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E-Control-Vorstand warnt vor Blackout

14.11.2011 | 14:54 |  Von Andreas Wetz (DiePresse.com)

E-Control-Vorstand Boltz mahnt die Politik zum Netzausbau für alternative Träger. Die Idee energieautarker Gemeinden sei „grob fahrlässig“.

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[Wien] Gehen in Österreich bald die Lichter aus? „Nein", sagt der Vorstand der österreichischen Energiebehörde E-Control, Walter Boltz, im Gespräch mit der „Presse". Das heimische Stromnetz gehöre bis heute zu den ausfallsichersten der Welt. Dann holt Boltz tief Luft und schränkt ein: „Es sei denn, der Ausbau des Hochspannungsnetzes verläuft in Zukunft genauso schleppend wie in der Vergangenheit."

Was der 58-jährige Physiker und oberste Energieregulator der Republik sagt, hat Gewicht. Umso bemerkenswerter sind die deutlichen Worte, die Boltz nun zu Beginn der kalten Jahreszeit findet. „Wenn nicht bald etwas geschieht, wird das österreichische Stromnetz technische Probleme bis hin zu flächendeckenden Blackouts bekommen." Unter einem Blackout versteht die Fachwelt einen großflächigen und lange andauernden Ausfall der Elektrizität.

Boltz will niemanden verängstigen, er will aufklären. Das Problem, von dem er spricht, geht nämlich alle an. Nach dem Reaktorunfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima überdachten viele Länder in Europa ihre Position. Neben der Schweiz beschloss mit Deutschland die größte Volkswirtschaft des Kontinents kurzfristig die Abschaltung von sieben, mittelfristig die Stilllegung aller 17 Anlagen. Mit gravierenden Auswirkungen für alle Nachbarländer.

Schnellere Verfahren nötig

Im Süden Deutschlands wird derzeit zu wenig Strom produziert, weshalb der Freistaat Bayern allein hierzulande Kraftwerkskapazitäten in der Höhe von 1400 Megawatt reserviert hat. Zum Vergleich: Österreich benötigt eine Gesamtleistung von knapp 10.000 Megawatt. Das Problem, das die E-Control nun sieht, hat weniger mit der Kapazität der Kraftwerke (theoretisch sind bundesweit 25.000 Megawatt verfügbar), als mit den Transportwegen zu tun. Verkürzt gesagt gibt es zu wenig Leitungen. Und zwar Hochspannungsleitungen, die die Elektrizität mit einer Spannung von 380.000 Volt über große Entfernungen von den Produzenten zu den Abnehmern bringen.

Die Schwierigkeit im Betrieb eines Stromnetzes besteht darin, dass es nur dann stabil ist, wenn ihm gleich viel Energie entnommen wird, wie die angeschlossenen Kraftwerke einspeisen. Gerät das Verhältnis aus dem Gleichgewicht, drohen Ausfälle, die sich ausgehend vom Ort des Problems - etwa einem Umspannwerk - kaskadenartig über mehrere Länder ausbreiten können.

Das Problem ist nun, dass durch den Wegfall des verlässlichen Dauerlastträgers Kernkraft mehr „Ökostrom" (Wind, Fotovoltaik) aus Nord- und Südeuropa in die Mitte des Kontinents gebracht werden muss. Dafür werden zusätzliche Leitungen benötigt, da die Wind- und Solarparks über große Regionen verstreut liegen. Weil diese Kraftwerke zudem alles andere als verlässlich Strom liefern - sie sind vom Wetter abhängig -, müssen andere Länder, auch Österreich, einspringen. Unter anderem mit inneralpinen Pumpspeichern. Und auch dafür fehlen Transportleitungen, vor allem von Norden nach Süden - und umgekehrt.

Boltz fordert deshalb von der Politik, schnellere Genehmigungsverfahren für Hochspannungsverbindungen zu ermöglichen. „Ich habe Verständnis für Bürger, die der Anblick von Strommasten stört. Eben diese Bürger hätten jedoch kein Verständnis, wenn das Licht ausgeht."

