Früher wurden hier Schießübungen durchgeführt, bald sollen Touristen über die Wiesen in 2000 Meter Höhe laufen. Das Österreichische Bundesheer hat seinen Alpinübungsplatz Dachstein/Oberfeld an den Industriellen Gerald Schweighofer verkauft. „Wir haben hier ein Tourismusprojekt im Auge“, bestätigt Johannes Marek von der Firma Schweighofer. Was genau geplant sei, wolle er nicht sagen, „aber wegen der Lage muss es etwas Exklusives sein“.
Tatsächlich hat das Bundesheer sechs Jahre lang gebraucht, um das 53.000 Quadratmeter große Gelände, auf dem eine dreistöckige Kaserne mit Großküche und Speisesaal steht, zu verkaufen. Denn der Truppenübungsplatz gilt mit seinen Naturschutzauflagen als schwer bebaubar, außerdem ist er nur über eine Seilbahn zu erreichen. Nun hat Unternehmer Schweighofer trotzdem zugegriffen. Er bekommt das Stück sowie die Seilbahn zu einem Spottpreis von nur 173.000 Euro – und er darf es zurückgeben, sollte seine geplante Weiternutzung innerhalb eines Jahres nicht zustande kommen.
Heer verleiht Mitarbeiter. Auch die 27 Heeresangstellten, die das Anwesen instandhalten, werden in Zukunft – sofern sie zustimmen – für Schweighofer arbeiten. „Die neun Experten, die die Seilbahn betreiben, werden wir weiterhin bezahlen, die anderen 18 bekommen ihr Geld zwar von uns, aber die Firma Schweighofer wird den gleichen Betrag an uns überweisen“, sagt Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums. „Die Männer sind Beamte. Wir hätten sie sonst umschulen und bei gleichem Gehalt auf Positionen setzen müssen, auf denen wir sie nicht gebraucht hätten“, sagt Bauer. Mit dem Verkauf des Grundstücks spart sich das Bundesheer bis zu fünf Millionen Euro Abbaukosten. Denn: „Es ist gesetzlich vorgesehen, dass wir nach Einstellung des Betriebes den ursprünglichen Zustand des Ortes wiederherstellen.“
Egon Höll, Bürgermeister von Obertraun (SP), freut sich über das Projekt. Auch wenn er zweifelt, dass es tatsächlich umgesetzt wird. „Wegen der Naturschutzauflagen in der Region werden wir den Willen von hochrangigen Politikern wie dem Landeshauptmann brauchen“, meint er. Nötig hätte der Ort ein innovatives Projekt allemal. „Wir sind eine sehr strukturarme Region. 99 Prozent der Leute leben bei uns vom Tourismus. Die anderen wandern ab.“ Ein neues Hotel im Premium-Bereich, hofft der Bürgermeister, würde die Region beleben. Und in jedem Fall mehr abwerfen als ein paar Schießübungen am Berg.
Dachstein: Luxusurlaub im Sperrgebiet
04.02.2012 | 18:02 | von Eva Winroither (Die Presse)
Das Österreichische Bundesheer verkauft seinen Truppenübungsplatz auf dem Dachstein. In 2000 Meter Höhe sollen künftig nicht mehr Soldaten schießen üben, sondern Touristen in exklusiver Lage Urlaub machen.
44 Kommentare
Ich war oben...
...im Winter 2004 bei der Grundausbildung. Eine ganze Woche lang. Vieles von der sinnlosen Grundausbildung habe ich verdrängt, aber die Zeit da oben auf dem Berg bei Kaiserwetter wird mir ewig in Erinnerung bleiben - positiv, höchst positiv.Mit Luxusabsteigen hab' ich nix am Hut, das ist mir zu überkanditelt, aber wenn eine ehrliche Pension am Berg draus gemacht werden würde (oder eine Alpenvereinshütte), wäre es eine tolle Sache für 2,3 Übernachtungen mit verbundenen Bergausflügen.
Die Seilbahn können sie dazu auch abreißen - echte Bergfexe gehen zu Fuß.
