Frühe Hitze: Wenn es im Frühling Sommer wird

27.04.2012 | 19:12 |  MAGDALENA KLEMUN, MIRJAM MARITS UND GEORG RENNER (Die Presse)

Am Donaukanal herrscht bereits Hochbetrieb, auch im MQ herrscht Sommerzeit, die Eisbranche expandiert. Wie sich Wien mit dem frühen Sommer arrangiert – und wer davon überrascht wird.

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Temperaturen über 30 Grad – und ein verlängerbares Wochenende: Genau die richtige Kombination, um eine Stadt aus der kollektiven Frühjahrsmüdigkeit zu reißen. Seit gestern sorgen heiße Saharawinde in Österreich für Rekordtemperaturen (siehe Artikel unten). „Die Presse“ hat sich umgesehen, ob Wien für den frühen Sommer gerüstet ist.

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Die naheliegendste Frage: Kann man schon baden gehen? Zumindest in den städtischen Freibädern Fehlanzeige. Denn selbst wenn in größter Hitze Massen Badewilliger vor den Toren warten – die MA 44 hat für die Eröffnung den 2.Mai festgelegt, und dabei bleibt es, Hitze hin, Hitze her.

Dass es ein wenig flexibler ginge, zeigt etwa die Therme Wien (an der die Stadt übrigens Anteile hält)– der Außenbereich der Anlage ist an dem heißen Wochenende bereits geöffnet, auch im (privaten) Schönbrunner Freibad kann man bereits seine Längen ziehen.

Wer nicht die Atmosphäre eines Freibades braucht, kann es sich an den Badeplätzen entlang der Neuen oder Alten Donau gemütlich machen. Letzterer ist übrigens ein eben erschienenes Buch (Judith Duller-Mayrhofer: „Die Alte Donau – Auf Sommerfrische in der Stadt“, Metroverlag) gewidmet.


Ärgerlich für die Wiener Stadtregierung: Sie hatte angekündigt, dass mit Sommerbeginn die Donauinsel mit kostenlosem WLAN ausgestattet sein würde. Dass die Sommersaison schon im Mai starten würde, konnte dabei ja keiner ahnen. So werden sich internetaffine Griller, Sportler und andere Erholungssuchende noch bis Ende Juni gedulden müssen, bis sich der Traum vom kabellosen Netz im Naherholungsgebiet erfüllt.
Der Donaukanal schaltet pünktlich zum hochsommerlichen Wochenende auf Vollbetrieb: Die meisten Lokale der Sand-und-Liegestuhl-Fraktion sind schon geöffnet. Eben ist auch der Tel Aviv Beach samt Sandstrand in sein drittes Jahr gestartet. Auch die Terrasse der Summerstage weiter flussaufwärts ist schon geöffnet. Hier setzt man ebenfalls auf Sand, wenn auch für sportlichere Zwecke – zum Beachvolleyball. In der Sonne sitzen kann man auch an Bord des Badeschiffs zwischen Schwedenplatz und Urania. Minus: Der Pool bleibt bis Mitte Mai geschlossen.

Auf Sand-und-Strand-Gefühl (und viel Kulinarik) setzt auch die „Sand in the City“-Sandkiste am Heumarkt, die bereits geöffnet hat.

Auch am Stadtrand Wiens melden sich gerade noch rechtzeitig zum Wochenende – am 1.Mai – die „100Tage Sommer“ in Brunn am Gebirge zurück. Der Naturteich wird mit künstlichen Spielereien aufgewertet: etwa einem Trampolin mitten im Wasser und Tauchlehrern, die die Unterwasserwelt erklären. Und ja, auch hier gibt es Sand en masse.
„Es kommt darauf an, wie gut sie wächst.“ Ob Irene Preißler, Pressesprecherin des Museumsquartiers, wirklich von einer Sandkiste spricht? Sie tut es: Mit dem „Kagome“, einem Zelt aus Weidenästen, eröffnet Mitte Mai eine „lebendige Sandkiste“ im Fürstenhof des MQ. Das vage Datum ergibt sich aus der Natürlichkeit des Baustoffs: Eröffnet wird der Sandspielplatz erst, wenn das nach einer japanischen Flechttechnik benannte Bauwerk genug gewachsen ist. Davor lädt das MQ am 3.Mai zum Start seines Sommerprogramms, dabei regiert das Mitmachfieber: Wer an Grillstationen beim Fest Fleisch wenden will, kann sich auf Facebook einem Gewinnspiel stellen, beim Fest selbst gibt es ein Live-„Casting“: Der Sieger darf als Vorgeschmack auf den „Summer of Fashion“ bei der Modenschau mitmachen.


