Missbrauch: 40 beschuldigte Priester noch im Amt?

16.04.2012 | 11:59 |   (DiePresse.com)

Die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" kritisiert zwei Jahre nach dem Einsatz der "Klasnic-Kommission" die mangelnde Aufarbeitung der Kirche.

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Erneut gibt es Kritik an der mangelnden Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in Österreichs römisch-katholischer Kirche. Zwei Jahre nachdem Kardinal Christoph Schönborn die Opferschutzanwaltschaft eingesetzt hat, seien rund 40 beschuldigte Priester im Amt. Das kritisiert Sepp Rothwangl von der "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" am Montag. Die Plattform schlägt der Kirche vor, Klagen auch zivilrechtlich prüfen zu lassen, da hier andere Verjährungsfristen gelten würden.

Nicht nur die Opferschutzanwaltschaft, der die ehemalige steirische Landeshauptfrau Waltraud Klasnic vorsitzt, wurde vor zwei Jahren gegründet. Auch die "Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt" startete damals ihre Tätigkeit und kritisiert seitdem, dass die "Klasnic-Kommission" von der Kirche zu abhängig sei.

Wenig habe sich seitdem geändert, bemängelt Rothwangl, der laut eigener Aussage selbst Missbrauchsopfer ist. So würden Priester geschützt: "Ich sehe in der Vertuschung der Fälle einen Bestandteil der Tat." Die Namen jener rund 40 missbrauchsverdächtigen Geistlichen, die derzeit immer noch im Amt seien, kenne man. Eine Veröffentlichung behalte sich die Plattform vor.

Grüne fordern staatliche Stelle

Politische Unterstützung erhält die Plattform durch den grünen Justizsprecher Albert Steinhauser, der weiterhin eine staatliche Anlaufstelle für Missbrauchsopfer fordert. Dass die Volksanwaltschaft die Fälle künftig weiterleiten soll, sei nicht ganz das, was man sich von einer solchen Kommission erwarte. Auch wenn es das "gute Recht" der Kirche gewesen sei, die Opferschutzanwaltschaft ins Leben zu rufen, so könne diese ein staatliches Gremium nicht ersetzen.

Zudem habe sich die Klasnic-Kommission für Erwachsene Missbrauchsopfer für unzuständig erklärt, für Ablehnungen gebe es keine Begründung und auch in der Prävention sei seitdem nichts passiert, so Steinhausers weitere Kritikpunkte.

Besseres Modell in Bayern?

Für den Psychologen Holger Eich reicht ein Blick über die Grenze, um bessere Modelle für den Umgang mit Missbrauch zu entdecken. So habe der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die vollständigen Archivzugang bekommen habe und die Ergebnisse unzensiert veröffentlichte.

Eich sieht zudem auch eine staatliche Verantwortung für Missbrauchsfälle, die sich in katholischen Internaten ereignet haben. Die Kritik an der Klasnic-Kommission teilt er, gesteht aber zu: "Sie hat eine Aufgabe, um die ich sie nicht beneide."

(APA)

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34 Kommentare
 
12

Die angeblich 40 Namen sind doch eine reine Erfindung.

Schließlich würde sich diese Plattform an der weiteren Gefährdung Jugendlicher und Kinder schuldig machen, wenn sie diese Namen nicht veröffentlicht. Alles Lug und Trug.

Gast: eav
17.04.2012 12:39
0 0

jaja

jaja, dem herrgott sein bodenpersonal....

8 2

Die Bischöfe wissen es am Besten,

dass vertuscht, verheimlicht und geduldet wird, was offiziell lt. Kirc henrecht verboten ist.

Diese Scheinheiligkeit wird immer ärger und schmälert die Glaubwürdigkeit. Nicht die aber der Pfarrer an der Basis. Ausnahme der Pfarrer von Schützenhofen.

Antworten Gast: b754
16.04.2012 21:11
4 2

Re: Die Bischöfe wissen es am Besten,

nicht vergessen dass die klasnic da kräftig mithilft

Gast: P. Watzlawick
16.04.2012 20:35
11 2

„…Pfarrer Karl Tropper, der […] Homosexualität in Bezug zu Krankheit und Unnatürlichkeit gesetzt hat. Von Triebverirrung und heilbarer Krankheit ist die Rede.“



Manchmal sagt das, was man über andere sagt mehr über sich selbst aus…



Gast: Missbrauch: 40 beschuldigte Priester noch im Amt?
16.04.2012 19:58
5 1

UND DAS SOOO KURZ VORM JÜNGSTEN GERICHT?

I glaub i spinn!

Wisst ihr denn nicht, dass euer Gott ein Gott der Rache und nicht der Gnade ist?

Wer heute noch Kinder, Tiere oder die Natur schändet ist entweder sehr mutig oder sehr blöd, doch ich glaube eher letzteres.

Schönen Tag noch :)

Gast: ROTFRONT
16.04.2012 17:51
1 4

Da könnt' Ihr rote Stricherl machen soviel Ihr wollt: aber die RKK ist nun mal keine sozialistische Organisation

Und deswegen gehört die korruptionsmäßig und amoralmäßig zu den Schwarzen.
Des is hoid amol a so! - wie ein berühmter Fußballtrainer immer sagt.
Und in Wien sucht Ihr vergeblich einen Skandal. Jedenfalls einen, wo auch nur im Entfernstesten ein Roter was mit zu tun hat.
Kriminelle wählen nicht sozialistisch, wisst Ihr?