Geld für den Ausbau sei bei den Energieversorgern ausreichend vorhanden. Das Missverhältnis zwischen politisch erwünschter Alternativenergie und den weit weniger geliebten Stahlmasten lässt sich sogar in Zahlen fassen. Die Errichtung eines Windparks dauert durchschnittlich ein Jahr. Bei der dazugehörigen Hochspannungsleitung sind es vier Jahre. Der Bau selbst dauert nur wenige Monate. Was die Verfahren bremst, sind die Behördenwege.

Wie angespannt die Lage im europäischen Stromnetz schon ist, weiß man bei der Austrian Power Grid (APG), die hierzulande über 90 Prozent des 380-KV-Netzes betreibt. Nahezu viertelstündlich, so Technikvorstand Heinz Kaupa, greifen seine Mitarbeiter in die Netzschaltungen ein, um die Versorgung zu stabilisieren. Auch bei den Vorarlberger Illwerken, die die übrigen Hochspannungsleitungen betreiben und zudem an einer wichtigen Nord-Süd-Schnittstelle sitzen, betrachtet man die jüngsten Entwicklungen mit Sorge. „Das Netz befindet sich derzeit in einer heiklen Lage", sagte Vorstandsdirektor Christof Germann im Rahmen einer vom Abwehramt des Bundesheeres veranstalteten Podiumsdiskussion.

Scharfe Kritik an Politik

Weil alle Länder miteinander vernetzt sind, sind regionale Probleme in Wahrheit kontinentale. So beschäftigt die deutsche Einspeispflicht für Windstrom Netzbetreiber in ganz Europa. Herrscht an der Nordsee Flaute, müssen Nachbarn einspringen. Beginnt der Wind zu wehen, fangen die unterdimensionierten Drähte in Polen buchstäblich zu glühen an: Da in Deutschland und hierzulande die erwähnten Nord-Süd-Verbindungen fehlen, sucht sich die Energie ihren Weg durch Osteuropa.

Vor diesem Hintergrund spart Boltz nicht mit Kritik an heimischen Politikern, die von energieautarken Gemeinden, Städten und Ländern träumen. Der Energieregulator bezeichnet die Vision als „grundfalsch und grob fahrlässig". Keine Gemeinde der Welt sei dazu in der Lage, stets genau die Energiemenge zu produzieren, die sie benötigt.

Ein effizienter, vor allem aber ausfallsicherer Einsatz von Elektrizität sei nur im europäischen Rahmen möglich. Boltz: „Wenn der Wind im Burgenland einmal nicht weht, muss der Strom zwangsläufig von anderswo herkommen."

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15. November 2011)

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65 Kommentare
 
1 2
Gast: Leo Laimer
15.11.2011 10:55
1 7

Wes' Kind ich bin des' Lied ich sing...

Ziemlich entlarvend, diese Aussagen der eControl.

Man muss keineswegs Spezialist sein, sondern braucht nur ein bisserl Hausverstand um zu sehen, das dezentrale Erzeugung die Netze entlastet, und um sich greifende Energieautarkheit auf lokaler Ebene den Netzausbau völlig überflüssig macht.
Auch meine kleine Liegenschaft ist schon fast energieautark.

Die grossen Stromautobahnen braucht nur die E-Wirtschaft zum Geschäfte machen.

faber
15.11.2011 10:55
4 3

Liebe Presse Zensur!

Auch wenn ihr meinen Leserbrief und die Antwort darauf gelöscht habt.
Die Wahrheit ist, dass das Ökostromgesetz Korruption, organisierten Diebstahl (Ökozuschkäge) und die größte Zerstörung letzter naturnaher Landschaften bedeutet.
Herr Boltz hat insoferne auch recht, dass die "Energieautarkie" der größte Schwindl und Betrug ist mit dem man den Leuten die "Erneuerbaren" einreden will..

Gast: Mag. Walter Klag
15.11.2011 10:27
2 4

Autarkie ist oft schon Tatsache

Leserbrief: Diese Darstellung ist selektiv und leugnet Tatsachen.

Ökostrom ist nicht nur Wind- und Solarenergie. Gerade in der Mitte Europas gibt es genügend Biomasse, mit der man lokal Wärme und Strom erzeugen kann – und zwar für Grund- und Spitzenlast.

