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St. Pölten: Vater schießt in Schule auf Sohn

25.05.2012 | 17:46 |   (DiePresse.com)

Ein Vater schießt in einer Volksschule auf seinen achtjährigen Sohn, flieht und begeht Selbstmord. Der Mann hatte auch seine Tochter aus der Klasse geholt.

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In einer Volksschule in St. Pölten hat ein Mann am Freitagvormittag seinen achtjährigen Sohn in der Garderobe niedergeschossen. Der Bub ist in einem kritischen Zustand. Der Vater flüchtete und beging kurze Zeit später Selbstmord.

Der 37-Jährige soll gegen 8:30 Uhr seinen Sohn aus dem Klassenzimmer einer Volksschule im St. Pöltener Stadtteil Wagram geholt haben. In der Garderobe zog er eine Waffe und schoss dem achtjährigen Buben in den Kopf, berichtet die Polizei. Danach flüchtete er. Ob die siebenjährige Schwester bei der Tat ebenfalls anwesend war, sei noch unklar, berichtete ein Polizeisprecher. Der Vater hatte auch das Mädchen unter dem Vorwand, etwas besprechen zu müssen, aus der Klasse geholt, sagte ein Polizeisprecher. Kurze Zeit später habe die Klassenlehrerin den Buben blutüberströmt gefunden, das Mädchen sei an einem anderen Ort im Gebäude gewesen. Der Vater der Kinder sei schon weg gewesen, als der Achtjährige gefunden wurde.

Einsatzkräfte waren zufällig in der Schule

Der angeschossene Bub war nicht mehr ansprechbar, als die ersten Rettungskräfte nur fünf Minuten nach dem Schuss eintrafen. Der Zufall verhalf dem Jungen zu einer raschen Versorgung: Denn es waren vier Einsatzkräfte der Rettung in der Schule, um mit den Schülern an diesem Tag über die Arbeit des Roten Kreuzes zu sprechen. Für die Helfer war die Situation nicht einfach - sie hatten den Schuss gehört, im ersten Moment war nicht klar, ob sich der Attentäter noch in der Schule aufhielt und womöglich bereit war, auch auf andere Menschen zu schießen. Das Kind wurde sofort künstlich beatmet, in den Schockraum des Krankenhauses Sankt Pölten gebracht und notoperiert. Der Bub befand sich Freitagnachmittag in einem kritischen Zustand.

(c) APA (PAUL PUTSCH) Beamte sichern den Ort im Bereich von Westautobahn und S33, wo sich der Täter selbst richtete.

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Nachdem klar war, dass der 37-Jährige geflüchtet war, löste die Polizei eine Großfahndung aus, da befürchtet wurde, dass der Mann auch seiner Frau etwas antun könnte. Nach rund einer Stunde wurde sein Wagen im Bereich von S33 und Westautobahn auf dem Dach liegend entdeckt, darin die Leiche des Mannes. Der Tote wies einen Kopfschuss auf.

Den polizeilichen Ermittlungen zufolge dürfte sich der 37-Jährige zuerst in den Kopf geschossen haben und dann mit dem Wagen verunfallt sein.

Lokalisiert wurde er laut Hermann Helm, Präsident des niederösterreichischen Landesschulrats, durch Handy-Ortung. Die Schulbehörde hat nach der Tat Mitarbeiter der Krisenintervention und alle verfügbaren Schulpsychologen - rund ein Dutzend Fachleute - in die achtklassige Volksschule geschickt, um die Kinder zu betreuen.

Häusliche Gewalt: Täter war amtsbekannt

Der mutmaßliche Täter war polizeibekannt, und zwar wegen häuslicher Gewalt. Nach einer entsprechenden Amtshandlung vor wenigen Tagen sei der 37-Jährige mit einem Rückkehrverbot in die Wohnung seiner Familie belegt worden, sagte Oberstleutnant Alfred Schüller vom Landeskriminalamt.

Bei der Tat verwendete der 37-Jährige einem Polizeisprecher zufolge eine Pistole, Kaliber 9 mm. Eine Nummer konnten die Ermittler bis dato nicht finden, es ist daher noch unklar, ob es sich um eine legale Waffe handelte. Das Motiv des Mannes ist noch völlig unklar.

(APA)

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