26.05.2013 08:16 Merkliste 0

Lawinenunglück: Prinz Friso weiter in Lebensgefahr

18.02.2012 | 11:09 |   (DiePresse.com)

Der niederländische Prinz wurde am Arlberg von einer Lawine erfasst. Er liegt in der Innsbrucker Uniklinik - Königin und die Gattin sind bei ihm.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Bangen um Prinz Johan Friso der Niederlande: Der am Freitag in Lech am Arlberg in Vorarlberg von einer Lawine verschüttete Andeligebefand sich am Samstag weiterhin in Lebensgefahr. Die Nacht hat er "ruhig überstanden", teilte die niederländische Regierung am Vormittag in einer Erklärung mit. Sein Zustand sei stabil, hieß es. Samstagmittag kamen die niederländische Königin Beatrix und Johan Frisos Ehefrau Mabel erneut in die Innsbrucker Klinik, um den Verletzten in der Intensivstation zu besuchen.

vergrößern

Königin Beatrix und die Ehefrau des verunglückten Prinzen waren bereits Freitagabend zum ersten Mal nach Innsbruck gekommen. Am Samstag reisten sie neuerlich von Lech in die Tiroler Landeshauptstadt. Sie waren schwarz gekleidet und passierten die wartenden Journalisten, ohne ein Statement abzugeben. Die tiefe Betroffenheit war ihnen anzusehen. Etwa 30 Journalisten, Fotografen und sechs Kamerateams hatten auf die Mitglieder der königlichen Familie gewartet. Zuvor war der Eingangsbereich der Chirurgie abgesperrt worden. Der Konvoi bestand aus mehreren Fahrzeugen. Am Nachmittag fuhren die Verwandten des Unfallopfers wieder ab.

Weitere Mitglieder des Königshauses - Kronprinz Willem-Alexander und sein Bruder Constantijn mit ihren Familien - hielten sich am Samstagvormittag ebenfalls noch in Lech auf. Sie waren am Freitagabend auf dem kleinen Schweizer Flugplatz St. Gallen-Altenrhein angekommen und direkt zum Arlberg weitergefahren. Der Kronprinz dankte laut niederländischer Nachrichtenagentur ANP für die in der Öffentlichkeit erwiesene Anteilnahme an dem Geschehen und bat gleichzeitig um Wahrung der Privatsphäre der königlichen Familie.

Über die Verletzungen des Prinzen wurden de facto keine Angaben gemacht. Die niederländische Zeitung NRC berichtete am Samstag, er hätte jedenfalls keine Schädelbasisfraktur erlitten. Eine offizielle Bestätigung stand aus. Prinz Johan Friso war Freitagmittag beim Skifahren in Lech im Bereich Litzen in Richtung Zugertobel von einer Lawine verschüttet worden.  Er lag etwa 20 Minuten unter dem Schnee, bevor er gefunden und reanimiert werden konnte. Der Verunglückte kam unmittelbar darauf per Notarzthubschrauber in die Universitätsklinik nach Innsbruck, wo er in der Intensivstation von Spezialisten betreut wurde.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Nach dem Lawinenunglück ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Feldkirch wegen "fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen". Es handle sich vorerst um eine routinemäßige Untersuchung, wie sie nach jedem Unfall vorgenommen werde, erklärte die Sicherheitsdirektion Vorarlberg am Samstag. Die Staatsanwaltschaft habe noch am Freitag an Ort und Stelle mit ihren Erhebungen begonnen. Derzeit würden Fakten erhoben, es gebe auch keinen Beschuldigten.

Johann Friso war Freitagmittag mit einem 42-jährigen Einheimischen im freien Skiraum in den Hang eingefahren, in dem sich schließlich die Lawine löste. Laut Michael Manhart, Geschäftsführer der Skilifte Lech, waren im Unglücksbereich am Vormittag noch Lawinensprengungen durchgeführt, es seien aber keine Schneebretter abgegangen. "Wir waren deshalb überrascht, dass sich eine Lawine löste", sagte Manhart.

Die Unfallstelle sei trotzdem gefährlich: "Der Hang ist 'heiß', es ist eine kurze, steile Böschung", sagte Manhart. Jemandem die Schuld für den Lawinenabgang zuzuweisen, "wäre völlig falsch", so Manhart. Die Entscheidung, im freien Skigelände in einen Hang einzufahren, liege bei jedem Einzelnen. "Der Prinz war so oft in Lech, der weiß genau, was er macht", meinte Manhart, der für einen großen Teil des gesicherten Lecher Skigebiets die Verantwortung trägt.

Zum Zeitpunkt des Unfalls herrschte in Lech akkerdubgs Lawinenwarnstufe 4 - "groß" - auf der fünfteiligen Skala. Dem Lagebericht der Vorarlberger Landeswarnzentrale zufolge konnten Lawinen damit bereits durch geringe Zusatzbelastungen, etwa schon durch einzelne Wintersportler, ausgelöst werden.