In Wiens Schanigärten steht kein Achterl fix auf dem Tisch: Eine Entscheidung, wann die Gebühren neu geregelt werden, steht noch aus. Künftig soll die Abgabe von der Lage abhängen: Je zentraler, desto teurer – ob kleine City-Gassen genauso teuer werden wie der Graben, wird noch verhandelt. Warum das so lange dauert? Juristische Details, meint Wilhelm Turecek, Gastro-Obmann der Wirtschaftskammer: „Kein Verantwortlicher spricht ein Machtwort.“ Einigung? Nächste Saison.

Lange Schlangen sind Werbung hoch drei – das beweist der neue Eiswagen des Grand Hotels am Ring seit gestern, Freitag: Die Wartenden vor dem „Eisgreissler“, einem Bio-Eisgeschäft in der Rotenturmstraße, motivierten Siegfried Pucher, Gastrochef des Hotels, zur Kooperation. Seit gestern gibt es daher etwa auch Ziegenkäse-Eis am Ring. Und während die Firma Zanoni mit ihrem Zweitladen in der Rotenturmstraße auf der Frozen-Yoghurt-Welle schwimmt, rollt diese an Silvio Molin-Pradel auf dem Schwedenplatz vorbei. Joghurteis habe man schon – hier kommt aber Pikantes in die Tüte, scharfes Topfeneis mit Marille etwa. Auf mehr Frozen Yoghurt muss man noch warten: Die Betreiber des „Ablaufdatums“ wollen innerhalb des Gürtels ein Take-away eröffnen. Der Name (Jokuh) steht, das Konzept ebenso – so soll die Joghurtbasis mit frischen Saucen (z.B. Erdbeere mit Zitronengras) kombiniert werden. Ein Lokal soll demnächst gefunden sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2012)

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20 Kommentare

Sehr schön!

Ich schnall mir jetzt die Motorsense um..

die MA 44 hat für die Eröffnung den 2.Mai festgelegt, und dabei bleibt es, Hitze hin, Hitze her.

ja, ja
unsere Beamten, flexibel wie immer....

Re: die MA 44 hat für die Eröffnung den 2.Mai festgelegt, und dabei bleibt es, Hitze hin, Hitze her.

schwachsinnige Bürokratie!!!

Palais Ferstel

In zwei Wochen eröffnet eine neuer Frozen Yoghurt auch im Palais Ferstel auf der Freyung. Das Palais hat sich in letzter Zeit ziemlich herausgeputzt! Es soll auch immer wieder dort Freieis geben - lecker schlecker! Weiss jemand Genaueres?

MA 44 ??

Keinen Geschäftsinn dieses Magistrat !!!
Und wenn es 40 Grad Plus hat schlafen sie auch
weiter ihren Beamtenschlaf !!!

Re: MA 44 ??

kenn mich ja nicht so aus mit großen betrieben, aber so spontan wegen einem warmen wochenende aufmachen kommt mir sehr, naja, blauäugig vor, das zu fordern..

4 2

Re: Re: Wozu MA 44 ??

Wozu braucht Wien eine MA44 ? Gibt es nicht Privatbaeder welche die staedtische Versorgungsaufgabe mit Baedern (so es eine solche Aufgabe geben muss) fuer die Oeffentlichkeit guenstiger und nachfrageorientierter erledigen kann ?
Ist ja schoen ein 'Rotes Wien' als Museumsstueck der fidelen 1930er zu wissen ... solange man dort nicht lebt und blecht.

klimaanlage aufdrehen und gut is


Re: klimaanlage aufdrehen und gut is

Na ja!