Die Idee energieautarker Gemeinden ist nicht „grob fahrlässig“, sondern heute schon Tatsache. Immer mehr Gemeinden und Betriebe nehmen sich das Erfolgsmodell Güssing zum Vorbild. Je mehr Einzelobjekte (Häuser, Betriebe) und Gemeinden dem Ziel der Energieautarkie näher kommen, desto mehr werden die Energieverteilungsnetze (Strom, Öl, Gas) entlastet.

Die großen Energiekonzerne (Strom, Öl, Gas) reagieren aggressiv auf die Autarkiepläne, weil sie Umsatz verlieren und nicht mehr die immer steigenden Preise diktieren können.

Meine eigene Erfahrung: Mein Haus ist mit dem dazugehörigen Grundstück in der Oststeiermark ist zu 97 % energieautark (Erzeugung der Wärme für Heizung und Warmwasser mit einem Holzvergaser; Wirkungsgrad über 80 %). Die restlichen 3 % sind Strom aus der Steiermark, auch dieser kommt vollständig aus erneuerbaren Quellen. Seit der Inbetriebnahme des Holzvergasers ist mein Stromverbrauch drastisch zurückgegangen, damit wurde das Stromnetz entlastet.

Mag. Walter Klag, 1190 Wien


Antworten pirat
15.11.2011 19:21
1 0

Re: Autarkie ist oft schon Tatsache

Nun, Herr Klag, es gibt nicht nur Privathaushalte mit kleinem Energiebedarf die irgendwo in der steirischen Einsamkeit in 1190 Wien stehen, sondern auch Wohnungen, Betriebe, öffentliche Einrichtungen, Verkehrsmittel usw. die bei aller Effizienz einen höheren Bedarf haben, nicht die Möglichkeiten zur direkten Energieerzeugung haben oder schlicht Spitzenleistungen erfordern, die ein Öko-Klimbim-Kraftwerk aus dem Bastelbuch nicht liefern kann.

Vom elektrotechnischen Standpunkt ist es grob fahrlässig, weil energieautarke Einheiten grundsätzlich weniger effizient und somit weniger ökologisch sind (economy of scale), im Falle eines Defekts kein Ausgleich stattfindet und die Energie so teuer wird, dass - siehe Güssing - die Wirtschaft komplett zum Erliegen kommt.

(dass man in 2011 überhaupt noch den Mut hat, das gescheiterte Projekt Güssing zu erwähnen grenzt an Manie)

0 0

Es gibt nicht nur Güssing!!

Kötschach Mauthen ist bereis zu 75% energieautark (Güssing 71%)
http://www.energie-autark.at/show_content.php?sid=46

Antworten Gast: argesauge
15.11.2011 13:07
2 0

Re: Autarkie ist oft schon Tatsache

ich nehme an sie fahren mit der bahn zu ihrem häuschen in der steiermark ;-)))


Antworten texx
15.11.2011 12:58
1 1

Re: Autarkie ist oft schon Tatsache

Der Begriff Biomasse ist irreführend, könnte genausogut auf fossile Energieträger angewendet werden.

Autarkie mag für einige ein gutes Gefühl sein. Ok. Die Gesetze des Marktes jedoch zeigen, dass durch die Zusammenlegung von Produktionsprozessen Güter wirtschaftlicher hergestellt, verteilt und gentutz werden können. Das gilt auch für Energie. Oder anders gesagt: Die wahren verschwender sind die, die sich ihre Infrastruktur redundant aufbauen. Auf anderem Gebiet nenne ich nur das Stichwort Zersiedelung. Klingelts?

Unberücksichtigt bleibt auch, dass man sich mit Autarkie in denk Sack lügt. Woher stammt denn Ihr wunderbarer Holzvergaser? Haben Sie den mit Rohstoffen von ihrem Grundstück gebaut?

Ich will damit nicht sagen, dass ich solches Handeln verurteile. Jeder, wie er will. Ich bin jedoch der Meinung, dass die Ökobewegung auch endlich selbstrefelixiv werden sollte. Nicht alles, wo grün drauf steht, ist gutes drinnen. Nicht alles, was nicht öko sein will, ist böse.