Überleben unter Lawinen
Lawinenopfer, die binnen 15 Minuten geborgen werden, haben eine Überlebenschance von 90 Prozent. Doch dann geht die Kurve steil bergab: Nach einer halben Stunde sind es nur noch ungefähr 30 Prozent. Diese Quote bleibt bis zu eineinhalb Stunden relativ konstant, da eine Luftblase im Schnee das Atmen ermöglicht. Von den Verschütteten, die nach mehr als eineinhalb Stunden geborgen werden, leben nur noch drei Prozent.

Porträt: Prinz Johan Friso von Oranien-Nassau

Alle 12 Bilder der Galerie »

 

Nicht mehr in der Thronfolge
Johan Friso ist der Mittlere der drei Söhne der seit 1980 regierenden Königin Beatrix. Er ist jedoch seit seiner umstrittenen Heirat mit der bürgerlichen Mabel Wisse Smit 2004 nicht mehr in der Thronfolge der Niederlande. Die niederländische Königsfamilie verbringt ihren Skiurlaub seit Jahrzehnten regelmäßig im Vorarlberger Nobelskiort.

-

(c) AP Photo/Kerstin Joensson

vergrößern

Archivbild aus dem Vorjahr: Friso mit seiner Frau Mabel Wisse Smit und den Töchtern Luana und Zaria bei einem Fototermin in Lech im vergangenen Februar.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

46 Kommentare
 
12
Gast: biedermann.
20.02.2012 02:23
1 0

die regelmäßigen winterurlaube der holländischen königsfamilie

in lech sind für österreichs tourismus eine solide werbung und haben tausende holländer als skitouristen zu uns gebracht.

Gast: lord_helmchen
19.02.2012 19:43
0 0

akkerdubgs

Darf ich den Fehler behalten?
"akkerdubgs" statt "allerdings" - man kann sich ja mal vertippen ;)

Gast: OTTO Normalverbraucher
18.02.2012 19:02
4 3

Kosten

Bitte mich nicht falsch zu verstehen. Wie berichtet soll die Gefahr negiert worden sein.

Aber:

Wer übernimmt die Kosten

- für die aufwendige Bergung
- für die Spezialeinheit am Arlberg
- für die Bewachung im Spital
- für all jene Maßnahmen, die für OTTO Normalverbraucher nicht zur Anwendung gelangen ?
USW.

Eines ist jedenfalls sicher:

Prinz Johan Friso ist auf der Chirurgie-Intensivstation der Uniklinik Innsbruck in besten Händen! Nirgendwo anders hat man gerade in diesem Bereich so viel Erfahrung!

Gast: 2Cent
18.02.2012 17:29
5 0

Hinterher

ist man immer klüger.

Ich hoffe, dass der Prinz die Lektion nicht mit dem Leben bezahlt.

Baldige Besserung!

Selten soviel Schrott gelesen wie in diesem Thread.

Vielleicht solltet ihr alle in der Spatzenpost kommentieren. Unfassbar. Hier der Link dazu:

http://195.34.136.60/lsweb/eflip/sp/index.html

5 5

Was würden Holländer sagen,...

... wenn ein Alpenländer bei Orkanprognose mit seinem 10-m-Boot aufs Meer fährt, weil eh so schön (noch) die Sonne scheint?

Huach amoi zua. Vor zwei Tagen ist ein österreichischer Alpingendarm verunglückt!

War im Übrigen hier zu lesen. Jetzt hat's halt mal 'nen Laien erwischt. Und?
Mit Verlaub, aber Sie sind eine Pappnase.

Gast: Blankenstein Husar
18.02.2012 14:26
10 3

Friso ist im freien Gelände in einen Hang eingefahren...

und das bei Lawinenwarnstufe 4.

Damit erübrigt sich eigentlich jede weitere Frage.

6 5

Zugertobel fährt man bei Lawinenfgefahr einfach nicht


- da geht immer wieder Lawinen ab - Einheimische wissen das defintitiv.

Keine Frage: Jedes Unglück ist bedauerlich.

Eine Frage: Würde um eine Huawaresi als Lawinenopfer ebenso viel Aufhebens gemacht???

Antworten Gast: Und ja, auch die "Huawaresi" war der Presse einen Artikel wert. Vor zwei Tagen hier zu lesen!
18.02.2012 15:33
7 3

Re: Zugertobel fährt man bei Lawinenfgefahr einfach nicht

Ja, ja, jetzt sind wieder alle am Klugsch....!
Wie in DiePresse.com unlängst zu lesen war, hat es selbst erfahrene Tourenskigeher erwischt.
Lawinengefahr kann man nicht einschätzen. Und jedes Jahr kommen sehr erfahrene Leute in ihnen um.

Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass der werte Herr bald wieder gesund werden möge.

Re: Zugertobel fährt man bei Lawinenfgefahr einfach nicht

stimmt, aber eigentlich wissen das auch viele Gäste, die wie die Niderländer schon ein paar Mal dort waren.

daher doppelt selber schuld, wenn man so gierig auf unbefahrene Hänge ist, dass man nicht warten kann bis sich die Situation entspannt, inhärentes Risiko wäre natürlich, dass ein anderer schneller ist.

Könnt ihr alle nicht lesen?

>> Der Bereich, wo er und sein Begleiter abfuhren, sei nicht wegen Lawinengefahr gesperrt gewesen, so Pia Herbst, Presseverantwortliche bei Lech-Zürs-Tourismus. <<

Was soll also die wertlose Schadenfreude? Na hat er halt seinem Freund vertraut. Hoffen wir, dass er durchkommt.

Antworten Gast: lektion
18.02.2012 13:32
6 2

Re: Könnt ihr alle nicht lesen?

schon alleine um seiner kinder willen
ist es ihm zu wünschen das er es
überlebt.

Re: Re: Könnt ihr alle nicht lesen?

das ist selbstverständlich, aber hier werden doch keine schlechten Wünsche ausgesprochen, sondern eine Verhaltensweise ( leichtsinn, Verantwortungslosigkeit...) kritisiert, was ich durchaus ok finde.

Ihm persönlich, seiner Frau und seinen Töchter wünsche ich , dass diese Geschichte gut ausgeht, eine Anekdote wird und vielleicht auch zu vernünftigeren Handlungsansätzen führt.

Antworten Gast: werbistdu
18.02.2012 13:10
5 3

Re: Könnt ihr alle nicht lesen?

Keine Bange, wir können schon richtig lesen.
Ob der Hang gesperrt war oder nicht, tut bei der jetztigen Lage nichts mehr zur Sache.
Bei Warnstufe 4 !!! in einen jungfräulichen Hang einzufahren, wie man lesen konnte, ist schon mehr als riskant.
Tagelang erfährt man aus den Medien, die gesicherten Skigebiete keinesfalls mehr zu verlassen.
Das hätte zumindest sein österr. Freund besser wissen müßen.
Wünsche ihm trotzdem, daß er die Sache ohne Folgen übersteht.

Re: Könnt ihr alle nicht lesen?

Natürlich hoffen wir, dass er durchkommt, aber nicht mehr oder weniger als für jedes andere Menschenleben!

Wer sich in eine Gefahr begibt ...

kommt in ihr um. Er hatte ein Lawinensuchgerät dabei; also hat er damit gerechnet, von einer Lawine verschüttet zu werden.
Jetzt weiß er (wird es wissen, wenn er überlebt) was das Risiko bedeutet.

Gast: najaa
18.02.2012 09:41
5 1

wohin ist mein posting?

wohin?

Antworten Gast: Klaus
18.02.2012 11:11
5 0

Re: wohin ist mein posting?

ja, meines auch ...

aber wir werden uns erinnern wenn wir abrechnen.

Gast: Vogel Strauss
18.02.2012 08:36
5 6

Staatsanwalt ermittelt

Jetzt wollns dem Begleiter was anhängen - wenn des irgendeinem 08/15-Gast z. B. aus Wien passiert wäre, wäre der natürlich selber schuld!
Wie wäre es, wenn die StA mal gegen die Korruption so vorauseilend vorgehen würde???

...und wer zahlt das alles?


Re: ...und wer zahlt das alles?

ach du grüne Neune
,ob es nun ein Prinz oder ein kleiner Bürger ist ,dem so ein Unglück widerfährt
das Geheul um die Kosten scheint die grösste Sorge einiger Zeitgenossen zu sein
typisch österreichisch?

Re: ...und wer zahlt das alles?

Wie lang bist eigentlich schon innerlich tot?

Re: ...und wer zahlt das alles?

Krankenkosten: ich gehe mal davon aus, dass der niederländische Prinz pflichtversichert ist, daher wird einen großen Teil die niederländische Krankenversicherung bezahlen ( e- card).
weiters ist zu vermuten, dass er eine gute privatversicherung haben wird, die wird auch einiges zahlen, auch den Hubschrauber.

nicht bezahlt werden natürlich: Journalisten. Aber die sollten ohnehin irgendetwas schreiben, also warum nicht das; )

Re: Re: ...und wer zahlt das alles?

??? ist das die Pflichtversicherung in die wir alle soldidarisch (also auch für die anderen) einzahlen.
??? handelt es sich nicht um ein grob fahrlässiges Handeln

 
12