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Fuß abgesägt: Steirer war in psychosozialer Betreuung

27.03.2012 | 12:10 |   (DiePresse.com)

Man habe den 56-Jährigen unterstützt, versicherte das AMS. Nach der Selbstverstümmelung bekommt der Steirer keine Invaliditätspension.

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Jener arbeitslose Steirer, der sich am Montag absichtlich den linken Fuß abgesägt hat, ist weiterhin in intensivmedizinischer Betreuung am LKH Graz. Eine Verlegung auf die Normalstation wurde für die kommenden Tage in Aussicht gestellt, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. Der 56-Jährige hatte sich selbstverstümmelt, um möglicherweise bei einem Gesundheitscheck der Pensionsversicherung als arbeitsunfähig eingestuft zu werden und Anspruch auf Invaliditätspension zu bekommen.

Der Fall des 56-Jährigen ist beim AMS nicht unbekannt. Der Lagerarbeiter habe wiederholt versucht, in Berufsunfähigkeitspension zu gehen, berichtete Hermann Gössinger vom AMS Steiermark. Seit mehreren Jahren habe er nur kürzere, frei oder über das AMS vermittelte Jobs gehabt: "Einen Monat hat er dabei nie erreicht", so Gössinger. Seitens des AMS habe man versucht, ihn in dieser schwierigen Situation zu unterstützen: Eine berufliche Orientierungsmaßnahme habe er abgebrochen, der Empfehlung, den psychosozialen Dienst in Anspruch zu nehmen, sei er nachgekommen.   

Das letzte Beratungsgespräch gab es laut Gössinger Mitte März: Gemeinsam mit seiner Beraterin hat er einen Untersuchungsantrag an die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) gestellt und den Gesundheits-Check für Mitte April vereinbart. Erneut sollte es um die Frage der Arbeitsunfähigkeit bzw. den möglichen Antritt einer Berufsunfähigkeitspension gehen.

Beatrix Böhm von der PVA bestätigt allgemein das Prozedere, dass die PVA für das AMS diese Untersuchungen durchführe und ein Leistungskalkül abgebe, aus dem heraus gegebenenfalls dann ein Pensionsantrag gestellt werden könne. Seit der 2011 eingeführten "Gesundheitsstraße" sei hier die bis dahin übliche Doppelbegutachtung weggefallen, die Abklärung passiere nun schneller.

Dass ein Versicherter im Falle einer vorsätzlichen Selbstbeschädigung um die Invaliditätspension umfalle, sei im allgemeinen Sozialversicherungsgesetz geregelt. Nicht davon betroffen sind etwaige anspruchsberechtigte Angehörige sowie eine spätere Alterspension, so Böhm.

(APA)

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236 Kommentare
 
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Gast: bin_empört
15.04.2012 08:34
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AMS-Brutalität

Den 56-Steirer als 'arbeitsunwillig' zu bezeichnen, finde ich skandalös.

Ich würde gerne wissen, welche Person diese "Zuordnung" bzw. dieses Attribut hier verteilte. Gibt's dazu einen Namen?

Dass es eine verbreitete AMS-Brutalität gibt, die Existenzen gefährdet und auch zerstört, ist an sich bekannt. Auf soned.at gibt's dazu einige Beispiele.

Vielleicht berichtet die PRESSE einmal davon, wieviele AMS-"Kunden" in der jährlichen Selbstmordstatistik enthalten sind und wieviele AMS-Kunden vom AMS in die Kriminalitäts statistik jährlich getrieben werden.

Dann kann man zurecht sagen, die PRESSE gehöre zu den seriösen Medien; wenn aber Arbeitsunfähige als 'arbeitsunwillig' bezeichnet werden - so ist das eine Perfidie, die kaum zu überbieten ist. So etwas spricht gegen "seriöses Medium"!


