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Zogaj: Ende eines Spießrutenlaufs, Anfang von Protesten

07.02.2012 | 18:12 |  DUYGU ÖZKAN (Die Presse)

Arigona Zogaj darf bleiben. Die 20-jährige Kosovarin hat ihre Niederlassungsbewilligung erhalten. Auch in anderen Fällen hat die mediale und zivile Zuwendung den Betroffenen geholfen.

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Wien. Das Mädchen mit den „Rehlein-Augen“ (Zitat Ex-Innenministerin Maria Fekter) darf bleiben: Die 20-jährige Kosovarin Arigona Zogaj hat laut Medienberichten ihre Niederlassungsbewilligung erhalten; zunächst für ein Jahr, dann besteht die Möglichkeit zur Verlängerung. Nach fünf Jahren könnten Arigona und ihre zwei jüngeren Geschwister schließlich dauerhaft im Land bleiben. Ihre Mutter hatte die Bewilligung bereits im vorigen Jahr erhalten.

Damit endet ein gerichtlicher und medialer Spießrutenlauf rund um die Familie Zogaj, die sich seit 2001 bzw. 2002 in Österreich aufhält. Rückblickend kann festgestellt werden, dass der „Fall Arigona“ im Land und in den Medien nachhaltige Spuren hinterlassen hat. Zum einen, weil die Schicksale betroffener Familien immer öfter in den Medien landen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie als hervorragend integriert gelten und trotzdem abgeschoben werden sollen. Zweitens ist das Verhalten der Zivilbevölkerung auffallend, die mit Protesten und Aktionen auf die Betroffenen aufmerksam macht. Im Fall Arigona etwa ist Pfarrer Josef Friedl, der dem Mädchen Unterschlupf gewährt hat, in Erinnerung geblieben.

„Größtenteils sind es ganz unpolitische Menschen“, beschreibt Michael Genner, Obmann von „Asyl in Not“, die „neuen“ Aktivisten. Wobei: Als neu könne man diese Proteste nicht bezeichnen, sagt Karin Klaric vom Beratungsverein „Purple Sheep“. Die habe es auch vor Arigona gegeben, nur in den Medien habe man sie nicht wahrgenommen. Dass der Ausgang der Asylverfahren durch die mediale Aufmerksamkeit positiver für die Familien ausfalle, glauben indessen die wenigsten. In einigen Fällen aber (die auch gern als „neuer Fall Arigona“ bezeichnet wurden) hat die mediale und zivile Zuwendung sicherlich zum Verbleib der Familien beigetragen.

Derzeit macht die Bevölkerung von Attnang-Puchheim mobil gegen die Abschiebung der kosovarischen Familie Avdyli, die seit 2005 in Österreich lebt. Am Samstag soll die Familie mit zwei Kindern (neun und elf) freiwillig das Land verlassen. Die Avdylis gelten als bestens integriert; der Vater hätte mindestens eine Jobzusage. Am Montag wurde eine Kundgebung für die Familie veranstaltet. Die Grünen, das Mauthausenkomitee Vöcklabruck und die katholische Kirche in Oberösterreich fordern einen Abschiebestopp.

Ein Happy End gab es indessen für die Familie Komani.Der Fall sorgte für massive Kritik, nachdem bekannt wurde, dass der Vater im Oktober 2010 mit seinen damals achtjährigen Zwillingstöchtern vor der Abschiebung in Schubhaft genommen wurde. Die Folge war eine breite Diskussion darüber, ob Kinder in Schubhaft gehören. Mittlerweile leben die Komanis wieder in Österreich. Fekter hatte zuvor den negativen Bescheid des Magistrats Steyr für humanitäres Bleiberecht aufgehoben, da dieser fehlerhaft gewesen sei.

Wegen eines Verfahrensfehlers darf auch der 14-jährige Denis Vuckovic hoffen. Er gilt als Basketballtalent – und sollte kürzlich mit seiner Familie nach Serbien abgeschoben werden. Nicht nur Denis' Schulklasse setzte sich für einen Verbleib ein, auch per Facebook wurde mobilisiert, etliche Zeitungen berichteten darüber. Nun wurde das Asylverfahren neu aufgerollt.

