Zeltweg. Den mehr als 100.000 Zuschauern stockte der Atem: Zwei Fallschirmspringer des Bundesheeres stürzten bei einer Show-Übung am Eröffnungstag der „Airpower-Flugshow“ aus rund 25 Metern fast ungebremst Richtung Boden. Die Schirme der beiden Soldaten des Luftbataillons 25 aus Klagenfurt hatten sich kurz nach dem Absprung aus 200 Meter Höhe ineinander verheddert. Die Schirme konnten sich dadurch nicht vollständig öffnen.
Die Männer schlugen auf der Wiese des Flugfelds auf. Nach einer Erstversorgung am Boden wurden sie per Notarzthubschrauber in zwei Spitäler der Umgebung geflogen. Dort wurden von den Ärzten Becken-, Knöchel- und Schulterbrüche diagnostiziert, es bestehe aber keine Lebensgefahr, so Bundesheersprecher Michael Bauer. Trotz des Unfalls soll der Programmpunkt am zweiten Tag der Flugshow erneut aufs Programm gesetzt werden. Die Unfallkommission untersuche "Mensch, Material und Maschine".
Eine andere Panne im Programm blieb dagegen ohne gröbere Folgen. Ausgerechnet bei ihrem ersten Auftritt in Europa kollidierte ein Flugzeug der saudiarabischen Formation „Royal Saudi Hawks“ in der Luft mit einem Vogel. Eine kleine Delle und Blutspuren am grün-weiß lackierten Rumpf der Maschine blieben als Andenken. Das Sextett brach daraufhin sein Programm ab. Nähere Informationen zu dem Zwischenfall gab es seitens der Saudis nicht.
Die Besucher kamen trotzdem auf ihre Rechnung. 220 Flugzeuge aus 20 Nationen, darunter Eurofighter, MiGs, F-16-Jets und Kunstflugstaffeln wie die italienische Frecce Tricolori schraubten sich in waghalsigen Steilflügen in den Himmel.
Neuauflage kommt 2013
Auch verschiedene Hubschraubermodelle sowie historische Fluggeräte und das kleinste Jetflugzeug der Welt, eine Bede BD-5J, sorgten für ein spektakuläres Programm. Am Boden sorgten 5000 Mitarbeiter, davon 3000 Bundesheerangehörige, für einen reibungslosen Ablauf.
Zwischen einer Vielzahl von Verpflegungszelten schob sich die Masse an ausgestellten Flugzeugen vorbei. Zur Freude der Luftfahrtfans kündigte Verteidigungsminister Norbert Darabos gleich zu Beginn an, dass es 2013 zu einer Neuauflage der drei Millionen Euro teuren Veranstaltung kommen könnte.
Nichts zu sehen war von den Störchen, die in den vergangenen Tagen in den allgemeinen Blickpunkt gerückt waren, weil sie rund um das Flugfeld trotz Vertreibungsaktionen durch Bundesheersoldaten während der vergangenen Wochen ihre Nahrungssuche stur fortsetzten. Ganz ließen sich die Tiere ihren Auftritt aber nicht nehmen. Noch vor Veranstaltungsbeginn musste ein Bundesheerhubschrauber aufsteigen, um mit „Winkbewegungen“ ein aufgeflogenes Vogelpaar zu vertreiben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 2. Juli 2011)





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