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Häftling gedemütigt: Leibesvisitation in Wiener Kapelle

27.01.2012 | 16:11 |   (DiePresse.com)

Ein Justizbeamter hat den streng katholischen Häftling nach einem genehmigten Ausgang neben dem Altar einer Leibesvisitation unterzogen. Der Beamte wurde schriftlich verwarnt.

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Ein Häftling ist im vergangenen Sommer in einer Außenstelle der Justizanstalt (JA) Wien-Josefstadt gedemütigt worden, indem der tiefgläubige Katholik nach einem genehmigten Ausgang von einem Justizwachebeamten gezwungen wurde, sich in der hauseigenen Kapelle auszuziehen und seine Kleidung am Altar abzulegen. Danach unterzog ihn der Beamte unmittelbar neben dem Altar einer peniblen Leibesvisitation.

"Das hat mich in meinen religiösen Gefühlen zutiefst verletzt", berichtete der 55-jährige Mann am Freitag. Peter Prechtl, der interimistische Leiter der Vollzugsdirektion, bestätigte den Vorfall: "Es ist Tatsache, dass das passiert ist. Weshalb das in der Kapelle und nicht in einem Dienstzimmer stattgefunden hat, ist nicht nachvollziehbar und nicht verständlich. Es hätte auch andere Räumlichkeiten gegeben."

"Ich habe Angst gehabt"

Der Zwischenfall ereignete sich am 16. Juli 2011 in der Außenstelle Wilhelmshöhe, einer ehemaligen Lungenheilstätte in Pressbaum (Bezirk Wien-Umgebung). Nach einem elfstündigen Ausgang habe ihn ein Beamter in die im ersten Stock gelegene Kapelle gebracht und aufgefordert, sich zur Vornahme einer - nach Ausgängen routinemäßig vorgesehen - Visitation zur Gänze zu entkleiden. "Ich habe Angst gehabt", erklärte der Häftling. Daher habe er gehorcht. Es sei "besonders schlimm" gewesen, ausgerechnet in jenem Raum, in dem er üblicherweise gebetet und Andacht gehalten habe, seine Körperöffnungen inspizieren lassen zu müssen.

"Jede Religion sollte auch im Gefängnis akzeptiert werden", forderte der Mann, der mittlerweile in die JA Simmering verlegt wurde, wo er Freigänger ist und voraussichtlich in wenigen Monaten endgültig entlassen werden wird.

Schriftliche Verwarnung

"Der betreffende Beamte ist disziplinarrechtlich zur Verantwortung gezogen worden. Es hat eine schriftliche Verwarnung gegeben", betonte der Leiter der Vollzugsdirektion. Ein zweiter Beamter, der bei einer Visitation zwingend dabei zu sein hat, habe eingreifen und das Vorgehen seines Kollegen unterbinden wollen, sich aber nicht durchgesetzt. "Das Geschehene ist nicht zu beschönigen, auch wenn sich meinen Informationen zufolge das Allerheiligste zu diesem Zeitpunkt nicht im Raum befunden hat", so Prechtl.

Verfahren eingestellt

Gegen den Beamten lag auch eine Anzeige wegen Nötigung vor. Die im November 2011 eingegangene Sachverhaltsdarstellung wurde an die Staatsanwaltschaft St. Pölten abgetreten. Das Verfahren wurde dort mittlerweile eingestellt. "Es konnte kein gerichtlicher Tatbestand festgestellt werden", teilte Behördensprecherin Michaela Obenaus am Freitagnachmittag der APA mit. Offenbar ließ sich bei den Ermittlungen nicht beweisen, dass er den Häftling mit Gewalt oder gefährlicher Drohung zur Duldung der Visitation gebracht hatte.

(APA)

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32 Kommentare
 
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zutiefst verletzt

Wenn ich eine halbnackte Leiche, aufgenagelt auf ein Sexsymbol sehe, sind meine "religiöse Gefühle" AUCH "zutiefst verletzt"!

Wer nimmt DARAUF Rücksicht??

Der Vorfall zeigt...

...dass dem Beamten kein Ort heilig ist!

Gast: Gast AO
29.01.2012 10:03
11 4

„streng katholischen Häftling nach einem genehmigten Ausgang neben dem Altar einer Leibesvisitation unterzogen“




im romtreuen Milieu nennt man das dann „Christenverfolgung“




Antworten Gast: auch nur ein Gast
29.01.2012 16:51
4 0

Re: „streng katholischen Häftling nach einem genehmigten Ausgang neben dem Altar einer Leibesvisitation unterzogen“

Bist das du, Kyniker?

Gast: Da Hofer
28.01.2012 21:58
1 2

Gedemütigt?

Ein Ausgänger fühlt sich durch eine - übliche - Leibesvisitation gedemütigt? Klar gibts für sowas eigentlich andere Räume, aber andererseits glaub ich net, dass es für Gott an Unterschied macht, wo wer inspiziert wird. Was das Ganze mit dem "Allerheiligsten" zu tun hat, versteh ich net.

Ja, ja,

Jack Unterweger hat auch im Häfen zum Glauben gefunden!
Und der ganze PEN-Club hat geschrieen: "Lasst den Häfenliteraten frei!"
Und dann gabs neun tote Dirnen.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
28.01.2012 12:21
2 0

Re: Ja, ja,

im fernen Los Angeles. Was es nicht alles gibt, in unserer Justizchronik. Da soll sich sogar ein Armloser einmal erhängt haben. Und das noch dazu in einer Zelle. Übrigens: Meine Großmutter war Zeitzeugin von Rotkäppchen. Sie konnte beschwören, dass der pöse Wolf es tatsächlich auffraß.

