Zahl der FSME-Fälle gestiegen: Vier Tote im Vorjahr

113 Menschen mussten 2011 wegen der "Zeckenkrankheit" ins Spital, im Jahr davor waren es nur 63. Das für Zecken günstige Wetter dürfte daran Schuld sein.

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Archivbild: Zeckenimpfung – (c) AP (Daniel Maurer)

2011 mussten in Österreich 113 Menschen wegen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis - kurz FSME -ins Spital. 2010 waren es noch 63 registrierte Erkrankungen gewesen. Im vergangenen Jahr gab es mit vier Todesfällen auch eine hohe Zahl von Opfern durch die "Zeckenkrankheit". Im Jahr 2010 war ein Patient gestorben. Die neuen Daten wurden jetzt vom Department für Virologie der MedUni Wien bekanntgegeben.

"Die FSME-Saison des Jahres 2011 war schon allein deshalb bemerkenswert, weil die Zahl der Fälle - erstmals seit dem Jahr 1996 - wieder deutlich über der Hunderter-Marke lag. Die Tiefststände wurden in den Jahren 1999 und 2007 mit 41 bzw. 46 Fällen registriert", schrieben die Wiener Virologen Franz X. Heinz und Heidemarie Holzmann in der neuesten Ausgabe der "Virusepidemiologischen Information".

Zwei Fälle erst Ende November

Die Ursachen für den deutlichen Anstieg sind zum einen auf die "wenig greifbaren" mikroklimatischen und ökologischen Bedingungen begründet, sagen die Experten. Sowohl die Zeckenvermehrung als auch deren Infektion mit dem FSME-Virus werden dadurch gesteuert.

Darüber hinaus ist gutes Wanderwetter ab dem Frühjahr und in den Herbst hinein durch mehr "Publikum" in der freien Natur ein zusätzlicher Faktor. Die letzten beiden FSME-Fälle des Jahres 2011 wurden erst Ende November in Kärnten bzw. Vorarlberg registriert.

Ein Prozent tödlich

Laut den neuesten Berechnungen der Wiener Experten hat die FSME-Impfung eine Schutzrate von 99 Prozent. Eine 74-jährige Frau und zwei 69-jährige Männer, die im Vorjahr an der Krankheit gestorben sind, waren nicht geimpft bzw. war ihr Impfstatus unbekannt. Auch ein fünfjähriges Kind, das mit nur zwei Teilimpfungen im Jahr 2007 einen unvollständigen Impfschutz hatte, ist an FSME gestorben.

Etwa ein Prozent der FSME-Erkrankungen verlaufen tödlich. Im Jahr 2011 waren neun der 113 Erkrankten Kinder im Alter bis zu sechs Jahren (acht Prozent).

Ausbreitung nach Westösterreich

Auch im vergangenen Jahr breitete sich die FSME immer weiter in Richtung Westösterreich aus. Oberösterreich lag wie auch in den vergangenen Jahren mit 36 Patienten, die im Spital landeten, an der Spitze. Tirol wies bereits genauso viele Fälle auf wie die Steiermark (jeweils 23), und auch die sieben Fälle in Vorarlberg bestätigen den Trend in Richtung Westen. In Wien gab es vergangenes Jahr drei FSME-Fälle, in Niederösterreich vier, in Kärnten zehn und in Salzburg sechs, im Burgenland nur einen.

(APA)

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