26.05.2012 01:01 | Meine Presse Merkliste 0

Jahreskarten statt Autos: Grüne planen "Bike-City"

22.02.2012 | 18:34 |   (Die Presse)

Neue Wohnanlage soll zum Autoverzicht bewegen. In der 140 Haushalte umfassenden Anlage wird es nicht – wie grundsätzlich im Landesgesetz vorgesehen – für jede Wohneinheit einen Garagenplatz geben.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien/Kb. Die Wiener Grünen setzen ihren Feldzug gegen Autofahrer fort. In der Perfektastraße in Liesing soll in knapp zwei Jahren eine sogenannte „Bike-City“ entstehen. „Um nicht nur den Autoverkehr, sondern auch den Autobestand zu reduzieren“, wie der grüne Gemeinderat Christoph Chorherr am Mittwoch betonte.

In der 140 Haushalte umfassenden Anlage wird es nicht – wie grundsätzlich im Landesgesetz vorgesehen – für jede Wohneinheit einen Garagenplatz geben. Stattdessen ist in der Widmung, die am Freitag im Gemeinderat beschlossen wird, eine Stellplatzverpflichtung von eins zu 0,7 festgeschrieben. Das Geld, das sich der Bauträger (das Österreichische Siedlungswerk) dadurch erspart, werde in Angebote investiert, die zur verstärkten Nutzung von Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln einladen sollen. Die Mietpreise würden dadurch aber nicht steigen.

Konkret wird jedem Bewohner bei Erstbezug eine Jahreskarte der Wiener Linien spendiert. Außerdem wird Carsharing zu günstigen Konditionen angeboten – geplant sind fünf Autos. Die Umsetzung wickelt ebenfalls der Bauträger ab. Zehn E-Bikes, die man kostenlos ausleihen kann, und ausreichend Fahrradabstellplätze sind ein weiterer Anreiz. Um für weitere Projekte Erfahrungen zu sammeln, werde man eine wissenschaftliche Untersuchung in Auftrag geben, die das Verkehrsverhalten der Bewohner untersucht. Weitere derartige Projekte sollen in den kommenden Jahren folgen, vergleichbare Anlagen gibt es in Floridsdorf und am Nordbahnhof.

„Das ist ein großer Kulturbruch, das ist uns klar“, so Chorherr. „Aber wir glauben nun einmal daran, dass die Mehrheit der Bevölkerung unter bestimmten Umständen auf ein eigenes Auto verzichten würde. Und diese Umstände wollen wir mit den genannten Maßnahmen ermöglichen.“ Es gebe schließlich keinen Grund, sich ein Wirtshaus zu kaufen, „nur weil man hin und wieder mal gern auf ein Bier geht“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

86 Kommentare
 
1 2 3
Gast: Das ist Diskriminierung
25.02.2012 12:53
1 1

Verstößt gegen das Gesetzt der Gleichbehandlung!

Aus welchen Gründen sollen Erstbezüge ein Jahreskarte als Geschenk bekommen, es ist ein Ungleichbehandlung gegenüber den Rest der Bevölkerung, vielleicht findet sich ja ein Anwalt der gegen diese Art der Diskriminierung vorgeht, schließlich bekomme ich außer Betriebsstörrungen und Streckeneinstellungen wegen Straßenfest kein Geschenk, ich zahle voll, so wie alle andere auch!

Lieber wären mir das Geschenk den Tag noch erleben zu dürfen an dem es keine Probleme im Normregelbetrieb gibt, an dem ein Mutter ohne Probleme den Kinderwagen im 13A mitnehmen kann, und, und und und....

Aber für was Menschen mit Erstbezug ein Jahreskarte nachgehaut wird, ich fühle mich als Jahreskartenbesitzer in jeder Hinsicht von dieser Verkehrsstadträtin gefrotzelt!!!

Antworten Gast: Almi66
26.02.2012 08:38
0 0

Re: Verstößt gegen das Gesetzt der Gleichbehandlung!

