Habsburg-Begräbnis: Wien wird Adelsmetropole

06.07.2011 | 20:07 |  EVA WINROITHER (Die Presse)

Zum Requiem im Stephansdom vereint sich der europäische Hochadel mit Politikern aus dem In- und Ausland. Es werden fast alle österreichischen Minister, sowie Mitglieder des europäischen Parlaments erwartet.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Wien. Mit seinem Tod hat er es doch noch irgendwie geschafft: Wenn Otto Habsburg-Lothringen am 16. Juli in Wien beigesetzt wird, werden Vertreter aus den europäischen Adelsfamilien in seltener Eintracht neben Politikern aus Österreich und der EU sitzen. „Wir haben bereits Zusagen vom georgischen Staatspräsidenten Micheil Saakaschwili, von Prinzessin Marie-Christine von Kent und dem EU-Politiker Paul Rübig erhalten“, sagt Rainhard Kloucek, Sprecher des Organisationskomitee rund um die Beisetzungsfeierlichkeiten.

Mehr zum Thema:

Weiters werden laut seinen Angaben fast alle österreichischen Minister, Mitglieder des europäischen Parlaments und Vertreter verschiedener Hochadelsfamilien in Europa erwartet. Besonders der Adel wird gut vertreten sein: So ist bekannt, dass Otto Habsburg ausgezeichnete Kontakte zum Haus des Großherzogs von Luxemburg, dem spanischen oder dem marokkanischen Königshaus hatte. Der offizieller Vertreter von Papst Benedikt XVI. („Die Presse“ berichtete) wird nun Kardinal Christoph Schönborn selbst sein, der auch als Hauptzelebrant die Messe im Stephansdom leitet. Mit Pater Paul Habsburg als Kozelebrant ist ein Familienmitglied unter den Geistlichen.

Wie die Begräbniszeremonie im Wiener Stephansdom aber ablaufen wird, liegt streng in Familienhand: Ein zehnköpfiges Organisationsteam unter der Leitung von Michael Habsburg-Lothringen (ungarische Linie) und dem 37-jährigen Gutsbesitzer Dominik Habsburg-Lothringen aus Kärnten (toskanische Linie) ist zurzeit Tag und Nacht im Einsatz.

 

Familientreffen in Mariazell

Wie viele Angehörige des Habsburger-Clans, der mit 600 Mitgliedern fast den halben Dom füllen könnte, anwesend sein werden, weiß Sprecher Kloucek nicht. Mit 150 Teilnehmern wird ein Teil der Familie aber schon beim Requiem in Maria Zell, am 13. Juli, zur Zusammenführung der Särge von Otto und seiner verstorbenen Ehefrau Regina erwartet.

Und auch sonst werden immer mehr Details zur Zeremonie bekannt. So wird Ottos Sarg auch bei der Aufbahrung in Wien ständig verschlossen sein. „Sonst hätte es kein Sargtuch geben können“, erklärt Kloucek. Das bodenlange Tuch, das mit Schwarz-Gelb die traditionellen Farben der Monarchie zeigt, ist abgesehen vom Familienwappen auch mit einem Logo der Paneuropa-Bewegung bestickt – als Zeichen für Habsburgs europapolitische Bestrebungen. An den Seiten des Tuches sind Stücke der Lodenmäntel der sieben Kinder Habsburgs eingenäht.

 

Engster Kreis: 100 Habsburger

Das „gemeine Volk“ wird das Requiem im Stephansdom mithilfe von drei Videoleinwänden verfolgen können, die vor dem Dom, der Hofburg und der Kapuzinerkirche aufgestellt werden. Letztere wird schon am Donnerstag und Freitag die „Schlüsselmomente“ der Aufbahrung Habsburgs in der Kirche übertragen.

Nach der Zeremonie im Stephansdom wird es einen Umzug zur Kapuzinerkirche geben. Dort hinein gelangt aber nur mehr die Kernfamilie der Habsburger, also rund hundert Personen. Sie werden den Kaisersohn schließlich in seine letzte Ruhestätte, in die „Gruftkapelle“ der Kapuzinergruft, geleiten. Mittlerweile steht – nach mehrmaligem Hin und Her – auch die Anordnung der Särge fest: Ehefrau Regina wird links liegen, Otto Habsburg rechts und damit in der Nähe seiner Mutter. Beide Köpfe in Richtung Altar.

