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Wien: Heimkind soll mit Malaria infiziert worden sein

06.02.2012 | 12:46 |   (DiePresse.com)

Nach der Diagnose "Psychopathie" soll das damalige Heimkind 1964 eine "Malaria-Kur" erhalten haben. Die Therapie war offenbar schon damals nicht mehr "Stand der Wissenschaft".

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Ein ehemaliges Wiener Heimkind hat der Uni-Klinik für Psychiatrie vorgeworfen, im Jahr 1964 zu Therapiezwecken bewusst mit Malaria infiziert worden zu sein. Laut ORF-"Ö1-Morgenjournal" sei bei dem damals 16-Jährigen "Psychopathie" diagnostiziert worden, worauf er einen Monat lang mit einer "Malaria-Kur" behandelt worden sei.

Eine derartige Therapie für psychiatrische Erkrankungen wurde bis in die 1960er Jahre angewandt, wenn dies auch 1964 nicht mehr "Stand der Wissenschaft" gewesen sei, wurde der Zeitzeuge und Psychiater Bernd Küfferle in dem Hörfunkbeitrag zitiert.

Bis zu 42 Grad Fieber

Der heute 63-jährige Betroffene gibt an, er habe infolge der Behandlung über zwei Wochen hinweg bis zu 42 Grad Fieber gehabt. Zudem sei ihm damals angedroht worden, in eine geschlossene Anstalt zu kommen, sollte er sich der Therapie verweigern. Dass er damals vom Heim "Im Werd" in die Uni-Klinik kam, wertet der Mann rückblickend als Bestrafung dafür, dass er immer wieder aus dem Kinderheim ausgerissen war.

Er hat einen Antrag auf finanzielle Entschädigung bei jener Kommission gestellt, bei der sich Opfer von Missbrauchsfällen in Wiener Kinderheimen melden können. Der Antrag werde derzeit bearbeitet, sagte Marianne Gammer, Geschäftsführerin des "Weißen Rings", der APA. Der Weiße Ring wickelt die Hilfeleistungen ab.

Der Betroffene betonte gegenüber dem ORF-Radio, dass er später nie eine psychiatrische Behandlung gebraucht habe. Allerdings habe er noch jahrzehntelang an plötzlichen Fieberschüben und Schweißausbrüchen gelitten.

(APA)

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11 Kommentare
lb15
07.02.2012 10:54
0 0

Natürlich wurden die bravsten Kinder damals ins Heim gegeben.

Natürlich glaubt man 47 Jahre später so einem früheren Heimkind alles, was es sagt.
So Leute wie ein Professor Hoff waren ja schon immer verdächtig. Und, natürlich, das waren ja 1965 noch alles Na*i.

Und das alles wird von - wie Seismographen feststellen - der systemabhängigen Richterin Helige, die ja bekanntlich am äußerst rechten Rand steht, behandelt.

Geht's eigentlich noch?

Antworten Gast: rb2014
09.02.2012 02:18
0 1

Re: Natürlich wurden die bravsten Kinder damals ins Heim gegeben.

Tja, das geht, und es ist für die Täter und ihre "Verteidiger" bitter, wenn man nach so vielen Jahren doch noch mit Aufdeckung rechnen muss.

Antworten Antworten lb15
09.02.2012 09:31
1 0

Sie gehen nicht auf meine Argumente ein.

Sie sprechen von Tätern. Mag sein. Aber Beweise wären halt auch nicht schlecht.

Ich will niemanden verteidigen, da ich nicht weiss, was damals passiert ist. Ich finde nur, dass es mehr als eigenartig ist, wenn ehemaligen Heimkindern alles unbesehen geglaubt wird und Frau Klasnic oder Frau Helige pauschal diffamiert werden ("Hohn für die Opfer", "systemabhängige Richterin"...).

Ich weise nur darauf hin, dass allein schon die Tatsache, dass Disziplin und Ordnung verlangt wird, bei vielen Heimkindern zu einem Trauma führt und jedes Mittel recht ist, die "unterdrückenden" Personen zu diffamieren.

Wie gesagt, ich weiß nicht, was passiert ist. Aber es widerstrebt mir, dass automatisch und sofort nur einer Seite geglaubt wird.

5 2

es wurden alle Vorkehrungen getroffen

damit diese Fälle niemals richtig aufgeklärt werden.

Als Hohn für die Opfer wurde eine zutiefst systemabhängige Richterin mit dieser Angelegenheit betraut.

Typisch Österreich, verzögern, vertuschen vergessen.

0 0

Der Rechtstaat Österreich

wird in Hülle und Fülle ausgenutzt. die Menschen sollten froh sein unter dem Schutz des Rechts zu leben. Aber das kennt man ja, die chronische Unzufriedenheit.

Gast: Kibietz
06.02.2012 16:03
4 4

Schlimme Methode, aber offensichtlich hat es geholfen!

Sonst wäre der gewisse patient ja psychopathisch.

Gast: Die Wahrheit altert NIE!
06.02.2012 16:03
4 3

1964???

....nach Aussen hin war die Hitlerzeit schon vorbei, aber DIE WAHRHEIT dürfte ein anderes Drehbuch schreiben, da dürften "Gleichgesinnte" von Hitler, sein Werk weitergeführt haben......
Ps: Ich finde die Helig-Kommssion als TOTAL FALSCHES MITTEL solche Verbrechen aufzuklären......DA MUSS EINE ECHTE GERICHTSKOMMISSION EINGERICHTET WERDEN - OHNE WENN UND ABER!
Ich finde auch die Klasnic-Kommission(Missbrauchte Kinder in der Kirche) EIN TOTAL FALSCHES MITTEL zur Aufklärung!

Gast: justerix
06.02.2012 13:56
7 2

Heimkind

0ffenbar waren die wr. Kinderheime bis weit in die 60er Jahre von Personal "durchseucht", die alle ihr Handwerk unter den Nazis gelernt haben; sonst lässt sich dieses Verhalten nicht erklären, denn auch die Nazis haben ja jede Menge Menschenversuche gemacht.

10 1

Re: Heimkind

Die beiden Sozialismen sind Brüder im Geiste und hatten immer weit weniger Berührungsängste als sie zugaben. Dr. Gross lässt grüssen.

Keyoflife
06.02.2012 13:31
7 3

selbst betroffen!

Ich habe weder für meine VIER Wochen die ich unschuldig im Gefängnis verbracht habe von irgendeiner Institution etwas bekommen, da alles angeblich verjährt ist, ablehnung bei Amnesty international und allen Institutionen in Österreich! Somit werde ich auch für die Sachen die mir in der "Klinik Hof" in den frühen 60igern angetan wurden, sicher auch keine Entschädugung geben, vor allem, weil man ja gegen die "Halbgötter" in weiß, nichts beweisen kann! Also jede Anzeige eher im Sand verläuft, wie üblich in Österreich!

2 0

Re: selbst betroffen!

klingt etwas wirr ... aber vielleicht wären zahlen, daten, fakten besser ..
ach ja .. bewiesen wenn geht