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Flugzeuge kollidiert: Vier Tote in Zell am See

29.08.2011 | 12:14 |   (DiePresse.com)

Ein Motorsegler und ein Kleinflugzeug sind kollidiert und in ein Feld gestürzt. Alle Insassen sind tot. Ursache dürften Fehler der Piloten sein.

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Bei einem Zusammenstoß von zwei Flugzeugen sind am Sonntagnachmittag in Zell am See im Salzburger Pinzgau alle vier Insassen der beiden Maschinen ums Leben gekommen. Nach derzeitigem Informationsstand hat menschliches Versagen den Zusammenstoß ausgelöst. Die beiden Piloten dürften sich nicht gesehen haben, sie flogen übereinander.

Kurz vor 16 Uhr kollidierten das motorisierte Segelflugzeug des Typs "Super Dimona" und die zweisitzige Cessna 150 beim Landeanflug auf dem Flugplatz Zell am See. Der Unfall passierte etwa 100 Meter von der Piste entfernt in einer Höhe von 30 bis 50 Metern über dem Boden. Die Flugzeuge prallten auf einem Feld auf.

Bei den Insassen des Motorflugzeuges, einer Cessna 150, handelt sich um einen Mann (31) und eine Frau (30). Die beiden Verstorbenen stammen aus Tirol. In dem Motorsegler befanden sich ebenfalls ein Mann und eine Frau. Sie stammten beide aus Bayern und waren 57 Jahre alt. Die Frau war sofort tot. Der Mann wurde schwer verletzt ins Salzburger Unfallkrankenhaus gebracht. Er erlag am späten Sonntagabend seinen schweren Verletzungen.

Die beiden Tiroler waren von Innsbruck nach Zell am See geflogen, die beiden Deutschen von einem Flugplatz in Bayern aus. Beide Flugzeuge trugen ein deutsches Kennzeichen. Am Steuer saßen die männlichen Insassen. Zum Zeitpunkt der Kollision herrschten beste Wetterbedingungen und Sichtverhältnisse. Laut Augenzeugen haben sich die Tragflächen der Flugzeuge berührt.

Flügel verdeckten die Sicht

Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion der Toten an. Um die Unfallursache zu klären, werden die Wracks von einem gerichtlich beeideten Sachverständigen begutachtet. Zwei Spaziergänger beobachteten den Unfall. Die Maschinen sollen sich beim Landeanflug mit den Tragflächen berührt haben.

Die Flugzeuge flogen vor dem Zusammenstoß  übereinander. Die unterschiedliche Bauweise der Flugzeuge dürfte das Sichtproblem verschärft haben: Der Motorsegler flog oben, seine Flügel befanden sich unterhalb der Sitzposition. Die Flügel der Cessna sind hingegen oberhalb der Sitze. Deshalb haben sich die Piloten offenbar nicht gesehen, vermutet Geschäftsführer Moser. Die beiden hätten aber gewusst, dass sich zwei Flugzeuge im Endanflug befanden - was normalerweise auch kein Problem sei.

Der Flughafen Zell am See ist ein unkontrollierter Flugplatz und verfügt nur über eine Piste. Die Piloten, die auf eigenes Risiko landen, müssen Positionsmeldungen abgeben. "Sie bekommen vom Kontrollturm Informationen, aber keine Landanweisungen. An- und Abflüge erfolgen nach eigenem Ermessen der Piloten. Sie müssen auf Sicht fliegen und die notwendige Distanz zu anderen Flugzeugen einhalten", erklärte Gerichtssachverständiger Thomas Muigg. Grundsätzlich bestehe die Möglichkeit, dass die Piloten miteinander über Funk kommunizieren. Die shaben sie im konkreten Fall nicht gemacht, obwohl sie auf der gleichen Frequenz waren.