Gast: Hundstorf
28.03.2012 22:45
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Horror AMS

Mir graust vor der kaltschnäuzigen und scheinheiligen Reaktion des AMS.
Wenn der Mann ohne Fuß arbeiten soll, dann soll es dieser Gössinger ohne Kopf. Was würde das schon ändern?

Gast: Be-obachter
28.03.2012 19:18
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Noch was zu den Kursen:

Leute, die zu BFI-Kursen verdonnert werden, haben oft eine sehr weite Anreise.
Obwohl die Kursteilnehmer verköstigt werden und für die Kursdauer einen etwas höheren Arbeitslosenbezug haben, deckt dies die Anreisekosten bei weitem nicht ab. Ich kenne einen jungen Mann (HTL-Abgänger), der ist von Jänner bis März mit dem Fahrrad 37km weit via Bundesstraßen (urgefährlich, weil bei Hinfahrt in stockdunkler Nacht!!!) ins BFI geradelt ist, um dort gegen 6:30 in der Früh rechtzeitig zum Kursbeginn zu erscheinen. Diese Fahrt absolvierte er auch bei Schneeregen und Sturm, hin und zurück also 74km bei bitterer Kälte, weil er sich die Öffis nicht leisten konnte.
Fast schon unnötig zu erwähnen, dass er für sein Berufsziel diesen Kurs eigentlich nicht benötigte. Der wurde ihm zugeteilt, weil halt grad ein Platz frei war. Der Kurs war an sich eine ausgezeichnete Sache, aber halt sehr branchenspezifisch.

Auch auf diese Weise kann man Leute foltern.

Gast: armer sünder
28.03.2012 17:33
0 1

...

... hab mir gerade mein geschlechtsteil amputiert um nicht weiterhin für meine 3 kinder alimente zahlen zu müssen...

Gast: Han
28.03.2012 11:30
1 0

Milliarden

werden für Pleitebanken auf Kosten des Steuerzahlers ausgegeben.
Für Soziales ist kein Geld vorhanden und es ist daher keine Frage des Verstandes oder des Gefühls, sondern der Bewertung in unserer Gesellschaft.

Jemand der sich den Fuß abschneiden muss um die Anerkennung seiner Ansprüche zu erlangen ist mit hoher Wahrscheinlichkeit schwer gestört und wird diese Handlung nicht zuzurechnen sein. Er wird daher seiner Ansprüche nicht verlustig!

Gast: gegen_den_strom
28.03.2012 07:59
2 2

Was es nicht alles gibt...

Laut Kurier hat der Chef der steirischen PVA den Vorfall mit folgenden Worten kommentiert: "Was es nicht alles gibt." Kein Wort des Mitgefühls oder des Erschreckens über die Verzweiflungstat, so als ginge ihn das alles gar nichts an.
Im Jahr 2011 suchten in Österreich 66.934 Menschen um Berufsunfähigkeitspension an, davon bekamen 23.611 sie zugesprochen. Bleiben 43.323 Menschen, von denen man sicher nicht behaupten kann, dass das lauter Arbeitsunwillige sind, die ihre Leiden nur vortäuschen. Es sind Menschen mit schweren Beeinträchtigungen, von denen viele womöglich nur an einen zu oberflächlichen Gutachter geraten sind. Sie alle werden zurückgezwungen ans AMS mit seinen Zwangskursen, von denen jedenfalls die Ganztagsmaßnahmen nicht selten an die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ähnliche Anforderungen stellen wie eine normale Ganztagsarbeit. Wer irgendwie kann, schleppt sich hin, wer selbst dazu nicht mehr imstande ist, dem wird der Bezug gestrichen und er gerät in Existenznot. Unbemerkt von der großen Öffentlichkeit sind viele ältere, gesundheitlich beeinträchtigte Arbeitslose in einer ähnlich bedrückenden, quälenden Situation wie dieser Mann, bevor er sich den Fuß amputierte. Also ja, das gibt es, und das wird vielleicht noch öfter passieren, wenn sich an den Gegebenheiten nichts ändert. Einen deutlicheren Hilfeschrei als Selbstverstümmelung gibt es kaum. Möge er nicht ungehört verhallen!

