Wien/Eko. 8,430.558 Millionen Einwohner hatte Österreich mit Stichtag 31.Oktober. Gegenüber der Volkszählung von 2001 ist das ein Zuwachs von fünf Prozent. Dies ist eines der Ergebnisse der Registerzählung, die die Statistik Austria heuer erstmals durchführte. Demnach ist die Einwohnerzahl um fünf Prozent, insgesamt 397.701 Personen, gestiegen.
Hauptverantwortlich für den Zuwachs ist allerdings nicht die Zahl der Geburten, sondern die Zuwanderung aus dem Ausland. Im Vergleich zur Volkszählung von 2001 ist die Zahl der Einwohner mit nicht österreichischer Staatsbürgerschaft um 34,6Prozent gestiegen – das sind um 245.726 Personen mehr. Zum Vergleich, die Zahl der österreichischen Bevölkerung stieg im selben Zeitraum um rund 150.000 Personen (+2,1 Prozent). Insgesamt hat jeder neunte Einwohner nicht die österreichische Staatsbürgerschaft.
Den Löwenanteil am Zuwachs stellen Bürger aus anderen EU-Ländern. So hat sich die Zahl der Deutschen in Österreich mit 110Prozent Zuwachs mehr als verdoppelt. Derzeit sind 152.000 deutsche Staatsbürger in Österreich gemeldet. Serben, Montenegriner und Kosovaren stagnieren bei 133.000 Personen, die Zahl der türkischen Staatsbürger ging sogar um zehn Prozent zurück und liegt nun bei 114.000 Personen.
Besonders stark stieg auch die Zuwanderung von Rumänen (+173 Prozent), die nun bei 42.000 Personen halten. Auf einem niedrigeren Niveau, aber mit noch höheren Zuwächsen, liegen die derzeit 22.000 Slowaken (+189 Prozent) und die rund 23.000 Russen (+570 Prozent). Den insgesamt höchsten Ausländeranteil hat Wien, den geringsten das Burgenland.
Wien wächst, Kärnten schrumpft
Das Bevölkerungswachstum verteilt sich aber nicht gleichmäßig auf das gesamte Bundesgebiet. Auf Bundesländerebene wuchs Wien mit 11,2Prozent am stärksten, gefolgt von Vorarlberg und Tirol mit einem Plus von 5,7 und Niederösterreich mit 4,6Prozent. Kärnten verzeichnet als einziges Bundesland einen leichten Rückgang der Bevölkerung um 0,3Prozent.
Besonders stark konzentriert sich das Wachstum auf Ballungszentren und ihre Umgebung. Von den Landeshauptstädten liegen Graz (+16,8 Prozent) und Eisenstadt (+16 Prozent) vorne. Auch Wien Umgebung (+12,9 Prozent), Korneuburg (+10,9 Prozent), Tulln (+9,9 Prozent), Baden (+9,8 Prozent) und Graz Umgebung (+9,1Prozent) verzeichneten ein starkes Wachstum.
Während die Städte und ihre Umlandregionen zulegten, verzeichneten inneralpine und periphere Gebiete zum Teil deutliche Rückgänge. Betroffen sind etwa die Bezirke Judenburg und Leoben (-7,3 Prozent), Murau (minus sieben Prozent) und Mürzzuschlag (-6,9 Prozent). Auch das nördliche Waldviertel und die oberösterreichischen Grenzbezirke Schärding und Rohrbach verloren Einwohner.
Aus demografischer Sicht besonders interessant ist auch, dass die Altersgruppe der über 65-Jährigen massiv zugelegt hat. Seit 2001 hat sich ihre Zahl um 20,6Prozent erhöht und liegt nun bei 1.497.433 Personen. Aber auch die Zahl der Menschen zwischen 40 und 64Jahren hat zugenommen (+17,8 Prozent) und liegt nun bei 3.026.272 Personen. Die Zahl der 20- bis 39-Jährigen ist dagegen um acht Prozent geschrumpft, so wie auch die Null- bis 19-Jährigen, deren Zahl um 6,8Prozent zurückging. Das Durchschnittsalter lag zum Stichtag 31.Oktober bei 41,9Jahren – und damit um 2,2Jahre höher als 2001.
Die Lebenserwartung für Frauen liegt derzeit bei 83,15 Jahren, Männer haben einen Schnitt von 77,7Jahren. Aber es geht noch deutlich älter – am 31.Oktober 2011 lebten in Österreich etwas mehr als 1100 Menschen, die hundert Jahre oder älter waren.
Registerzählung: Heuer wird die Volkszählung erstmals nicht per Fragebogen durchgeführt – die Daten werden aus bestehenden Datenbanken, etwa dem Zentralen Melderegister, zusammengeführt. Die aktuellen Ergebnisse bilden unter anderem die Grundlage für den Finanzausgleich 2013 zwischen Bund und Ländern.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.12.2011)
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