(c) APA/RICHARD RONACHER (RICHARD RONACHER)

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(APA)

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15 Kommentare
Gast: Gast Otto
29.08.2011 22:19
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See and Avoid

Dieses rechtlich geforderte Verfahren, (Sehen u. Ausweichen) hat auch bei dieser Kolission versagt, wie schon so oft davor. Es hat heute nur noch die Funktion einen Schuldigen festzulegen. Aus präventiver Sicht ist es ein unzureichendes und nicht mehr zeitgemässes Verfahren. Es gibt heute technische Mittel, die genau solche Zusammenstösse vermeiden könnten, Mittel die erschwinglich sind und die sich ein verantwortungsbewusster Pilot auch leisten sollte. Die größte Unterlassung erfolgt jedoch durch den Gesetzgeber, der gegen eine Transpondereinschaltpflicht ist, um aus seiner Sicht die Leichtigkeit des Luftverkehres nicht zu beeinträchtigen. Somit werden sich noch viele Zusammenstösse ereignen und irgendwann auch einer zwischen einem Airliner und einer kleinen Cessna die ohne Transponderschaltung fliegt und somit das positive Einwirken der Zusammenstosswarnanlage des Airliners unterbindet. Hotsspots sind alle Flugplätze mit Foxtrott Lufträumen. Der Gesetzgeber lässt es darauf ankommen und die Hinterbliebenen sind die Leidtragenden. Vielleicht könnte eine Unterlassungsklage Abhilfe bringen .

Antworten A.F.
30.08.2011 00:39
0 0

Re: See and Avoid

Ich verstehe Sie hier nicht. Der Transponder ermöglicht der Flugleitung die gefährliche Annäherung zu bemerken - nicht aber den involvierten Flugzeugen (resp. deren Piloten) - wenn der Platz Sekundärradar hat. Um die Transponder in den Flugzeugen auch nützen zu können, müßte daher auch ein Platz wie Zell am See mit einem Sekundärradar ausgerüstet sein. Oder die Flugzeuge selbst bräuchten Radar.
Sekundärradar für kleine Alpenplätze oder Radarausrüstung für Ce150, Pa Cherokee oder Segelflugzeuge - ist das umsetzbar?

Oder hat sich in den 10 Jahren seit ich nicht mehr fliege soviel weiterentwickelt?

Antworten Antworten Gast: Gast otto
31.08.2011 08:03
0 0

Re: Re: See and Avoid

Ja, die Weiterentwicklung gibt es!
Bereits für 1000$ gibt es TCAS Systeme,
und seit neuestem das Gerät POWERFLARM. Hier werden Transpondersignale und ADSB Signale und FLARM Signale zu Kollisionswarnsignalen verarbeitet und dem Piloten zur Anzeige gebracht.
Somit sieht er Flugzeuge indirekt, die er mit blosem Auge , aus welchem Grund auch immer, nicht erfassen könnte.
Die Forderung nach TCAS Systemen geht bereits auf das Jahr 1956 zurück. In der professionellen Fliegerei müssen alle LFZ ab einer bestimmten Grösse mit TCAS Systemen ausgerüstet sein. Aus meiner Sicht einer der größten Sicherheitsgewinne der letzten Jahre. Jetzt wäre es an der Zeit auch die Allgemeine Luftfahrt mit solchen Gerätschaften auszurüsten. Allein in Deutschland ereigneten sich in den letzten zehn Jahren rund sechs Kollisionen pro Jahr.

Gast: Gast: manni
29.08.2011 13:11
2 0

was ist schief gelaufen?

als Motorpilot stelle ich mir die Frage, was hier wohl dem Unglück vorangegangen sein mag. Haben beide Piloten ausreichend Positionsmeldungen abgesetzt, haben sie von der Flugleitung Verkehrsinformationen voneinander erhalten, sind beide der Platzrunde gefolgt, oder hat einer abgekürzt oder ist anders angeflogen?
Oder sind sie über längere Zeit genau übereinander geflogen?
Es wäre gut, wenn es dazu Zeugenaussagen gäbe. Nicht, um einen Schuldigen auszumachen, sondern um daraus zu lernen. Und das eigene Verhalten danach zu optimieren.

Gast: D.
29.08.2011 10:29
1 1

Bitte habt Respekt vor den Angehörigen

Ich möchte euch alle bitten Respekt vor den Angehörigen zu haben und pietätlose Kommentare zu unterlassen! Es sind 4 Menschen gestorben!