Beim IPCC-Klima-Gipfel auf Bali stieg der Energieverbrauch um 30%!

Warum gibt es nicht endlich

einen Klima-Gipfel im Winter in Sibierien bei minus 40 Grad C am Baikal-See?

Dort benötigt man nämlich keine teuren Klima-Anlagen.

Holz zum WÄRMEN für die Lagerfeuer der grünen Klima-Delegierten gibt es nämlich dort genug.

Der nächste Klima-Gipfel findet lustigerweise wieder in einem heissen Land statt,

nämlich in Khatar,

das bekanntlich den höchsten CO2-Ausstoß auf der Erde zu verantworten hat.

Alfie u.a. Greenpeacler bitte melden!

Rot stricheln ist zuwenig!

Re: Re: klimaanlage aufdrehen und gut is

Alfie strichelt nur mehr rot,da ihm seine lächerlichen GRÜNEN Klima-Wahn-Argumente ausgegangen sind!

Posten, Alfie!

Gast: freund?
27.04.2012 21:41
9 10

und jetzt ALLE zusammen :




KLIIIMAWANDEEEL !!!

endlich, nach einem harten winter, der nicht aufhören wollte, kann man wieder klimalügen !

UFFF !

Re: und jetzt ALLE zusammen :

klimalüge? schon einmal ne Zeitreihe gelesen? scheinbar nicht.. den artikel ja scheinbar auch nicht, weil kein Wort von Klimawandel war..

4 2

Re: und jetzt ALLE zusammen :

eben nicht global wandling, denn saharawinde als ursache werden klar angefuehrt. im europaeischen katastrophensommer 2003 wars genauso, nur ging das im warmingwahn voellig unter.
im uebrigen wurden die kaltwinterereignisse der letzten 10 jahre (im nachhinein wie sooft der fall) ebenfalls mit klimawandel erklaert.

Re: Re: und jetzt ALLE zusammen :

Weil aus dem Begriff "Global Warming"

"Klimawandel" geworden ist,

denn auch das IPCC hat INTERN kapiert,

dass es global wieder kälter wird,

da die Sonnen-Aktivität massiv schwächelt.

Aber mit dieser Hysterie hat man gut verdient und jetzt zieht man sich eben begrifflich-diplomatisch zurück,

denn Klima-Wandel

kann auch neue Eiszeit bedeuten

und diese selbsternannten Klima-Experten sind dadurch "aus dem Schneider".

2 0

Re: Re: Re: und jetzt ALLE zusammen :

In den anglophonen Leitriegen der Bewegung ist man schon einge Zeit wieder von 'Klimawandel' abgekommen wegen des Argumentes 'Klima aendert sich immer'. Jetzt heisst es 'Climate disruption' also im Sinne von Normalklimaunterbrechung . Dafuer gibts dort den deutschen Neusprechunfug der 'Klimaschaedlichkeit' nicht.
Und ja, man darf nie vergessen dass gerade im fragwuerdigen Zeitraum 1950-2000 Sonnenaktivitiaet so hoch wie schon 8000-9000 Jahre nicht war (->wikipedia), was sich seit 10 Jahren langsam wieder zurueckschraubt.

Re: Re: Re: Re: und jetzt ALLE zusammen :

hehehe
als nextes kommt dann
"interrupted disruption"

Re: Re: Re: und jetzt ALLE zusammen :

Klimawandel verstehen nur die Österreicher nicht, bei denen die Welt nach der Grenze vorbei ist ;)

2 1

Re: und jetzt ALLE zusammen :

versteh ich nicht. dass es für die jahreszeit untypisch war ist, liegt ja auf der hand. über die faktoren kann man diskutieren

Re: und jetzt ALLE zusammen :

Wo bleibt die Frau H. Kromp-Kolb?

Noch im Kälteschlaf?

4 10

Re: Re: und jetzt ALLE zusammen :

eh klar .. unsere D*mmsten dürfen bei diesem Thema nicht fehlen

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