Weniger Gefühl - mehr Hirn.

Unsere Welt krankt sowieso an exzessiver Gefühlsdusselei - jedes Problem wird zuerst (und meist ausschließlich) auf der Gefühlsebene betrachtet, anstatt es mit dem menschlichen Verstand zu analysieren.

Wir brauchen kein Mitgefühl mit Spinnern zu haben, die sich aus Faulheit Beine abschneiden. Das "Was es nicht alles gibt" ist im Prinzip die einzig gesunde Reaktion auf eine derartige Nachricht.

Kultur und Zivilisation beruhen zu einem Gutteil auf einer Zurückdrängung des Gefühls zu Gunsten des Verstands, gegenwärtige Tendenzen zur Umkehrung dieser Entwicklung müssen wir als das sehen, was sie im Kern wirklich sind: Antizivilisatorische Reflexe.

Nicht umsonst prägte das Gefühl auch den Politikstil der totalitären Dikaturen des 20. Jahrhunderts - eine "fühlende Masse" lässt sich leichter kontrollieren als denkende Individuen.

Antworten Antworten Gast: erichsen
01.04.2012 11:48
0 0

Re: Weniger Gefühl - mehr Hirn.

Bin 56 Jahre, hatte vor 9 Wochen eine schwere Bandscheiben- OP und dadurch eine starke Lähmung im rechten Bein. Habe aber noch keine Minute daran gedacht, in Pension zu gehen und kann mir das auch gar nicht vorstellen. Mit dem Alter sehe ich mich noch als junger Hupfer und nicht als Pensionist. Die Vorstellung alleine, ist erschrecken für mich. Daher kann ich nicht verstehen, dass jemand freiwillig vor dem 60sten Lebensjahr in die Rente gehen will. Arbeitslosigkeit ist auch kein Grund dafür.

Antworten Antworten Gast: aloisius
28.03.2012 11:17
1 0

Re: Weniger Gefühl - mehr Hirn.

Wie wäre es wenn Sie mit gutem Beispiel vorangehen und aufhören zu
behaupten man könnte sich aus Faulheit
ein Bein abschneiden ? Und einige rare
Individuen die Empathie ( eine zivilisatorische, kuluturelle Leistung ) zeigen als antizivilisatorisch diffamieren.
Sie haben vollkommen Recht, lassen Sie
sich ein Hirn wachsen und anschliessend
aber auch nutzen!

Antworten Gast: Antisozialist
28.03.2012 10:11
1 0

Re: Was es nicht alles gibt...

Immer mehr Menschen aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig? Ein vergleich mit den Zahlen aus früheren Jahrzehnten lohnt sich. da schneiden wir schlechter ab, als in den 70ern.
Das kann aber nicht stimmen.

Das kann aber nicht stimmen.

genau. Man muss nämlich auch berücksichtigen, wie viele menschliche Arbeitsplätze seit den 70ern durch Maschinen, Roboter, Computer "eingespart" worden sind.

Kosten?

1. Ich wäre sehr daran interessiert auf welcher Grundlage er mit seiner Beraterin einen Antrag auf Arbeitsunfähigkeit gestellt hat!
Falls es sich um einen gerechtfertigten Fall gehandelt hat, den die PVA zu unrecht abgewiesen hätte (bzw. bereits in der Vergangenheit abgewiesen hat) , würde ich es (vll) als gerechtfertigt empfinden wenn er weiterhin eine Chance auf Invaliditätspension hat.