Aber leider wird uns echten Bergliebhabern dieses Areal verwehrt bleiben - zu Gunsten von Schickimicki, Kaviar und Schampus. Naja, jedem das Seine.
Re: Ich war oben...
Bin ganz bei Ihnen, mein Kommentar weiter unten ("Geschäftsidee") war teils ironisch gemeint. Es würde mich ja direkt jucken, dieses "Anwesen" selber pragmatisch, vernünftig, nicht-überkandidelt zu betreiben, einfach für Naturliebhaber, selbst wenn es Sportler -und nicht einfach nur Bergsteiger- sein sollten. (Sozusagen: leider habe ich schon einen anderen guten Beruf.) Die Speisekarte sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein. Die Unterkünfte müsste man sich anschauen. Vielleicht sollte man sich dieses Dingsbums-Alpenvereinshaus im Gesäuse zum Vorbild nehmen. -- Das schreibe ich so, ohne dieses "Anwesen" überhaupt gesehen zu haben. Das ist klar: nur auf Basis eines Zeitungsartikels kann man nicht sein Leben neu planen.Ein geeigneter Veranstaltungsort
für den nächsten WKR-Ball?„Wegen der Naturschutzauflagen
in der Region werden wir den Willen von hochrangigen Politikern wie dem Landeshauptmann brauchen“Fällt da jemandem irgend etwas auf??
Fragt z.
Re: „Wegen der Naturschutzauflagen
"Fällt da jemandem irgend etwas auf??"Nein, warum? War das je anders?
Mei Großvata hat imma gsagt: "Wea guad schmiat, foat guad"
Damit möchte ich niemanden etwas unterstellen, aber das Öl im politischen Getriebe ist gerne mal von "Spendern" ausgegeben ;)
Gibt esw schon die dazu passenden Fotos von Bundesminister Norbert D. (es gilt die Unbeholfenenvermutung) von der Einladung in Marbella ?
Geschäftsidee
Nicht allzu viel ändern. Military-Urlaub, mit Outdoor. An Samstagen (=oft Urlauberschichtwechsel, weniger Ruhesuchende anwesend ) Schießübungen und Psycho-Seminare. Frauen müssen natürlich mehr als nur erlaubt sein. Vor Seilbahnbenutzung Leistung einer notariell beglaubigten Unterschrift.Re: Geschäftsidee
Man könnte auch einfach das FPÖ-Hauptquartier auf diesen Berg zwangsverlegen. Heimelige Atmosphäre für die schneidigen Burschenschafter mit angeschlossenem Schießgelände in der Abgeschiedenheit der Berge.Hochegger, Meischberger, Karlheinz Grasser und Ernst Karl PLECH
War einer dieser Herren in den Immobilien-Deal verwickelt?Es gilt die Unschuldsvermutung.
Ich hoffe. dass diese rückständige Gegend dann endlich umgeackert wird und dort ordentlich Bettenbunkern herausgestampft werden. Und der Dachsteingletscher endlich zu einen mehrere 10.000 Touristen je Tag Betrieb ausgebaut wird.
Denn diese hirntote Region muss Arbeitsplätze bekommen und ordentlich Strassen und Seilbahnen.Re: Ich hoffe. dass diese rückständige Gegend dann endlich umgeackert wird und dort ordentlich Bettenbunkern herausgestampft werden. Und der Dachsteingletscher endlich zu einen mehrere 10.000 Touristen je Tag Betrieb ausgebaut wird.
Ihren Zynismus in Ehren: Der Dachstein-Gletscher wird die nächsten fünf Jahrzehnte nicht überleben. Wenn aber erstmal Attraktion und Ökosystem Dachsteingletscher verschwunden sind, DANN wird die Gegend wirklich öd - und trocken.Ein Luxusressort wird das eh nicht, wird wohl eher der Holz- und Jagdwirtschaft dienen.
Re: Re: Ich hoffe. dass diese rückständige Gegend dann endlich umgeackert wird und dort ordentlich Bettenbunkern herausgestampft werden. Und der Dachsteingletscher endlich zu einen mehrere 10.000 Touristen je Tag Betrieb ausgebaut wird.