Gast: Über volt und Amper
15.11.2011 06:31
0 3

Das Prolbem ist ein anderes

Der Strom besteht aus zwei Komponenten, aus Volt und Amper, 380,000 Volt und 1 Amper sind das selbe wie 380.000 Amper und ein Volt, vom Leitungsverlust mal abgesehen wo die 1. Variante die günstigere ist,

Das Problem liegt auch weniger an den alternativen Energien als vielmehr darin diese Intelligent zwischenspeichern zu können, einerseits und anderseits das das System als solches sehr Fehlerintolerant als Beispiel sei hier genannt die Bahnstromsysteme die hier mit weit größeren Schwankungen leben können, einerseits Speisen Loks auch Strom durch den Bremsvorgang ein und anderseits wird durch die Fahrt und Magnetwirkung selbst Strom in Leitungen eingespeist, das ist auch der Grund warum Stromleitungen bei arbeiten Geerdet werden müssen, eine daneben fahrende Lok reicht voll aus das die Ladung bei arbeiten zu einer Todesfalle werden.

Antworten Gast: Brennstein
15.11.2011 09:52
1 0

Re: Das Prolbem ist ein anderes

Na von Elekrotechnik haben Sie aber überhaupt keine Ahnung!

Antworten freeman
15.11.2011 09:13
0 0

Und? Was ist jetzt das Problem?

Ja, Bahnstrom hat höhere Toleranzen, allerdings sind die einzigen Abnehmer millionenteure hochspezialisierte Maschinen, die einzig für diesen Zweck gebaut wurden, und nicht Millionen einzelner Geräte und Anlagen, die alle für einen genau definierten Toleranzbereich gebaut sind.

Auf Überlastung reagieren Bahnstromleistungen im Übrigen genauso allergisch wie die üblichen Drehstromleistungen.


Antworten Antworten Gast: Über volt und Amper
15.11.2011 10:10
0 1

Re: Und? Was ist jetzt das Problem?

Das ist richtig und hier setzt auch meine Kritik an, das sind die Umspannwerke zum Letzverbraucher in denen die Fehlertoleranz abgefangen werden könnten, wie es eben die Millionenschweren Loks machen. Dafür Notwendig wären Großkondensatoren die einerseits die Probleme im Sekundenbereich ausgleichen können und so etwas wie Schwungräder die bis zu 5 Sekunden eine Ausgleichsfunktion haben könnten, klar das der Wirkungsgrad dieser Ausrüstung nicht gerade hoch ist, es kommt aber noch allemal etwas billiger als neue Drahtverhaue die durch den Druck der Bevölkerung eben so nicht mehr realisierbar sind.

Persönlich würde ich ohnedies die Masten durch Windräder ersetzten, wenn auch die Standorte vielleicht nicht den Richtlinien für derartige anlagen entsprechen, sie hätten dann aber zugleich die Funktion als Leitungsträger, und ob einfach Häßlich oder doppelt häßlich macht das Kraut nicht mehr besonders fett dann!

Antworten Antworten Antworten faber
15.11.2011 11:25
1 1

Re: Re: Und? Was ist jetzt das Problem?

"ob einfach Häßlich oder doppelt häßlich macht das Kraut nicht mehr besonders fett"
Denke, da sollte man schon die Menschen fragen, die damit leben müssen.
Ein bis zu 200m hohes drehendes Windrad, das die Fläche eines Fußballfeldes umstreicht und den lärm eines Düsenflugzeuges macht, ist optisch und akustisch schlimmer als der Kühlturm eines AKW, weil da dreht sich wenigstens nichts und Lärm macht es auch keinen.

7 2

Verschwendung

Wir benehmen uns aber in Sachen Energie schon außergewöhnlich verschwenderisch. Alleine in Linz sind ziemlich einige Gebäude ganz und dauerbeleuchtet. Wer braucht so einen Luxus? Das Kulturhauptjahr ist eh schon vorbei und hat kaum löbliche Spuren hinterlassen - nur die Festbeleuchtung ist noch an. Abschalten und sparen könnte eine Devise sein und Nacht darf auch mal wieder Nacht sein.

2 0

Re: Verschwendung

solange es der steuerzahler zahlt ...