2. Würde es mich interessieren ob er sämtliche Kosten für die Rettung und Operation selbst tragen muss. (Regressansprüche oder ähnliches?) Wenn nicht halte ich das ganze für eine riesige Frechheit. Wie kommt ein Steuerzahler dazu für solche Rettungseinsätze zu haften?
Hier handelt es sich weder um einen Unfall noch um leicht bzw. grob fahrlässiges Verhalten!
Das ist eindeutig Vorsatz und dafür müsste er selber aufkommen! Zuzüglich der Strafe wegen Versicherungsbetruges

Antworten Gast: Grummelbart2
28.03.2012 09:37
2 0

Re: Kosten?

Wenn die PVA den Antrag abgewiesen hat, wäre der nöchste Schritt eine Klage gewesen - nicht Selbstverstümmelung.

Re: Re: Kosten?

Definitv
Und wenn ich das richtig verstehe ist der Antrag ja noch nicht einmal abgewiesen worden oder?
War ja quasi eine Präventivmaßnahme

Antworten Gast: aloisius
28.03.2012 07:52
1 0

Re: Kosten?

richtig!
Als gelerner Österreicher stellt man
fest : "Wos des kost!"
Unsozialen ist nicht zuzumuten
0,5 Eurocent zur Rettung eines
Lebens beizutragen. Ausserdem
ist fraglich ob er die Befähigung
für chirurgische Eingriffe nachweisen
kann und ob für das Anästhetikum die
Spirituosensteuer entrichtet wurde.
Schwarzarbeit und Abgabenhinterziehung !

Gast: isogjetzwos
27.03.2012 22:08
4 0

Arbeitsweise vom AMS hinterfragen und kontrollieren

Generell gehört einmal die Arbeitsweise des AMS objektiv und von unabhängigen Instutitionen hinterfragt und auch die Arbeitsweise des AMS kontrolliert.

Ohne den vorliegenden Fall selbst zu kennen, nehme ich einmal stark an, dass es sich hier um eine schiere Verzweiflungstat handelt. Es schneidet sich keiner den Fuß ab, nur um nicht mehr arbeiten zu müssen.

Dieses inhaltslose Blabla von dem AMS-Sprecher ist meiner Meinung nach nur Augenauswischerei. Die Realität sieht dort anders aus. Der Arbeitslose pardon Arbeitsuchende ist nichts anderes als eine Nummer, wo vom (EDV-)System die Stichtage schon vorgeben sind, wann die Betroffenen in irgendsoeinen Dep... pardon Berufsorientierungskurs oder ähnliches gebucht werden. Viele Betroffene werden da gar nicht dazu befragt, sondern einfach willkürlich zu solchen "tollen" Kursen zugebucht, die nichts bringen, außer dass die Betroffenen aus der Langzeitarbeitslosenstatistik kurzfristig verschwinden.

Meiner Meinung nach sollten die AMS-Berater und ihre Vorgesetzten jedes Jahr für 4 Wochen in der freien Privatwirtschaft arbeiten müssen, damit sie am eigenen Leib erfahren, wie es dort wirklich aussieht. Am besten in jenen offenen Stellen, die sie vermitteln sollen. Vielleicht hätten sie dann mehr Respekt vor den Betroffenen.

In Österreich herrscht die Mentalität Fehler im System unterm Tisch zu kehren oder schön zu reden. Es wäre an der Zeit sich einmal wirklich ehrlich der Realität zu stellen.


Re: Arbeitsweise vom AMS hinterfragen und kontrollieren

Richtig!
Das wir Österreicher wohl Weltmeister im Statistiken "aufschönen" sind, ist wohl schwer zu bestreiten. Und das betrifft definitiv nicht nur die Arbeitslosenzahlen!

Doch wie weiter oben erwähnt wäre auch mehr Hirn gefragt.
Er hat jetzt sein restliches Leben ein Bein weniger und verliert seine Bezüge. Damit zieht er vielleicht so gar seine Familie runter, die weiter für ihn sorgt und somit sowohl finanziell als auch zeitlich große Einbußungen hinnehmen muss.