Gast: xxxx
28.01.2012 08:45
1 2

Beruhigend, dass die Justiz unabhängig von Religion alle gleichmäßig demütigt und entehrt

Habens wohl von ihren Großvätern aus 45.

Gast: Kiebitz
27.01.2012 20:09
7 2

Entfernt

diesen Hauskapellenschänder!

Re: Entfernt

Das ist mE der springende Punkt.
Es ist nicht weiter relevant, ob der Häftling gläubig war oder nicht.
Die Sauerei ist, daß überhaupt ein Häftling in der Kapelle perlustriert wird. Gibt es dafür keine geeigneteren Räumlichkeiten?

Gast: Pensador
27.01.2012 18:42
22 11

"Tiefgläubiger" Häfenbruder

Wegen welcher Delikte sitzt denn der "tiefgläubige Katholik" im Häfen?
Vielleicht sollte er sich besser darauf besinnen und auf die Menschen oder Opfer die er mit seinen Taten geschädigt hat.

Antworten Gast: xxxx
28.01.2012 08:40
3 2

Re: "Tiefgläubiger" Häfenbruder

Mit Ihrer Gesinnung passen Sie aud den WKR-Ball!

Antworten Gast: schlÄchter
27.01.2012 20:58
3 2

Re: "Tiefgläubiger" Häfenbruder

sg pensador!
aus dem ungenügent recherchierten artikel geht leider nicht hervor, wegen welcher straftaten der häftling im gefänis ist und ob er erst im zuge der haft seine religiösität fand.
viell. will er gerade dadurch einen weg der buße finden?

mfg
s.

Re: "Tiefgläubiger" Häfenbruder

der ist sicher zutiefst beschÄmt über seine tat und versucht den angerichteten schaden wieder gut zu machen ;)

Gast: Gasti
27.01.2012 18:23
6 14

Sind perverse Beamten tragbar?

Meiner Meinung nach muss dieses perverse Subjekt umgehend aus dem Amt entfernt werden, da er es beschaedigt. Eine laeppische Verwarnung genuegt nicht. Eine rigorose Saeuberung ist notwendig.

Niemand will, dass die Justiz im Verdacht steht von sadistischen Perverslingen getragen zu werden! Dieser Eindruck waere fatal.

Re: Sind perverse Beamten tragbar?

nieand will ? da wÄr ich mir nicht so sicher. mir zB ist das relativ egal ;)

viel fataler finde ich, dass sich die österreichische offentlichkeit offenbar von einem drittweltkriminellen ein schlechtes gewissen einreden lässt, und dass das offenbar von gewissen stellen auch durchaus so gewollt wird. das halte ich für viel fataler als die 'religiösen' gefühle irgend eines drittweltversagers verletzt werden.

warum sparen wir uns nicht den ganzen zirkus

und sprechen einfach offen (so wie es unter mündigen erwachsenen eigentlich selbstverständlich sein sollte) darüber, dass wir auf die unglaubliche religiosität verschiedener einwanderergruppen unzureichend vorbereitet sind und so bald wie möglich darauf einstellen sollten.

wenn jetzt irgendein grüner mit dem sg laizistischen staat daherkommt und fordert, dass es für katholiken keine ausnahmeregelungen geben soll (zB weil er nicht weiss, dass es ein einwanderer aus der dritten welt ist), dann soll er sich einfach vorstellen wie er sich fühlen würde, wenn er direkt neben einem windrad oder einer recyclingstelle verhaftet würde und mama gaia dabei zuschauen würde ;)

wenn er strng katholisch ist

warum ist er dann im häfen? der soll froh sein das ihn der kas nicht im spazierhof gefilzt hat

20 14

Re: wenn er strng katholisch ist

Also bitte, auch Häftlinge haben Rechte - selbst in Österreich.

Re: Re: wenn er strng katholisch ist

gemeint war, dass einer der so schrecklich religiös ist, kein verbrechen begehen würde. got sieht ja bekanntlich alles, und bei seinem verbrechen hat es ihn ganz ofenbar nicht besonders gestört, dass sein herr ihm dabei zusieht.

na, klingelts ? sehen sie, ist ja nicht so schwer.

jedenfalls finde ich es zutiefst heuchlerisch, nach einem klaren verstoss gegen das wort gottes jetzt einen auf religiös zu machen.

10 14

Vielleicht ...

... hat er ja erst im Gefängnis zum Glauben gefunden? Wäre nicht das erste Mal.

Re: Vielleicht ...

würde da sstiomen, wÄre er doch wohl viel eher zum ... buddhismus ... übergetreten , angesichts der tatsache, dass die grosse mehrheit der häftlinge in europa buddhisten sind ;)

Re: Vielleicht ...

jesus ist ein reuiger sünder mehr wert, als 99 selbstgerechte

Ich frage mich, wieso ein tiefgläubiger Katholik überhaupt in Haft ist ...


Re: Ich frage mich, wieso ein tiefgläubiger Katholik überhaupt in Haft ist ...

Vl hat er sich an die Bibel gehalten und einen Sklavenhandel mit Ungläubigen aufgestellt oder vl hat er einen Buddhisten gesteinigt.

Gibt genug Möglichkeiten Verbrechen zu begehen indem man einfach nach "Gottes" geboten handelt.

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Re: Ich frage mich, wieso ein tiefgläubiger Katholik überhaupt in Haft ist ...

Vielleicht ist er erst in der Haft religiös geworden. Könnte das etwa nicht der Fall sein???

 
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