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Polizeireform: Weniger Behörden, neue Leiter

17.11.2011 | 18:30 |  ANDREAS LAUX (Die Presse)

Das Innenressort will bei der Polizei Doppelgleisigkeiten abbauen. Statt 31 Behörden gibt es nur noch neun Landesdirektionen. Mikl-Leitner sieht ein Sparpotenzial von „acht bis zehn Millionen Euro“.

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Wien. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner bereitet eine große Polizeireform vor. Kern ihres Vorhabens ist, die 31 Sicherheitsbehörden auf je eine Landespolizeidirektion in den neun Bundesländern zu reduzieren. Das erklärte die ÖVP-Ressortchefin bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien.

Mikl-Leitners Ziel: In Zeiten des Sparens sollten Doppelgleisigkeiten vermieden werden. Indem es künftig pro Bundesland nur noch eine Behörde geben wird, sollen Einsparungen bei Aufwand und Kosten gelingen. Beispielsweise teilten sich in Oberösterreich bisher gleich fünf Stellen die kriminalpolizeilichen Aufgaben: die Sicherheitsdirektion, die Bundespolizeidirektionen Linz, Wels und Steyr sowie das Landeskriminalamt des Landespolizeikommandos. Ebenfalls zusammenlegen will das Innenministerium die Personalstellen der Polizei. Die Reform soll ab Mitte 2012 umgesetzt werden. Es handelt sich um den größten Umbau in der Exekutive seit der von Ex-Innenminister Ernst Strasser eingeleiteten Zusammenlegung von Polizei und Gendarmerie während der schwarz-blauen Regierung 2005.

Mikl-Leitner sieht durch die jetzige Reform ein Sparpotenzial von „acht bis zehn Millionen Euro“. Das Geld werde dann aber nicht an das Finanzministerium gehen, sondern „ins Ressort investiert“, versicherte sie.

(c) Die Presse

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400 Führungskräfte sind betroffen

Nur Freunde bei „ihrer“ Polizei macht sich die Ressortchefin mit ihrem Vorhaben aber wohl nicht: Von den Reformmaßnahmen werden 400 Führungspersonen der verschiedenen Behörden in den Ländern betroffen sein. Die Posten der künftig neun Landesdirektoren und ihrer jeweils zwei Stellvertreter würden dann „selbstverständlich neu ausgeschrieben“ werden, erklärte Mikl-Leitner. Ihr Vorhaben nannte sie einen „Meilenstein für die Verwaltungsreform“ in Österreich.

Ehe die Reform ab Mitte 2012 kommen wird, braucht die Ministerin noch die Unterstützung der Länder – und deren Vertreter äußerten sich verhalten bis positiv. „Das Einverständnis der Landeshauptleute liegt vor“, erklärte Josef Ostermayer. Allerdings, so der SPÖ-Staatssekretär: „Einige Landeshauptleute“ seien „weniger begeistert als andere“.

Für die Vorarlberger Landesregierung seien die Inhalte des Reformvorhabens neu, erklärte Vorarlbergs Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (ÖVP) der „Presse“. Sein Land begrüße den Schritt dennoch. Das weitere Vorgehen müsse dann aber mit den Ländern abgesprochen werden. Keinesfalls dürften die regionalen Polizeiinspektionen reduziert werden. „Bei der Bestellung des neuen Landespolizeidirektors müssen die Länder mitentscheiden dürfen“, so Schwärzler.

Der oberösterreichische ÖVP-Landeshauptmann Josef Pühringer bezeichnete die Reform an der Verwaltungsspitze als konsequenten Schritt, weil frühere Reformen vor allem lokale Polizeiinspektionen getroffen hatten. „Auf Bezirksebene darf nicht abgebaut werden“, sagte er zur „Presse“.

Die Personalvertreter der Exekutive zeigten sich von der geplanten Reform überrascht – aber zumindest offiziell aufgeschlossen. Allerdings gelte es, politische Neubesetzungen der Spitzenpositionen zu verhindern, warnte Anton Schuh, Personalvertreter für die Sicherheitsverwaltung. Der Chef der Polizeigewerkschaft, Hermann Greylinger, gab sich vorsichtig optimistisch. Er bezweifle allerdings, dass die Regierung damit bereits den „Stein der Weisen“ gefunden habe.

Der Polizeireform müssen noch zwei Drittel der Nationalratsabgeordneten zustimmen. Die Regierung braucht also mindestens eine Oppositionspartei, die mitzieht. Sowohl die FPÖ als auch das BZÖ haben aber zumindest schon mit dem Vorhaben sympathisiert.

Für Mikl-Leitner und Ostermayer ist diese Reform Teil einer größeren Verwaltungsreform. Bei der Verwaltungsgerichtsbarkeit werden 120 Sonderbehörden auf neun Landesgerichte und zwei für Berufungen zuständige Bundesverwaltungsgerichtshöfe gestutzt. Dazu wurde mittlerweile ein Gesetzesentwurf ausgearbeitet. Mitte Dezember soll er den Ministerrat passieren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.11.2011)

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99 Kommentare
 
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Gast: In Übereinstimmung mit der Prophezeiung
20.11.2011 17:24
0 0

Ein als Polizist verkleideter Mann hat gestern einen Drogeriemarkt in Wien-Neubau überfallen.



Gast: Austrofaschismus
18.11.2011 18:04
0 0

Absolutistische Landesfürstentümer

Diese Reform zusammen mit der Einrichtung von Landesverwaltungsgerichten führt zu absolutistischen Fürstentümern anstelle der Bundesländer. Die Führungskräfte der Polizei werden dann von den Landesfürsten ebenso handverlesen wie die Richter, die diese kontrollieren sollen - und der Bund darf alles finanzieren. Und das ist die epochale Verwaltungsreform, bei der die Bundespolitiker nicht ansatzweise behirnen, wie sich gerade selbst ins Knie schießen...
Hat die SPÖ den Austrofaschismus schon vergessen???

Gast: Hans im Glück
18.11.2011 10:48
0 0

Wir haben eine "Verfassungspolizei"???

Die sind mir noch nie aufgefallen.

Wahrscheinlich sind sie in schlechter Verfassung.

Junsg bitte dringendst Ermittlungen aufnehmen...

-Neutralität ist futsch
-Nationalbank und Schilling sind futsch
-Das Bundesheer wackelt
-Richtlinien (oder wie die Dinger von der EU heißen) gelten sofort und hebeln hin und wieder die Verfassung aus.

Antworten Gast: uburoi
18.11.2011 12:52
0 0

Re: und hebeln hin und wieder die Verfassung aus.

gleiches recht für alle!
manche sind halt gleicher alls alle.
aber sowas festzustellen ist sinn- und wirkungslos.

Gast: Plach2
18.11.2011 10:42
0 0

"Große Reform"

- heißt in der Wirklichkeit "große Versorgung" der eigenen Parteigünstlinge!

In der Heimat von der Frau Innenministerin (wo die ÖVP das Sagen hat) heißt es: "In NÖ kannst als Roter Bundeskazler werden, sonst aber nichts. Nicht einmal Portier oder Straßenwärter".

Zustände wie damals in der DDR! Ohne dem "richtigen Parteibuch" ist man in Österreich nicht ausreichend qualifiziert!

ewo1
18.11.2011 10:01
0 0

uebersetzung

statt grober fahrlaessigkeit und nullleistung bei der polizei (aehnlich wie in einem nazistaat) zu ahnden schaffen wir ausreden dafuer.

Gast: naguatenacht
18.11.2011 07:10
1 0

kloibmüller

wo ist eigentlich herr kloibmüller. früher einmal wäre er bei der Präsentation sicher dabeigesessen. sitzt der schon ?

Gast: jeff01
18.11.2011 04:31
0 0

Einsparungen von 8-10 Millionen

im vergleich zum Swap Deal, dem der Stadt Linz 418 Millionen minus einbringt ist das garnichts, außer Aufrührerei. Diese schottermitzi-Kopie gehört abgeschoben, kA ob Sie Asyl bekommt, höchstens in einem der ehemaligen Jogoslavienländer, wo sie dann ihre ..Fähigkeiten als Politikerin unter beweis stellen kann.

Gast: Plach2
17.11.2011 22:07
7 0

"Große Reform" heißt:

Politische Umfärbung; nur Leute mit dem "richtigen" Parteibuch sind für leitende Posten geeignet!

Nachdem die SPÖ beim "unabhängigen" ORF ihren Genossen durchgedrückt hat folgt nun die Antwort der ÖVP.

Antworten Gast: bösemiene
18.11.2011 08:20
1 0

Re: "Große Reform" heißt:

und die mit dem "unrichtigen" Parteibuch werden in den vorzeitigen Ruhestand geschickt - oder?

biedermann
17.11.2011 21:57
1 0

in der zwischenzeit plündern uns die banden aus.


Antworten Gast: Plach2
17.11.2011 22:09
2 0

Das ist völlig wurscht!!!

Hauptsache die politisch nahenstehenden Parteigünstlinge werden mit leitende Posten versorgt!

Ohne einem Parteibuch ist in Österreich niemand qualifiziert!

