Gold-Mord: Polizist als Verdächtiger festgenommen

20.03.2012 | 18:20 |   (Die Presse)

Der 51-Jährige wollte bei der Einvernahme fliehen und auf einen Polizisten schießen. Er war 25 Jahre unauffällig als Polizist tätig und hat unter anderem eine Spezialausbildung zum Entschärfen von Sprengmitteln.

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Innsbruck/Wien/Apa. Ein 51-jähriger Polizist soll den Mord an einer Tiroler Bankerin verübt haben. Das teilten Ermittler am Dienstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck mit. Der Verdächtige war 25 Jahre unauffällig als Polizist tätig und hat unter anderem eine Spezialausbildung zum Entschärfen von Sprengmitteln. Die 49-jährige Frau ist einem „kaltblütigen Verbrechen“ zum Opfer gefallen, sagte die Leiterin der Staatsanwaltschaft, Brigitte Loderbauer. Noch nicht sicher ist, ob der mutmaßliche Täter allein gehandelt hat.

Vor der Einvernahme des Mannes hatten sich dramatische Szenen abgespielt. Im Landespolizeikommando Tirol war es zu einem Gerangel gekommen, ein Polizist verlor seine Dienstwaffe. Der Verdächtige schnappte sich die Glock und versuchte abzudrücken. Dabei hat sich kein Schuss gelöst. Daher wird auch wegen Mordversuchs ermittelt. Der 51-Jährige konnte im Zuge der Tumulte über den Innenhof bis auf die Straße flüchten. Dort wurde er wieder festgenommen. Das Verbrechen soll laut Christoph Hundertpfund, Leiter der Ermittlungen, von langer Hand minutiös geplant worden sein. Auf die Spur des Mannes ist man durch Funde im Pkw des Opfers gekommen.

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Noch viele offene Fragen

Hundertpfund sprach von einem „sehr diffizilen Mordfall“. Bei der Hausdurchsuchung beim Tatverdächtigen sei man auf „pyrotechnische“ Funde gestoßen. „Heute wurde noch der Schrebergarten des Täters untersucht. Dort wurde ein Gefäß mit unbekanntem Inhalt sichergestellt“, so der Kriminologe. Der Verdächtige habe gestanden, dass er ein Wertkartenhandy gekauft und verwendet hat. „Er hat auch zugegeben, dass er vor Kurzem Chloroform gekauft hat.“ Ein Tatgeständnis gibt es nicht. Für die Tat habe er zwar das Wertkartenhandy benutzt, der SMS-Verkehr habe aber keinen Hinweis auf das Goldgeschäft geliefert.

Das Opfer hatte vor der Tat acht Kilogramm Gold im Wert von mehr als 330.000 Euro aus der Bank getragen. Davon fehlt jede Spur. Neben der Frage, wo die Goldbarren geblieben sind, ist auch die Frage offen, wer von ihren Arbeitskollegen davon gewusst hat, dass die Bankangestellte das Gold einfach aus der Bank mitnahm.

Die Polizei hat im Pkw der Frau Fingerabdrücke, Brandbeschleuniger, ein Feuerzeug und eine Stoffwindel – möglicherweise für die Anwendung von Chloroform – gefunden. Als Todesursache wurde eine Kohlenmonoxidvergiftung festgestellt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.03.2012)

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64 Kommentare
 
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Gast: wrthsryd
22.03.2012 23:01
0

juchuuuu

wieder ein freiheitlicher mehr genau dort, wo er hingehört: hinter gitter...

http://www.stopptdierechten.at/2012/03/22/ein-weiterer-freiheitlicher-krimineller/#more-3960

Antworten Gast: Gastleser
23.03.2012 08:43
0

Re: juchuuuu

Die linken Hetzer bekommen schon noch die Rechnung gestellt.

Antworten Gast: nahdran
23.03.2012 08:25
0

Re: juchuuuu

Sie sind ein Depp wenn Sie einen Zusammenhang zwischen politischer Einstellung und einem Gewaltverbrechen herstellen!
Vermutlich ist Heinz S. auch Rad gefahren, sind jetzt die Radfahrer auch verdächtig?

Gast: anonymo
22.03.2012 12:00
1

Warum zensuriert die Presse

Kommentare, in denen der Verdacht ausgesprochen wird, dass bei den insbesondere in Tirol und Kärnten in den letzten Jahren begangenen kapitalen Raubüberfällen die N´drangetha - die u.a. in Norditalien fest verankert ist - ihre Hände im Spiel haben könnte?

Gast: Belruptstraße
22.03.2012 11:24
0

Suche nach Goldbarren

Vielleicht haben's die Kollegen?

Gast: anachronist
22.03.2012 10:13
0

Erinnert an den Mord an Josef S. vor ca 40 Jahren.

Da verschwanden auch eine Menge Gold und bis heute ist da Stille.


Ich breche eine Lanze für die Polizei!

Bitte nicht verallgemeinern. In jedem Beruf kann es Kriminelle geben.
Die Polizei ist immer nur mit den Schattenseiten der Gesellschaft konfrontiert, läuft dabei Gefahr, selbst Opfer zu werden und dies alles bei einer nicht gerade großzügigen Bezahlung. Um ihre Arbeit sind sie nicht zu beneiden.
Die meisten Polizisten verrichten ihren Dienst ordentlich und verdienen die zum Teil zynischen Kommentare nicht. Wenn die Polizei gebraucht wird, war jeder noch froh, wenn sie geholfen hat.


Gast: anonymo
21.03.2012 13:00
1

Wann klingelt´s endlich!?

