Wien/Kb. Die Kältewelle der vergangenen Tage ist nicht nur empfindlichen Zweibeinern ein Dorn im Auge. Auch für Hunde kann ein Spaziergang bei Frost und Schnee zum Spießrutenlauf werden. Durch Streusalz und -splitt steigt die Verletzungsgefahr der Pfoten.
„Durch die eisigen Temperaturen und die intensive Streuung ist die Situation in diesem Winter besonders schlimm“, sagt Ursula Aigner von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“. Die Wiener Tierärztekammer habe sich nach vermehrten Anrufen von besorgten Hundebesitzern sogar bei den Behörden beschwert und eine Eindämmung der Salzstreuung gefordert – man warte bis heute auf eine Reaktion. Die Stadt weist die Kritik zurück. „Wir streuen so wenig wie möglich und so viel wie nötig, um Sicherheit zu gewährleisten und die Umwelt zu schonen“, sagt Ulrike Volk von der MA48 (Straßenreinigung). „In diesem Winter wird nicht mehr gestreut als in den vergangenen Jahren.“ Außerdem sei die MA48 hauptsächlich für Straßen zuständig, die Gehsteige würden zumeist private Firmen streuen – Firmen wie Attensam, das größte private Winterdienst-Unternehmen Österreichs. Dort habe man zuletzt sogar weniger Salz gestreut als sonst, sagt Michael Hackl, Leiter des Geschäftsbereichs Winterservice. Denn Salz verflüssige das Eis erst bei Temperaturen ab minus vier Grad, darunter habe es keine Wirkung. Auch im Jahresschnitt sei bisher nicht mehr Salz zum Einsatz gekommen als in vergangenen Wintern.
Vaseline und spezielle Schuhe
Aigner rät jedenfalls Hundehaltern, gestreute Wege zu meiden. „Feine Risse in der Ballenhornhaut oder Scheuerstellen zwischen den Zehen können für die Tiere sehr schmerzhaft werden“, sagt die Hunde-Expertin. Das Auftragen von Vaseline oder einer Pfotenschutzcreme könne Verletzungen vermeiden – ebenso wie spezielle Hundeschuhe.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2012)
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