Ein (Fast-)Happy-End gab es auch für die kosovarische Familie Durmisiin Röthis (Vorarlberg). Vor zwei Jahren hätte sie abgeholt werden sollen, die Bevölkerung stellte sich aber quer – die Polizei konnte nicht in die Wohnung. Heute haben die Mutter und die zwei Kinder eine Niederlassungsbewilligung, die für den Vater ist noch ausständig.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2012)

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78 Kommentare
 
1 2 3
Gast: baum233
11.02.2012 16:23
0 0

............

Kein Wunder, dass sich diese Fälle jetz häufen. Diese Methode hat ja im Fall Zogaj schon glänzend funktioniert.


3 0

Und übrigens:

das Ende dieser Geschichte ist das mit Sicherheit noch nicht.

wmaurer
08.02.2012 17:43
1 1

sowas von wurscht


......

Gast: WienerGast
08.02.2012 16:00
20 2

... Nachsatz

... und natürlich ist es ein gewisses Gefühl des Fremdschämens das es im eigenen Land möglich ist hochoffiziell Bescheide zu ignorieren und am Ende dann noch dafür belohnt wird.
Ich glaube die zuständigen Behörden/Politiker wissen gar nicht was das für eine Aussenwirkung hat, wer soll da den Staat Österreich noch ernst nehmen ?
Allerdings ist Österreich wohl auch der einzige Staat der Welt der Sanktionen gegen sich selbst bestellt, da muss einen nichts mehr wundern !!!

Gast: WienerGast
08.02.2012 15:45
22 2

Warum ärgert es mich ?

Ich muss gestehen, ich ärgere mich über diesen Fall aber warum eigentlich ?

Ob jetzt die Zogajs dem hochverschuldeten Staat noch zusätzlich was kosten, das ist wirklich nur noch ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn man sich die Zustände v.a. in manchen Wiener Bezirken so ansieht dann spielt das eigentlich auch keine große Rolle mehr, die Zogajs sind einige wenige von Hunderttausenden derartiger Existenzen.
Die Kinder können auch nichts dafür, die sind nicht gefragt worden ob sie herkommen möchten, die Mutter ist ein Paradebeispiel für keine Integration aber wie gesagt, sie ist nur eine von Hunderttausenden. Die Kinder haben sich nicht wirklich integrieren (anpassen) müssen denn sie sind mehr oder weniger hier aufgewachsen.

Was mich speziell berührt ist der Umstand der Ungleichbehandlung, wenn der Normalbürger von einer Behörde einen Bescheid erhält dann hat er sich daran zu halten. Er kann selbstverständlich Einspruch dagegen erheben aber spätestens dann ist in der Regel Schluss. Sollte er glauben noch weiter protestieren zu müssen dann kann er auf seine Kosten einen Rechtsbeistand mit ins Boot holen. Sollte das auch nichts fruchten dann MUSS er den Bescheid akzeptieren sonst wird er sanktioniert, das ist eben der Rechtstaat der uns Rechtssicherheit zusichert was vor allem Sicherheit schafft, ich möchte in keinem Land leben das willkürlich entscheidet, speziell linke Gruppen sind es die permanent dessen Einhaltung einfordern in dem sie auf das Demo-Recht hinweisen.

Antworten starfish
08.02.2012 17:59
2 13

Re: Warum ärgert es mich ?

in manchen Wiener Bezirken....
zu ihrem Trost
das hat etwas Weltstädtisches ,so sieht es nämlich in den meisten Weltstädten aus
das gibt es zwischen Montreal und Singapur überall, China Towns ,Latino Quarters ect.pp
aber Wien scheint ein Dorf zu sein mit weltstädtischen Anspruch und so manchem überforderten Bewohner

Gast: Garst
08.02.2012 14:37
25 4

Ich könnt an meiner eigenen Wut ersticken!

Ich bin auch mit einer Ausländerin verheiratet und muss jedes Jahr einen riesen Tamtam wegen der Aufenthaltsbewilligung abhalten. Sie war in sechs Jahren seit sie in Österreich wohnt NOCH KEINEN TAG ARBEITSLOS.
Aber hier werden einfach Gesetze gebogen und gebrochen.
Ich werde das nicht vergessen!

Zum k.. das Ganze!

0 0

Re: Ich könnt an meiner eigenen Wut ersticken!

Da hilft nur den Staatsbürgerschaftstest absolvieren und Staatsbürgerschaft beantragen.
Hat uns zwar das verfügbare Geld von 6 Monatseinkommen gekostet, dafür ist jetzt ein für alle mal Ruhe.