Die Jahreskarte wird ja nicht von den Grünen bezahlt, sondern vom Bauträger und ist Teil des Baukostenbeitrages. Der Artikel ist da ein wenig zu "plakativ"...!

Gast: Autofreak
24.02.2012 16:11
2 0

großer Kulturbruch?

Ich würde sagen - Fahradabstellplätze und Jahreskarte statt Garagen - ist eine kleine Veränderung. Mehr nicht.

0 0

link hat nicht gefunkt deshalb

Verkehr in Städten: "Auto verliert massiv an Bedeutung"

24.02.2012 | 12:01 | (DiePresse.com)

Das Verkehrstrend in Städten geht weg vom Pkw. In 40 Prozent der Wiener Haushalte gibt es kein Auto. Gehen erlebt eine "Renaissance".

Antworten individual
24.02.2012 13:48
1 0

Re: link hat nicht gefunkt deshalb

es ist imho nicht so dass die leute wirklich vermehrt&über grössere distanzen auf schusters rappen unterwegs sind...

aber in städten besteht meist zufrieden stellende öffi-struktur (auch wenn oft dran herum genörgelt wird:
"wer schimpft der kauft...")

und bevor man zb sich in wien die parkplatzmisere und das ewige parkschein-ausfüllen antut
- und "stau-mal-wieder" tut ein übriges -
so überlegen es sich halt die 40% zugunsten von autolosigkeit.

sofern man wirklich eines benötigt:
es gibt auch carsharing oder autovermietungen.


individual
24.02.2012 10:58
3 0

wer in diese anlage einzieht

hat halt bei 140 wohnungen kein verhältnis 1:1 an garagenplatz-angebot
sondern "nur" 98. es ist ja immerhin die freie entscheidung künftiger mieter
ob sie ggfls ein auto für verzichtbar halten...

es existieren ja eh schon 2 andere bike-city-anlagen in wien:
vorgartenstrasse und nordbahnhof - und im letzteren gab es für 161 wohnungen 4000 interessenten:

also braucht sich kein p.t. presse-poster mächtig drüber zu echauffieren. es _muss_ ja keiner dort wohnen... ;-)

Re: wer in diese anlage einzieht/individual

Danke, dass Sie auf die bereitsbestehenden Anlagen hingewiesen haben. Hat dieser doch schön etwas ältere "Grün"schnabel so getan, als würde seine Partei hier etwas ganz Sensationelles kreieren. Einfach widerlich - einfach Politiker!

Antworten Antworten individual
25.02.2012 06:40
0 0

Re: Re: wer in diese anlage einzieht/individual

gospodin: bei allem respekt :-)
muss man ehrlich sagen

dass sich schon für die anlage nordbahnhof-vorgartenstrasse der grüne chorherr seit 1999(!) sehr massiv einsetzte.

darüber gibt aufschluss vom 20.1.05 auf ots.at http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20050120_OTS0089/am-nordbahnhofgelaende-entsteht-eine-bike-city

btw.
es geht mir bloss um aufrichtigkeit+fairness.

die partei "is ma wurscht" - bin parteilos und hänge keinem klüngel an. wer besser -korrekter! - argumentiert
der hat recht. das habe ich auch meinem nachwuchs beigebracht
(und das war mein grösster fehler *g*)

1 0

good morning mr. pawlow : )

...fuer alle die meinen das die gruenen gestze biegenbeugenbrechen

http://wua-wien.at/home/stadtplanung-und-verkehr/verkehr/wiener-garagengesetz

Wiener Garagengesetz - Substitution von KFZ-Stellplätzen möglich (02/2010)

Die Novelle zum Wiener Garagengesetz sieht vor, dass 20 % der KFZ-Pflichtstellplätze durch Abstellplätze für Fahrräder und zusätzlich 10 % der KFZ-Pflichtstellplätze durch Abstellplätze für einspurige Kraftfahrzeuge ersetzt werden können.

