Schwangere abgewiesen: AKH gesteht Fehler ein

27.01.2012 | 15:27 |   (DiePresse.com)

Die diensthabende Ärztin habe die junge Schwangere nicht für eine Patientin gehalten, sondern geglaubt, sie wolle sich für die Geburt anmelden, sagte der AKH-Chef. Es habe bereits erste Konsequenzen gegeben.

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Das Wiener AKH hat nach der Odyssee einer jungen Schwangeren, die schließlich ihr Kind verloren hat, Fehler eingeräumt. In einem Interview mit ORF Wien erklärte AKH-Chef und Ärztlicher Direktor Reinhard Krepler, die Patientin sei durch die diensthabende Fachärztin "nicht wahrgenommen worden als Patientin, die die Hilfe der Ambulanz sucht wegen einer Blutung." Es wäre eine "Fehleinschätzung" gewesen. Die Patientin hätte behandelt werden müssen. Man untersuche den Fall genau und habe bereits erste Konsequenzen gezogen.

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Die Frau, so Krepler, wäre zunächst im Krankenhaus "Göttlicher Heiland" in Wien-Hernals "gut und richtig" behandelt und für den nächsten Tag wiederbestellt worden. Die Frau habe aber dann die Ambulanz im AKH besucht. "Sie ist wahrgenommen worden als eine Patientin, die sich für die normale Geburt in einigen Monaten anmelden wollte. Sie ist nicht wahrgenommen worden als Patientin, die Hilfe der Ambulanz sucht wegen einer Blutung", erklärte der AKH-Chef.

"Hätte untersucht werden müssen"

Erst später hab sich der wahre Sachverhalt herausgestellt. Es sei damit klar, "dass die Patientin bei uns in der Ambulanz mit Ultraschall untersucht hätte werden müssen." Klinikchef Peter Husslein und einer seiner Oberärzte hatten zunächst jede Verantwortung zurückgewiesen. Krepler als AKH-Chef hingegen: "Uns tut das sehr leid. Ich habe mich persönlich noch vor Erscheinen des ersten Zeitungsartikels bei der Patientin entschuldigt."

Als offenbar belegten Mangel in der Affäre nennt Krepler: "Es gibt für Patientengespräche ein Formblatt, das auch vorsieht, dass das Patientengespräch dokumentiert ist. Das hat nicht stattgefunden." An sich wird an der Universitäts-Frauenklinik die Arbeit nach Leitlinien und Checklisten seit Jahren propagiert.

Laut Krepler muss der Vorfall jetzt einwandfrei geklärt werden. Dann würden von Husslein und MedUni-Rektor Wolfgang Schütz entsprechende Maßnahmen setzen. Mittlerweile wurden von der Leitung des AKH die Abläufe in der Ambulanz adaptiert. Der AKH-Chef. "Es ist ausgeschlossen, dass sich ein solcher Fall wiederholt."

(APA)

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218 Kommentare
 
12 3 4 5
Gast: dreistein
04.02.2012 19:31
0 0

traurig

eine fehlgeburt kann vorkommen. das ist in der natur so. jedoch die dümmliche arroganz des oberarzt und der kommentar : eine blutung ist kein notfall - stellt die berufsfähgikeit diese psycho doch sehr in frage.haften für den schaden muß der oberarzt oder der faule husslein , der eigentlich sein personal ausbilden sollte und nicht mit diszipliarverfahren zu traktieren hat.

Wieso ist sie ...

...überhaupt wieder weggegangen? Wenn sie dort ein wenig hartnäckiger gezeigt hätte wäre das sicherlich kein Problem gewesen. Nennt man auch Durchsetzungsvermögen!

Re: Wieso ist sie ...

Probier es einmal, Du Komiker! Dann rufen die gleich ihre Möchtegernrambos (Security) oder gleich die Polizei. Im AKH hat man nur Chancen wenn man Sonderklasse zahlen kann. Ich spreche aus Erfahrung-bin mit der Rettung weggeschickt worden-leider kein Bett frei! Und das bei Verdacht auf Dickdarmdurchbruch!

Gast: mh
28.01.2012 19:51
4 0

Kind in der 13. Schwangerschaftswoche aber nicht in der 12. ?