Grafik: Die Presse

vergrößern

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

187 Kommentare
 
12 3 4 5

Da fliegen

die Messer wieder tief. Dafür, dass der Verstorbene so unwichtig war, wie manche behaupten, polarisiert er ganz schön.

charles james fox

Ich erkläre ihnen das mal, wie die Deutschen das definieren.
"Von" ist kein Adelsprädikat, sondern die örtliche Abstammung eines Menschen.

Die Ö-Medien verwenden "von", "zu" oder "Graf" nur wenn sie jemand in den Dreck tunken wollen.

Mensdorff-Pouilly: Der Graf hinter Schloss und Riegel
(Die Presse.com)

WOZU DAS GANZE?

Wieso muss ihm der HBP die letzte Ehre erweisen?

Antworten Gast: schlÄchter
12.07.2011 10:23
4

Re: WOZU DAS GANZE?

sg manhatten!
weil dieser herr habsburg sich dank seiner herkunft und verbindungen und seiner bekanntheit bei den höchsten vertretern der alliierten (roosevelt und churchill) massiv für eine wiedererrichtung der REPUBLIK österreich eingesetzt hat-und erfolgreich war (moskauer deklaration).
dafür gebührt ihm tatsächlich höchste anerkennung von seiten unserer republik. da fällt uns republikanern wahrlich kein stein aus der krone, ihm dafür positiv zu gedenken.

schließlich hat das adelsgeschlecht der habsburger europa im ganzen und österreich im speziellen über jahhunderte geprägt-gut oder nicht-das ist unerheblich, den österreich ist wie es ist und beruht eben auch auf einer monarchistischen tradition, den habsburgern.
diese selbstreflexion und das bewußtsein wurde eben auch mit dem letzten thronfolger verpersonifiziert.
geschichte ist in steigem fluss und dazu gehört eben auch die monarchische vergangenheit, die kann und soll man nicht verkleugnen sondern ihr gedenken - warum auch nicht mit einer ehrbezeugung für einen großen österreicher.
mfg
s.

Re: Re: WOZU DAS GANZE?

perfekt!!!

Gast: das hirn
11.07.2011 10:57
1

printausgabe

in der printausgabe der presse fühlt sich präsident fischer bemüssigt seinen senf zu o.v.habsburg abzuliefern und droht mit seinem erscheinen beim requiem im stephansdom die republik vertreten zu wollen. dieses ansinnen kann ich nur als geschmacklos bezeichnen. fischer hat auch nur in der nähe des begräbnisses nichts verloren und schon gar nicht in der ersten reihe. die republik will nicht vertreten sein !

Antworten Gast: JohannS
11.07.2011 11:47
5

Re: printausgabe

Was soll diese Hasstirade aus Anlass eines Todesfalls, der traurig genug ist.Wir leben eben in der Republik und das sollte man respektieren. Lb Gr Johann

Antworten Antworten Gast: Gandalf
11.07.2011 15:51
0

Re: Re: printausgabe

Sie haben recht, mit seinen unqualifizierten Äusserungen hat sich Herr Fischer disqualifiziert. Die Familie sollte ihn bitten, vom Besuch des Requiems Abstand zu nehmen (was sie nicht tun wird) oder es zumindest vermeiden, ihm oder seiner Frau, sollte die gar mitkommen, die Hand zu geben (was problemlos möglich wäre und vielen Österreicherinnen und Österreichern ein Hochgenuss wäre).

Antworten Antworten Gast: das hirn
11.07.2011 13:44
2

Re: Re: printausgabe

lieber grosser johann (Lb Gr Johann), hätten sie die voranstehenden ergüsse sinnerfassend gelesen, dann wüssten sie, was hasstiraden sind. ich bleibe dabei : fischer hat bei dem requiem und sonstigen feierichkeiten nichts verloren.

Antworten Antworten Antworten Gast: JohannS
11.07.2011 18:44
1

Re: Re: Re: printausgabe

Der Gastname muss nicht Nomen est omen sein.Idh weiss es nicht.