"Der Dachstein-Gletscher wird die nächsten fünf Jahrzehnte nicht überleben."Jaja.
Die Lüge vom Klimawandel.
Re: Re: Re: Ich hoffe. dass diese rückständige Gegend dann endlich umgeackert wird und dort ordentlich Bettenbunkern herausgestampft werden. Und der Dachsteingletscher endlich zu einen mehrere 10.000 Touristen je Tag Betrieb ausgebaut wird.
Der Klimawandel ist schon Fakt. Aber dass er vom Menschen gemacht wurde, das ist eine Mär, mit der die Al Gores dieser Welt anstrengungslos abzocken wollen.Wir befinden uns derzeit klimatisch in einer relativ kalten Phase. Z.B. war die Baumgrenze vor einigen Jahrhunderten deutlich höher als heute. In Grönland fanden die Wikinger damals relativ "gute" Voraussetzungen für ihre Siedlungen, und hier in den Ostalpen wuchsen große Bäume auf 2000m Höhe.
Re: Re: Re: Re: Ich hoffe. dass diese rückständige Gegend dann endlich umgeackert wird und dort ordentlich Bettenbunkern herausgestampft werden. Und der Dachsteingletscher endlich zu einen mehrere 10.000 Touristen je Tag Betrieb ausgebaut wird.
"Der Klimawandel ist schon Fakt."Jaja, klar.
Beweisen.
Los.
Re: Re:
Vorteil: Wenn Sie nur das glauben, was Sie wollen, kann nichts und niemand Ihre Welt erschüttern.Nachteil: Ist ein ziemlich starres System, das für einen selbst und für andere schnell fad wird.
Also: Ich kann und will und muss Ihnen gar nichts beweisen. Beweise gäb's zuhauf, wenn Sie sie sehen wollten.
Re: Re: Re:
Beweis schuldig geblieben.Stattdessen Ausflüchte.
1:0 für mich.
Re: Re: Re: Re:/Konservativer
Wieso? Eigentor geschossen?Zum Artikel: Dachstein: Bundesheer verkauft Truppenübungsplatz
Mit 173.000 Euro könnte der Käufer nicht einmal die technische Erschliessung dieses Hochplateus finanzieren.
Die vorhandene technische Infrastruktur mit 2 Hubschrauberlandeplätzen, Seilbahn, Trink und Nutzwasseranlage, Kläranlage plus Seilbahn ist schon das dreifache Wert.Schlecht verhandelt oder einfach nur zu dumm fürs Geschäft?
Re: Mit 173.000 Euro könnte der Käufer nicht einmal die technische Erschliessung dieses Hochplateus finanzieren.
Ein Darabos-Deal. Da kommt schon noch was ans Licht, später mal.Re: Mit 173.000 Euro könnte der Käufer nicht einmal die technische Erschliessung dieses Hochplateus finanzieren.
Jo mei freili, a Seilbahn Baujohr 1957. Sprengen hoast do. Wegsprengen!Re: Mit 173.000 Euro könnte der Käufer nicht einmal die technische Erschliessung dieses Hochplateus finanzieren.
Sie irren. Alles überaltert. Kostet eine Menge Geld, das zu sanieren.Zum Artikel: Dachstein: Bundesheer verkauft Truppenübungsplatz
ich hätte es gekauft
hatte aber nur 60 000 flüssig.Re: ich hätte es gekauft
Ich hätte das nicht mal geschenkt genommen. Was soll man denn da oben auf dem Geröllhaufen?Re: Re: ich hätte es gekauft
geschenkt hätt` ich`s genommen. und dem gerald schweighofer um € 172000.-weiter verkauft.
Zum Artikel: Dachstein: Bundesheer verkauft Truppenübungsplatz
ROTE MAUSCHELEI!!!
na so ein pech, dass sich gleich ein paar meter daneben die krippenstein seilbahn und die piste befindet...ein schelm, wer da denkt, dass das nun BILLIGST erworbene grundstück dazu dient, das skigebiet weiter auszubauen!Zum Artikel: Dachstein: Bundesheer verkauft Truppenübungsplatz
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