09:36
2 2

Re: Burka

in belgien und frankreich ist der niqab verboten.keine wunder,dass steinzeitmuslime gerne nach ö ziehen.

Antworten Gast: xxxx
19.06.2011 22:22
2 1

Re: Burka

Wissen Sie überhaupt was eine Burka ist? Diese Mona trägt auf dem Bild keine Burka. Das ist ein Niqab.

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Gut integriert

Also, ich find es echt urgut, dass die Monie jetzt erkannt hat, dass man uns Ungläubige nicht unbedingt sprengen muss, um mit uns gut auszukommen. Das ist ein sehr schöner Erfolg der Integrationsarbeit, wenn der zu Integrierende einen nicht gleich umbringen will und dabei sogar sein Gesicht zeigt.

Ich gebe zu, in letzter Zeit habe ich mir schon oft Sorgen über die Zukunft gemacht. Aber nach so einem lieben Artikel nicht mehr. Leider konnte ich diesem nicht entnehmen, ob das rassistische Verhalten der JW-Beamten bislang geahndet wurde.
Aber ich bin mir sicher, die Presse wird diese Behauptung einer verurteilten Straftäterin nicht ungeprüft übernommen haben. Gell?

Tscha;

Glasklar: da, wo´opportun scheint, setz ma das Nachthemd auf und machen auf streng religiös - warum? Nun, auch der Messner (Reinhold) hat ja gesagt, dass er auf den Everest kraxelte "weil er da ist, und, weil´s geht.
Genauso, wie unzählige Nachbarn Klage einreichen, "einfach, weil´s möglich ist" und dem Unsinn niemand stoppt.

*******-Religion, braucht niemand, verursacht nur Mist.

jaja die bösen beamten

die so gemein zu der armen terroristin waren.

mir kommen fast die tränen....
ich denke dass es dieser frau unzumutaber ist nach diesen qualen noch weiter in österreich zu sein.

man sollte ihr in einem anderen land einen neuestart ermöglichen.
pakistan zum beispiel, da ist sie dann unter gleichgesinnten.

im übrigen empfinde ich es als eine frechheit dass die burka noch ein legales kleidungsstück ist. dieser terroristenfetzen gehört verboten, genauso wie das kopftuch.
diese kleidungsstücke verhindern jedliche assimilation und schafft paraellgesellschaften.

Antworten Gast: eh scho wissn
19.06.2011 20:51
1 5

Re: jaja die bösen beamten

ich bin gegen ein kopftuch oder burkaverbot. denn so ist/wird das, was man hier in wien angerichtet hat, deutlich sichtbar.

Antworten Gast: Beschützer_der_Omas
19.06.2011 15:16
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Re: jaja die bösen beamten

das mit dem Kopftuch ist eine wirklich tolle Idee, am besten stürmen sie in alle Kirchen im Lande und reißen den älteren Damen ihre Kopftücher runter. da haben sie mit ihren Gedanken wohl ein wenig zu schnell geschossen

wird nicht notwendig sein

beim betreten einer kriche nimmt man seine kopfbedeckung sowieso ab.

sie wüssten das wenn sie so ein gebäude jemals von innen gesehen hätten.

Re: wird nicht notwendig sein

so ein blödsinn!

männer christlichen glaubens haben ihre kofbedeckung (generell) in räumen abzunehmen, ganz im gegenseatz zu frauen!

Antworten Antworten Antworten Gast: an
19.06.2011 16:05
2 5

Re: wird nicht notwendig sein

ja, männer - frauen dürfen/müssen ihre kopfbedeckung anbehalten

- wer da wohl keine ahnung hat :)

Re: Re: wird nicht notwendig sein

Da muss ich Gast:an Recht geben!

In der Kirche behalten Frauen die Kopfbedeckung auf und Männer nehmen sie ab!

Gast: globetrotterneu
19.06.2011 14:45
11 5

spö nein danke

danke spö danke für so viel nichts in diesem land.

Re: spö nein danke

Danke für ihren Sinnleeren Beitrag.

Gast: Evelyn13
19.06.2011 13:32
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unglaublich

wie engstirnig die Oesterreicher doch sind
jetzt passt sich die Dame ja an, weil sie offenbar zur Erkenntnis kam, dass Fundamentalismus nichts mit Islam zu tun hat-und es passt auch wieder nicht.
Wie haetten Sie's denn gern?
Da kann ich wirklich froh sein, in einem Land leben zu koennen, in dem Multikulti moeglich ist, und in dem Menschen aus allen Laendern und mit allen verschiedenen Religionen friedlich miteinander leben koennen.
Es beschaemt mich fast Oesterreicherin zu sein, wenn ich die Kommentare hier lese.

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Re: unglaublich

wieso muß sich diese frau so verschleiern?
ist das pflicht oder freiwilligkeit?

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Re: unglaublich

Also wenn Sie das "fast" einmal überschreiten sollten (könnte ja sein, denn "Fremdschämen" ist ja modern, da braucht man nicht an sich selbst zu kontrollieren, ob man vielleicht irgendeinen Grund zum Eigenschämen hätte), dann bieten sich zahlreiche Länder an, in denen Sie und für die Sie sich nicht schämen müssen - zumindest werden Sie das Risiko es zu sagen nicht eingehen wollen, sollte Ihr Bedürfnis sich "für etwas" zu schämen wider Erwarten auch dort wieder ausgelöst werden.

Re: unglaublich

Ich möchte nicht unhöflich sein, aber die Tatsache, dass derart archaische Gesinnungen bei uns gedeihen erfüllt mich nicht mit Freude. Ich möchte das auch nicht mit "Multi-Kulti" schönreden.
Ich bin ebenso gegen islamischen Fundamentalismus wie ich auch gegen jeden anderen Rechtsextremismus bin, alles andere wäre inkonsequent.
P.S.: Gegen Linksextremismus bin ich auch.

Antworten Gast: Kollektiv geschämter
19.06.2011 14:27
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Re: unglaublich

Wenn Sie Zeit haben schämen Sie sich auch ein bischen für mich, aber nur wenn es Ihnen keine größeren Umstände macht.Weil für ihre "DAME" brauchen Sie sich ja nicht zu schämen,denn die würde das für Sie sicher auch nicht tun.

skandalôs!

ich finde es skandalôs wie vernietlichend die Presse ein solches Thema darstellt.
Täter werden hier zu Opfern gemacht, sollten wir uns etwa bei Mona S. fûr ihren Sinneswandel bedanken? ich kann an derart ausdrucksvollen Augen nichts harmloses finden, unter geeigneten Umständen sind auch dearart fanatisch beeinflusste MitläuferInnen durchaus gefährlich, man denke nur an die vielen abgerichteten Selbstmordattentäter.

in unserem Breiten ist kein Platz fûr religiôsen Fanatismus, jeder der das nicht akzeptiert môge Europa verlassen!

Re: skandalôs!

Ich gebe Ihnen Recht, aber die Schmißträger sind auch keine Exponenten der abendländischen Kultur.

 
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