Im Vorjahr sind auf Österreichs Straßen 523 Personen ums Leben gekommen. Gegenüber dem Jahr 2010 (552 Todesopfer) ist diese Zahl somit um 5,3 Prozent gesunken. Das berichtet die Statistik Austria am Donnerstag in ihrer Unfallstatistik für 2011. Einen massiven Anstieg gab es aber bei tödlichen Unfällen, bei denen Alkohol im Spiel war. Außerdem kamen 2011 mehr Radfahrer ums Leben als noch im Jahr zuvor.
Minus-Rekord bei Verletzten und Toten
Im gesamten Jahr gab es demnach auf Österreichs Straßen 35.129 Unfälle, bei denen 45.025 Personen verletzt wurden. Sowohl die Zahl der Unfälle, als auch jene der Toten und Verletzten sind das jeweils niedrigste Ergebnis seit Beginn der einheitlich geführten Unfallstatistik. Im Durchschnitt ereigneten sich täglich 96 Unfälle, bei denen 125 Personen verletzt oder getötet wurden.
Jeder zehnte Verkehrstote bei Alko-Unfall
Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss ist im Jahr 2011 im Vergleich zu 2010 zwar geringfügig gesunken. Drastisch gestiegen ist dabei aber die Zahl der Toten: 51 Menschen sind bei Alko-Unfällen gestorben, das sind um 55 Prozent mehr als im Jahr davor. Das bedeutet, dass jeder zehnte Verkehrstote Opfer eines Alkohol-Unfalles war, berichtet die Statistik Austria.
Mehr getötete Radfahrer und Kinder
Insgesamt kamen im Vorjahr in Österreich 42 Radfahrer ums Leben, das sind um zehn mehr als im Jahr davor. 60 Prozent dieser Unfälle passieren durch eigenes Verschulden der Verunglückten. Insgesamt gab es um 18 Prozent mehr Unfälle mit Radfahrern als im Jahr davor. Betroffen waren vor allem Menschen über 60 Jahre.
2886 Kinder wurden im Vorjahr im Straßenverkehr verletzt. Das ist ein leichter Rückgang um ein Prozent oder 28 Fälle. Getötet wurden 13 Kinder, um drei mehr als im Jahr 2010.
Intensivere Kontrollen und "Alkolocks"
Im Vorjahr wurden fast fünf Millionen Fahrzeuglenker wegen Schnellfahrens angezeigt, eine Zunahme um 18,5 Prozent. Die Kontrollen sollen weiter intensiviert werden. Besonderes Augenmerk werde weiterhin auf Alkoholkontrollen gelegt, sagt Innenministerin Johanna Mikl-Leitner. Auch wegen Telefonierens am Steuer und Missachtung der Gurtpflicht hat es 2011 mehr Anzeigen gegeben.
Das Kuratoriums für Verkehrssicherheit führt derzeit eine Pilotstudie zu "Alkolocks" in der Rehabilitation von rückfälligen Alkolenkern durch. Diese Geräte verhindern das Starten, wenn der Fahrer betrunken ist. Wer bereit ist, sich ein solches Gerät in sein Fahrzeug einbauen zu lassen, soll unter strengen Auflagen (Begleitung durch Coach, regelmäßige Kontrolltermine etc) seinen Führerschein zurückbekommen. Dadurch soll auch das "Schwarzfahren" verhindert werden. Am Ende soll dieses Projekt in ein neues Gesetz münden. Das Kuratorium pocht weiterhin auf die Senkung der Promillegrenze von Radfahrern von 0,8 auf 0,5.
(red.)
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