Es ist sehr bedauerlich, dass diese Frau ihr Kind in der 13. Schwangerschaftswoche verloren hat. Sie ist da wohl (leider) nur eine von vielen Frauen. Und vermutlich hätte auch ein Spitalsaufenthalt nichts daran geändert.

Die mediale Betroffenheit scheint mir daher etwas seltsam (und auch verlogen) , wird doch in der 12. Schwangerschaftswoche meist nicht von "Kind" gesprochen und schon gar nie werden Schwangerschaftsabbrüche bedauert in unseren Medien.

Es werden wohl auch viele Patienten nicht als Notfall eingestuft und von Spitälern abgewiesen.

Was ist also der wirkliche Grund dieses medialen Aufwands?


Gast: montaigne
28.01.2012 17:43
3 0

Der Kommentar von "Murray" zu Ortners Kolumne

vom 23.12.2011 klingt da plötzlich sehr realistisch:
--------------------------------------------------------------------------------

Murray
23.12.2011 15:25

Re: wir leben in der besten aller welten
Den "Markt" gibt es in Wirklichkeit nicht, die Bezeichnung ist eine Kurzzusammenfassung für Handlungen von Menschen. Er ist auch nicht wirklich ein System, eher die Abwesenheit eines solchen. Den Zugang zur Gesundheitsversorgung haben wir teuer (und das ist nicht nur metaphorisch gemeint) erkauft; es ist im übrigen der Kapitalismus, der es ermöglicht, Rechnungen darüber anzustellen, wie teuer, im Sozialismus ist das unmöglich.
Dass es überhaupt möglich ist, Gesundheitssysteme und Pensionskassen zu finanzieren, hängt alleine mit den Produktivitätssteigerungen zusammen, die der Kapitalismus zuwege gebracht hat. Der Kapitalismus produziert Brutkästen für Frühgeborene, im Sozialismus gibt es einen Kübel mit Wasser.

Gast: Pensador
27.01.2012 18:48
7 0

Kommunikationsprobleme?

Na, und wie stand es mit den Deutschkenntnissen der Patientin?
Konnte sich die verständlich machen?
War es möglich mit ihr ein Patientengespräch zu führen?

Das hab ich mir heute auch gedacht.

Tatsächlich ist es bei aller Menschenliebe ein Problem, dass man nicht diesselbe Sprache spricht. Das führt einfach zu Problemen. Nimm den Menschen die Fähigkeit zu kommunizieren, und es kommt nichts Gutes dabei raus.

AKH

A=Arrogant
K=Korrupt
H=Herablassend!

0 0

Ich wollte Ihnen mit einem Kraftausdruck antworten.

Sie sollten sich schämen! Ich hoffe, dass Sie nie die medizinische Betreuung im AKH brauchen.

Ich halte fest, dass etwa die Neonatologie, Kinderneurochirurgie und die entsprechenden Betreuungsstationen internationales Spitzenniveau haben und die Ärzte und Schwestern in aufopfernder Weise die Patienten und ihre Angehörigen betreuen.

Es tut mir in tiefster Seele weh, wenn Leute wie Sie das herablassend in den Dreck ziehen.
Was qualifiziert Sie eigentlich dafür, auch nur irgendetwas über das AKH zu sagen - außer einer unerträglichen Borniertheit?

Re: AKH

Dann machen´s Sies doch so wie ich: es gibt genügend Privatordinationen!

Gast: Antikorruption
27.01.2012 18:26
3 4

Der ganze menschenverachtende sauhaufen -

- ( inkl. verantwortliche politiker) gehört fristlos entlassen u. vor einem sauberen(!) gericht zur verantwortung gezogen!
Heuchelei u. die übliche abblock- verblödungs- u. ablenkungsstrategie wirken längst nicht mehr!

"Ich habe mich persönlich noch vor Erscheinen des ersten Zeitungsartikels bei der Patientin entschuldigt“, so Krepler. Das sei bereits zu einem Zeitpunkt geschehen, wo die Schwangerschaft noch intakt war...." Krepler, der schnellentschuldiger, der alles wusste aber das gegenteil davon in die medien liess...?

Gast: daswars
27.01.2012 18:13
1 1

Ausreden

Na, da waere er doch besser still geblieben.

Da enthuellt sich ja eine kollossale Wurschtigkeit gegenueber den Patienten. Bloeder gehts nimmer.