Vor einigen Jahren: Geldtransportüberfall Flughafen Innsbruck, 9 Millionen Euro Beute, voriges Jahr: Fracht im Wert von 170.000,- euro erbeutet.
Vor einigen Tagen, ebenfalls in Tirol: 400.000,- bei einem Geldtransport erbeutet.
Jetzt: Gold im Wert von 333.000,- Euro erbeutet.

Wann wachen die Behören - und auch die Medien - hierzulande endlich auf!?!

Wer wissen will, wer hinter diesen professionellst und eiskalt durchgeführten Großcoups steckt, soll vor allem das Buch ´METASTASEN´ (von Gianluigi Nuzzi und Claudio Antonelli) lesen! Dann wird klar was da los ist!
Und es wird auch in diesem Fall so sein, wie bei den anderen Fällen: von den Beuten hat man nie mehr auch nur einen Cent wiedergesehen und nach kurzer Zeit wird man auch kein Wort mehr über diese Schwerverbrechen hören. Warum wohl?!

Gast: Die barmherzigen Brüder
21.03.2012 12:35
6

Der Beamte ist nicht von gewalttätiger Natur, er hat nach der Tat doch eindeutiges dienstliches Wohlverhalten gezeigt

Vor seinem kleinen kriminellen Ausrutscher
ist ein tadelloses Dienstverhalten dokumentiert. Er ist ein unbescholtener und sehr verlässlicher Beamter mit langjähriger Diensterfahrung.
Möglicherweise kann der Beamte nach einer Disziplinarstrafe bald wieder seinen Dienst bei uns versehen.

Gast: Kiebererbeobachter
21.03.2012 11:41
0

Wieviele gibt es davon noch?

Raueber und Gendarm, dieselben Charaktaere auf unterschiedlichen Seiten... oder eben manchmal nicht.
Das Konzept des Verraeters ist ja schon sehr aus der Mode gekommen. Also, liebe investigative Journalisten, wieviele dieser Sorte gibt es noch derzeit unerkannt in Polizei, Staatsanwaltschaft, Richterschaft? Die Politik kann man ja ausschliessen, dort sind ja alle Verraeter.....

Antworten Gast: Meinungsbildner
22.03.2012 14:49
0

Re: Wieviele gibt es davon noch?

dass Menschen mit krimineller Energie
vorzugsweise diese Berufe als Kathalisator wählen, ist ja hinlänglich bekannt

Antworten Gast: wer in kennt
21.03.2012 13:07
1

Re: Wieviele gibt es davon noch?

weiß, er war immer ein guter övp-wähler.

Versagen auf mehreren Ebenen ?

Polizist als Mordverdächtiger (geplanter Mord!), Waffe versagt (zum Glück, muss man hier anmerken), Polizisten versagen bei Einvernahme,…

WAS ist da bitte los in Tirol?


Re: Versagen auf mehreren Ebenen ?

Die Waffe hat sicherlich nicht versagt, sie wird wohl ganz banal und vorschriftswidrig (zum Glück) nicht geladen gewesen sein...

Re: Versagen auf mehreren Ebenen ?

nichts anderes als in anderen bundesländer auch, das einzige, das in tirol beschtäns funcktioniert ist das abkassieren von alles und jedem.

aber auch das ist ja sagen wir mal in wien nicht gravierend anders, oder?

Gast: Hermann Unter kra
21.03.2012 09:19
2

Kann man bitte die Strassersche Operettenuniformen

wieder abschaffen. Ist ja peinlich, wie die herumlaufen. Und überhaupt, zwar wos braucht ein Polizis höheren Ranges eine Uniform - das ist schliesslich die Polizei und nichts Militärisches.

Antworten Gast: pfründe&söldner
21.03.2012 13:09
2

Re: Kann man bitte die Strassersche Operettenuniformen wos braucht ein Polizis höheren Ranges eine Uniform

weil diese das absterben der guten anlagen im menschen fördert.

Gast: Hacklwerfer
21.03.2012 08:34
0

Der Täter "behauptet" von der AlKaida zu sein...

...ICH behaupte, der LENKT ab - um seine Rechten Kameraden zu schützen und da er eh schon "gefasst" ist, den "Schwarzen Peter" dem "Feind" zuzuschanzen...

"The Enemy Within" oder wie?


Gast: gibtsnixbesseres
21.03.2012 06:39
0

aber herr fotograf

was für ein foto - ein bild sagt mehr als tausend worte

Gast: ASVG-Sklave
21.03.2012 06:28
7

Ein wesentlicher Aspekt dieses Dramas fehlt !

Warum erfolgte der Goldverkauf außerhalb der Bankräumlichkeiten auf einem Waldweg?

Der Leser erwartet sich Aufklärung!

Antworten Gast: gasti
21.03.2012 17:53
1

Re: Ein wesentlicher Aspekt dieses Dramas fehlt !

in österreich ist man naturverbunden und wickelt gerne geschäfte im freien ab

die bawag plastiksackerln mit den millionen wurden auch unter palmen getauscht

Liebe Presse, sollte man unter das Foto nicht besser schreiben, dass es NICHT den Verdächtigen zeigt ?


Antworten Gast: Hacklwerfer
21.03.2012 08:21
4

Re: Liebe Presse, sollte man unter das Foto nicht besser schreiben, dass es NICHT den Verdächtigen zeigt ?

Kiebara SIND AUTOMATISCH Verdächtig...

...solange die "Unschuld" unbewiesen ist.

Re: Ist Ihnen das beim Betrachten des Fotos nicht klar geworden?


 
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