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Waldviertel: Bürger verhindern buddhistischen Sakralbau

12.02.2012 | 16:49 |   (DiePresse.com)

Eine Stiftung wollte in der Waldviertler Gemeinde Gföhl den größten Stupa Europas errichten. In einer Volksbefragung stimmten nun 67 Prozent dagegen. "Die Menschen haben immer Recht", sagt der Bürgermeister.

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Die Bevölkerung der Waldviertler Gemeinde Gföhl hat dem geplanten buddhistischen Stupa-Bau bei der Volksbefragung am Sonntag eine Absage erteilt. Mit 67 Prozent stimmten etwa zwei Drittel der Wähler der Gemeinde Gföhl im Bezirk Krems gegen das Projekt einer Wiener Stiftung, 33 Prozent sprachen sich dafür aus. Bei einer Wahlbeteiligung von 52 Prozent wurde ein für den Gemeinderat bindendes Ergebnis erzielt, eine Umwidmung des Grundstücks für die Errichtung eines Sakralbaus wird es somit nicht geben.

"Es ist eine demokratische Entscheidung, die wir natürlich akzeptieren", meinte Elisabeth Lindmayer von der Lotos-Lindmayer-Privatstiftung in einer ersten Stellungnahme. Sie bedankte sich bei Bürgermeister Karl Simlinger (ÖVP) und einigen Gemeinderäten für die Unterstützung des Projekts, betonte aber auch, dass seitens der Gegner "sehr viel Hass geschürt" worden sei - "in einem Ausmaß, das ich gar nicht mehr für möglich gehalten hätte".

"Die Menschen haben immer recht"

Ortschef Simlinger, der für das Vorhaben eingetreten war, teilte im Hinblick auf die Wahlbeteiligung mit, er "begrüße die demokratische Reife der Bürgerinnen". Die Entscheidung des Volkes sei zur Kenntnis zu nehmen, denn "die Menschen haben immer Recht".

Mit dem Stupa, der auf einer Anhöhe im Osten Gföhls gebaut werden hätte sollen, war das größte Weltfriedensdenkmal dieser Art in Europa geplant. Neben dem rund 30 Meter hohen Bau mit 20 Metern Durchmesser waren auf dem zwei Hektar großen Areal auch ein Gebäude für Mönche und Parkplätze für Besucher geplant. Jährlich hätte der Stupa 3000 bis 5000 Besucher in die Waldviertler Gemeinde locken sollen.

Das Grundstück für den jetzt abgesagten Bau befindet sich bereits im Besitz der Stiftung. Was nun damit geschehen soll, werde man in Ruhe überlegen, so Lindmayer. Ganz aufgegeben habe man die Hoffnung auf ein derartiges Denkmal - wo auch immer - aber noch nicht: "Wenn etwas an uns herangetragen wird, sind wir gerne bereit, uns weiter zu engagieren", betonte sie.

(APA)

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373 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6 7 8
4 0

Warum nicht in Wien?

Ich bin für den Bau einer Stupa, aber noch viel mehr würde ich mich über einen Bau freuen, wenn er in der Nähe einer buddhistischen Gemeinde wäre.
Also was spricht gegen Wien (oder näher an Wien als Gföhl)? Hier sind wahrscheinlich die meisten Buddhisten Österreichs zuhause.
Unfreundlichen Gegenwind wird man in Österreich leider überall ernten, gerade deswegen wäre ein toleranterer Ort angebracht bzw. wo höhere Gebäude (ausgenommen die schönen Silos) nichts mehr fremdes sind.

Ich, als praktizierender Christ, würde die Stupa gerne besuchen!

Antworten MALSI
15.02.2012 12:46
3 0

Re: Warum nicht in Wien?

In Wien gibt es neben der Donau, abgelegen und unauffällig eine Stupa mit einem Meditationshaus.

Gast: xxxx
14.02.2012 19:12
0 6

Ich tippe mal nur so. Ein Blauer Bürgermeister und 99,9 % Freiheitliche Wähler

Und der Adi immer noch Ehrenbürger.

Resistance
14.02.2012 16:30
2 4

Ich frage mich,


wieso ausgerechnet Prunkgebäude von Religionen immer als Zeichen von "Toleranz" und Gutmenschentum jeglicher Art verkauft werden.
Religionen sind nun mal dogmatisch und intolerant.

Der Buddhismus will das leidhafte Daseín überwinden.
Von mir aus.
Aber muss man jeder blöden Idee gleich einen Palast bauen?

Die Gföhler haben schon recht.

Eine Religion kann nicht intolerant sein,...

...höchstens die Menschen, die ihr angehören. Und da gibts überall solche und solche.

Hinji
14.02.2012 08:45
1 3

Ich versteh nicht

Warum der Buddhismus sowas überhaupt notwendig hat...
Loslösung von Weltlichem ist das nicht

mick232
14.02.2012 06:56
1 0

In Indien gibt es 3x soviele Katholiken wie in Ö

Nur mal so zum Nachdenken...

Antworten Herman
15.02.2012 13:16
0 0

Re: In Indien gibt es 3x soviele Katholiken wie in Ö

. . . Demokratie und Religion. So jede Gemeinde für das Bauwesen zuständig, haben die Bürger das letzte Wort.

Antworten Gast: werbistdu
14.02.2012 21:25
1 0

Re: In Indien gibt es 3x soviele Katholiken wie in Ö

und 3x so viele Kirchen wie in Österreich auch?

Antworten Gast: liberales Weißbrot
14.02.2012 15:02
3 1

In Indien lebt 1/6 der Weltbevölkerung, in Österreich 1/875.

Nur mal so zum Nachdenken...