Gast: tagpfauenauge
27.01.2012 18:05
2 1

Ui ui ui

da wird schon wiedermal im ganz großen Stil am vertuschen gearbeitet.

Ein Kommunikationsmangel,ja genau,so wird es gewesen sein.

Und diese Frau hat wahrscheinlich auch mit keinem Wort erwähnt,dass sie "blutet" und ist einfach wieder nach Hause gegangen.

Und auf dem Wisch vom "Heiland" ist wahrscheinlich auch nichts von "bluten" drauf gestanden.

Und alles ist beim stille Post spielen verloren gegangen und falsch kommuniziert worde.

Da wird jetzt gelogen bis sich die Balken biegen und allen tut es so leid.

die amtssprache in österreich ist deutsch


Antworten Gast: hodeler
28.01.2012 10:04
0 0

Re: die amtssprache in österreich ist deutsch

Sie gehören sicher zu den Fleissigen,Intelligenten etc.etc.,kurz zum Stolz der Nation.

Gast: Geh Anders
27.01.2012 16:45
0 1

So

eine frechheit! die gehören gekündigt.

Gast: Josi Kosi
27.01.2012 15:55
2 0

WARNUNG: Einsparungen im Gesundheitsbereich können ernsthafen Schaden an ihrem Gesundheit anrichen.

Über Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Versicherung oder den Gesundheitsminister.

Gast: beschwerer
27.01.2012 15:44
1 8

einem arzt, der eine blutende person

abweist, noch dazu eine frau, der es "unten" rausrinnt, gehört der stab des asklepios wo hinein geschoben bis zum anschlag und tüchtig umgedreht. so eine sauerei.

Antworten Gast: beschwerer
27.01.2012 18:28
1 4

Re: einem arzt, der eine blutende person

oh, die roten Stricherbuben sehen das offenbar fälschlich anders. Die machen aus dem ärztlichen Eid also einen Meineid, scheint ja für Ostösiland normal zu sein so eine Gschicht.

Gast: yoshi1
27.01.2012 12:48
0 0

Lernt daraus.

Hoffentlich lesen gewisse notorisch-nörgelnde Ignoranten diesen Artikel und sind ehrlich zu sich was sie für einen Schwachsinn gestern gepostet haben.

Glauben tu ich ja leider beides nicht.

Gast: Tomb
27.01.2012 11:09
4 2

Betreuung

Wer hat die Patientin bis zur 13. Schwangerschaftswoche betreut ?
Hätte Sie sich nicht primär an diese Stelle wenden sollen ?

Antworten Gast: 5keptiker
27.01.2012 11:35
2 2

Re: Betreuung

In der Nacht?

Antworten Antworten Gast: Tomb
27.01.2012 12:31
3 0

Re: Re: Betreuung

Statt am nächsten Tag ins AKH zu gehen.

Im GH wurde ja,soweit den Artikeln in den Zeitungen zu entnehmen ist ,in der Nacht eine Untersuchung durchgeführt, eine Therapieempfehlung gegeben und auch eine Medikation verabreicht.

Gast: mat09
27.01.2012 10:48
4 0

keine therapiemöglichkeit

bei einer Blutung in der Frühschwangerschaft gibt es KEINE Therapie - weder im noch ausserhalb des krankenhauses. Es bleibt nur abzuwarten, ob sich die Schwangerschaft weiterentwickelt oder abgeht...

Antworten Gast: daswars
27.01.2012 18:18
0 2

Re: keine therapiemöglichkeit

Sie haben vielleicht recht, das mindert aber ganz und gar nicht die Verantwortlichkeit der Aerztin.

Die war ja anscheinend nichtmal daran interessiert, warum die Frau kam. Was heisst: sie hat geglaubt! Das ist unfassbar!

Gast: Gats
27.01.2012 10:11
0 0

AKH..

..nein Danke.

Schon als Jugendlicher war das AKH (nach 4h Warten in der Augenklinik) kein Thema mehr. Seit dem ich dort für eine externe Firma eine Zeit lang gearbeitet habe ist das AKH für mich reif für die Schliessung. Die Bettentürme sind überhaupt das Letzte.

Wurde ausschlielich für Promis (Michael) und Politiker (Zilk) gebaut.

Abreissen.

 
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