Ich musste schmunzeln, als sie mir gesteckt hat welche Partei sie bei der letzten NR-Wahl gewählt hat...

Antworten Gast: Thailand-Fan
08.02.2012 16:55
5 17

Re: Ich könnt an meiner eigenen Wut ersticken!

Hat man Sie darauf im Katalog nicht hingewiesen?

Antworten Antworten Gast: xxxx
08.02.2012 17:48
2 9

Re: Re: Ich könnt an meiner eigenen Wut ersticken!

Geh! Im ATV zeigens doch eh immer die Serie mit dem Chicken-Charlie und seinen Freunden.
Da sieht man wie sowas geht.

Antworten Gast: Pensador
08.02.2012 16:39
1 15

Nagehhh! Und deshalb hat du so eine Wut

auf das Mädchen?
Wander bitte mit deiner Frau aus. Solche vermisst hier keiner.

Antworten Gast: Blankensteiner Husar
08.02.2012 15:23
4 17

Re: Ich könnt an meiner eigenen Wut ersticken!

Wanderns halt aus!
Ist im Heimatland Ihrer Frau vielleicht alles einfacher.

Gast: liebe Tante Zenzi
08.02.2012 13:47
18 2

Mit "Spießrutenlauf" kann ja wohl in erster Linie nur der Medienwirbel gemeint sein,

der seit 2007 zur Causa veranstaltet wird.
WER ist dafür mit/verantwortlich?

der ORF, der das auf seltsame Weise zugespielte Video ausgestrahlt hat?
Jene Medien, die über Monate/Jahre fast wöchentlich Artikel zur Causa Z. veröffentlicht haben - manchmal wie eine "Hofberichterstattung" anmutend?
Eifrige NGOs?

Die Behörden können es nicht sein, die waren seit 2001 damit beschäftigt, über 100 Anträge zu bearbeiten.


23 2

zu diesem Artikel eine Frage

von welchem Spießrutenlauf ist hier die Rede ? Von dem des Steuerzahlers ? Warum soll dieser zu Ende sein ?

Antworten Gast: schlÄchter
08.02.2012 16:47
8 0

Re: zu diesem Artikel eine Frage

sg herr schlorki!
:-)))

ein lesespießrutenlauf war jedenfalls für mich der artikel von presseredakteur duygu özkan...

mfg
s.

starfish
08.02.2012 13:16
3 29

unfassbar

wie man eine Familie über Jahre hinweg verbal malträtieren kann
Wiederholungstäter mit Schlagworten wie
Übervölkerung ,Umgestaltung ,Gutmenschenmob usw.usf.
die Rhetorik erinnert jedenfalls an damals

Gast: WienerGast
08.02.2012 13:16
28 1

noch ein kleines Rätsel für mich !

Ich weis es zufälligerweise aus meinem eigenen Bekanntenkreis, welche Anforderungen für einen Daueraufenthalt in Österreich gestellt werden. Ein Punkt auf dem jede Behörde mit Recht (!!!) herumreitet ist die Selbsterhaltungsfähigkeit weil es ja eigentlich das Ziel der Zuwanderung ist, einen Vorteil aus der Zuwanderung zu ziehen und nicht noch zusätzlich den Staat zu belasten. Mein Bekannter hatte große Probleme einen Elternteil nach Österreich zu holen, das Einkommen, abzüglich Miete, Betriebskosten, ... wurde als knapp an der Grenze bewertet und dieser Bekannte verdient weit mehr als eine Reinigungskraft.
Deshalb ist es ein Rätsel für mich wie es sein kann, dass jemand eine Aufenthaltsbewilligung bekommt der einen Reinigungsjob hat (ich schätze mal 700-1.000 Euro pro Monat), Miete zahlen muss, das Leben davon bestreiten muss und zusätzlich 3 schulpflichtige Kinder hat. Das kann sich vorne und hinten nicht ausgehen, sie muss somit eine staatliche Stütze erhalten und dürfte eigentlich somit keine Aufenthaltbewilligung bekommen.

Das nur zu dem letzten Beitrag das die Familie auf eigenen Beinen steht.

karl gross
08.02.2012 12:17
30 3

wählen gehen

damit dieser volksverrat demnächst geahndet werden kann.

es kann jedenfalls nicht sein, dass eine verschwindend kleine minderheit gegen den willen einer satten bevölkerungsmehrheit unsere gesellschaft künstlich umgestaltet ohne dafür auch irgendwann zur verantwortung gezogen zu werden.