Gast: Hemingway
14.02.2012 05:52
4 3

Die 25 Meter hohen Windkraftwerke passen aber schon in die NÖ Landschaft ?


Gast: Hemingway
14.02.2012 05:43
1 0

Die Menschen habe eben NICHT immer recht....

Siehe Europäische Union etc.

7 10

So friedlich,wie

der Dalai Lama mit seinem Lächeln immer wieder verkündet,sind auch die Buddhisten nicht!

Von Tibet bis Burma.

Antworten MALSI
14.02.2012 21:29
4 0

Re: So friedlich,wie

Bitte um Belege für Ihre Behauptungen!


Antworten Antworten Antworten Tante_Mitz
15.02.2012 13:11
2 0

Re: Re: Re: So friedlich,wie

Wenn es auch vereinzelt in diesen Ländern Ungerechtigkeiten gegenüber anderen Religionen geben sollte stellt sich immer noch die Frage: "Sind diese Ungleichbehandlungen mit der Lehre Buddhas vereinbar oder nicht?"

In Ihrem Link habe ich mir die 30 schlimmsten Staaten in Sachen Christenverfolgung angeschaut. Es überwiegen zu 90 % Staaten mit Islam als Staatsreligion, dann kommen kommunistische-sozialistische Staaten und KEIN EINZIGES buddhistisches Land.

Ich glaube es ist notwendig, die Größenordnungen im Auge zu behalten und so gesehen ist der Buddhismus (die Lehre Buddhas) noch die friedlichste aller Religionen.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Salzburger Gast
15.02.2012 15:57
0 0

Re: Re: Re: Re: So friedlich,wie

die Argumentation erinnert mich an jene, die von Muslimen gerne vorgetragen wird: das, was die Taliban (hier beliebige islamistische Gruppierung eintragen), das sei nicht der "wahre" Islam, sei nicht mit den Lehren des Koran vereinbar.

Auch Katholiken argumentieren so: was zu Zeiten der spanischen Inquisition geschah, das sei nicht mit der Lehre Jesu vereinbar.

Hätte man damalige Zeitgenossen gefragt, sie wären da ganz gegenteiliger Ansicht gewesen. Und ich wette, nicht wenige Buddhisten in den genannten Ländern würden ihr Handeln selbstverständlich in Übereinstimmung mit den Lehren Buddhas ansehen.

Wer hat nun Recht? Die Buddhisten in diesen Ländern oder die europäischen "Neo-Buddhisten"?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Tante_Mitz
15.02.2012 18:45
1 0

Re: Re: Re: Re: Re: So friedlich,wie

Die Lehren Jesu in der Bibel lesen.
Die Lehrreden Buddhas studieren.
Den Koran lesen.

Kein "hätte" und "wäre", die verkündete Lehre gibt die Antwort.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Ede Wolf
15.02.2012 19:35
0 1

Re: Re: Re: Re: Re: Re: So friedlich,wie

Verkündete Lehre? Das ist eine Tochter der Zeit, so wie jede Interpretation eines Textes.

"Die" Lehre Jesu" gibt es nicht. Ebenso wenig wie "die" Lehre Mohammeds oder "die" Lehre Buddahs. Noch nicht einmal die Buddhisten selbst sind sich einig, was denn "die Lehre" ist. Was sich u.a. auch darin ausdrückt, dass der Buddhismus in unzählige unterschiedliche Schulen (wenn man so will: Kirchen, in übertragenem Sinne) zerfällt.

Gast: Jessas
13.02.2012 23:23
1 2

tief geblickt

Besteht in Ihrem "demokratischen" Weltbild irgendwo die Möglichkeit dass die Mehrheit nicht immer automatisch recht hat. Oder schließen sie dass katergorisch, weil nicht in die blökende Herde passend aus.

0 2

Jährlich sollten 3000 bis 5000 Gäste angelockt werden?

Na die verlieren sich aber locker auch sonst dorthin.

0 0

Re: Jährlich sollten 3000 bis 5000 Gäste angelockt werden?

zusätzlich wärs

Antworten Antworten parapente
14.02.2012 13:42
0 0

Re: Re: Jährlich sollten 3000 bis 5000 Gäste angelockt werden?

Es leben alle Schätzungen!

Gast: gast45
13.02.2012 22:38
0 2

tja ..

was der bauer nicht kennt, das frisst er nicht :-)
kochen können sie excellent, und auch sonst wäre die anzahl der hunderjährigen in der gemeinde deutlich gestiegen :-)

Gast: Jessas
13.02.2012 21:27
6 10

Befremdend

An alle pseudotoleranten Heuchler, die Argumente wie Bauhöhe und Landschaftsbild ihrer intoleranten erzkonservativen Lebenseinstellung vorschieben.
So eine Stupa, in welcher Höhe, Größe, Farbe auch immer wäre ein wunderbares Zeichen von Toleranz und Offenheit der Bürger dieser Region. Anscheinend hat keiner ein Problem damit dass in Gföhl/Jaidhof radikal fundamentale Pius Brüder Intoleranz und Schreckensbilder predigen und so ziehmlich gegen alles sind wofür die Aufklärung steht. Ist dass sie Kultur der Gföhler?

2 3

ja, freilich - die Aufklärung...

Eine Stupa zu errichten gilt im Buddhismus als sehr heilsam, da positives Karma im Geist des Erbauers zurückbleibt. Auch in der Zukunft seien dem Baumeister dadurch vielfältige Vorzüge durch vorteilhafte Wiedergeburten gegeben. Im besten Fall wird eine rasche Erleuchtung ermöglicht. Eine Stupa zu umschreiten sei ebenfalls sehr vorteilhaft und ermögliche positive Wiedergeburten. - wikipedia

 
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