...verstehe ueberhaupt nicht die aufregung - bis jetzt haben ja auch alle die zwangsabgaben via miete oder im kaufpreis bezahlt - auch der hier vielgepriesene kleine mann der ev. gar kein auto hat und mit den öffis faehrt - hat die zahlen muessen
...und gezwungen wird ja auch keiner dorthinzuziehen ??- oder sind das alles nur pawlowsche reflexe auf das wort GRUEN??

Gast: Der Steuerzahler
23.02.2012 22:44
4 0

Qui bono?

Verstehe die Aufregung nicht.
Wenn Leute meinen, ihre Lebensqualität steigt, wenn sie in eine verkehrsberuhigte Anlage ziehen, dann soll man sie doch lassen.
Leute, die auf massig Autos stehen, dürfen ja auch am Gürtel wohnen und keiner hat was dagegen.

Der erste Satz "Die Wiener Grünen setzen ihren Feldzug gegen Autofahrer fort" ist manipulativ und auf "heute"-Niveau.

Gast: harry tuttle
23.02.2012 21:09
1 0

so blöd...

dass wenn man gegen die grünen ist grün stricheln muss...
...und jetzt rot stricheln!!!


Gast: bergziege
23.02.2012 19:37
9 0

Bike-City/FAHRRADSTADT

die geplante Adresse ALLER STADTGRÜNEN? Wird Frau Vassilakou dann auf ihrem E-Bike umweltfreundlich zum Arbeitsplatz gleiten? Jetzt holt sie doch der Chauffeur vom Heuberg ab.

So Ren
23.02.2012 18:54
5 5

?

Mich würde interessieren was das dumme Grünen bashing hier soll?

Freie Marktwirtschaft: Wenn Sie nicht wollen, ziehen Sie dort nicht hin. Wien hat genug Angebote. Wenn das Angebot angenommen wird, wirds mehr geben, wenn nicht wirds eben sang und Klanglos verschwinden.

Diese ewigen "Kommunisten" und "wie arg die Grünen ja sind"-Postings entbehren jeder logischen Grundlage.

Und von Zwang kann ja wohl absolut keine Rede sein bei freien Mietwohnungen.

Das ich als Nicht-Grünwähler mal die Grünen verteidigen muss.......

Antworten Gast: Konservativer
23.02.2012 22:31
6 5

Re: ?

Sie kapieren es echt nicht, oder?

Frei ist der Markt, wenn jemand wählen KANN. Wenn KOMMUNISTISCHE Beschlüsse einen Stellplatzquote von 0,7 festlegen, bedeutet das:

30% der Anwohner

HABEN NICHT DIE WAHL

sich ein Auto zu kaufen, da sie es nicht unterstellen können.

Kapieren Sie das jetzt?

Endlich?

Die Kommunismus-Vorwürfe sind völlig berechtigt, weil Kommunismus herrscht immer dann, wenn der Staat versucht, in die Freiheit des Markts einzugreifen.

Es ist schon schlimm genug, dass der Öko-Wahnsinn uns allen den benzinverschwendenden Katalysator am Auspuff aufgezwungen hat.

Irgendwann reicht es.

Nieder mit dem Umweltschutz!

Antworten Antworten Gast: Aristodemos
25.02.2012 11:03
0 0

Re: Re: ?

Und Faschismus herrscht immer dann, wenn jemand gegen den Kommunismus ist, oder wie funktioniert das in deiner einfachen Welt?

Antworten Antworten Antworten Gast: Konservativer
25.02.2012 13:30
1 0

Re: Re: Re: ?

Im Gegenteil. Faschismus und Kommunismus sind zwei Seiten einer Medaille.