A.F.
29.08.2011 07:18
0 2

Sichtproblem

Tiefdecker oben, Hochdecker unten.

Antworten A.F.
29.08.2011 17:22
0 0

Liebe Rotstrichler!

Wenn Sie sich trauen oder können (denn gerade da habe ich Zweifel), dann seien Sie einmal so lieb und begründen Sie die Bewertungen! Es ist kein ideologisch belegtes Thema, ich wüßte wirklich nicht, inwiefern mein Beitrag den Opfern oder Hinterbliebenen gegenüber pietät- oder respektlos gewesen wäre.

Bleibt also nur die sachliche Seite. Die Dimona (das war der Motorsegler) ist ein Tiefdecker und flog oben. Die Cessnas (konkret wohl eine 172 oder 182) sind Hochdecker - die konkrete Cessna flog oben. Die Konstellation Tiefdecker oben - Hochdecker unten ist eine häufigsten Unfallursachen bei Kollisionen in Platzrunde/ Platzbereich. Inzwischen ist diese Vermutung ja auch schon im (ergänzten) Artikel zu lesen.

Was also haben Sie an meinem Posting auszusetzen?

Antworten Antworten A.F.
29.08.2011 17:30
0 0

Re: Liebe Rotstrichler!

Korrektur: sollte heißen "...die Cessna flog unten".

Gast: lichter
28.08.2011 18:45
1 4

golfer

wir waren am golfen und über uns am himmel flogen die
segelflugzeuge helis und motorflieger wie wahnsinnig richtung landebahn.. den unfall haben wir aus unmittelbraer nähe erlebt, erst ein kleiner knall sofort danach ein heftiger knall.. allen spieler beim golfen war klar das ist ein absturz!!! warum müssen so viele flugzeuge so nahe straten und landen?

Antworten A.F.
29.08.2011 17:27
0 0

Re: golfer - warum müssen ?

Vielleicht weil Flugzeuge zum Starten und Landen einen Flugplatz brauchen (den es schon lange gibt) und weil der Golfplatz später so nahe beim Flugplatz angelegt wurde?

Antworten Gast: mad max
29.08.2011 06:47
0 1

Re: golfer

......weil so wahnsinnig viele golfen, deshalb.

Antworten Gast: Schnübbler
28.08.2011 20:31
3 1

Re: golfer

Was für ein dämliches und unqualifiziertes Kommentar von" golfer". Warum müssen so viele Flugzeuge so Nahe starten und landen? Warum wohl? Warum müssen so viele Autos überall herumfahren und Unfälle machen? Warum müssen so viele Züge herumfahren, da gibt es auch Zugunglücke? Die Antwort: Weil das Flugzeug wie das Auto oder die Bahn ein Verkehrsmittel ist. Darum! Und weil so ein Flughafen in Zell am See eine ganz tolle Sache ist, wenn man in 45 Minuten von Landshut in Zell sein kann, ohne Tracktoren vor einem auf der Landstraße. Dass es irgenwann auch beim Fliegen zu Unfällen kommt, wie es beim Autofahren ja täglich der Fall ist, muss man eben hinnehmen. Und um nochmal auf das "so nahe" einzugehen, die Frage ist eher, warum muss so nah an einem Flugplatz eine Golfanlage sein? Spielt doch bitte wo anders Golf, wenns euch stört.

Antworten Antworten Gast: Johann S
28.08.2011 21:47
0 0

Re: Re: golfer

Glaube,, hier wird nach VFR also Sichtflugregeln agiert.

Sozusagen Fliegen auf Sicht.


Antworten Antworten Gast: Johann S
28.08.2011 21:46
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Re: Re: golfer

Glaube,, hier wird nach VFR also Sichtflugregeln agiert.

Sozusagen Fliegen auf Sicht.


Antworten Antworten Gast: Toni R.
28.08.2011 21:15
0 1

Re: Re: golfer

War bis vor kurzem selbst noch Flugschein-Inhaber (CPLI), aber Ihrer Argumentation kann ich so ganz nicht folgen. wirkt ein bißchen präpotent!