Fall Kampusch: Wieder Zweifel an Einzeltätertheorie

In wenigen Wochen präsentiert der Kampusch-Unterausschuss Ergebnisse. Vorsitzender Amon äußert nun leichte Zweifel an der Einzeltätertheorie.

Archiv: Kampusch bei der Trauerfeier für den Filmproduzenten Bernd Eichinger vor tewa einem Jahr.
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Archiv: Kampusch bei der Trauerfeier für den Filmproduzenten Bernd Eichinger vor tewa einem Jahr.
Archiv: Kampusch bei der Trauerfeier für den Filmproduzenten Bernd Eichinger vor tewa einem Jahr. – (c) dapd (Joerg Koch)

Der Entführungsfall Natascha Kampusch kommt weiter nicht zur Ruhe. Werner Amon (ÖVP), Vorsitzender des Kampusch-Unterausschusses des Innenausschusses im Parlament, sagte in der aktuellen Ausgabe des deutschen Magazin "Der Spiegel": "Aus meiner Sicht ist eine Einzeltätertheorie nur schwer aufrechtzuerhalten". Gegenüber der Austria Presseagentur bestätigt Amon das Zitat, schränkt aber ein, dass es aus dem Zusammenhang gerissen wurde. Er habe von drei möglichen Ergebnissen gesprochen, zu dem der Unterausschuss kommen könnte.

Bis Mitte bzw. Ende März sollen die Mitglieder zu einer Beurteilung des Falls kommen.

Dabei stehen drei Möglichkeiten im Raum:

  • Erstens: Das Gremium befindet, dass in dem Fall alles korrekt aufgearbeitet worden ist.

  • Zweitens: Es wird empfohlen, einen Untersuchungsausschuss einzurichten, um offene Themenfelder zu behandeln.

  • Oder drittens: Es wird eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft eingebracht, die ein neuerliches Aufrollen des Falles zur Folge hätte.

Details des Ergebnisses werden aufgrund der Geheimhaltungspflicht nicht veröffentlicht.

Hilfe aus Deutschland und den USA?

Laut einem Bericht der "Kronen Zeitung" soll in der Kampusch-Causa Hilfe aus dem Ausland angefordert werden. Die Zeitung zitiert "Insider", denenzufolge bereits am Mittwoch das FBI und das deutsche Bundeskriminalamt kontaktiert werden soll.

Der Fall Kampusch: Ein Entführungsfall, der nicht zur Ruhe kommt

Immer wieder Zweifel an Einzeltäter-Theorie

Vor fünfeinhalb Jahren gelang Natascha Kampusch die Flucht aus den Fängen ihres Entführers Wolfgang Priklopil. Rund achteinhalb Jahre wurde sie in einem Kellerverlies im Haus Priklopils im niederösterreichischen Strasshof gefangen gehalten, bevor sie in einem unbeobachteten Moment flüchten konnte.

Es gab immer wieder Gerüchte bzw. auch eine Zeugenaussage, deren zufolge Priklopil nicht alleine gehandelt haben soll. Anfang 2010 kam die Oberstaatsanwaltschaft Wien (OStA) nach ihren weiterführenden Ermittlungen allerdings zu dem Schluss, dass Wolfgang Priklopil der alleinige Täter gewesen ist.

(APA)

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