Antworten Antworten individual
24.02.2012 14:02
1 0

Re: Re: ?

jo. das ist so eine sache mit der hyperventilation - gell ;-)

wie man oben gut lesen kann
wird die schmerzensreiche agenda verminderter stellplätze nicht allen wohnhäusern in wien übergestülpt:
sondern bloss aktuell dem perfektastrassen-projekt.
(2 andere gibt es längst und offenbar wohnen die menschen dort gern.)

wenn also von 140 mietern(familien)
grad mal 42(!!) sich frei entscheiden
dass sie keinen abstellplatz im hause brauchen
entspricht das weder zwang noch kommunistischer indoktrination:

diese 42 treten ja vielmehr von parkraum-zwangsbeglückung im miethaus zurück...

schönes wochenende.

Antworten Antworten Antworten Gast: Konservativer
25.02.2012 13:29
0 0

Re: Re: Re: ?

"wie man oben gut lesen kann
wird die schmerzensreiche agenda verminderter stellplätze nicht allen wohnhäusern in wien übergestülpt:
sondern bloss aktuell dem perfektastrassen-projekt."

Was bedeutet eigentlich "Präzendenzfall"?

3 1

Re: Re: ?

ich glaub der konservative begreift da nix - da entsteht kein neuer zwang sondern eine auswahlmoeglichkeit - "...wie grundsätzlich im Landesgesetz vorgesehen – für jede Wohneinheit einen Garagenplatz geben." - bisher gab es nur pkw zwangsabgaben bei wohnraum-neuschaffung - d.h. ein nicht pkwbesitzer zahlt bei der miete bzw. immokauf auch den parkplatz mit egal ob er ihn braucht oder nicht (weil er ja lt. gesetz gebaut werden muss!!) - ab jetzt können nichtautofahrer FREIWILLIG !!! in eine wohnsiedlung ziehen in der der bautraeger statt geld in parkplätze investieren zu muessen - in öffizuschuesse und fahrrad infrastruktur investiert - und NIEMAND wird gezwungen dorthin zu ziehen - also frueher pkwzwangsfoerderung jetzt auswahlmoeglichkeit : ))

Antworten Gast: L.W.
23.02.2012 19:47
3 3

Diese ewigen "Kommunisten" und "wie arg die Grünen ja sind"-Postings entbehren jeder logischen Grundlage.

Ach ja ?

Als was würden Sie denn dann die GRM bezeichnen, aus der die Obergrünlinge hervorgegangen sind ?

Hier ein paar ehemalige Mitglieder:

Peter Pilz
Raimund Löw
Georg Hoffmann-Ostenhof
Siegfried Mattl
Robert Misik

Alles keine Kommunisten, nicht wahr ?

Ach entschuldigen Sie, die haben ja alle über Nacht eine 100%ige ideologische Kehrtwendung gemacht und sind nun sicher nicht mehr von diesem üblen Gedankengut beseelt, in Wahrheit sind die nämlich alle erzkonservativ. Im Grunde Ihres Herzens immer schon gewesen.

Und dann sind's aufgewacht.

3 0

Re: Diese ewigen "Kommunisten" und "wie arg die Grünen ja sind"-Postings entbehren jeder logischen Grundlage.

in der KPÖ würden sie sagen: Trotzkisten sind keine wahren Kommunisten. *fg*

Gast: WienerImZwinger
23.02.2012 15:55
9 6

Freiheit versus Zwang

Das Gegenteil von Freiheit ist jemanden etwas aufzwingen. Und Die Grünen wollen permanent jemanden zu etwas zwingen. Grauslich + gefährlich find ich das!!

Antworten Gast: Steuerzahler 3000
23.02.2012 21:09
5 0

Re: Freiheit versus Zwang

Die Stellplatzverordnung zwingt einen Stellplatz pro Wohneinheit zu errichten.

Dieser Zwang gehört abgeschaft.

Antworten Gast: Aristodemos
23.02.2012 19:51
0 1

Re: Freiheit versus Zwang

Und das haben'S jetzt genau woher?

Polyflatus
23.02.2012 14:22
11 2

Das ist ja einmal eine gute Nachricht

Ich finde auch, dass Gruenwaehler keine Autos besitzen sollten.

 
1 2 3