Antworten Antworten Antworten Gast: JohannS
11.07.2011 14:16
0

Re: Re: Re: printausgabe

Viele Beiträge sind nicht immer korrekt,stimmt ,aber dieser traurige Anlass polarisiert eben und nimmt eine gewissse Eigendynamik an, Eigentlich schade.

Grosser Johann?.Bin 1 74 und fühle mich nicht so wichtig. Sollte ein anderer Eindruck entstanden sein,pardon.

Lb Gr

Re: Re: Re: printausgabe

sie haben recht...der pöbelpräses soll fernbleiben

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Johann S
12.07.2011 08:09
0

Re: Re: Re: Re: printausgabe

Pardon,mein Gastname ist natürlich Johann S.
Nächste Woche wird ken Mensch mehr über einen "Monarchen sprechen.Skurill!

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Johann S
11.07.2011 20:25
0

Re: Re: Re: Re: printausgabe

Was ist Ihrer Defination nach ein Pöbelpräses?Bitte um Aufklärung.

Re: Re: Re: Re: Re: printausgabe

ein mann in der hofburg der nicht die nötige klasse für dieses amt hat

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Johann D
12.07.2011 07:55
0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: printausgabe

Wer hätte Klasse,Ihr monarch?Keine Klasse ,jedoch sehr
pöbelhaft, so erscheinen mir Ihre Kommentare

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: JohannS
12.07.2011 08:58
0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: printausgabe

Noch was Völkerrechtliches.liebe Monarchisten.
Die Menschenrechtserklärung der Uno 1948 ,spricht in ihren Artikeln 1,2 und 21eine deutliche Sprache.

Natur und Menschenrecht entwickelt sich eben.
Lustig,gell

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: printausgabe

mein monarch???
ich bin republikaner

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Johann S
12.07.2011 09:05
0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: printausgabe

Pardon,hatte den Eindruck denn das ist gängiges Argument der Monarchisten.
Nochmal,tut mir leid und liebe Grüsse Johann .Den folgenden Thread hab ich dann auch falsch adressiert.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: printausgabe

wenn wir eine demokratische monarchie wären..im sinne der scandinavier oder UK wäre es mir auch recht..ich bin aber mit unserer demokratischen republik zufrieden....wie die meisten der poster. die historische objektivität zu forde rn und von links als monarchisten eingestuft werden...noch dazu wo links anscheinen zwischen demokratie und republik ein unauflösliches junktim besteht...monarchie ist für linke die falsche diktatur...das proletariat ist zur diktatur berufen...dann schon lieber queen elizabeth

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Johann S
12.07.2011 12:57
0

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: printausgabe

Die marxschen Theorien sind in ihrer realen Ausprägung schon 1989 und 1991,gescheitert,das ist okay.

Zur Monarchie ,siehe oben. Lb Gr

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: printausgabe

the declaration of human rights...spricht sich in keiner weise gegen das monarchische prinzip aus...konstitutionelle monarchien sind in vielen bereichen dem wahlkönigtum..sprich präsidenten..voraus...andere bereiche sind sicher nachteilig

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: printausgabe

waldheim hatte klasse..gelernter diplomat...deswegen hat ihn auch der sinowatz durch den dreck gezogen..klestil war trotz herkunft aus arbeiterverhältnissen klasse...

c.j. fox

blamiert sich am laufenden bande
die entente war natürlich nicht nur die grossmächte sondern auch ein rattenschwanz kleiner verbündeter...auch serbien und bulgarien..etc..

Eigenartig unsere Medien

Vor kurzem haben sich auch die Ö-Medien über Karl-Theodor zu Guttenberg das Maul zerrissen und nun darf der Deutsche-Staatsbürger Otto von Habsburg nur noch Otto Habsburg genannt werden.
In den deutschen Medien heißt er Otto von Habsburg.

Antworten Gast: BeobachterinSchwarzGelb
11.07.2011 18:49
1

Re: Eigenartig unsere Medien

RICHTIG heisst er S.k.k.H. Otto von Oesterreich. Den Namen Otto Habsburg hat ein TIEFROTER Innenminister erfunden.

 
12 3 4 5

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    15:00
    Wien
    Steiermark
    Oberösterreich
    Tirol
    10°
    Salzburg
    Burgenland
    Kärnten
    Vorarlberg
    Niederösterreich
    10°

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden