„Occupy Advent“: Eine echte Besetzung, wie es der Titel der Veranstaltung – in Anlehnung an die „Occupy Wall Street“-Bewegung – suggeriert, ist es zwar nicht geworden, aber eine kleine, friedliche Demo: 50 bis 60 Menschen, darunter viele Verkäufer der Obdachlosenzeitung „Augustin“, zogen Samstagmittag vom Burgtheater zu Wiens größtem Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz, um mit Sprüchen wie „Suppenküchen für jeden Christkindlmarkt“ gegen das Bettelverbot auf einigen Adventmärkten zu protestierten.
Die Vorgeschichte: Die „Augustin“-Redaktion hatte bei Veranstaltern von Wiener Adventmärkten nachgefragt und herausgefunden, dass auf acht Märkten das Betteln generell verboten und auch der Verkauf nichtkommerzieller Straßenzeitungen (darunter eben auch der „Augustin“) auf dem Marktgebiet nicht erwünscht sei.
Nun, eine kleine Protestbewegung und zahlreiche Medienberichte später, sehen die Veranstalter der Weihnachtsmärkte das anders. Alles sei ein Missverständnis gewesen, sagt etwa Akan Keskin, der den Christkindlmarkt auf dem Rathausplatz organisiert, gegenüber Ö1. Es habe nie ein Verbot für Augustinverkäufer gegeben. Auch die Agentur MagMag, die etwa das Weihnachtsdorf im Alten AKH organisiert, will nun den Verkauf des „Augustin“ nicht generell verbieten, sondern die Zahl der Verkäufer beschränken.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.11.2011)
Der American Dream platzt an der Grenze
Liu Bolin Der ''unsichtbare Künstler''
WienDie Votivkirche, eine ewige Baustelle
SpeiseplanErobern Würmer die Teller Europas?