Kann sein, dass sich SPÖ+ÖVP einigen sämtliche Posten gleich zweifach zu besetzen (so wie sie es schon seit vielen Jahren in den staatsnahen Bertieben machen)

Gast: Siegfried ohne Roy
17.11.2011 20:05
0 0

Hier Reform, dort mehr Befugnisse

Die Österreicher gelten zwar als Erfinder der geheimen Staatspolizei und des staatlichen Schnüffeldienstes. Und auch sie haben eine konservative und " sozialdemokratische" Politkaste, die am liebsten alle Einwohner mit Strichcodes versehen würde.
Aber an die neuen, modernen, selbstbewussten Österreicher sei gesagt: misstraut immer polizeireformen. Macht nicht alles den totalitärgeneigten Deutschen nach. Bewahrt eure Freiheit.

Gast: ROTFRONT
17.11.2011 19:42
1 3

"Umstrukturiert" ... hahaha, kommen jetzt die Dicken in den Außendienst?

Oder tauschen sich jetzt die Polizeiautodurchdiegegendfahrer ab?

Antworten Widescreen
18.11.2011 11:21
1 0

Re: "Umstrukturiert" ... hahaha, kommen jetzt die Dicken in den Außendienst?

Nur weil du zu dumm für den Job bist, maulst du sinnlos herum und hast keine Ahnung von der Arbeit

Gast: Joes World
17.11.2011 19:29
0 0

EINSPAREN IST GUT - ABER ....

Wenn ZWEI Regierungsmitglieder Einsparungen präsentieren - ist das nicht ein Widerspruch in sich?
Warum muss der Staatssekretär auch dabei sein? Hat er selber nichts zu tun? Traut er dem Koalitionspartner nicht? Kommt auch noch der Feymann um in die Kameras zu grinsen?

Erich Bahn
17.11.2011 19:10
1 0

Verwaltungsreform und Reaktionen


Sie massiv zu verlangen, so sie in einem kleinen Teilbereich umgesetzt werden soll, dann zu verteufeln, typisch österreichisch!

Gast: Was?
17.11.2011 18:31
1 0

Strasser hat die Kriminalpolizei abgeschafft. Was ist jetzt dran?


Antworten Gast: Angereister
17.11.2011 19:05
0 1

Re: Strasser hat die Kriminalpolizei abgeschafft. Was ist jetzt dran?

Bezugnehmend auf Fr. Dr. Fekters letzte Ansprache als Innenministerin an ihre österreichischen Kommandanten.
Die Bürgerrechte.

Gast: gczc
17.11.2011 18:23
2 2

Hat Strasser also ein paar übersehen beim Umfärben.

Naja, das kann man ja nachholen.

Gast: Lichtenwerderplatz
17.11.2011 17:39
0 0

Große Reform: Polizei wird grundlegend umstrukturiert

Wird die Johanna jetzt Streifenpolizistin?

der graf
17.11.2011 17:22
1 2

Immer weiter zusammenstreichen und verkleinern

Es geht nicht um sparen oder sonst was. Es geht nur darum die Polizei möglichst einfach kontrollieren zu können. Besonders die Roten sind an der Demontage von Polizei und Heer interessiert. Es begann mit der Abschaffung der Gendarmerie und das Spiel geht laufend weiter. Wirklich freie Länder haben mehrere Schichten an Polizei die sich gegenseitig Kontrollieren. Dort ist es auch viel schwieriger 'von oben her' Ideologie durchzudrücken.

Antworten Gast: E. Strasser
17.11.2011 17:41
2 1

Re: Immer weiter zusammenstreichen und verkleinern

Sie haben fast vollkommen recht, nur in der Farbe haben sie sich geirrt.

Gast: PeterM
17.11.2011 17:03
1 0

Strutz - die ganze Wahrheit

Strutz warf heute im Parlament SPÖ-NR-Abgeordnete Mair vor, sich hinter seiner Immunität als NR-Abgeordneter die Aussage gemacht zu haben, daß Strutz Lobbyismus für seine Werbefirma Namos gemacht hat.

Das weiß inzwischen ganz Österreich, siehe Link http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2707634/fpk-strutz-jetzt-auch-agenturchef.story.

Die Wahrheit: Strutz hat mit seiner Lobbyismus-Firma Namos versucht, für seine Klientel Vepro, die am ELGA mitverdienen wollte, im Gesundheitsministerium ein Stück vom Kuchen zu bekommen. Dort hat er jedoch eine Absage bekommen.

Jetzt macht er Stimmung gegen ELGA und informiert die Bürger mit falschen Informationen.

Herr Strutz, bitte kehren sich wieder zur Sacharbeit zurück und vergessen Ihre Rachegelüste.

Gast: Strassler
17.11.2011 16:43
1 1

schon wieder?

Vielleicht auch noch neue Uniformen und Autoanstriche?

 
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