2 5

strom ist sowieso overrated

die amish kommen auch ohne diese moderne teufelszeugs aus

meine oma konnte noch apfelmarmelade machen, mit schnaps am deckel anzuenden und zudrehen als versiegelung - das hat sich 20 jahre gehalten ohne kuehlschrank & gefriertruhe

wir sind alle komplett verweichlicht - dann ist halt strom aus - na und? eine kuh kann man auch mit der hand melken. statt der gluehbirne zuendest halt mal eine kerze an. kein internet & tv mehr - wie waers mit einem buch?
die huehner legen weiterhin eier - am holzkohle grill oder lagerfeuer kann man auch die guss-eisen pfanne warm machen zum kochen.

so what?

Antworten Gast: DerKetchuper
15.11.2011 08:51
1 0

Re: strom ist sowieso overrated

Das klingt ja sehr romantisch und mag einfach gestrickte Charaktere überzeugen, aber wenns draussen richtig kalt ist und du in der Früh aus dem warmen Bettchen musst um einzuheizen damits warm wird, überlegst du's dir.
Und wenn das Wasser am Herd eine halbe Stunde braucht um heiss zu sein damit du Kaffee kochen kannst, tuts dir leid.

Das ist aber alles noch nicht so schlimm:

Wenn du im Winter Duschen willst, dann bereust du es. Glaub mir.

Westend
15.11.2011 00:13
4 1

Wunder braucht man sich von Pumpspeicherkraftwerken in den Alpen nicht erwarten.

Soviel Platz ist in den Alpen nicht mehr. Man müsste eher halb Norwegen unter Wasser setzen um etwas zu bewirken.

Gast: speibender regenbogen
14.11.2011 20:40
2 5

ja bitte, noch mehr vernetzung!

damit, wenn in einer region mal die kacke am dampfen ist, der strom auch zuverlässig in ganz europa ausfällt!

wie schafft es eigentlich güssing, nicht permanent im dunkeln zu sitzen?

Antworten pirat
14.11.2011 23:20
9 1

Re: ja bitte, noch mehr vernetzung!

Sie widersprechen sich in Ihrem ersten Statement ja selbst.

Güssing? Naja, die hochverschuldete Gemeinde mit dem gescheiterten Ökoenergie-Experiment wird halt noch irgendwo Steuern eingetrieben haben um die Rechnungen für den Atomstrom zu bezahlen.

Ich frage mich, woher Esoteriker immer das Selbstvertrauen nehmen, gelernten Physikern und erfahrenen E-Technikern mit ihrem Autarkie- und Öko-Quatsch zu kommen. Irgendwo im Gehirn muss es wohl eine Region zur Selbstreflexion geben, die bei Grün-Anhängern gerne ein Blackout hat. Naja, Insellösung halt.

Antworten Antworten Gast: speibender regenbogen
15.11.2011 00:10
1 6

Re: Re: ja bitte, noch mehr vernetzung!

genau, von einem piraten muß ich mich als akademiker aus dem maschinenbaubereich als esoteriker schimpfen lassen.

denk halt ein bisserl weiter als nur in den engen grenzen deines studiums, so du überhaupt eines vorweisen kannst. und erfahren kannst du mit dieser aussage keinesfalls sein.

Antworten Gast: xx
14.11.2011 21:27
0 2

Re: ja bitte, noch mehr vernetzung!

es ist geradezu pervers, den Strom NICHT (soweit technisch möglich) dort zu erzeugen, wo er gebraucht wird sondern tausende Kilometer entfernt und dann Megawatt an Leistung quer durch Europa zu transportieren. [Die "tollste" Idee in dieser Hinsicht war, Solar-/Solarthermischen Kraftwerken in der afrikanischen Wüste zu errichten - mit tausenden km Leitung - vielleicht mit schwimmenden HV-Masten quer übers Mittelmeer- zum Glück ist das politisch nicht umsetzbar - vom Kostenaufwand ganz abgesehen]. Daß man ein Netz hat, in dem Leistungsschwankunen ausgeglichen werden, ist das eine (das wird man immer brauchen), dass man HV-Leitungen für massiven Strom-Transit [z.B. Atomstrom aus Tschechien als Ersatz für stillgelegte AKWs in Deutschland] errichten will, ist eine verrückte Idee. Aber leider fordert der Herr "Experte" genau das.