Und das alles um gegen ein System zu kämpfen das vielleicht ungerecht zu ihm war? Weder Sinnlose Kurse noch nicht gerechtfertigte Ablehnung seiner Anträge rechtfertigen so ein handeln.


Re: Arbeitsweise vom AMS hinterfragen und kontrollieren

@isogjetzwos:
Sehr richtig gesagt. Der 20. jeden Monats ist der Stichtag. Kurz vorher werden viele Arbeitslose in einen Deppenkurs geschickt, wer nicht geht bekommt nach § 10 AlVG für 6 bzw im Wiederholungsfall für 8 Wochen kein Geld. Beide Gruppen gelten als nicht arbeitslos und beschönigen somit die Statistik. Österreich steht nur deshalb in der EU mit seinen Arbeitslosen so gut da, weil das Ösi-AMS Weltmeister und somit Vorbild beim Statistik fälschen ist.
Außerdem hat jede Geschäftsstelle einen "Killer". In Linz gab es einmal einen, der wurde von den Arbeitslosen "Der Weiße Hai von Linz" genannt, weil er österreichweit die meisten 10er verhängt hat. Der bekam jedes Jahr beim AMS-Fest im Herbst einen Bonus von € 2000,-- ausbezahlt!
Der wurde sogar einmal auf ein halbes Jahr nach Wien geschickt, damit er denen dort zeigt, wie man ordentlich arbeitet. Das hatte aber, so weit mir bekannt ist, nicht viel Sinn, zumindest nur vorübergehend Wirkung, solange er halt dort war. Wien ist anders, heißt es. Der Schlendrian ist dann sofort wieder eingerissen.

Volkspension

1. es gibt sowieso nicht genug Arbeit für Alle!
2. Manche Leute können es sich richten, sie haben einen reichen Papa, der zuvor schon einen reichen Papa hatte!
3. Allein die Stadt Salzburg hat gut € 680 Millionen an der Börse verspielt, in Linz wird sich der Schaden je nach Urteil im Franken-Prozess zw € 400 und € 700 Mill einpendeln! Der Schaden vom Pröll in NÖ liegt darüber! uswusf. - Kärnten nagt an der 10 Milliarden-Grenze.
4. Eine Volkspension (VP) würde das Sozialsystem, das wir derzeit haben, gut € 700 Millionen mehr kosten.
Man darf ja nicht vergessen, allein die Bürokratie des AMS kostet viele Milliarden. Man könnte die Arbeitsvermittlung an Private auslagern. Dieser Einsparungseffekt ist bei den Mehrkosten der Volkspension gar nicht berücksichtigt. Die Studien hinsichtlich VP gehen alle von der Beibehaltung des derzeitigen Systems aus.
Um diesen "Gewinn" könnte man die Mindestlöhne bis auf € 1.300,-- netto bei Vollbeschäftigung stützen. Davon könnte dann endlich auch eine Verkäuferin halbwegs leben.
Aber dies ist der Traum eines alten Sozialisten! Den wird es nicht geben, denn er widerspricht dem alten Kapitalismus-Gedanken, der immer noch davon ausgeht, dass der Markt alles regelt. Doch man sollte nicht vergessen: Es gibt nicht genügent Arbeitsplätze für Alle! Wird es auch niemals geben! Noch dazu, bei unserem Gutmenschen-Schulsystem, das jetzt das Aufsteigen mit x Fünfern ermöglichen will. Jede faule Sau wird sich dann nicht mehr anstrengen!
Die Katze beißt s ....

Antworten Gast: Sputnik_der_Hund
29.03.2012 19:33
0 0

off limits - aus reiner Neugier

Nachdem ich selber versucht habe Ihre Zahlen zu überprüfen, möchte ich Sie bitten - aus reiner Neugier - eine konkrete Quelle zu Ihrer Behauptung zu nennen, die Stadt Salzburg hätte 680 Millionen € "an der Börse verspielt" ? Im Netz zB. sind dazu keine Berichte (mehr?) zu finden, bzw. wurden diese zurückgenommen.

