"Cold Case" Wastl: Verdächtiger in U-Haft

24.05.2012 | 20:41 |   (DiePresse.com)

Im Fall der seit über zehn Jahren vermissten Heidrun Wastl aus Wiener Neustadt besteht „dringender Tatverdacht“ gegen einen 41-Jährigen.

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Im Fall der seit über zehn Jahren vermissten Heidrun Wastl aus Wiener Neustadt ist am Donnerstagabend die Untersuchungshaft für den unter Mordverdacht stehenden 41-jährigen Tischler verhängt worden. Wegen "dringenden Tatverdachts" ist der Mann im Wiener Neustädter Landesgericht nach einer mehrstündigen Haftverhandlung am Donnerstagabend inhaftiert worden, wie Staatsanwaltschaftssprecher Erich Habitzl auf Anfrage mitteilte. Von der Leiche der Frau, die in einem Waldstück in der Buckligen Welt vermutet wird, fehlte aber weiterhin jede Spur.

Der 41-Jährige bestritt auch am Donnerstag, für den Tod der Frau verantwortlich zu sein. Er blieb bei seiner Version, wonach die damals 37-Jährige bei einem Waldspaziergang gestürzt, mit dem Kopf gegen einen Stein geprallt und leblos liegen geblieben sei. In Panik habe er die Sterbende zurückgelassen, schilderte er. Die Ermittler haben daran allerdings Zweifel - galt der Mann doch schon ein Jahr nach dem Verschwinden Wastls als Verdächtiger, weil er als Verfasser eines "Abschiedsbriefes" ausfindig gemacht worden war, der vier Tage nach dem Verschwinden der Frau bei Wastls Ehemann einlangte. Ein "tragfähiger Beweis für eine Täterschaft" konnte damals laut Polizei jedoch nicht erbracht werden.

Der Beschuldigte muss jetzt jedenfalls für zumindest zwei Wochen hinter Gitter. Dann steht eine erneute Haftprüfung an. Sein Anwalt Ernst Schillhammer wollte auf Anfrage der APA am Donnerstag noch keine inhaltliche Stellungnahme abgeben.

Suche mit 14 Leichenspürhunden

In dem vom Beschuldigten genannten Waldstück bei Lanzenkirchen im Ortsteil Ofenbach (Bezirk Wiener Neustadt) haben am Dienstag und Mittwoch 14 Leichenspürhunde und ihre Hundeführer nach den Überresten der Frau gesucht. Bevor die Polizei die Suche fortsetzt, soll der 41-Jährige noch einmal befragt werden, um die Stelle im Wald besser lokalisieren zu können. Das 50 Hektar große Gebiet soll mit seiner Hilfe in Sektoren eingeteilt werden, um es systematisch zu durchsuchen, erklärte der Sprecher des Bundeskriminalamtes, Mario Hejl. Mit Hilfe der speziell ausgebildeten Leichenspürhunde soll es auch nach über zehn Jahren noch möglich sein, menschliche Überreste aufzuspüren.

Heidrun Wastl gilt seit dem 28. September 2001 als vermisst. Die Kindergartenhelferin wollte an jenem Tag ihren sechsjährigen Sohn um 11.30 Uhr von der Schule abholen, kam dort aber nie an. Sie wurde mittlerweile von ihrem Ehemann auch für tot erklärt. Seit einigen Monaten wird der Fall vom Cold Case Management im Bundeskriminalamt (BK) neu aufgerollt.

(APA)

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11 Kommentare
Gast: eliseus
24.05.2012 17:12
0

Waldhygiene

Im Wald bleibt nichts länger liegen. Ich bin oft überrascht, wie schnell allerlei Getier dort sauber macht. Ekelhafter Gedanke, ist aber so.

Gast: Papa Schlumpf
24.05.2012 17:05
0

Nur der blosse unwichtige und vernachlässigbare Umstands des Fehlens jeglichen Opfers wird wohl nicht verhindern können, dass die Polizei jemanden als Täter überführt. Schließlich haben sie ja schon ein Geständnis!

Und da ist es dann auch vollkommen unwichtig, ob es jemals eine Tat gegeben hat.
Erfolgsprämien und Beförderungen gehen auch so.

Gast: xxxx
24.05.2012 09:35
1

Also was die Kapperlständer in Wr. Neustadt bearbeiten...

liegt seit 10 Jahren im Kühlschrank und heißt "Cold Kas".
Was anderes holen die sicher nicht wieder aus dem Archiv namens Rundablage. haben ja so genaug am Hals bei den täglichen Ermittlungen am Bosna-Standl vorm Bahnhof.

Gast: Kibietz
23.05.2012 20:31
0

So ein Humbug!

Keine L. - kein Fall!
Sollte auch die Nonsens-Kieberei mal wissen.
Wollen sicher wieder einen wegsperren, der ihnen eine Freundin ausgespannt hat!

Gast: Johann S
23.05.2012 18:13
0

Der

Kriminalfall,ist bisher nicht kommentiert worden

Antworten Gast: Johann S
23.05.2012 18:35
0

Re: Der

Die DNA sollte zugeordnet werden.
Leider gibt der Artikel keinen Hinweis.

CSI Wiener Neustadt....

...immerhin kümmert man sich scheinbar doch nicht nur um Geschwindigkeitsübertretungen an für die Verkehrssicherheit irrelevanten Stellen.

Re: CSI Wiener Neustadt....

Raser haben in der Zeit sicher mehr Menschen um die Ecke gebracht. Also schön weiterhobeln ....

Antworten Antworten Gast: Grüner
23.05.2012 16:00
3

Re: Re: CSI Wiener Neustadt....

Der Punkt ist "an für die Verkehrssicherheit irrelevanten Stellen"
Dort wird niemand um die Ecke gebracht! Immer wieder gesehen, am
ständig verstauten Inngürtel. Höhe
Seidengasse lauern samstags und
sonntags früh, wenn die Straße leer
ist, hinter Bäumen versteckt, die Polizei
mit einer Radarpistole. Noch nie dort einen Unfall gesehen, da auch für
Fußgänger genug geregelte Kreuzungen. Aber wenns dort täglich staut, da anscheinend falsche Ampelregelung, ist nie ein Polizist zu sehen!

Antworten Antworten Gast: international_
23.05.2012 15:27
4

Re: Re: CSI Wiener Neustadt....

ja, ganz besonders die, die mit 40 durch tempo 30 zonen rasen!
deshalb kontrolliert man dort auch besonders gerne!

Re: CSI Wiener Neustadt....

Ein Kenner. Kann ich nur bestätigen.

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