Gast: smilefile
08.02.2012 11:13
26 3

Die Spießrutenläufe werden noch beginnen,...

Während die staatlichen Bruttoinvestitionen seit den 70er Jahren mehr oder weniger kontinuierlich sinken, sind im gleichen Zeitraum die Sozialausgaben des Staates kontinuierlich gestiegen,- ebenso der Schuldenstand. Dem steht ein trendmässig rückläufiges Wirtschaftswachstum gegenüber. Nimmt man die Befunde zusammen entsteht ein bedrohliches Bild. Die staatlichen Investitionen, die aus der Perspektive der Staatsverschuldung unproblematisch sind, die sich weniger zur Finanzierung über Schulden eignen, sinken,- während die Ausgaben für Soziales und Umverteilung, die sich weniger zur Finanzierung über Schulden eignen, steigen,- und mit ihnen die Schulden. Überspitzt gesagt, bedeutet das, dass wir derzeit auf Kredit Dinge finanzieren, die später unsere Kinder zurückzahlen müssen, ohne dass sie etwas von diesen Ausgaben haben und ohne dass diese Ausgaben viel dazu beitragen können, diesen Schuldenberg abzutragen,....

Mit den spendierfreudigen Hosen unserer Politiker und Volksvertretungen wird es in naher Zukunft ein Ende haben müssen,...

Gast: total crash
08.02.2012 10:42
14 1

Na,

dann kann ja nix mehr schief gehen,ob solch einer Problemlösung für Österreichs Ungemach auf allen sozialen/gesellschaftlichen/politischen Ebenen,einfach grandios und supi Umgesetzt auf das künftig wieder Milch und Honig fließt.
Damit san ma aus`n Schneida und olles wiad guad, auf ewig.Danke für die Hilfestellung.(°~°)

starshaper
08.02.2012 10:24
29 4

Hauptsache, die Richtung stimmt.

Begeisterung zählt offenbar mehr als Sprachkompetenz; auch in diesem Beitrag, in dem etwas das Wort "Zivilbevölkerung" fälschlich statt "Zivilgesellschaft" verwendet wird.
Hauptsache, die Richtung stimmt: Übervölkerung Österreichs.

Gast: Ösi
08.02.2012 09:40
6 41

"Vor zwei Jahren hätte sie abgeholt werden sollen, die Bevölkerung stellte sich aber quer – die Polizei konnte nicht..."

Wenn sich die Menschlichkeit zusammenfindet, dann überwindet sie auch die Bürokratie.
Hätten sich 1939 solche Menschen gefunden in Österreich, dann hätte Europa 7 Mio mehr Einwohner.

Denkt mal nach, was Ihr aus Europa gemacht habt! Und dann überlegt mal, ob die dummen Abschiebungen wirtschaftlich notwendig sind. Alles andere ist eh nur Makulatur.

nix zu tanken
Ösenpower

Antworten Gast: Ösi
08.02.2012 12:16
2 17

Und wenn ihr mir noch so viele rote Stricherl vererbts......ICH bin ein Gutmensch!

Und hinter mir steht Jesus samt Nazareth!

Ich hab' einen ganzen Rucksack voll chistlicher Werte, die sich gewaschen haben!

So schauts aus! Ihr seid ja nur neigig.

so long
Ösenpower

Antworten Antworten Dagobert
08.02.2012 12:40
14 1

Re: Und wenn ihr mir noch so viele rote Stricherl vererbts......ICH bin ein Gutmensch!

Die Lehre Jesu beinhaltet keine finale Selbstaufgabe gegenüber anderen Menschen.

Antworten Antworten Antworten Gast: Ösi
08.02.2012 12:58
0 16

ROjeoje! Das mit der finalen Kreuzigung Jesu hat Ihnen noch keiner dazählt?

Sie haben sich also die letzten 50 Jahre gedacht: " Warum stellt man den Heiland immer am Kreuz da??? Hmmmm?! Und wo kommen die Stigmata her? Von Zigaretten?"

ich hab nix zu tanken; Sie offensichtlich genug!
Ösenpower

parapente
08.02.2012 09:22
34 3

Selbst wenn nach 20 Jahren

Asylaufenthalt der Asylgrund wegfällt - was soll dann sein?
Zurück in die Heimat - was sonst??

 
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