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Schweine weniger lang im Kastenstand eingesperrt

21.12.2011 | 16:54 |   (DiePresse.com)

Ab 2013 müssen sich Muttersäue 266 statt wie bisher 205 Tage pro Jahr frei bewegen können. Die Bauern sollen Investitionssicherheit haben.

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Nach monatelangen Diskussionen haben sich Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) und Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) auf einen Kompromiss über die Kastenstandhaltung in der Schweinezucht geeinigt: Zuchtsauen müssen sich ab 1. Jänner 2013 insgesamt 266 statt wie bisher 205 Tage pro Jahr frei bewegen können.

Zusätzlich wurde den Schweinebauern, die bis 2013 investieren wollen bzw. müssen, Rechtssicherheit garantiert. Außerdem soll eine Fachstelle eingerichtet werden, die - unter der Aufsicht der Veterinärmedizinischen Universität - sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf praktischer Ebene neue Erkenntnisse erzielen soll.

"Tierschutz weiterentwickeln"

Stöger bezeichnete die Einigung als "tragfähigen Kompromiss" und "Verhandlungserfolg für den Tierschutz". Es sei ein "emotional schwieriges Thema" gewesen und man habe "nach langem Ringen geschafft, ein Ergebnis darzustellen", so Stöger, der 2010 von der Volksanwaltschaft eine Missstandsmeldung erhalten hatte, in der kritisiert worden war, dass der Tierschutz im Bereich Schweinezucht nicht ausreichend wahrgenommen würde. "Nach gut einem Jahr intensiver Verhandlungen gibt es nun einen Kompromiss, mit dem wir die Vorreiterrolle im Tierschutz in Europa weiter ausbauen wollen." Stöger sprach von einer "drastischen" Reduktion der jährlichen Kastenstandstage für Muttersauen.

Es seien "Marathonverhandlungen" gewesen, sagte Berlakovich, und es seien "extreme Forderungen diverser Gruppen und vitale Interessen des Berufsstandes" zu berücksichtigen gewesen. Es sei wichtig gewesen, keine derart strengen Regelungen zu treffen, dass "von 9000 Betrieben 3000 bis 4000 sofort aufgehört" hätten, so der Landwirtschaftsminister. "Das hätte auf einem liberalisierten Markt keinen Sinn gehabt. Unser Ziel war es, die österreichische Produktion aufrechtzuerhalten, abzusichern und gleichzeitig den Tierschutz auf diesem Gebiet weiterzuentwickeln."

"Schnitzel soll österreichisch bleiben"

Für den Bereich der Abferkelbuchten wird laut Stöger bis Ende 2017 ein wissenschaftliches Projekt laufen, das von der neu eingerichteten, unabhängigen und an der Veterinärmedizinischen Universität angesiedelten Fachstelle bewertet werden soll. "Mein Ziel war es, die Kastenstände ab 2020 drastisch zu reduzieren. Jetzt geht es vielleicht sogar noch früher, das ist ein guter Verhandlungserfolg für den Tierschutz. Ich gehe davon aus, dass wir noch vor 2020 die Kastenstandstage von derzeit bis zu 365 Tagen im Jahr auf etwa 20 Tage pro Wurf senken können."

"Wir wollten, dass das Schnitzel auf jeden Fall österreichisch bleibt", bekräftigte Berlakovich. Man wollte keine "überzogenen Forderungen" realisieren, sondern entsprechende Übergangszeiten - eben bis 1. Jänner 2033. "Bauern sind keine Tierquäler. Deshalb bekennen wir uns zu einer Entwicklung mit Augenmaß. Und wir haben Tendenzen zur Radikalisierung eine Absage erteilt. Ein sofortiges Kastenstandsverbot hätte bedeutet, dass man das Tierleid importiert." Beide Minister gehen davon aus, dass mit dem erzielten Verhandlungsergebnis auch die Volksanwaltschaft zufrieden sei. Stöger: "Es war ein richtungsweisender Kompromiss."

"Diese Regelung ist ein Schritt in die richtige Richtung und stellt Weichen für eine bessere Tierhaltung in der Zukunft", so Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT). Kritik übte der VGT an den Übergangszeiten bis 1. Jänner 2033. "Eine Übergangsfrist von 21 Jahren ist bisher für Tierschutzverbesserungen überhaupt noch nie dagewesen. Statt Fortschritte zu beschleunigen, ist eine Tendenz zu immer langsamerem Vorgehen zu bemerken", kritisierte Balluch.

Kastenstand
Unmittelbar vor und in den Monaten nach der Geburt der Ferkel werden die Muttersäue in den Abferkelbuchten in Kastenstände eingesperrt. Diese sollen verhindern, dass sie sich auf die Ferkel legen. Gegner bezeichnen die Kastenstände als Tierquälerei, Befürworter warnen vor einem Anstieg der getöteten Ferkel.

(APA/Red.)

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12 Kommentare
Gast: Hansi123
22.12.2011 22:19
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Bauernschlau

Übergangszeit bis 2033, Verarschung pur. So einen Scheiß gibts nur in Österreich!!

tier
22.12.2011 17:51
0 0

Probiert es einmal vegetarisch!