Alternativenergie/Windenergie: Das war ja eine "kluge" Forderung der EU, daß soundsoviel Prozent des Stromes durch Alternativenergie/regenerative Energieformen zu decken ist. Jetzt hat man halt die Sch€!sse, weil die schlauen EUrokraten nur Blödsinn verordnen. In Güssing gibts nebenbei keine Probleme mit Schwankungen der abgegebenen Leistung - und das Kraftwerk produziert sogar mehr Energie als im Ort verbraucht wird.

Antworten Antworten freeman
15.11.2011 08:29
4 1

Wunderbar!

Da werden ein paar Einfamilienhäuser mit lokal erzeugtem Strom versorgt, und schon will man das gesamte Verbundnetz abschaffen.

Wie versorgt man eine Großstadt oder einen Industriebetrieb mit lokal erzeugter Energie, und das am besten noch so, daß keine zusätzlichen Subventionen erforderlich sind, sondern - im Gegenteil - Gewinne gemacht werden?


Antworten Antworten pirat
14.11.2011 23:26
1 2

Re: Re: ja bitte, noch mehr vernetzung!

und was soll am Desertec Projekt und den Leitungen nun genau so schlimm sein? Die Effizienz? Die wirtschaftliche Kooperation? Der günstige Strom? Die ernstzunehmende Konkurrenz zur Atomkraft? Die Ausfallsicherheit?

Antworten Antworten Antworten Gast: speibender regenbogen
15.11.2011 00:07
1 1

Re: Re: Re: ja bitte, noch mehr vernetzung!

einerseits ist es die effizienz, die mangelhaft ist, da auch bei gleichstrom ein ohmscher widerstand anfällt, welcher über diese vielen tausend kilometer einen erheblichen verlust bedeuten. weiters kommt noch die umrichtertechnik dazu, da fallen nochmal mindestens 10% verlust pro umrichterseite an.

außerdem wäre die ausfallsicherung zu bemängeln, da die kraftwerke allesamt in staaten geplant sind, in denen greade gewaltige politische umwälzungen im gange sind und dort nicht sicher gebaut werden kann, weil nicht feststeht, wie sich diese neuen "demokratien" in den nächsten zehn jahren entwickeln.

dazu wäre der strom auch nicht günstig, weil die errichtungskosten für viele tausend kilometer hochstromleitungen verlangen entweder viel "günstiges" aluminium, welches jedoch gerade im gleichspannungsbereich große ohmsche verluste bedeuten würde, oder aber es bräuchte etwas weniger kupfer, welches allerdings bei dem gewaltigen bedarf ziemlich verteuern würde, aktuell steigt der preis sowieso kontinuierlich an. die afa steigt dann ins unermeßliche...

Antworten Antworten Antworten Antworten pirat
15.11.2011 19:28
0 0

Re: Re: Re: Re: ja bitte, noch mehr vernetzung!

Nun ja, es behauptet ja niemand, dass es keine Herausforderungen gibt, aber die Verluste, die Sie nennen sind gering im Vergleich zu anderen Formen der Energieerzeugung und Verteilung. Leistungsschwache Kraftwerke, die für autarke Einheiten verwendet werden, sind insbesondere dramatisch schlechter.

Und geopolitisch tragen solche transnationalen Projekte eher zur Friedenssicherung bei - nach der Strategie: ich bin von dir abhängig, du bist von mir abhängig. Wenn man die Geschichte betrachtet, dann sind es meist Staaten, die einander nichts schuldig sind, die Krieg anfangen. Weswegen u.a. Nationalismus so gefährlich ist.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: nix fir unguad
15.11.2011 08:15
1 1

Re: Desertech

Sie haben sich anscheinend mit dem Projekt nicht tiefer befasst. All Ihre vermeintlichen Schwachpunkte bestehen zwar, sind aber bei weitem nicht so gravierend wie von Ihnen dargestellt.
Nur z.B. die Versorgunggssicherhet. Deserttech wird eventuell max. 15% des europäischen Bedarfs decken. Das über drei/vier weit voneinander entfernten Übertragungsleitungen. Wenn da eine ausfällt, dann sind das 5-7% des Strombedarfes. Das schlucken die (fossilen) Reservekapazitäten leicht.
Und über die Übertragungskosten machen Sie sich mal keine Sorgen. Bleiben Sie bei ihren Maschinen.

 
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