Die wern sich schon bessern!

Bei diesem Nachwuchsproblem muss man schon ein bisserl tolerant sein.

6 6

Find ja gut...

Dass es endlich aufgedeckt und darüber geredet wird.

Was mir nur auch als Atehist sauer aufstößt ist, dass vergleichbare Fälle in staatlichen Einrichtungen oder alternativen Schulen (siehe Deutschland), sehr still und leise abgehandelt werden.
Auch die Medien spielen dabei eine dubiose Rolle.

1 1

Re: Find ja gut...

6 Rotstrichler halten Missbrauch und Gewalt in staatlichen Kinderheimen und alternativen Schulen für ein minderschweres Vergehen...

Re: Find ja gut...

Die Atheisten sehen das gewissermassen von aussen, und sind für die röm. kath. Kirche echt brauchbar.

4 1

Re: Find ja gut...

Ich gebe Ihnen zu 100% recht, denn Missbrauch, egal von wem oder welcher Institution unterstütz oder geduldet wurde, darf nielmals verschwiegen oder gar ungestraft bleiben.

Dazu braucht es aber eine Gesellschaft, die, sofern es möglich ist, wertfrei zu argumentieren, ohne gleich die kirchlichen Einrichtungen oder die Sozis dafür en gros verantwortlich zu machen, denn das Unheil unterscheidet sich für den missbrauchten Menschen dadurch nicht.

Für die Opfer und für die kommenden Generationen aber hoffe ich, dass wir als Menschen klug genug sind um künftig solche Misstände zu verhindern.

Gast: Wie macht das die Kirche?
16.04.2012 15:47
6 12

Für 1% der Missbrauchsfälle bekommt die Kirche 100% mediale Aufmerksamkeit


Re: Für 1% der Missbrauchsfälle bekommt die Kirche 100% mediale Aufmerksamkeit

weil diese "Sexualmoral" groß schreibt

Antworten Antworten Gast: Moral
16.04.2012 21:29
3 0

Re: Re: Für 1% der Missbrauchsfälle bekommt die Kirche 100% mediale Aufmerksamkeit

Und die anderen 99 % schreiben "Sexualunmoral" groß? Wer setzt eigentlich Moral fest?

Antworten Gast: Devil
16.04.2012 16:25
7 5

Re: Für 1% der Missbrauchsfälle bekommt die Kirche 100% mediale Aufmerksamkeit

Weil sie so beliebt ist.

18 4

da könnte der karl tropper ansetzten!

aber er sucht die schuldigen immer bei den anderen.
ein richtiger kathole eben!!!

Schwuler Pfarrgemeinderat

Das passt wunderbar zur komplexen Geschichte rund um die Wahl eines schwulen Pfarrgemeinderates. Die Doppelmoral der katholischen Geistlichen ist schier unbegrenzt.

0 0

Doppelmoral der katholischen Geistlichen

Falsch - was nicht da ist, das kann sich auch nicht verdoppeln.

Antworten Gast: swarty
16.04.2012 17:17
5 11

Jedenfalls begrenzter als die Dummheit mancher

Kritiker, die undifferenziert aufgrund einzelner Taten ein Pauschalurteil abgeben und eine ganze Berufgruppe verleumden

8 14

Seit unter "Mißbrauch" auch die Ohrfeige

eines Präfekten geführt wird, nimmt die ganze Debatte einen unguten Verlauf. Eindeutig ist das ganze zum Glücksfall für Kirchengegner geworden. Vorverurteilungen, Unschuldsvermutung, faire Verfahren - das alles ergibt ein wirres Knäuel, an dem die Medien nicht unschuldig sind und der Stammtisch sich zur geistigen Aktivität aufgerufen fühlt.
Mit der Aufarbeitung wirklicher Verfehlungen und vor allem der Verhütung weiterer Mißstände hat das schon lange nur mehr peripher zu tun.

Jedoch nicht alleAtheisten sind Kirchengegner


Gast: ROTFRONT
16.04.2012 13:31
5 8

Was halt auffällt. Ob sie nun eine schwarze Sultane haben oder nur eine schwarze politische Seele - für ihre Verbrechen steht bei denen keiner ein!

Zeigt die Klasnic-Kommission; zeigt der Korruptions-U-Ausschuß.

Re: schwarze Sultane haben ......


Sultane ist die männliche Form der Sultanine.

Bildung hat man oder nicht. Posten will man trotzdem!

Antworten Gast: noch aufmerksamerer Leser
16.04.2012 21:11
2 2

Re: Was halt auffällt. Ob sie nun eine schwarze Sultane haben oder nur eine schwarze politische Seele - für ihre Verbrechen steht bei denen keiner ein!

Was ist eine "Sultane"? Da das u und das l auf der Tastatur recht weit voneinander entfernt sind, sicher nicht die Folge eines Tippfehlers. Unser Kommunist meint also wirklich, es heißt "Sultane" und nicht "Soutane". Das lässt allerdings Rückschlüsse auf seinen Bildungsstand zu.

8 2

Re: Was halt auffällt. Ob sie nun eine schwarze Sultane haben oder nur eine schwarze politische Seele - für ihre Verbrechen steht bei denen keiner ein!

1) Sollen sie sich ein Beispiel am roten Wien nehmen?

2) Wie war das mit Ohrfeigen etc. an öffentlichen Schulen?
3) Wie war das in Wiener Spitälern?

 
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