Probiert es einmal vegetarisch!
Ich habe vor 15 Jahren einen Beitrag in der ZIB 1 gesehen über einen Tiertransport, der dauerte höchstens eine Minute. Zu sehen war, wie ein Kälbchen auf eine Laderampe gezerrt wurde. Es hatte Tränen in einem Auge! Daraufhin habe ich spontan beschlossen, nur für ein Monat zu schauen, ob ich fleischlos leben kann. Bis dorhin habe ich ganz traditionell gegessen, mit Fleisch und Fisch im üblichen Aumaß. Aus dem Monat sind 15 Jahre geworden. Nur dreimal im ersten Jahr habe ich noch Fleisch gegessen. Ich fühle mich frei und mit mir selbst im Einklang. Probiert doch auch einmal, nur einen Monat ohne Fleisch auszukommen, und beobachtet Euch selbs!. Vielleicht habe ihr dann auch ein ähnliches AHA-Erlebnis!

Gast: Bärenfalle...
22.12.2011 07:01
0 0

Typisch Österreich...

Zuerst den Ausbau und den Umstieg auf die Zuchtsauenhaltung massiv fördern, selbst zahlreiche Rinderbauern haben in Zeiten des unrentablen Milchpreises auf die "lukrativeren" Schweine umgestellt.

Und dann .. Hackl ins Kreuz, Investitionssicherheit = Null.

Das Politik und Grüne (s. Kommentare) dabei auch noch andauernd Ferkelschutzkäfig und Kastenstand miteinander verwechseln beweist höchstens, außer Ideologie nix dahinter.

Wird wohl werden wie bei der Atomkraft: Eingebildeter Stolz diese nicht zu nutzen und gleichzeitig den billigen Atomstrom nachts importieren um damit die Pumpspeicherkraftwerke zu füllen und tagsüber den damit produzierten Strom als "österreichische Wasserkraft" wieder verkaufen ;)

Balkan halt.

Die Grünen mit ihren abstrusen Forderungen sind die 5 Kolonne der großgewerblichen Lebensmittelindustrie.
Und wer bei der in den Stall schaut der sitzt als Terrorist vor Gericht, dann schon lieber auf die Familienbetriebe um sich zu profilieren, weil denen fehlen sowohl die juristische Feuerkraft als auch die politischen "Connections", gell ?

Hauptsache der moralisch erektierte Mahnzeigefinger hat Arbeit und man kann sich dem schlechten Gewissen der Schnitzelfraktion anbiedern.


Antworten Gast: zetto
22.12.2011 11:37
0 0

Re: Typisch Österreich...

Also bitte: auch Landwirte dürfen selbständig denken. Und sehr viele tun das auch und sind erfolgreich.

Wer sich aber wegen ein paar Groscherl die Schweinehaltung einreden ließ, dem ist nicht zu helfen.

Gast: Baur4
21.12.2011 21:13
1 1

Wie blöd müssen dagegen Bauern sein, die ihre Schweine im Auslauf halten

ihre Zuchtsauen haben eigene Boxen wo sie im Stroh ihre Ferkel werfen und säugen.

Nur die Österreichischen Bauern meinen, die Zuchtsauen zerdrücken beim säugen ihre Ferkel!

Womit wir am Punkt sind: Wir Österreicher sind wiederum küger, besser schneller .... haben die geringste Arbeitslosigkeit in Europa, die höchste Lebensqualität, die beste Regierung, die lebenswerteste Stadt am Globus usw....

Darum wählen wir auch seit 1945 immer wieder SPÖ+ÖVP oder ÖVP+SPÖ. In Rußland gibt es auch nach jeder Wahl Putin und Medwedew oder Medwedew und Putin.

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Mein Ziel war es, die Kastenstände ab 2020 drastisch zu reduzieren

Gratuliere, Herr Minister, ein durchschlagender Erfolg; die Schweine werden ihnen dankbar sein.

Gast: Peter Umfall
21.12.2011 18:12
3 0

Vorreiterrolle im Tierschutz ?

So ziemlich alle Länder haben ein totales Kastenstandverbot ....

Antworten Gast: der andi
21.12.2011 18:41
1 1

Re: Vorreiterrolle im Tierschutz ?

das ist aber ein sehr großer blödsinn,... bitte informieren bevor man irgendeinen blödsinn schreibt. denn es gibt immer leute die sowas glauben.

Antworten Antworten Gast: karl aller
22.12.2011 10:10
1 0

Re: Re: Vorreiterrolle im Tierschutz ?

Lieber andi!

Beispiele: Schweiz, Schweden.

In Deutschland ist man auch kurz davor.

Man kann natürlich auch Moldawien als Beispiel heranziehen - dort gibts das nicht.
Aber willst du das?

Antworten Antworten Gast: 11edljuli
21.12.2011 20:04
0 1

Re: Re: Vorreiterrolle im Tierschutz ?

Es wäre sinnvoll sich vorerst zu informieren, bevor man ein Kommentar schreibt- es trifft nicht zu, daß der Kastenstand in Europa total verboten ist!

Antworten Antworten Gast: Tierschutz
21.12.2011 19:04
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Re: Re: Vorreiterrolle im Tierschutz ?

Ich möchte wissen was an der Formulierung der Verreiterrolle nicht in Ordnung ist! In Europa herrscht ein freier Markt und wir müssen uns auch mit den Ländern vergleichen, und da sind unsere bereits strengeren Gesetze nochmals verschärft worden!

Gast: Papa Schlumpf
21.12.2011 17:37
2 0

Wie wird hier über diese Schweine geredet?

2013 dürfens nicht einmal mehr in die Hofburg!