Gast: Liftup
27.03.2012 20:43
8 0

offensichtlich

Jemand der sich aus Verzweiflung oder Wahnvorstellungen den Fuß abschneidet kann doch nicht als normal eingestuft werden. So jemand ist schwer krank.

Gast: Be-obachter
27.03.2012 20:23
7 0

Sieht sehr nach Verzweiflungstat aus.

Kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand einen Fuß abschneidet, nur weil er nicht gern arbeitet.
Sicher eine Verkettung von vielen Enttäuschungen.
Erstens wird aus einem Lagerarbeiter beim besten Willen kein gefragter Systemadministrator oder sowas Ähnliches, da kann das AMS hunderterlei Kurse vorschreiben. Einen Kurs, der wirklich weiterhelfen würde, gibts in den wenigsten Fällen. Schauen wir mal das Kursprogramm einer Volkshochschule an, das deckt sich im wesentlichen mit den AMS-Kursen - von Sprachkursen über Motivationstraining mit esoterischem Hokuspokus bis zum sich gegenseitig Bälle zuwerfen im Park...
Eine Chance auf Wiederbeschäftigung hast nur, wenn du bereits vorher eine solide und vielseitige Ausbildung genossen hast. Im letzteren Fall sehen die Chancen auch mit 56 noch gut aus, allerdings muss mit schmerzlichen finaziellen Einbussen gerechnet werden. Wer zB die Branche wechselt, fängt kollektivvertraglich mit dem Einkommen eines Schulabgängers wieder an.

Gast: gegen_den_strom
27.03.2012 18:14
10 0

Zeit, zu hinterfragen

Es wäre schade, wenn dieser verzweifelte, blutige Aufschrei jetzt als "tragischer Einzelfall" ad acta gelegt würde. Es ist hoch an der Zeit, zu hinterfragen, inwieweit die AMS-Mechanismen und die restriktive Vergabe der Invaliditätspension mit verantwortlich sind für solche Geschehnisse. Der aktuelle Fall ist ja nur die Spitze eines Eisbergs an Leid und Verzweiflung.
Die AMS-Zwangsmaßnahmen (Kurse etc.) sind nicht alle schlecht (die Tatsache des Zwangs ist in jedem Fall fragwürdig), manche profitieren davon. Man kann Leute aber auch "zu Tode schulen und qualifizieren". Wie im konkreten Fall hat ein 56jähriger mit schlechter Ausbildung und gravierenden gesundheitlichen Problemen am realen Arbeitsmarkt Chancen, die gegen Null gehen. Das wissen diese Menschen auch, sie erfahren es ja täglich bei ihren Bewerbungen. Warum kann man diese Beeinträchtigten nicht wenigstens mit Zwangskursen in Ruhe lassen?
Weiters ist die gottgleiche Macht der Gutachter zu hinterfragen, deren oft genug zweifelhaftes Urteil allein den Prozess entscheidet. Warum haben in der Vergangenheit die Gutachter die sicherlich schon vor der Tat vorhandene, schwere seelische Beeinträchtigung nicht erkannt?
Jene Amtspersonen und Ärzte, mit denen der bedauernswerte Mann bislang zu tun hatte, werden hoffentlich von dem Vorfall nicht ganz unberührt bleiben und schauen, wo eventuell Änderungsbedarf besteht. Möge ein ähnliches Schicksal eines Langzeitarbeitslosen sich in Zukunft nicht wiederholen!

Er lebt! Er will leben! Das ist wichtig.

Schlimmer wäre ein Suicid gewesen.


Was diese "psychosoziale Betreuung" wert ist,

sehen wir jetzt gerade.

Antworten Gast: UKW
27.03.2012 19:40
0 2

... bist nicht zufrieden mit deiner ?


 
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